Penthouse in einmaliger Lage von vierköpfiger Familie besetzt

Rudi Stephan. Kennt niemand mehr?…

Zuerst hörte ich nur das Geklapper. Auf den Rheinwiesen an einen Altrheinarm sind seit einigen Jahren wieder Störche heimisch geworden. Die meisten Nester im näheren Umkreis kenne ich. Normalerweise kommen die Störche nicht so nahe ans Dorf. Müssen also ordentlich Nahrung suchen für die Jungen. Die müssten jetzt doch schon fast flügge sein. Aber wieso dieses aufgeregte Klappern. Ich suchte die Wiesen ab, denn beim Fliegen wird klappert nichts. Und auf der Suche nach Fressbarem gehts normalerweise sehr still zu. Trotzdem, er muss doch irgendwo hier sein.
Dann sah ich den Storch hoch oben quer über mir. Und staunte. Das Nest ist auf dem Ausleger eines Hochspannungsmastes. Vorm Abendmahl sollten die Jungen offenbar noch Starts und Landungen üben. Die Alten machtens vor. Ein Elternteil startete und der andere landete. Die lieben Jungen haben sich natürlich ganz oben auf dem Dachgarten postiert – wie Kinder halt so sind. Das Kleine auf dem linken Ausleger schaute interessiert den beiden Alten zu, ohne jedoch eigene Versuche anzustellen. Der Jungvogel auf dem rechten schaute in die andere Richtung und klapperte sich dabei den Schnabel heiss. Und wieder hatte ich kein Tele dabei. Das hat aber immerhin den Vorteil, euch die ganze Familie vorzustellen zu können.

Rudi Stephan war die grosse Hoffnung der klassischen Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 1887 in Worms geboren, galt er als hoffnungsvolles Talent. Er studierte Komposition und seine ersten Werke wurden von der Kritik gefeiert. Als ihn 1915 im Alter von 28 Jahren an der Front in Galizien eine Kugel traf, hatte er lediglich wenige Werke komponiert. Seine „Musik für Orchester“ wurde erst 2005 vom Melbourne Symphony Orchestra auf CD eingespielt.
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5 Gedanken zu „Penthouse in einmaliger Lage von vierköpfiger Familie besetzt

  1. Danke für das Kompliment und: Nein, denn ich hatte noch andere Motive im Visier, da ich mein neues Stativ antesten wollte.
    Was der Komponist mit den Störchen zu tun hat? Seine Musik lief, als den Post schrieb. Ich finde es bedauernswert, wieviele junge Künstler im 1914er Krieg ihr Leben verloren – Rudi Stephan, Georg Trakl, Franz Marc – um nur mal drei Kunstrichtungen zu nennen

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  2. Ah, verstehe. Und Du hast freilich Recht, was den 1941er Krieg betrifft. Von den meisten blieben nicht mal Gedichte, Musik oder Bilder und somit dürfte auch die Erinnerung an sie gestorben sein. Mit dem Ableben der Menschen, die sie noch persönlich kannten.
    Im Gegensatz zu Rudi Stephan hätte ich Trakl und Marc aber gekannt.

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