Parkplatz gesucht

Der Schnee von gestern iss wech…
Da entsteht ein neuer Stadtteil. Grosszügige Raumplanung für Firmengebäude in postmodernem Stil. Daneben kleine Reihenhäuschen mittendrin und einige Wohnblocks am Rand des neuen Gebietes. Stadtplaner und Architekten dürfen planen und spielen. Architekten sehen sich ja meist als Kreative oder Künstler, die sich in ihren Werken (so sie denn realisiert werden) verwirklichen. Bei den Stadtplanern habe ich oft den Verdacht, dass es sich bei ihnen um Leute handelt, die als Kinder nie mit der elektrischen Eisenbahn gespielt haben oder überhaupt nicht mit Modellautos. Dafür leben sie ihre nie ausgelebten Kinderträume nun in irgendwelchen Ämtern und fern der Realität aus.
 
Bodenpreise sind teuer. Wo also kann man ehesten sparen? Grünanlagen? Klar, denn Alte braucht man in einem neu entstehenden Mischgebiet, in dem gearbeitet und geschlafen werden soll kaum. Und Kinder können ja auf dem handtuchgrossen Grün hinterm Reihenhäuschen spielen.
Weitere Einsparungsmöglichkeiten? Parkplätze? Fantastische Idee, denn jedes Reihenhaus hat ja einen Parkplatz und die Firmen müssen auf ihrem Gelände für die Parkplätze der Mitarbeiter sorgen.
So ungefähr muss da „gedacht“ worden sein in Planungshirnen. Das Ergebnis kann sich denn auch sehen lassen. 
Die Parkbuchten sind von wunderschönen Rohren eingerahmt, dazwischen Sträucherbeete und Bäumchen. Die Parkplätze haben genau die richtige Grösse für eine Limousine der Oberklasse, sind für zwei Kleinwagen aber genau einen Meter zu kurz. Manche Parkplätze sind sogar „zugenagelt“ – warum und wofür bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen.
 
Der Knaller aber ist (und wirds wohl leider bleiben) die Anzahl der vorhandenen Parkplätze im Wohngebiet für all die Menschen, die hier wohnen. Zum Glück scheinen die wenigsten Familien einen Zweitwagen zu besitzen, denn selbst dafür würden die wenigen vorhandenen freien Parkplätze nicht ausreichen.
Die Folgen: Chronischer Parkplatzmangel. Gleichzeitig gibt es einen Wald von Halteverbotsschildern  (Monokultur!), der für die Stadtverwaltung allerdings einträglich sein dürfte, denn noch immer kommen hartnäckige Leute mit ihrem Auto zu Besuch. Schlaue Hausbesitzer belegen einen der raren öffentlichen Parkplätze und lassen ihren privaten Stellplatz am Haus frei, um ihrem Besuch lästiges Suchen oder einen Strafzettel zu ersparen.
 
Die Aussage auf dem Werbeplakat kann ja durchaus stimmen: Das Mertonviertel ist „cooler“, die Planung hinsichtlich der Parkplätze ist schlichtweg dilettantisch.
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2 Gedanken zu „Parkplatz gesucht

  1. Das hat Methode. Bei uns sind in den letzten Jahren haufenweise Parkplätze vernichtet worden, durch Umwandlung in vermietete (abgeschlossene) Plätze oder Garagen, dafür kommt jede Woche mit schöner Regelmäßigkeit die Zettelpupe und verteilt ihre Liebesgrüße. Meistens bekomme ich welche, da ich als Spätschichtler schon extrem viel Glück haben muss in der Nacht noch einen Parkplatz zu finden.
    Die Parkverbotsschilder sind vollkommen überflüssig, man stört oder blockiert da keinen, aber die stehen da schon seit 30 Jahren, und was dem Staat regelmäßige Einnahmen verschafft, das wird nicht abgebaut.

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