Schwarze Berge

Wetter? – kein Kommentar an dieser Stelle…

Viel Wissen getankt. Weiss ich jetzt wirklich mehr? Im Gegensatz zum derzeitigen Himmel ist meine Sicht jetzt zumindest etwas klarer. Zum tieferen Verständnis wird es allerdings noch einige Zeit brauchen. Als ersten Schritt habe ich dazu das Buch Realm of the Black Mountain – A History of Montenegro von Elizabeth Roberts gelesen. Der historische Bogen spannt sich von den vorslawischen Zeiten bis in die jüngste Vergangenheit der Selbstständigkeit im Jahr 2006. Solide recherchiert. Mit einer brauchbaren Bibliografie, Stammbäumen, Karten und einem Register. Ein historisches Fachbuch, wie man sich das als historisch Interessierter wünscht.
Und dennoch braucht es zum Verständnis der Verhältnisse in den Ländern des vormaligen Jugoslawien mehr. Ein schier unüberschaubar verzwicktes Gewirr von Interessen- und Glaubenskonflikten, Klein- und Kleinstkriegen und dadurch ständig wechselnden Koalitionen. Stetige Migrationen erzwungen durch Verfolgungen und Vertreibungen bis hin zu versuchten Völkermorden. Nationale, ethnische und religiöse Konflikte scheinen seit den ältesten Zeiten bis in unsere Gegenwart nicht zu enden.
Wenn man beginnt, sich in diese Geschichte einzuarbeiten, bemerkt man schnell, wie wenig informiert man als durchschnittlicher Mitteleuropäer ist. Der Balkan ist seit zwei Jahrtausenden im Fokus „europäischer“ Interessen. Die durchaus unterschiedlichen Interessen nahmen im 19. Jhdt deutlich zu und besonders seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird da von West- und Mitteleuropa gemauschelt und geschachert, dass es seine Art hat. So erklärt sich dann das (Halb-)Wissen, das wir über den Balkan seit Jahren von den Medien vorgesetzt bekommen, und das sich dann in Halbwissen und den häufig daraus resultierenden Vorurteilen äussert.
Es lohnt sich genauer hinzuschauen, denn die Länder hier haben mehr zu bieten als fanatische Wirrköpfe, die immer wieder von neuem die Menschen für ihre Interessen eingespannt und gegeneinander aufgehetzt haben.
Eine reiche Kulturgeschichte und eine ungeheure Diversität in vielen Lebensbereichen sind beeindruckend und sprechen für sich. Eine interessante Web-Seite für fundiertere Informationen (auch für Reisende) für Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Serbien bietet die ESI (European Stability Initiative) an.
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