Die Altstadt von Dubrovnik

Das muss sein zur Erholung: Schön sein – Die Toten Hosen…

Die Einladung nach Dubrovnik kommt gelegen. Ein Freund sagt, dass zwei Stunden für die Stadt ausreichen würden. Ansichten können durchaus unterschiedlich sein. Andererseits ist eine Stadtbegehung bei über 30° im Schatten schon eine Herausforderung.

Da die Strassen hier im Land in diesen Wochen hoffnungslos vollgestopft sind, entscheiden wir uns für die Strecke über Bosnien-Herzegowina. Genauer die Republika Srpska. Vorurteile werden im Keim erstickt. Die Strecke führt durch verlassene Gebirgslandschaften von manchmal atemberaubender Schönheit. Es müssen Kindheitserinnerungen sein, denn der erste Anblick des Meeres wirkt noch immer.

    (zum vergrössern ein Foto anklicken)
 
Nach der Bombardierung 1991 durch serbische und montenegrinische Armeeeinheiten wurde viel Geld investiert, doch noch immer sind Schäden zu beseitigen und manche der engen Gassen gesperrt.
 
 
Die Altstadt ist proppenvoll von Menschen. Die Massen schieben sich durch die Hauptstrassen. Dadurch kann man sich die etwas abgelegenen, engen Seitenstrassen in Ruhe ansehen.

 

 

 

Vorwiegend ältere Menschen sitzen zusammen vor ihren Wohnungen. Die Tische vor den kleinen Restaurants sind eingedeckt. Vorbeigehende werden angesprochen. Trotz des geschäftigen Treibens rund um die Hauptstrasse scheint hier nichts los zu sein. Rucksackreisende hier und da auf der Suche nach dem im Voraus reservierten Privatzimmer. Wir essen eine Kleinigkeit und beschliessen, mit der Seilbahn auf die Bergkette über der Stadt zu fahren.

 

Oben ist die alte Festung aus Napoleons Zeiten zu einem Museum ausgebaut, in dem die Zerstörung der Altstadt Dubrovniks sehr eindrücklich dargestellt ist. Die taktisch geplante Zerstörung eines Weltkulturerbes. Drohgebärden um ein „Reich“ aufzubauen. Historische „Beweise“, für die es keine gesicherte Quellenlage gibt. Mythos statt Realität. Das kennt man als Deutscher aus der eigenen Geschichte. Dubrovnik war ohne Verteidigungseinrichtungen, eine kroatische Armee gab es zum Zeitpunkt des Überfalls noch nicht. Damit hatte ohnehin niemand gerechnet – Weltkulturerbe. Die Leiden der Zivilbevölkerung. Knapp 1000 freiwillige Verteidiger gegen über 10000 Aggressoren. Die Einkesselung und Belagerung der Stadt. Aber die Bevölkerung von Dubrovnik hat standgehalten. Wer das Foto genau ansieht, wird auf dem Hang Kreuze derer sehen, die die Verteidigung ihrer Stadt mit ihrem meist jungen Leben bezahlt haben. Die Galle läuft einem über, wenn man den Kontext berücksichtigt, in dem das alles geschehen ist. Da bietet auch der wunderschöne Sonnenuntergang über den elaphitischen Inseln nur einen schwachen Trost.
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7 Gedanken zu „Die Altstadt von Dubrovnik

  1. Die deutsche Städtepartnerschaft besteht seit 2001 mit Bad Homburg (sinnigerweise?). Merkwürdig, da im eigenen Land, ist auch die Partnerschaft mit Vukovar im Osten Kroatiens. Diese Stadt wurde zwischen 1991-1995 weitgehend zerstört. Was dann ja wiederum Sinn macht.

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  2. Städtepartnerschaften im eigenen Land, das kennt man in Frankreich auch. Wozu auch immer das gut sein soll. Ebenso seltsam: ein Schüleraustausch mit einer anderen Schule der gleichen Region…

    Schade, Dresden-Dubrovnik klingt schon gut.

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  3. Hui, das muss ein interessanter Ausflug gewesen sein. In Dubrovnik war ich in meinen Jugendzeiten (81/82), also weit vor dem Bürgerkrieg, in einer Zeit in der noch fast überall Tito Bilder zu bewundern waren. Es war eine der schönsten Städte die mir in Erinnerung geblieben sind und ich bin schon lange am überlegen, mir vor Ort anzusehen was von der Perle des Mittelmeeres noch übrig ist.
    Allerdings wenn ich die heutigen Preise in meiner damaligen Unterkunft (Dubrovnik Palace) sehe, werde ich da noch einiges für sparen müssen.
    Stinkt der alte Hafen eigentlich immer noch so extrem wie vor 30 Jahren? *g*

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  4. Geld stinkt nicht… äääh der Hafen ist eine Oase frischer Luft gewesen. Die Stadt allerdings teuer. Plakate von Tito waren keine zu sehen. Die Restaurierung der beschädigten Gebäude ist toll gemacht. Die Altstadt ist einen Rundgang allemal wert.

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  5. Der Anblick von oben ist fantastisch, ich weiß gar nicht ob es damals schon eine Seilbahn gab, an Bilder von Tito und viele Touristen kann ich mich aber noch sehr gut erinnern. Wir hatten leider auch nur knapp zwei Stunden für die Stadt, dann fuhr das Boot wieder zurück. Ich merke immer mehr, ich muss da noch mal hin. Erinnerungen hautnah auffrischen.

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