Es war einmal

Vogelgezwitscher und Grillenzirpen – sonnig…

    (zum vergössern auf ein Foto klicken)

 

 

 

 

In dem kleinen Park nebenan ist es schattig und ein lindes Lüftchen sorgt für ein sehr angenehmes Klima. Früher, als das Land ein einziges Mal für einige Jahre in seiner langen Geschichte ein Königreich gewesen ist, war das der Schlosspark von König Nicola. Und darin steht eines seiner kleinen Schlösschen, denn Podgorica war damals keine Hauptstadt. Das war zu jener Zeit noch Centinje, eine schöne Kleinstadt, eine halbe Stunde von hier entfernt.
In dem schönen kleinen Bau befindet sich derzeit die Sammlung „Moderne Kunst“. Im Erdgeschoss und im ersten Stock. Im zweiten Stcok, also unter dem Dach sind die Geschenke versammelt und ausgestellt, die andere Staatsoberhäupter beim Besuch dieses Landes zurückliessen. Beim anschauen kam mir die Frage, was denn wohl in deutschen Asservatenkammern so alles lagern möge. Einzig ein Ausstellungsstück liefert keinen Hinweis auf den Schenker. Man weiss aber, von wem es mitgebracht worden ist. Das ist aber eine andere Geschichte.
In unmittelbarer Nähe des Schlösschens befindet sich, die Kapelle, die noch heute genutzt wird. Von der gab es hier im Blog schon einmal ein Foto. Zwischen dieser kleinen Kirche und dem Schloss steht ein überdachter runder Pavillon umgeben von einem mehrstufigen Halbrund. Da sitzen ab nachmittags bis in die Nacht Jugendliche; reden, rauchen, trinken ein Bierchen und amüsieren sich.
 
In Serbien wurde ein neuer Präsident gewählt. Entgegen aller Prognosen. Denn die sprachen allesamt für den bisherigen Amtsinhaber. Nun ist also wieder ein Mann mit grossserbischen Träumen am Ruder. Weder in der Europäischen Union noch bei den Ammis ist er gern gesehen. Sprach auch gleich davon, dass Serbien und dieses Land eigentlich eins seien. Auf die vernünftige Entscheidung der hiesigen politischen Führung, die Autonomie des Kosovo anzuerkennen und demnächst in Pristina eine diplomatische Vertretung zu eröffnen, reagierte er mit der Erklärung, dass der Kosovo serbisches Gebiet und keinesfalls ein autonomer Staat sei. So spricht er auch davon, dass in Srebrenica kein völkermordendes Massaker mit 7-8000 Männern und Jungen stattgefunden habe. Und die kroatische Stadt Vukovar sei eine serbische Stadt. Die Serben bilden dort zwar eine Minderheit, aber Männer wie er haben halt so ihre „Träume“.
Hier im Land gibt es eine orthodoxe Landeskirche. Und dann aus alten Zeiten die serbisch-orthodoxe. Dem serbisch orientierten Metropoliten gefällt das garnicht (um das mindeste zu sagen), dass man hier im Land seine Eigenständigkeit auch in dieser Hinsicht realisiert. In der kleinen Kirche nebenan im Park wird serbisch-orthodox gepredigt. In dem offenen Pavillon dahinter montenegrinisch-orthodox.
Bisher haben wir uns sonntags morgens immer am hellen Klang der Glocke erfreut. Neuerdings hat sich etwas verändert. Wenn im Pavillon dahinter der Pope spricht, wird vorne an der Kapelle die Glocke geläutet, was das Seil hergibt. Lange und zornig laut erschallt dann der Glockenschwall vom Turm.
Historischen Quellen zufolge lebten in Südosteuropa die Menschen verschiedener Religionen während langer Zeiten friedlich miteinander. Das war zu Zeiten der osmanischen Herrschaft.
Manchmal fällt einem sogar das wundern schwer.
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7 Gedanken zu „Es war einmal

  1. Ohne Popen, Päpste und den ganzen Firlefanz wäre das Leben wohl einfacher. Allerdings hätten wir dann auch keine Glocken (was in Bayern wieder ein Vorteil wäre, morgens um 6). Ach, das ist alles kompliziert obwohl es so einfach sein könnte. Einfach jeden glauben lassen was er will und sich nicht drum scheren was der andere glaubt. Wenn man denn unbedingt an was glauben will.

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  2. Oh nein! Geht das wieder los. Was Du über den neuen serbischen „starken Mann“ schreibst, ist besorgniserregend. Obwohl es mich nicht wundert. „Die Serben“ sind ziemlich , naja, nationalistisch. Ihre Brüder sind die Russen, die Bulgaren, glaube ich auch. Irgendso ein slawischer Mist. Wenn ich die manachmal reden hörre, stehen mir die Haare zu Berge. Weswegen ich da eigentlich nicht mehr hinhöre. Weswegen ich das mit dem neuen Mann auch nicht mitgekriegt habe. Der Balkan ist mal wieder schön weit weg gerückt.
    Und dass die Popen gleich wieder mit machen… wenn ich mir einige Russiche-Orthodoxe anschaue, wundert mich DAS nun auch wieder nicht. Aber es macht mich wütend.

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  3. Glauben tut ja jeder Mensch an irgendwen oder -was. Bleibt die Frage, was draus gemacht wird. Die Unternehmen in Glaubensfragen haben da natürlich ihre ganz eigenen Interessen, die mit denen Glaubender nix zu tun haben muss. Manche Versicherung beneidet diese Institutionen um ihre Kundenbindung von der Wiege bis zur Bahre. Mal abwarten, bis wann man bei einem Hedgefonds auf steigende oder fallende Mitgliederzahlen wetten kann.

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  4. Byzanz respektive die Orthos waren von Anfang an die einzigen, die Rom widersprochen haben. Ob standhaft oder dickschädelig sei dahingestellt. Offensichtlich haben sie sich etwas davon bewahrt. Und politisch sind Kirchen auch bei uns. Laizismus hin oder her…

    Rechtschreibefehler machen nix, solange man den Sinn verstehen kann 😉
    Ist eh alles eine Dudenerfindung.

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  5. Süsser die Glocken nie klingen !
    Ich könnte ein Liedchen davon singen. Aufgewachsen am Fuße der Stadtkirche einer südhessischen Möchtegernmetropole und mittlerweile im Regenwald aktuell von 3 (drei!) Kirchen umgeben, die um die Wette glöckeln. Und JA, auch schonmal um 6 Uhr morgens. Das ist nicht nur in Bayern so.

    *dingdongdingdongdingdongdingdongdongelong* 😉

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  6. ich habe das kleine Glöckchen wirklich gerne gehört – ihr zartes dingdingdingdindging… nix dong und Echo drei Strassen weit. Aber jetzt wird sie leider auf zornig und laut gestimmt…aarrgghh

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