Im Paradies der Wahnduscher

wenns draussen stürmt (wächst der Wunsch nach einer heissen Dusche)…
Ich stehe auf Duschen. Schon als Kind sass ich nur widerwillig im eigenen Suddelsaft einer Badewanne. Duschen – früher Brausen – haben was. Die führenden preussischen Militärs müssen auch auf Brausen gestanden haben, denn die wurden generalsstabsmässig für die Einheiten der Truppen durch obersten Befehl eingeführt. Dadurch wurde der Erste Weltkrieg zu dem Krieg, bei dem erstmals mehr Soldaten durch Waffen zu Tode kamen als durch mangelnde Hygiene, was bis dahin über Jahrhunderte bei den Mannschaften die meisten Verluste bedeutete.

Welche Freude, als ich bei meiner Ankunft hier in der Stadt grossflächige Reklametafeln für Duschkabinen am Strassenrand sah.
In meiner vorläufigen Notunterkunft fand ich denn auch eine, die verschiedene Duschmöglichkeiten bot. (Foto oben). Leider kann man nicht mehr zwischen der Handbrause und dem Regenduscher an der Decke wechseln. Macht aber nix, das Wasser kommt weich und heiss und das ist mir allemal das Wichtigste.
Bei Nachbarn sah ich dann ein Modell (2. Foto), dass offensichtlich für Pärchen gedacht ist – zwei Duschköpfe oben und ein Holzbänkchen für gemeinsame lauschige Duschsitzungen.
Den Kracher hat allerdings ein anderer Nachbar. Das ist ein multiples Gerät mit herkömmlicher Handbrause, Deckenregen und Seitendüsen. Ausserdem kann man sich bei einem Heissdampfbad darin ausschwitzen. Muss man da noch erwähnen, dass das Radio mit Lautsprecher in der Decke acht vorwählbare Sender hat und eine effektvolle Lampe in der Decke sorgt für die richtige Stimmung?
Bei der Vorführung drückte ich aus Interesse mal eins der Knöpfchen und kam mir vor wie in der Autowaschanlage bei der Unterbodenwäsche, denn ich stand im Handumdrehn unter Wasser. Und ich dachte bis gestern, Duschen würden am Wasserhahn angemacht.
Der Designer war sicherlich kein Brillenträger, denn wie sollen die wohl die Bedienung mit all den Einstellmöglichkeiten hinkriegen unter Dusche?

Ich mache mich dann mal wieder in der Nachbarschaft schlau, einer muss doch ne Dusche mit eingebauter Espressomaschine haben oder wenigstens mit automatischer Zahnputzmaschine.
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25 Gedanken zu „Im Paradies der Wahnduscher

  1. Auf so eine neumodische Dusche wär ich auch scharf. Ich muss bei der Wahl des nächsten Hotels mal auf die Ausstattung der Bäder achten, im Fachgeschäft kann man das ja leider nicht ausprobieren.

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  2. So eine neumodische Dusche hab ich mal bei Freunden gesehen. Zum Glück habe ich auf keinen Knopf gedrückt, denn wenn ich hier lese, vermute ich mal, hätte ich mich unvermittelt wie in einer Autowaschstraße gefühlt. Und ich hatte doch keine Wechselwäsche mit.

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  3. Hi, wir planen gerade eine komplette Badsanierung. Da ist das Thema Badewanne und/oder Dusche auch ein Thema. Wir haben uns für letztere entschieden und nun geht es um Regen-Kopfdusche oder nur Handbrause oder oder oder. Ist nicht so einfach -dannplane ich lieber eine Küche 🙂

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  4. Pingback: Wochenendliche Wohlfühlwonnen | Herr Ärmel: Fotografie und Text

    • Mit Lichteranregung, Sanftsäuselmusik und bei kleinster Störung elektrisierenderotischem Stromschlag – Frau Knobloch, Sie sind mir eine kesse Duschundine 😉
      Nachmittäglichsonnenheissestrandlockende Grüsse vom Schwarzen Berg, Ihr Herr Ärmel (staunverwundert)

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      • Duschundine! An mein Herz, Verehrtester, was für ein rumkugeligfamoses Wort. Auf die erotisierenden Stromschlägchen kann ich jedoch getrost verzichten, auch auf Sanftsäuselmusik. Das sachtfallende Wasser, das Raunrauschen, gedämmt durch Glas und Dunstschwere, das Bewußtwerden des eigenen Wunderwerks an Körper, das jede feine Wölbung nachziehende Streicheln, womöglich noch mit einer wohlseidignatürlichduftenden Seife, das behutsame Heben des nassen Wimpernvorhangs, um die sich schlängelnden Wasserlinien auf dem Körper nicht nur zu spüren, sondern auch pupillig wahr zu nehmen, die Wärme, die so ganzkörperig einen umfängt, daß auch innen eine Wärme sich ausbreitet, die…//// Oh, zum Glück gemahnte mich gerade die Ladenglocke meines Tagwerks, weia, ich schreib mich noch um Kopf und Kragen…

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        • (leicht trippelnd) ist sisch der Kunde zufrieden gegang en, ma chère Madame de Knobloch, dass Sie können weiter schreiben und vollenden Ihr duschfeiner Kommentar, wo misch anregt und mein Fantasie auf das allerschönste ma chère…
          Votre Monsieur Ärmél (geduscht frische)

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          • Monsieur Ärmél, wie könnte ich dieser Verwegenheitsstrichkombination widerstehen?
            Ich trete also erneut unter dieses sanftsinnige, stetiggleichförmige Kußgeschauer. Die Haut zieht sich zusammen, als die ersten Heißversprechen mir die weißen Schultern röten. Der Nacken senkt sich wie von selbst nach hinten, damit der innenraumige Regen auch die Kopfhaut umfängt. Das Langhaar schlängelt sich mit den Wasserlinien die Schulterblätter hinab, ich kann dem Flüstergelaufe die Wirbelsäule hinab nachspüren. Wie um dem Zittern, das nicht aus Kälte mich überrollt, einen Kontrast zu geben, einen Halt entgegenzusetzen; legt sich meine offene Handfläche der Linken an das beschlagene, doch immer noch kühle Glas, welches diesen meinen ureigenen Regentanz umhüllt. Wie ein erster Abendhauch nach einem Sommerhitzetag zieht die Kühle des Glases armwärts voran. Ich hebe erneut den schweren Wimpernvorhang und sehe direkt vor den flatternden Augen schimmernde Tropfen, die sich mühsam nur zurückhalten und doch der Natur nachgebend die Sicht freigeben auf einen angespannten Unterarm. In der Beuge, wo das warme Duschwasser sich in der Feinstkuhle sammelt, hat sich ein einzelnes Schwarzlanghaar in dem hauchfeinen Flaum, der nur durch die Gänsehäutigkeit erkennbar ist, verfangen. Es kitzelt zusammen mit dem stetig fließenden Warmwasser an dieser empfindlichen Stelle fast unerträglich und doch halte ich inne, genieße dieses Gefühl…

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            • Madame, meine ´erz beginnt zu beben – meine Kostüm des nerves ist gespannte wie der Seil Im Zirkus, , , , ma chère Madame, vergeben Sie den kecken Wunsch, doch schreiben Sie weiter jetzt&gleisch, isch bitte Sie ´erzlisch, votre Monsieur Ärmél (verwirrt)

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              • … bis nur ein ganz leichtes Schauern, welches mir aus dem jetzt geneigten Nacken hinab über den Oberarm gen Minibeugenseenlandschaft entflieht, das Gekitzel abrupt beendet. Der Wimpernvorhang senkthebt sich mehrfach, als könne er das eben empfundene wie optisch wahrgenommene Aphrodisiakum einfach wegzwinkern. Doch das Gefühl hat sich längst unterhäutig manifestiert. Es bebt sich stetig voran in meinem Körper, es ist, als ob der Tropfenschauer in mich hinein diffundiert. Ich atme tief die feuchtwarme und nach Geborgenheit duftende Naßluft in mich hinein. Drehe mich gen Regenimitatdusche und lasse mir durch das Gleichmaßgeprassel erneut die Lider verschließen. Spüre dem Warmgeraune ohnbangig brustwärts nach. Mein Kinn hebt sich und die Lippen öffnen sich gleich der einer dürstenden und mit der Zungenspitze sammele ich die ersten Tropfen ein…

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                • Madame, misch schaudert – Sie sehen drei kleine Perlenschen von die Schweiss auf meine Stirn über die Wurzel der Nase – meine Fantasie übergiessen Sie mit die Bensin, Madame isch ringe nach Luft. Fast will mir vergehn der Atem – – – isch äähh fffff – ma chère Madame . . votre , , ________ ´err Ärmél ~~~~~~~~~~~~~

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                  • Süßwarm der erste Geschmack. Doch die salzige Note irritiert mich sogleich. Der Athem stockt, ich bin verwirrt. Streiche mir Haarsträhnen aus dem Gesicht, zwinkere die letzten Wimpernperlen weg. In der rechten Hand liegt immernoch das Seifenstück, sein Geruch ist mir wohl vertraut. Der Kontrast zum Salzgeschmack, er bringt mich zurück unter die Dusche. Ich hebe die Hand, lasse die schäumende Kostbarkeit jeden Zentimeter meines Körpers seine Referenz abstatten und es beginnt erneut…

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                    • Mein Name ist Jean, Madame de Knobloch, vergeben Sie, isch spreche zu Ihnen, da der Chevalier Äermél soeben ist getaucht in die Kübel mit die Eiswürfel und er beauftragte misch . . ??? . . . verzeihen Sie, der Chevalier lässt sein Stimme erschallen nach mir ~~///|||\\\\
                      avec complimets, Jean

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                    • Aah, Madame, alles ist so wie Sie empfohlen – isch ´abe der Chevalier das ´andtuch gebracht – nun schläft er tief&fest.
                      Bonne nuit a vous, Jean

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                    • Lieber treuer Jean, richten Sie dem Chevalier bitte meine herzfeinsten Grüße und meinen innigen Dank für die Möglichkeit des sinnigen Abtauchens in seinem Hause aus. Und Ihnen sey Dank für Ihre wohlsorgenden Dienste. Adieu, Ihre Madame de Knobloch.

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