Müller auf dem Rhein. Rheinmüller? – Schiffsmühle!

Ein traumhafter Herbsttag…
      (Foto anklicken und gross gugge)
Ich will den Tag nutzen, um Herrn Zaphod Beebleblox einiges an weitwinkligem Anschauungsmaterial zu liefern. Der alte Bahnhof, bzw. das Gelände, auf dem wir als Kinder regelmässig von den Eisenbahnern vertrieben worden sind, liegt ziemlich verlassen und heruntergekommen da. Ein feines Gelände ist das. Als ich dort fertig bin, überfällt mich ein kreativer Schub und ich fahre in ein Nachbardorf am Rhein.
Dort ist die Sensation, über man seit einigen Jahren spricht, inzwischen Wirklichkeit geworden. Denn seit langem arbeiten Leute beharrlich daran, eine Schiffsmühle zu restaurieren und neu aufzubauen. In Ginsheim arbeitete bis 1934 die letzte Schiffsmühle auf dem Rhein. Diese Sonderform einer Getreidemühle wurde dort installiert, wo weder der Wind ausreichte noch die üblichen kleinen Fliessgewässer vorhanden waren, um Mühlräder anzutreiben. Zuerst im Altrhein verankert, lagen nach der grossen Rheinbegradigung (ca. 1850-1880) bis zu 20 Schiffsmühlen vertäut hier im Fluss.
Die Geschichte ist simpel: ortsansässige Investoren liessen eine Schiffsmühle bauen. Müller pachteten diese Mühlen. Die Bauern aus dem näheren Umkreis lieferten ihr Getreide an und zahlten den Müllern ein Mahlgeld. Diesen zahlten aus den erwirtschafteten Mahlgeldern die Pachtgelder und die Müllerburschen. So hatte jeder sein Auskommen bzw. seine Rendite.
Dem allgemeinen Mühlensterben folgten auch die Schiffsmühlen auf den Flüssen. Weitere Informationen bietet der Link oben. Noch besser ist natürlich ein Besuch vor Ort. Mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern hätte ich locker den ganzen Nachmittag verbringen können. Naja, ich komme halt ganz aus der Nähe und da ist natürlich viel Gesprächsstoff von damals und von dieser Zeit vorhanden.

Ich hätte gerne die entsprechenden Bildunterschriften direkt unter die Fotos gesetzt, allein die Formatierungen sind dermassen bescheuert, dass ich wohl noch einige Tage in dieser schönen neuen Welt, in der alles einfacher, schneller und besser gehen soll, brauchen würde.
Deshalb hier ganz kurz:
Foto 1: Blick von der Schiffsmühle Richtung Mainz
Foto 2 und 3: Blick auf die Schiffsmühle von der „falschen“ (nichthessischen Rheinseite)
Foto 4: Hauptantriebseinheit für alle Mahlvorgänge
Foto 5 – 7: Innenansichten
Foto 8: Wer Max und Moritz kennt, weiss jetzt auch, was ein „Kleiekotzer“ ist. Die gabs übrigens in fast allen Mühlen.
Foto 9: ein Mahlstein, der neu angeschliffen wird.
Foto 10: Treibrad, das von der Strömung ständig angetrieben wird.
Foto 11: Blick rheinaufwärts; rechts der Rhein, links zweigt ein Altrheinarm ab.

Allen Lesern ein sonnig goldenes Wochenende und Herrn Beebleblox gute Erholung.
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6 Gedanken zu „Müller auf dem Rhein. Rheinmüller? – Schiffsmühle!

  1. Es ist keineswegs so, dass ich nicht weitwinkelig fotografiere, im Normalfall reichen mir nur 18mm Brennweite aus, so dass ich das 10-20er äußerst selten benutze (und daher oft gar nicht erst mitführe) 😉
    Interessante Konstruktion, man kennt Mühlen sonst immer nur an kleineren Flüssen, dass es so etwas auch auf dem Rhein gegeben hat war mir nicht bekannt.

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  2. Von Schiffsmühlen habe ich noch nie gehört – danke für den Einblick. Mir gefallen auch die massiven Holzkonstruktionen – ist so ein Faible von mir. Tja, da lohnt sich ja mal ein Abstecher an den Rhein zur Besichtigung vor Ort!

    PS: Bei dem Kleiekotzer habe ich auch sofort an Max & Moritz gedacht…

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