Zur Feier der Olive

Kehrt der Sommer zurück?…

Ich bin mit dem posten wegen der lästigen SpamKommentare ein wenig in Verzug geraten. Das schöne Wetter am Wochenende will ich zum fotografieren nutzen. Am liebsten am Scutari-See (Skadar-See). Ich bin neugierig auf herbstliche Stimmungen. Wegen eines neuerlichen Sonnenschubs – jahreszeitlich sollte es jetzt vor allem regnen – sind noch immer blühende Blumen zu sehen und das Laub entbehrt herbstlicher Färbung. Meine Alternative heisst Stari Bar. Alt Bar. Eine Ruinenstadt oberhalb der quirligen modernen Hafenstadt Bar. Von hier aus gehen die Fähren u.a. nach Bari in Italien. Der alte Name von Bar war Antibari oder auch Antivari, was soviel wie „Bari gegenüber“ bedeutet. Es fehlt natürlich auch nicht an anderen ethymologischen Deutungen.
In Stari Bar sind bis auf wenige Ausnahmen nur die Reste von Bauwerken zu sehen. Zweitausend Jahre Besiedlung hinterlassen kulturelle Spuren. 1878 wurde die Stadt endgültig zerstört. Auffällig vor allem, wie hier Kirchen (Moscheen) verschiedener Glaubensrichtungen in direkter Nachbarschaft. Es gibt also durchaus historische Beispiele, dass man trotz unterschiedlichem Glauben mit- und beeinander leben kann, ohne sich zu bekriegen.
Stari Bar ist mein Ziel. Als ich Bar verlasse, und die wenigen Kilometer nach Stari Bar hoch fahre erstaune ich über den regen Verkehr auf der schmalen Strasse. Naja, Wochenende, denke ich mir und als ich linkerhand einen grossen Parkplatz sehe, nutze ich gleich anderen Autofahrern die Gelegenheit. Einige Meter zu laufen sind nicht verkehrt.
Das Gedränge auf der Strasse wird dichter und ich erkenne, dass der berühmte Olivenmarkt wohl hier oben vor der Stadtmauer von Stari Bar stattfindet. Den hatte ich in Bar vermutet. Rundum sind Stände aufgebaut, auf denen vor allem eins verkauft wird: Oliven und die Produkte aus der Weiterverarbeitung von Oliven. Ich will mich in Ruhe umschauen aber das Gedränge nimmt fast schlagartig zu und die lange enge Gasse mit den kleinen Ständen auf beiden Seiten verstopft sich zusehends. Auf einer Bühne am Rande findet eine folkloristische Darbietung statt. Kinder stellen symbolisch die Olivenernte dar. Fotografieren ist kaum noch möglich bei dem Geschiebe und Geschubse ringsum und der Weg zur Bühne ist vollkommen dicht. Sprechen bzw. fragen ist bei der viel zu lauten Musik auch unmöglich. Neben den vielen Oliven-Ständen werden auch andere lokale Erzeugnisse angeboten; Knoblauch, Feigen, Weine, Honig und natürlich auch Rakija.
Ausser einer Tüte heisser Kastanien kaufe ich nichts. Ein bisschen merkwürdig ist das schon. Mit heissen Kastanien verbinde ich nebelverhangene feuchtunfreundliche Tage. Und hier laufen die Menschen bei 24° und blendendem Sonnenschein leichtbekleidet umher. Ich kämpfe mich durch die Menschenmenge und steige hoch ins befestigte Stari Bar. Ein Männerchor singt patriotische Lieder. Aber auch hier oben finden sich kaum Motive, die nicht von Menschen verstellt sind, die den Tag ebenfalls zu einer Besichtigung nutzen. Ein Besuch der imposanten Festung empfiehlt sich trotzdem. Auf dem Rückweg spielt eine Kapelle „Balkanmusik“. Bloggerkollege Zaphod hätte sicherlich seine helle Freude gehabt.
   Vor dem grossen Ansturm
   Olivenernte und alte Trachten
   Oliven Oliven Oliven
   Lokale Erzeugnisse
   Honig
   Patriotisches Liedgut
   Wein Honig Rakija
   Die Grundausstattung fürs Leben
   Vor dem Auftritt
   Konzentration oder Lampenfieber?
   Die Vergangenheit ist noch lebendig
   Der nächste Winter kommt bestimmt
   Der Markt ist verlaufen
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16 Gedanken zu „Zur Feier der Olive

  1. Herrliche farbenfrohe Bilder. Die tun bei der hiesigen Stimmung echt gut 🙂
    Das sieht alles in allem mal wieder nach einem gelungenen Ausflug aus.
    Mir sind spontan 2 Bilder ins Auge gesprungen.
    Bild 1: atemberaubendes Panorama 🙂
    Bild 12: so so Vergangenheit mit Juve 😉

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  2. Die Farben sind ja quasi ein Gruss in den Regenwald 😉
    Vielleicht taugen ja ein paar Fotos von Stari Bar für einen Post.
    Klar, Juve hat auch eine bemerkenswerte Vergangenheit, z.B. H. Haller, A. Möller, Th. Hässler, J. Kohler und S. Reuter 😉

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  3. Hier wars heute nachmittag ausnahmsweise auch mal wieder recht bunt.
    Aber war mir Worscht… ab und an muss der Mensch auch mal ein wohlverdientes Mittagsschläfchen halten. 😉

    Man muss ja nicht ständig knipsen, sobald die Sonne scheint. *g*
    Und jetzt gehts zum Nachtschläfchen…

    n84all ! 🙂

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  4. Fiese Kriegsverbrecher (und das ist ja wohl noch sehr Nett ausgedrückt) Visagen vergälen mir so ein bisschen Deine Supertollen Bilder.
    Regenwald nein, auf meinen täglichen Radtouren im Berg hat sich herausgestellt es ist das Land des Nebelwaldes wie man Oberhessen im moment bezeichnen kann, und mangel an Esskastanien leidets hier auch.
    Auf Schalke ist am samstag Regen gemeldet was solls, wenn merse nur nass mache ansonsten trost durch Glühwein.

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  5. Da ich mit meinen Fotos versuche, das Leben auf dem Schwarzen Berg ein wenig zu dokumentieren, gehört so ein Foto ab und an auch dazu – es ist Teil der Lebenswirklichkeit mancher Einheimischer. Deine Reaktion kann ich verstehen, ich bin auch jedesmal entsetzt (da könnte ich aber noch ganz anderes zeigen und erzählen).

    Auf das Match gegen Schalke bin ich auch gespannt. Aber dass du Glühwein statt heissem Äppler zu dir nimmst–bist du zugezogen? 😉

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  6. Sicher Sicher Äppler hasst ja aach Apfel“wein“ achtung Spam !
    Bestes aus Streuobst
    Apfelwein
    2011
    Herb/Natürlich
    Gebiet/Taunus
    Ontario/Bohnapfel
    von Wulf Schneider Niedernhausen-Oberjosbach (Klane Privatkelterei auch sortenreine stöffche) lecker
    unn dadevon feist heisgemacht wird die Thermoskann gefüllt und vor ort auffem weg zum Gästeblocklöwenkäfig verzehrt.

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  7. Lecker Oliven. Nicht. 😀
    Heute ess ich schon mal welche, nachdem ich festgestellt habe, dass es wirklich lecker schmeckende Oliven gibt. Hat Jahre gedauert und die ersten die ich mochte bekam ich im südlichen Spanien, wahrscheinlich gibt es in allen südlichen Ländern wohlschmeckende Oliven, nur nach Deutschland kommen die Dinger nicht.

    Den Kriegsverbrecherschnaps find ich allerdings auch heftig. Ist da eigentlich was drin in den Flaschen oder sind die nur „Zierde“ fürs traute Heim?

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  8. Es gibt für Spezialisten sogar Oliven tastings.
    Was den Schnaps betrifft: ich finde Flaschen mit derlei Portraits widerwärtig. Dass man die Jugoslawische Fahne gerne nostalgisch hochhält, kann ich nachvollziehen, aber in diesem speziellen Fall gehts ja um was ganz anderes.

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  9. „spielt eine Kapelle „Balkanmusik“. Bloggerkollege Zaphod hätte sicherlich seine helle Freude gehabt.“
    ICH.AUCH!!!
    Was ist das auf Bild 12? Patriotisches Bier? Oder revoluzzionärer Schnaps?
    Ich finde, Du bist ein Glückspilz, dass Du gerade zur Marktzeit dort warst. Allein die Hüte sind doch sehenswert.

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