Andere Länder andere Parkscheiben

April halt – wie das Wetter so spielt…

Das kennt und braucht jeder Mensch: Glück, Geduld und eventuell auch die Nervenstärke, die einem bei der Parkplatzsuche in der Stadt abverlangt werden, wenn man nach Möglichkeit in der City und besonders nah am anvisierten Ziel seinen fahrbaren Untersatz zu einem raisonablen Preis für eine Weile stehen lassen möchte. Frankfurt im Besonderen lasse ich jetzt aussen vor, weil mir hinsichtlich der Preise pro Stunde und der Verhaltensweisen der städtischen Controlettis eh nur die Galle auf bedenkliche Werte steigen würde.
Hier ist zwar in der Regel auch fast alles und fast immer zugeparkt, dennoch ist die Parkdauer offensichtlich kürzer und somit läuft die Parkplatzsuche gelassener. Und die Preise verleiten zum Träumen an alte längst vergangene Zeiten.
Neben einigen grösseren Bezahlparkplätzen und Parkhäusern hat man ein System, das in drei unterschiedliche innerstädtische Zonen eingeteilt ist. Mir gefällt das gut.
Zone eins (rot) ist im direkten Zentrum, da ist die Höchstparkdauer eine Stunde und der Preis ist mit 0,60€/Std. am höchsten. In der Zone zwei (gelb), die etwa dem inneren Cityrand entspricht, sind maximal zwei Stunden erlaubt und kosten 0,50€/Std. In der dritten Zone (grün) darf man straffrei drei Stunden stehen und zahlt 0,40€/Std.
Von dort zum Nabel der Stadt sind es ungefähr 15 Minuten zu Fuss. Der direkte Vergleich zu den grossen Städten in anderen Ländern hinkt sicherlich, aber für mittlere Städte – Podgorica hat ca 160.000 Einwohner – könnte das durchaus ein Vorbild sein.
Parkscheiben sind hier ebenso unbekannt wie Parkautomaten. Dafür schickt man eine SMS  an die Telefonnummer, die auf dem jeweiligen Schild angegeben ist und gibt als Text lediglich seine Autonummer ein. Kommt jemand von der LalüLaLa & Co. vorbei, um zu kontrollieren, so zieht er sein handliches Apparätchen aus der Tasche und gibt die Autonummer ein. Im Nu ist der ordentliche Mann über den Parkstatus im Bild. Auf den Schildern ist zwar auch die Möglichkeit angezeigt, mit Parkkupons zu zahlen – nur, wo die haben sind, konnte mir noch niemand beantworten.
Ungemein humorlos sind die städtischen Kontrolleure allerdings, wenn jemand einfach seine Karre ohne zu zahlen abparkt.

Dann kommt der Abschleppwagen mindestens so flott wie in Frankfurt.

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5 Gedanken zu „Andere Länder andere Parkscheiben

  1. Das mit den Zonen gefällt mir gut. Die Preise sowieso. Aber so eine Staffelung macht sicher Sinn, dann würden vielleicht auch hier die Leute das Parkide nutzen. Aber naja.
    In Spanien sah ich mal ein System, dass Autofahrer tatsächlich dazu brachte, innerhalb der Ortschaft 50 kmh zu fahren. Am Ortseingang wurde die Geschwindigkeit gemessen, war diese zu hoch, schaltete eine etwa 200m entfernte Ampel automatisch auf Rot. Ich habe lange an solchen Ampeln gestanden. Rot haben nur „Ausländer“, also Ortsunkundige ausgelöst. Die Spanier dagegen fuhren mit angemessener Geschwindigkeit in den Ort.
    Verdient hat die Gemeinde, in finanzieller Hinsicht, daran natürlich nicht. Ich vermute, dass das der Grund ist, weswegen dieses System in Deutschland undekbar ist

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  2. Denk ich an Spanien, fallen mir vorrangig zwei Dinge (Getränke) ein: Quarenta y Tres und Carlos I. // Die Spanier in deinem Beispiel kannten sicherlich die „Stelle“ und haben danach erst richtig Gas gegeben, um flott über die Kreuzung zu rauschen 😉

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  3. Du wirst lachen, sowas gabs in Deutschland auch. Nämlich in Gladenbach auf der Bundesstraße von Herborn nach Marburg. Und ich überlege grad, wo ich letzte Woche war, wo sie auch sowas hatten. Vesoul, glaube ich. (Ist aber Frankreich, keine Sorge.)

    Hier werden die Parkscheiben gerade auf das deutsche Modell umgestellt; bisher hatten sie eins, das nicht nur die Ankunftszeit anzeigte, sondern auch, bis wann man wieder weg sein mußte. Parken kostet hier in der Kleinstadt, aber auch nur in der Innenstadt, 20ct je 20 Minuten.

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