Jahresurlaub – die Nachlese

Hin und wieder passt ein rauer Blues hervorragend. The Groundhogs – Thanks Christ for the Bomb (1970)…

Hier also die noch ausstehenden Nachrichten.
Nach den Erlebnissen und Erfahrungen in Bosnien standen einige entspannte Tage auf dem Programm. Ziel war die mittlere dalmatinische Küste. Ein kleines Dorf in der Nähe von Split. Split klingt aus langen Vergangenheiten nach. Eis am Stiel. Selten genossen, da 40 Pfennig seinerzeit ein bedenkliches Loch ins schmale Taschengeld rissen. Das Wetter hing ebenfalls nach. Mehr April als Mai. Jedoch der Ausblick war einnehmend.
 
 
Ganz in der Nähe liegt der Naturpark Krka. Bei entsprechendem Wetter bietet die geomorphologisch einzigartige Wasserlandschaft mit ihren unzähligen Wasserfällen, Stromschnellen, Katarakten und Rinnsalen ein Paradies für Fotografen (mit ND-Filtern). Beim Frühstück noch bester Sonnenschein, zog sich der Himmel zusehends zu und die Fotos vermitteln bestenfalls eine bescheidene Idee von der bezaubernden Schönheit bei prächtigem Wetter.
 

 

 

 
Erstaunlich, wieviele Menschen sich auch bei ungünstigem Wetter nicht von längeren Spaziergängen in strömendem Regen abhalten lassen. Das Kontrastprogramm dazu bilden Spaziergänge an den Klippen oder eine Fahrradtour im Hinterland. Überall blüht die Macchia, fleissige Hände bereiten die Weinstöcke vor. Verlassene Dörfchen in den Hügeln mit Blick auf die Adria. Das Leben ist karg für die wenigen, meist älteren Menschen, die hier oben aushalten. Hier sitzt eine Hundertjährige unter dem steinernen Vordach. Von drüben ruft ein verwitterter Alter seinen Morgengruss. Auf was mögen sie warten? Vornehmlich hat hier der Wind das Sagen.

 

 

 

 

 

 
Was bleibt nach dieser Reise wie auch nach allen anderen? Am Ende weiss man wiederum, dass die Erde rund ist. Die neuen Eindrücke vieler Bilder und Töne prägen sich ins Gedächtnis. Die feineren Nuancen – und häufig sind es gerade die wichtigeren – werden wie so oft verblassen. Wir haben uns daran gewöhnt, die starken Effekte in unseren Erinnerungsschatullen aufzubewahren. Die am Rande liegenden, die scheinbar belanglosen Alltäglichkeiten die uns in unserem Menschsein am ehesten vergewissern können, lassen wir ohne grosses Aufhebens dahin gleiten im Strom des Vergessens. Wir selbst berauben uns dieses unerhörten Reichtums.
Auf dem Rückweg hören wir davon, dass die bosnischen Serben unzufrieden sind mit den (serbischen) Serben und deren Verhandlungen mit Europa. Das Gerede um den Steuerbetrüger Hoeneß geht weiter. Wie schnell haben sich seine Kumpane von ihm losgesagt. Es ist immer das gleiche. Die halten zusammen in ihren Geschäften, weil sie alle ähnlichen Interessen folgen. Wird einer von denen erwischt und es lässt sich nicht länger vertuschen, dann wird er (oder sie) von ihresgleichen umgehend fallengelassen. Über die Situation in Syrien wird jetzt wohl auch auf internationaler Ebene gemeinsam verhandelt. Da hat ein grausamer Machthaber und gieriger Milliardär so lange an der Schraube gedreht bis keiner mehr zu ihm hält. Alles Alltag – wir sind wieder zuhause in der Dunkelkammer. Auf dem Schwarzen Berg.
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10 Gedanken zu „Jahresurlaub – die Nachlese

  1. Hmmm, Split. Das einzige Wassereis welches ich mochte, hatte es doch einen Kern aus Milcheis 😀

    Ich nehme Bild 5 und 9, ersteres zum fahren, letzteres zum schauen. Dem Hippo sei gesagt, dass die Scheibenwelt eine Scheibe ist, die Erde hingegen eine Kugel. Nicht verwuxeln dies 😉

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  2. Ich hätt gerne die #2 als Fototapete.
    Wird man zwar leicht seekrank bei längerem Hinsehen, aber trotzdem beeindruckend.
    (Sie müssen einen sehr guten Fotoapparat heben, werter Herr Ärmel !)

    *fg*

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  3. Da Sie, werter Sir xs, meinem Geheimnis offenbar auf die Spur kommen, will ichs nur gestehen: ich fotografiere immer mit zwei Fotoapparaten gleichzeitig, da machen die schärfere Bilder, woll!

    Die Tapete #2 wird umgehend nach Eingang der Gutschrift von 2736,62 Talern in der Größe 3,49 x 2,37 in den Regenwald expediert. Inzwischen gibts das Motiv auch als Gummistiefelbegehbaren Teppich für Feuchtgebiete. Möchte das etwa auch für Ihr gediegenes Domizil passen? 😛

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  4. Aha ! Ich habe es fast geahnt, aber nicht gewagt es offen zu vermuten (das mit den zwei Kameras).

    Ist das Exponat #2 eigentlich auch als aufblasbare Version erhältlich, ähnlich dem Ding von Christo im Gasometer zu Oberhausen ? Da könnte man dann schön in allen drei Dimensionen drin rumlaufen, schweben oder wie auch immer lustwandeln. Meinetwegen auch in Gummistiefeln oder völlig nackt ! 😉

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  5. Was ich jetzt sage, ist falsch. Sage ich „ja, wirds demnächst geben“, machst du garantiert irgendwelche Ideenlizenzgebühren geltend. Sage ich, „Nö – unrentabel“, sagst Du mir gerantiert, diese Hinterwäldler auf dem Schwarzen Berg….

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