Auf zu neuen Ufern (II)

Für die vor mir liegende Strecke: am liebsten kühl und sonnig…


Die Herberge für die Nacht fand ich in Maribor (Slowenien) an der Drau. Das Hotel ist das Gegenteil des Frankfurter Schuppens. Eine sehr freundliche junge Frau am Empfang. Die abgeschlossene Garage, Frühstück, Internet etc. ist alles im Preis inbegriffen. Das Restaurant hätte ich mir ein wenig landestypischer gewünscht, dafür waren auch hier Speisen und Service empfehlenswert.

Weil ich erst gegen Sonnenuntergang ankam, fiel der erste winzekleine Rundgang durch die Altstadt leider viel zu kurz aus, dafür freute ich mich, die Strasse zu erkennen, auf der Johann Gottfried Seume am 18.1.1802 von Graz herkommend, diese schöne Stadt betrat (Foto mitte).

Wer Reiseliteratur mag, dem sei Johann Gottfried Seume (1763-1810) wärmestens empfohlen. 
Der machte sich aus verschiedenen Gründen am 6.12.1801 mit seinem Rucksack auf, um nach Syrakus auf Sizilien zu gehen, und zwar zu Fuss. Den Rückweg nahm er über Paris und am 28.8.1802 traf er wieder in Grimma bei Leipzig ein, von wo aus er seinen Spaziergang begonnen hatte.
Seume beschrieb die Erlebnisse seiner Wanderschaft ganz anders als etwa der Herr von Goethe. Seume schaute genau hin und hielt dabei auch mit seinen Meinungen nicht hinterm Berg.
Aus heutiger Sicht könnte man seinen Reisebericht als „kritischen Journalismus“ bezeichnen.

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5 Gedanken zu „Auf zu neuen Ufern (II)

  1. Das sieht nett aus in Maribor, vielleicht sollte man mal ein paar Frankfurter Hotelmanager dort vorbeischicken. Obwohl, lieber nicht, die führen nachher nur ihre Vorstellung von Service da ein.

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  2. Vor vielen Jahren habe ich Seumes Spaziergang nach Syracus als Lesung morgens im NDR gehört. Das ist ein wirklicher Reiseführer!

    Nebenbei hat es mich animiert, ebenfalls Reisetagebuch zu führen; das ist aber in vielen Umzügen später verlorengegangen.

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  3. Eine Ruhe strahlen sie aus, diese Bilder. Fast möchte man auch mal reisen. So in den Abend hinein.

    Den Seume kenne ich nicht, aber einen anderen Reisenden aus Radebeul. Die sächsische DIN-A 7 Ausgabe eines Joseph Conrad. Der Sachse war auch unterwegs auf dem Balkan. Oder etwa nicht – nur ein Para-Traveller? Egal. Ein böses Gebolze gab es dort, bei den Skipetaren, als der unbesiegbare Teutone dort einritt, auf seinem Rih.

    Dann schon lieber mit dem Lallfritz & der Buggelwutz …. 🙂

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