Goldener Oktoberabend in Frankfurt

Das ist er wieder – der goldene Oktober…

     (Foto anklicken und gross gugge)

 
Wir sind um 17:30 verabredet. Frankfurt, Katharinenkirche am Eingang. Ich bin früher da und habe noch ein kleines Weilchen Zeit. Den Herrn im hellen halblangen Mantel sehe ich im feierabendlichen Gewimmel noch nicht. Gute Zeit, um mit dem lange ersehnten Weitwinkel am Jumeirah einige Proben zu versuchen.
Jedes Objektiv bietet seine eigenen Herausforderungen. Beim Weitwinkel sind es die perspektivischen Linien. Kaum kippt man die Kamera ein wenig zu weit aus den Achsen, können die Linien merkwürdig wirken. Aus diesem Grund rotieren Weitwinkelobjektive auf dem Markt für gebrauchtes Fotozeuchs recht schnell. Viele Anwender kriegen das Objektiv gestalterisch offenbar nur schwer in den Griff. Andererseits bieten sich gerade dadurch natürlich mannigfaltige kompositorische Möglichkeiten.
Viel wichtiger als das halbe Stündchen zum testen ist mir allerdings unsere Verabredung, auf die ich mich seit einiger Zeit bereits freue.
Ich stelle fest, dass die Kirche zwei Portale hat und wähle sinnigerweise die Ecke aus, um beide Eingänge im Blick zu haben. Einen Herrn im hellen Mantel sehe ich leider nicht. Dafür kommt nach einigen Minuten ein gutaussehender Herr im dunklen Mantel auf mich zu (irgendwas muss ich da falsch verstanden haben); tschuldigung, sind Sie vielleicht Herr Ärmel? Dann müssen Sie Herr Hackentrick sein?
Wir überlegen kurz und Herr Hackentrick schlägt den Klosterhof für den weiteren Abend vor. Vorschlag angenommen. Wir haben viel zu sprechen, zu reden und zu erzählen. So lernen sich Menschen kennen.
Ich möchte die Menschen, deren Blogs ich verfolge, gerne im wirklichen Leben begegnen. Blogs haben zwar eine Kommentarfunktion, da werden aber bestenfalls einige Sätze ausgetauscht. Welcher Mensch aber verbirgt sich hinter seinen Texten und Fotos? Diesen Fragen nachzugehen, finde ich zunehmend spannender. Ich verbringe viel Zeit in virtuellen Welten, darüber möchte ich jedoch die Wirklichkeit nicht aus den Augen verlieren. Was sind hunderte „Freunde“ in sogenannten sozialen Netzwerken gegen eine einzige wirkliche menschliche Begegnung, bei der man miteinander sprechen, sich dabei in die Augen sehen und sich kennenlernen kann?
Die Bandbreite unserer Themen ist breit gefächert. Das Gespräch fliesst wie von selbst. Ein Wort gibt das andere. Zuhören, lernen, erkennen: diese Momente machen das Leben lebenswert.
Herr Hackentrick, ich danke Ihnen für den interessanten wenn auch viel zu kurzen Abend und hoffe, wir werden uns bald wieder begegnen.
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12 Gedanken zu „Goldener Oktoberabend in Frankfurt

  1. Hach… soooviel Bedong alleweil. Man sollte alles grün anmalen ! *g* (Geile Foddos, really!)

    Aber mal im Ernst, die Bezeichnung „Freunde“ im Fratzbuch ist mich schon von Beginn an zuwider. Gut, daß ich mit dem Verein nix am Hut habe.
    Eine Seuche der Moderne !
    Irgendwann wissen die Kids nicht mehr, was echte menschliche Nähe bedeutet.

    @Hippo: ich nutze ja auch die Interaktion via Indernetz recht häufig, vergesse aber nie, daß hinter den Bits & Bytes reale Menschen sitzen.

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  2. Das ist ja eine regelrechte Blogger(in Echt!)kennenlerntour, schön wenn das so von Erfolg gekrönt ist.
    Mit den kompositorischen Möglichkeiten meines Ultraweitwinkels habe ich mich noch nicht mal im Ansatz beschäftigt, ich warte einfach bis Du mir noch ein paar nette Beispiele an die Hand gibst 🙂

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  3. Mit der Kommunikation beim bloggen (und in Foren, Chats etc.) werde ich mich nun noch intensiver beschäftigen. Und die Unterschiede zur wirklichen Welt.
    Ultraweitwinkel ist ein 9mm bei Olympus leider nur 18mm (CropFaktor 2 bei FourThirds). Aber ich werde dir sicherlich einiges liefern 😉
    btw: wir haben beide den gleichen Turm bei der Ruine fotografiert und gepostet, da kann man einen kleinen Unterschied schon sehen 😉

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  4. Ja, Mensch, ich gebe Zaphod Recht, eine echte Bloggerrunde. Ich habe schon oft Menschen getroffen, die ich aus dem Internet kennen und bis auf einmal (das war aber vorhersehbar) nur gute Erfahrung gemacht. Es ist immer wieder spannend. Und manchmal entwickeln sich so Freundschaften, in echt, meine ich.

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  5. Genauso sehe ich das auch – man muss die virtuelle Welt verlassen und zu den Menschen gehen. Und vorher auf die innere Stimme hören. Tue ich und es hat sich bisher jedesmal bestätigt, dass sie die Wahrheit spricht.

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  6. Danke, Herr Ärmel… auch ich fand den Abend kurzweilig, äusserst interessant und wiederholenswert! So ist das halt, wenn Menschen aufeinandertreffen, die offen und neugierig sind 🙂

    Übrigens tolle Bilder vom Jumeirah – so deutlich habe ich die Struktur des Hotelgebäudes noch nicht gesehen. Die Fotos arbeiten genau den Effekt heraus, den der Architekt erzielen wollte!

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