Wenn das Bett massiert

Endlich geschnallt, dass auch hier die Zeit umgestellt worden ist…

Im Regenwald habe ich im Lauf der Zeit einiges aussergewöhnliche erlebt. Die erste grössere Katastrophe war der Ausbruch des Vulkans Reventador ca. 80km von Quito entfernt. Das Foto will kein abschreckendes Beispiel für schlechte Qualität sein, sondern es zeigt, wie es aussieht, wenn die Asche eines Vulkans niedergeht. Dann wird es ziemlich unheimlich, denn der Himmel wird unsichtbar und die Asche bedeckt alles, was nicht geschützt ist. Besonders leid taten mir die Pflanzen, denn die Asche ist ziemlich schwer und erstickt die Pflanzen. Wenn man sie mit Wasser abwaschen will, wird aus der Asche ein zementartiger zäher Brei, der den Niedergang der Pflanzen nur noch beschleunigt.

Ein andermal war ich mit einigen Buben in einer Lodge im Regenwald. Primärwald lässt hierzulande die Augen der Ökofreaks aufleuchten. In der Realität bedeutet das eine natürliche Umgebung, in der man bestenfalls noch Blätter, Zweige und Baumstämme erkennen kann, der Rest erscheint einem wie ein sich sanft bewegender grüner Vorhang in unterschiedlichen grünen Schattierungen. Für die darin lebende indigene Bevölkerung ist das kein Problem, die findet sich in dem grünen Gestrüpp zurecht wie unsereins z.B. in Down-Town Frankfurt. Darin haben wir uns einmal verirrt und mussten eine Nacht an den Pfahlwurzeln dieses Stammes auf den nächsten Morgen warten. Zum Glück haben wir dann wieder, wenn auch reichlich entnervt, zur Lodge zurückgefunden. Werd ich mein Lebtag nicht vergessen, diese Nacht – da lernt man sich kennen. (auch hier ist die Qualität des Fotos dem Zustand des Fotografen geschuldet).

 

 

Da die Panamericana auf der Nasca-Platte verläuft, ist die Erde dort ziemlich aktiv. Wenn einem morgens die Kollegen etwas unausgeschlafen entgegenblickten und man selbst keine besonders gute Nacht hatte, konnte man davon ausgehen, dass nachts die Erde mehr oder weniger leicht gebebt hatte.

 
Heute Nacht wurde ich gegen vier Uhr kurz wach. Erst dachte ich an einen Traum, denn einmal flog ich Business und da konnte man den Sitz umlegen und dann noch eine Massagefunktion einstellen, da vibrierte einen der ganze Sitz in einen sanften Schlummer. Heute Nacht war ich aber bereits hellwach und mein Bett bewegte sich noch immer. Das erste, was mir einfiel war Skopje. 1963 waren wir an der italienischen Adria in der Sommerfrische, als Skopje durch ein verheerendes Erdbeben fast völlig zerstört worden ist. Ich erinnere mich noch an die aufgeregten Erwachsenen. Das ist lange her.

Dass auch hier die Erde sehr aktiv sein kann, wusste ich – aber schon jetzt, so kurz nach meiner Ankunft? Und dabei plane ich gerade eine Rafting-Tour…

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6 Gedanken zu „Wenn das Bett massiert

  1. An die Geschichte mit der unfreiwilligen Übernachtung kann ich mich erinnern, das war glaube ich nicht so amüsant. Ist ein Erdbeben wohl auch nicht, trotzdem bin ich irgendwie fasziniert davon und neugierig auf das Gefühl sich bewegenden Erdbodens.

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  2. Danke für den Link! Der Ascheregen sieht wirklich gruselig aus. Bin selbst schon ein paar Mal vulkanischen Aktivitäten recht nahe gekommen, aber so nah zum Glück noch nicht. Dafür glaube ich den Baum zu kennen, allerdings nur tagsüber. (Shangrila?) El mundo es un pañuelo. 😉

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  3. Der Regenwald ist voll von die Pfahlwurzlern. Ich kann mir kaum vorstellen, dass du den persönlich gesehen haben könntest mitten im Gebiet der Huaroni. Der war übrigens unsere Herberge für jene Nacht, die einiges veränderte in meinem Leben,…

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