Neulich samstags im Regenwald

Wann wirds denn nun endlich regnen? – verwirrend blauer Himmel…

    (Klick aufs Foto öffnet die Galerie)

Kurz nach Morgengrauen holt mich Herr Hippolyte zu einem kleinen Frühstück in der lieblichen Innenstadt ab, um mir anschliessend ausgewählte Sehenswürdigkeiten zu zeigen und zu erklären. Die anderen Blogger bedürfen derweil schlafend noch einige Stündchen zur Pflege ihres ohnehin exzellenten Aussehens.
Für das Mittagsmahl sorgt Maitre Hippolyte. Wir werden gut bewirtet, ihn unterstützt seine freundliche Gattin. Westfälisch gediegen schmeckt der Tafelspitz in Zwiebelsosse. Dazu Klösse und Rotkohl. Ein milder Roter rundet den Genuss aufs Beste ab. Die Creme Bruleé zum Dessert ist schlicht ein Kracher. Hier lässt es sich gut aushalten und leben.
Wir müssen jedoch nach Auskunft der liebenswürdigen Eingeborenen hurtig die nähere Umgebung erkunden, da der Wetterbericht Unwetter ankündigt. Noch ist der graue Vorhang zurückgezogen. Wunderschöne Wolkenbilder. Unser Ziel heisst Engelbertstuhl. Vier in Ehren ergrauende Herren mit einer Bonanza an hochwertigen fotografischen Geräten schlagen sich durch undurchdringlich scheinendes Gehölz. Verwunschen dunkle Wälder, schroffe Abhänge, seltene Blumen und Pilze, Reste von Burganlagen, anregende Gespräche, Auslöserklicken…Hügel, Hänge, Schluchten. Täler. Die Schieferdächer verschlafener Nester. Verwinkelt versteckte Weiler. Tief unter uns fliesst ruhig die Lenne, von den Eingeborenen liebevoll der Amazonas des (hiesigen) Regenwaldes genannt.
Nach einigen Stunden Erkundung haben wir genug der sauberen Luft. Wir entschliessen uns auf dem Rückweg kurz bei Rock´n´Rolf vorbeizuschauen. Eine weitere überaus nette Begegnung. Ein Menschenkenner offensichtlich. Er sieht uns die Wirkung des kalten Windes an und eilt, uns seinen edlen selbst zubereiteten Aufgesetzten aus Schlehen zu kredenzen. (Gedankt sei ihm nochmals für seine rückhalt- und rückstandslose Gastfreundschaft). Wohltuend  die Lebensgeister durch das Schlehenelixier befeuernd, bereiten wir uns auf die Gestaltung des Abends vor.
Der Dorfscheff hat auf seine exklusive Terasse geladen (ritzenzugig aber eben deswegen vorzüglich geheizt!). Eine beeindruckend stattliche Erscheinung mit sehr grossem Herzem und scheinbar unerschöpflichem Wissen und Humor (woll!). Eine unwiderstehliche Melange. Der Mann trägt seinen Namen mit vollem Recht. Ebenso das kredenzte Bier und die Weihnachtsplätzchen, auch das eine extraordinäre (westfälische?) Mixtur. Der Mann ist rumgekommen in der Welt und auf unnachahmliche Art nonchalant lässt er uns an seinen Erlebnissen teilhaben. Bald ist klar, dass diese Nacht eine der längeren werden wird. In der illustren Runde versiegt der Gesprächsfluss in keiner Minute. Welch ein Ambiente. Wer hat diese Landschaft um alles in der Welt nur Sauerland genannt? Derjenige kann selbst nie hier gewesen sein.
Als wir uns im Morgengrauen verabschieden ist es ausgemacht, dass wir uns in einigen Stunden wieder treffen werden. Und sei es, um Hackfleischgewürze auszutauschen. Wen scherts, dass es inzwischen draussen still vor sich hin regnet, das ist hier halt so, woll!
(wird fortgesetzt – bis dahin sind weitere Fotos beim Pappenheimer (aka Prof. Pentax) und Insiderberichte bei Zaphod BeebleBlox zu geniessen. Der Link zu Herrn Hippolyte steht schon oben)

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17 Gedanken zu „Neulich samstags im Regenwald

  1. Ja, das ist schon ein unglaubliches Völkchen dort. Hat mich vom ersten Augenblick an gefangen genommen. Meine Hippie-Oase, einerseits unglaublich anstrengend, andererseits wieder sehr entspannend. Ich habe jedenfalls selten so viele wahnsinnig gastfreundliche, herzliche und faszinierende Menschen auf einem Fleck kennengelernt, für mich ist das in den letzten Jahren beinahe so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Ein paar mal im Jahr brauche ich dieses Ambiente, das Du so schön beschrieben hast, sonst würde mir etwas fehlen.

    Ein bis zwei Urlaubstage zur Erholung sind im Anschluss aber nie verkehrt, jedenfalls bei vollem Programm *g*

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  2. Na nicht zu viel des Lobes 😉
    Dieses kann nämlich nur zurückgegeben werden. War eine sehr schöne Runde mit äußerst angenehmen Menschen, die leider viel zu schnell endete. Aber so ist das wohl mit allen schönen Sachen im Leben, gelle.
    Die schreit auf jeden Fall nach einer Wiederholung 😉

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  3. Bei soviel Lob wird man ja ganz schamrötig im Gesicht. *fg*
    Danke dafür ! Auch meinerseits empfand ich es als äußerst angenehm. Ist immer wieder schön, liebenswerte Menschen kennenzulernen.
    BTW… kaum ist der Herr Ärmel weg, bricht hier strahlender Sonnenschein aus.
    Ein Schelm, wer arges dabei denkt… 😉

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  4. War schön mit euch!
    Ich habe mich leider nicht von Herrn Aermel so richtig verabschieden können.
    Schade!
    Es heißt ja, man trifft sich immer 2 mal im Leben.
    Wollen wir mal hoffen, dass es klappt!

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  5. Na, nu geht das ja, endlich, kam mir schon vor, als hätte ich die Krätze. Ausgeschlossen, ein MOF. Jetzt hab ich mich auf die alten Tage doch noch unter den Schutzmantel von Mutter Google begeben müssen …

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  6. achja… werte inchtomania:
    wer eine Wanderung durchs wilde Rumänistan wohlbehalten überlebt, dem kann der südwestfälische Regenwald mitnichten was anhaben. Aber sowas von garnich…

    Woll ? ;-)))

    Falls Du also mal in der Nähe sein solltest… wir sollen ja angeblich sehr gastfreundlich sein.
    Und ein Geografiekurs ist immer drin. *g*

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