Mit Arno Schmidt beim Erdbeerkuchen

E-Books sind eine feine Sache und die kurzen Geschichten von Arno Schmidt ganz besonders…


Mich begeistern die kleineren Arbeiten von Arno Schmidt, die er für Zeitschriften und den Rundfunk geschrieben hat, auch nach Jahrzehnten noch immer und immer wieder. Komprimiert und mit viel Witz werden da scheinbar alltägliche Situationen auf wenigen Seiten vielfarbig und eloquent präsentiert. Die „Nachtprogramme“, das sind Radioessays, die er für den Rundfunk geschrieben hat, handeln von anderen, meist vergessenen Schriftstellern und sind in Dialogform verfasst. Dadurch habe ich manchen dieser vergessenen Autoren vergangener Zeiten für mich neu entdecken können und überhaupt allerhand dazugelernt.
In den von ihm oft beschriebenen alltäglichen Situationen scheint häufig seine eigene kleinbürgerliche Lebensweise durch. Das bringt ihn, der eher als Einsiedler in der Lüneburger Heide oder gar als Menschenfeind galt, menschlich näher. Zum Essen beispielsweise hatte er eine sonderbare Einstellung. In Gesellschaft konnte oder wollte er nicht essen. In manchen seiner Romane und den bisher veröffentlichten Briefwechseln sind da hin und wieder fast groteske Anekdoten zu lesen.
Apropos Essen. Zwischen der Dunkelkammer und dem Kaufladen von Frau Waas befindet sich ein Raum mit einem grossen Tisch und ganz verschiedenen Stühlen drumherum. Dort wird gegessen und getrunken und dort trifft man sich mit lieben Gästen.
Ist der sonntägliche Kuchen ein Zeichen von Kleinbürgerlichkeit? Angesichts der Erdbeerzeit ist diese Frage unerheblich.
Die Erdbeeren hier im Land sind so lecker und aromatisch, dass sie zur Zeit fast jeden Tag auf diesem Tisch stehen. Und weil Wochenende ist, wars Zeit für einen prima Erdbeerkuchen.
Wie gut, dass es hier keine chemisch aufbereiteten Tortenböden zu kaufen gibt, ich habe jedenfalls noch keine gesehen. Ein sorgfältig handgerührter und anschliessend fein ausgebackener Biskuitteig hat eine unschlagbare Konsistenz und ist geschmacklich mit der Massenware aus dem Regal ohnehin nicht zu vergleichen. Warum greifen eigentlich soviele Menschen ins Regal und verzichten auf den Genuss eines selbstgebackenen 1A-Biskuitbodens?
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7 Gedanken zu „Mit Arno Schmidt beim Erdbeerkuchen

  1. OH! MY! GOD!
    Die Frage nach Kleinbürgerlichkeit ist wirklich vollkommen unerheblich, solange es um Erdbeerkuchen geht. Wobei mir die Erdbeeren schon immer wichtiger waren als der Kuchen, was wohl daran liegen mag, dass ich selten in den Genuss eines handgerührten und ausgebackenen Biskuitteigs gekommen bin, das sind eher Kindheitserinnerungen.
    Ich hab neulich von ner Kollegin gehört, im Alten Land gäbs schon erste Erdbeeren, Dein Foto macht mich jetzt ganz wuschig..

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  2. Oh Mann! Jetzt will ich Erdbeeren! Frische! Aromatische! SOFORT!
    Tortenböden mache ich seit jeher selbst, nach dem Rezept der Oma, das ich von der Mama habe. Angesichts des kaputten Backofens stand ich letztens vor den fertigen Tortenböden und habe nachgedacht. Nur ganz kurz. Gibts halt keine Torte bis eine neue Röchre da ist.

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  3. Wie gemein, Kokosquarktaschen, Erdbeertorten und ich hab nur Mineralwasser und Möhren im Haus.
    Aber ich werde mich rächen, ich flieg demnächst eine Woche ins Schlemmerparadies.

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