Gegen Abend am Fluss

Eigentlich ein ganz normaler Sommernachmittag…

   (wie gehabt – wer anklickt, sieht die Fotos grösser)

 

Niederschmetternd sind allerdings die Nachrichten aus dem Durmitor. 400ha unersetzlicher Waldgebiete sind in wenigen Tagen abgebrannt. Hoffentich lässt dieser starke Wind bald nach…
Hier ist soweit jedoch alles ruhig.
Da verspricht der Anruf von Frau Waas eine willkommende Abwechslung. Wir könnten doch. Können wir.
Die Cijevna ist einer sechs Flüsse der Stadt. Freunde haben auch Lust. Raus aus der Stadt und zwanzig Minuten über Land. An gut zugänglichen Stellen sind die kieselsteinigen Ufer überbevölkert. Wir fahren weiter flussaufwärts und erreichen bald eine schöne Stelle am Fluss. An dem breiten einladenden Strand vergnügen sich nur einige wenige Menschen.
Kamera, Badesachen und eine Flasche gekühlten, fruchtigen mazedonischen Rosé haben wir dabei.
Der Wasserstand ist schon ziemlich niedrig.
Der Korken der Flasche ist gleich aufgezogen. Wer Lust hat sich abzukühlen, taucht im kristallklaren Wasser unter.
Ich nehme die Kamera und setze mich ans Ufer. Beobachte die Bewegungen des fliessenden Wassers. Meine Gedanken beginnen zu schweifen. Einmal war ich in Kyoto im Ryoanji-Garten, einem sehr berühmten Zen-Garten in Japan. Dort habe ich versucht, von allen möglichen Positionen aus, die fünfzehn gesetzten Steine gleichzeitig zu sehen. Der Mönch, der ihn gestaltete, hat dreissig Jahre darauf verwendet, dass man immer nur vierzehn Steine gleichzeitig sehen kann. Ich erinnere mich an den Eintrag in einem befreundeten Blog, der über einen merk-würdigen Besuch in einem buddhistischen Kloster im Odenwald berichtet.
 

 

Irgendwie kommt mir Frankfurt ins Gedankennetz. Goethe. Johann Wolfgang von; auch ein Frankfurter. Er gab zwar dem Mosel vor dem Äppler den Vorzug, blieb aber sein Leben lang ein Freund der „grie Soss“…
 
Wasser, es fließe nur!

 

Fließet es von Natur

 

Felsenab durch die Flur,

 

Zieht es auf seine Spur

 

Menschen und Vieh.

 

Fische, sie wimmeln da,

 

Vögel, sie himmeln da,

 

Ihr‘ ist die Flut,

 

Die unbeständige,

 

Stürmisch lebendige,

 

Daß der Verständige

 

Manchmal sie bändige,

 

Finden wir gut.
Aus seiner „Pandora“ ist das. Liest man die Strophe rhythmisch im antiken Versmass des Anapäst kommt man selbst leicht in eine schwingende, fliessende Bewegung.
Die Zeit bleibt stehen für einen Moment. Aber bei aller Magie – was kümmerts das Fröschlein, das sich in den letzten Strahlen der Abendsonne erwärmt.
 
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6 Gedanken zu „Gegen Abend am Fluss

  1. Das ist ein traumhaft schönes Fleckchen Erde da. Und Deine Bilder sind genauso traumhaft schön. Und die Verse des Herrn Goethe versetzen mich in eine traumhafte Stimmung. Das kann ein Tag werden…

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  2. Das hoffen hier (fast?) alle. Die kleineren lokalen Brände sind schnell unter Kontrolle oder ganz gelöscht. Aber oben im Gebirge ist die Situation offenbar dramatisch. Da gibts unwiederbringliche Schätze an Pflanzen und Tieren.

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