Objektiv betrachtet

Die Regenzeit scheint nun anzubrechen, die kurzen Hosen sind vorerst weggepackt…

     (Für grossen Durchblick ein Foto anklicken)

Eigentlich ziehe ich traditionell Festbrennweiten den Gummilinsen vor. Ich habe noch einige alte Scherben, aber unterwegs sind fast fast immer die neuen Zuiko Zooms dabei.
Da hier jetzt der Regenzeitmonat anbricht, nutze ich die Gelegenheit zu einigen Versuchen. Da ich doch hin und wieder mit einem Makro liebäugele, lese ich gerade wieder die alten Testberichte, um den Durchblick zu aktualisieren. An der Kamera ist das (legendäre) Zuiko Auto-S 1:1,4, 50mm. Dieses Objektiv erregte anfangs der 1970er Jahre wegen seiner ernormen Lichtstärke Aufsehen. Und billig war es auch nicht. Das Standardobjektiv war allezeit ein 1:1,8, 50mm.
Es gibt über die Jahre einige Varianten von durchaus unterschiedlicher Qualität. Heute sind diese Objektive wieder gesucht wegen ihrer Verwendbarkeit an den digitalen Spiegelreflexkameras.
An den digitalen Olympus mit einem Crop von 1:2 ergibt sich so ein 100mm Objektiv, fast ideal für die Portraitfotografie. Und das Bokeh ist ausgesprochen schön.
Dennoch würde ich Interessierten das Standardobjektiv empfehlen, weil es 1. nur ein Drittel vom 1:1,4 kostet, 2. exzellente optische Leistungen (wenn nicht bessere) erbringt und 3. kleiner und leichter ist. Dabei ist es nur eine halbe Blende schwächer.
Details aus der Nähe werden mit den neuen Gummilinsen einfach kontrastreicher und über das ganze Bild schärfer abgebildet. Immerhin liegen fast 40 Jahre Entwicklung dazwischen und ein Zoom von heute ist mit seinen Vorgängern von den optischen Leistungen her kaum noch zu vergleichen. Dennoch haben die alten Festbrennweiten fotografisch auch weiterhin ihre Berechtigung. Und nicht nur für Analog-Nostalgiker. Zur Verwendung an Digitalkameras eignen sich nach meiner Erfahrung allerdings vor allem die vormals besseren Objektive. Aus Gesprächen weiss ich, dass (damals) mittlere Qualitäten an einer modernen Kamera durchweg mässige Ergebnisse erbringen. Das Zuiko 1:1,4, 50mm behalte ich für kleinere Landschaften und Portraits, da die Schärfe bei ca. Blende 4 überzeugend ist und die Unschärfe zu den Rändern hin dem Foto einen ganz eigenen Reiz verleiht.

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6 Gedanken zu „Objektiv betrachtet

  1. Ich hab neulich mal meine mittlere Qualität ausprobiert, funktioniert zwar, aber ich hab mich von analoger Technik verabschiedet bzw. das lichtstarke analoge 50er gegen ein lichtstarkes digitales getauscht. Was ich, objektiv betrachtet, kaum benutze. Mit Gummilinse schleppt man einfach weniger..

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  2. Zoomobjektive sind mittlerweile teilweise erstklassig, was auch optische Messungen bestätigen. Und die Schlepperei ist auch ein gewichtiges Argument. Dennoch gibts da Situationen, wo ich „analoge Artefakte“ gerne nutze – aber es sind wenige. Deswegen habe ich auch noch immer kein Makroobjektiv. Brauche ich das wirklich?

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  3. Es geht nichts über Festbrennweiten.
    Stelle übrigens grad fest, daß die modernen Dinger „aus Oberkochen“ ganz wunderbar sind. Gleich mal ein zweites geordert. *g*

    BTW, Bild Nr.4 ist vom Feinsten !

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  4. Ich muß unbedingt mal endlich den Exakta-auf-Olympus-Adapter kriegen, mein Schneider 1:1,4/50 ausprobieren – und das wunderbar weichzeichnende Domiplan. Falls denn eins von meinen vier noch eine bewegliche Blende hat, eins zumindest hängt.
    Und dann mal mit dem 400mm-Telemegor in den Zoo. Natürlich mit dem schwersten Stativ, wo gibt.

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  5. Schau dir erstmal deine Objektive auf Pilze etc an. Olympus verzeiht das fast nichts. Ich sehe das an dem 1,4:50mm. Sonst sit das viele Geld für den Adapter wech. Und wenn du mal ein ruhiges Stündchen, recherchiere mal im Netz zu Erfahrungen mit diesen Objektiven auf Olympus (oder wenigstens an digitalen Kameras überhaupt). Manchmal lohnen die Ergenbisse offensichtlich den Aufwand nicht.
    400er Telegor? Hätte ich auch gerne, das ergibt satte 800mm. In einem Zoo lassen sich da bestimmt fantastische Aufnahmen realisieren. Ich habe ein massives Manfrotto Stativ, also genau das richtige 😉

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