Interessante Orte in Frankfurt – eine Empfehlung

Und wenn der Himmel noch so blau daherkommt…

      (Foto anklicken und gross gugge)
Der heutige Post kann gerne als Empfehlungsliste für einen runden und lehrreichen Frankfurter Tag gelesen werden.
In der Marktstubb im ersten Stock der Kleinmarkthalle schmeckts wie eh und je. Handfest und gut. Preiswert sind die Gerichte obendrein. Der erste Süsse wirkt auch bald, wir sind alle gut drauf. Gegen Abend bemerkt Frau Waas den Verlust ihres Lieblingsschals. Da ist eine Runde telefonieren angesagt. Am Ende taucht er zum Glück wieder auf und am nächsten Tag sind wir sowieso ganz in der Nähe. Denn wir wollen ein besonderes Museum besuchen.
Im Jüdischen Museum läuft die empfehlenswerte Ausstellung „Gegen den Strom“. Darin wird an Menschen mit Zivilcourage und Rückgrat erinnert. Menschen, die sich trotz der braunen Barbarei ihre Menschlichkeit bewahrten und verfolgten jüdischen Mitmenschen geholfen haben. Die Gründe waren vielfältig. Freunde, Nachbarn oder Kollegen, die über Nacht zu Feinden erklärt worden sind, wollte man nicht in ihren grausamen Schicksalen alleine lassen.
Für mich war interessant, dass auch aus braunen Institutionen heraus Menschen unter Gefahr für das eigene Leben versuchten zu helfen.
Die Ausstellung präsentiert Fotos und Zeugnisse multimedial und vermittelt dadurch beeindruckend den alltäglichen Widerstand von Menschen, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind.
Der Mut und die Risikobereitschaft dieser Menschen kann uns gerade auch heute noch Vorbild sein und Mut machen. Wer weiss, wie lange wir noch das Glück haben werden, in relativer Freiheit zu leben. Auch damals drehte sich der Wind ziemlich rasch und der anschliessende Sturm brachte ein Leid vorher nie gekannten Ausmasses über unzählige Menschen.
Nach der eindrücklichen Ausstellung solls in ein Café gehen. Das Café Laumer in der Bockenheimer Landstrasse hat eine eindrucksvolle Geschichte und trägt den Namen „Grand Café Laumer“ seit 1919. Mitten im Westend gelegen und die Nähe zur Universität zogen schon vor Jahrzehnten Frankfurter Geistesgrössen an. T.W. Adorno z.B. war einer der zahlreichen Stammgäste im Laumer.
Im Internet kommt das Café auf den einschlägigen Seiten erstaunlich schlecht weg. Abgeraten wird vom Besuch wegen des überaus unfreundlichen Personals. Das wundert mich ein wenig, also gehen wir hin, um uns selbst zu überzeugen. Gleich vorweg: die Mitarbeiter waren sehr zuvorkommend und die etwas antiquiert gediegene Atmosphäre lässt einen den Trubel rundum schnell vergessen. Die Auswahl an Kuchen und Torten ist schlichtweg exquisit. Die Champagnercremetorte ist der Kracher schlechthin.
Abends haben wir dann bei „Weida – im Blauen Bock“ unseren Antrittsbesuch abgestattet. Handkäs, Grie Soss, Süsser und einen Bembel, das volle Programm also. Die Wirtschaft ist gut besetzt. Wir finden den letzten freien Tisch im bis dahin abgetrennten Nebenraum. Etwas heller ists geworden durch den offenen Nebenraum. Dafür müssen Raucher jetzt auf die Strasse. Die Speisekarte ist in etwa die gewohnte geblieben und die Preise sind kaum erhöht worden – wo gibts das heute noch? Die Wirtsleute sind freundlich und das Ambiente hat sich glücklicherweise kaum verändert. Ich wünsche Ihnen, dass ihre Wirtschaft weiterhin so gut besucht sein wird wie gestern Abend. Dass wir gut gegessen und getrunken und uns sehr wohl gefühlt haben, versteht sich. Derweil wird die Survival-Ausrüstung für den Regenwald gepackt. Von dort, nehme ich an, wird dann Interessantes zu berichten sein.

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5 Gedanken zu „Interessante Orte in Frankfurt – eine Empfehlung

  1. Die Marktstubb würd mich auch derbe reizen, lauter Spezialitäten die ich nicht kenne, an solchen Orten kann ich mich sehr lange aufhalten *g* Das Schampustörtchen sieht auch ziemlich lecker aus, trotzdem hätt ich wohl den Apfelkuchen vorgezogen.

    Und was dieses hier angeht: „Der Mut und die Risikobereitschaft dieser Menschen kann uns gerade auch heute noch Vorbild sein und Mut machen.“
    Ja, das sollte es. Ist auch bitter nötig, weil sehr viele Leute anscheinend wieder vergessen haben, was dieses braune Pack anrichtet sobald man ihm die Chance dazu gibt. Als ganz besonders vergesslich erweisen sich gerade wieder Politiker und Funktionäre, wobei ich mich immer noch frage wie man über 60 Millionen Tote vergessen kann.

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  2. Schliesse mich Zaphod an – das Thema kann man nicht oft genug wiederholen. Insbesondere, da die Rechten neue Stilmittel gefunden haben, um Applaus einzusammeln…

    Übrigens: Nach Besichtigung der ganzen Fotos der letzten Artikel glaube ich zu wissen, in welchem Hotel der Herr Ärmel logiert… es fängt mit „M“ an und liegt mitten in Europa. Gell? 😉

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