Worte zum Sonntag

Popol Vuh – Herz aus Glas (1977). Gute Filmmusik zum Trost…

Zum Glück werde ich nur selten krank und bleibe auch von Filmen aus der angeblichen Traumfabrik normalerweise verschont. Manchmal erwischts mich dennoch. Heute Abend sah ich einen dieser Werbefilme. Werbung für die jeweiligen innen- oder aussenpolitischen Anliegen und Belange. Und natürlich Produktplacement. So wurde mir durch das ständige Erscheinen einer Fluglinie, einer Hotelkette, einer Autovermietung, einer Whiskymarke, zweier Automarken (der Autovermietung) und einigen bekannten Markenartikeln wieder ins Bewusstsein gerufen, was ich alles nicht habe und noch weniger brauche.
Thematisch gings um Bindungslosigkeit dargestellt an einem Profi für Entlassungen. Der wird von Firmen für diese Dreckarbeit angeheuert. Ist seiner Aussage im Werbefilm nach 270 Tage im Jahr unterwegs. Bindungslos. Und die Hochzeit am Ende – ist nicht seine.  Der böse Part, verkörpert von einer Frau, die eine feste Beziehung mit ihm wegen eigener Familie nicht eingehen konnte, sagt ihm gegen Ende, er sei doch ihre „Abwechslung“, ob er das denn nicht wüsste. Sie fuhr übrigens eine dortzulande beliebte deutsche Automarke.
Angekündigt war der spielfilmlange Werbespot als Satire auf die Globalisation. Ist ein Teil des Nordens Amerikas die Welt, frage ich mich. Hat der Verfasser des Films den Film überhaupt gesehen? Überhaupt habe ich neunzig Minuten lang die Leute, die sich solch einen Film mit chipsvollen Backen ansehen beneidet. Die müssen der eigenen Kaugeräusche wegen nur die Hälfte des meist belanglosen Geredes hören. Und weil sie ständig nach Chips, Getränken und dergleichen greifen müssen, sehen sie auch nicht alles. Einzig interessant fand ich, dass in den neunzig Minuten das allgemein übliche Fünf-Akt-Schema durchbrochen worden ist. Keine Ahnung, ob das mit der Glabalisierung zusammenhängt.

Dann lieber einige Makro-Aufnahmen anschauen, die reden nicht dumm rum und kaufen soll man die auch nicht. Die Fotos wurden heute am Rand einer abgelegenen schmalen Strasse aufgenommen.

      (Die Galerie öffnet sich wenn ein Foto angeklickt wird)

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4 Gedanken zu „Worte zum Sonntag

  1. Up in the air mit Schorsch Clooney? Bei wiki steht was von Tragikomödie und das Product Placement war wohl sehr auffällig, aber Satire? (ich kenn den allerdings nicht)

    Eine schöne Satire auf die Globalisierung ist Outsourced, nebenbei auch noch eine sehr niedliche Lovestory und ungemein lustig. Also quasi 3 Filme in einem, aber ohne George Clooney (von dem ich, nebenbei bemerkt, sehr viel halte, der dreht nämlich i.d.R. recht gute Filme)

    btw: sehr schöne Makros, aber die Pflanze in Bild 7 ist ein bisschen arg von Raupen befallen *g*

    Bild 1 ist tropsdem mein Favorit, ich liebe solche Strecken ins Nirgendwo.

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  2. Du kennst dich aus! Knabberst du Chips oder Popcorn beim Filmekucken? *ggg*
    In der Tat habe ich jetzt ein Bild wenn von jenem Mimen gesprochen wird. Ich kenne mich bei den neueren Namen, also seit etwa 1985 nicht mehr aus. Ich glaube, die letzte sogenannte „Komödie“, die ich von jenseits des grossen Wassers gesehen habe war „Filofax“…oder wars „Email für Dich“. Ist also schon ein bisschen her.

    Schönen Dank fürs Kompliment. Noch kennen ich mich in diesem Metier kaum aus. Ich freue mich jedenfalls, dass mir in Zukunft keine roten, weissen,gelben Blüten mehr ausbrennen werden beim fotografieren.

    Bild 7? Raupen? Die Pflanze sieht in echt so aus. Ohne Raupen. Warten wir ab, was uns Willi W. dazu sagen wird.

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  3. Wunderbar, lieber Ärmel,

    ein bunt blühender, artenreicher Wegrand ist ein Traum. Hier und heute (im landwirtschaftlich intensiv-überdüngten Nordwestdeutschland)kämpft man um die lebendigen Säume.

    Mal sehen, was du da gesammelt hast:

    Bild 2 – wieder eine der kleinen Flockenblumen

    Bild 3 – eine Wegwarte, Cichorium. Stammform des Chicoree; die Wurzeln wurden zur Herstellung von Zichorien-Kaffee genutzt, den man hierzulande Muckefuck nennt.

    Bild 4 – wohl ein Habichtskraut. Wäre das Foto hier gemacht, würde ich sagen: klaro, Kleines Habichtskraut oder auch Mausohr genannt. Darauf eine Schwebfliege, die sich durch die Imitation der Wespenfärbung schützt. Kann gar nicht stechen, tut nur so.

    Bild 5 – Wohl wieder eine Flockenblume, kann ich nicht genau sagen. Skabiose oder Grindkraut? Ein Rüsselkäferchen krabbelt drin rum.

    Bild 6 – eine Heidenelke, an den weißen Punkten gut zu erkennen.

    Bild 7 – ist tatsächlich schwierig. Die raupenartigen Wülste wie Gehirnwindungen sind die Samen, an denen kleine Widerhäkchen sitzten. Die sollen natürlich zur Samenverbreitung im Fell von Tieren haften bleiben.
    So wie auf dem Bild sehen manche Doldenblütler-Fruchtstände aus. Bei uns z.B. die Möhren in etwa oder auch der Breitsame. In deiner Gegend gibts aber noch zahlreiche ähnliche Arten, z.B. den Zirmet. Wer weiß.

    Bild 8 – ist wieder leichter: die Federnelke

    Eine wunderbare Spazier- und Fotowelt, in der du da lebst, lieber Ärmel.

    Es grüßt aus eher verhaltenem Sommer: Willi

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