Dreieinigkeit im Regenwald

Handkäs Ede & die Bretzelmänner – Live im Das Rind, Rüsselsheim…

Eine längere, sehr unangenehme Sitzung neigt sich ihrem Ende zu. Götterdämmerung mit Wissenschaftlern. Heutzutage zweifle ich in vielen Fällen, ob diese Leute noch Wissen schaffen oder vom eigenen Wissen geschafft werden. Fest steht, dass sie einen gut Teil ihres Daseins mit der Marktlückensuche zubringen. Rechtfertigung des eigenen Tuns spiegelt sich im ökonomischen Mehrwert. Aufgeblasene Worthülsen statt eines Silikonbeutels im Hirnraum unter dem Schädeldach sind keine wirkliche Lösung. Wenn man sich manches Ergebnis derlei Forscherdrangs ansieht, legt sich die Stirn unwillkürlich in Falten und den Lippen entströmt das grosse Nanu mit anschliessendem Fragezeichen in Fettdruck.
Und hunderte Kilometer liegen noch vor mir zu einem magenberuhigenden Handkäs. Ein Äppler wäre auch das Richtige jetzt. Die Sonne scheint späthochsommerlich. Aber alleine auf einem trostlosen Autobahnrastplatz? Immerhin gibt es für Fahrer von in die Jahre gekommenen Automobilen in Deutschland wunderbarerweise noch eine oder zwei Radiostationen, die keine Mittelohrkrätze verursachen. Ein interessanter Bericht über das Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Was es alles gibt. Es gibt soviel, was es noch zu entdecken gibt. Wieso denn in weltweite Fernen schweifen. Das Gebiet links der Autobahn kommt mir bekannt vor. Aber irgendetwas will nicht so recht passen. Sonnenschein im Regenwald? Ich ziehe die elektronische Handfessel und tippe die Nummern. Ganz in der Nähe ist das Revier von Maitre Hippolyte und dem Pappenheimer. Ein spontaner Besuch ist drin. Freude im Herzen. Wir verbringen einen überaus feinen Abend zusammen. Ein Bierchen, Fotobabbel und die kräftige Käsesuppe des Maitre verdrängen unangenehme Tageserlebnisse. Und auch dieses mal wieder die überaus herzliche Atmosphäre und eine Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht. Zum Glück habe ich eine Ration Handkäs und einige Flaschen Äppler im Kofferraum als bescheidenes Gastgeschenk anzubieten. Am nächsten Morgen ist der Pappenheimer leider bereits im Morgengrauen verschwunden (Fotosafari?) und bleibt auch nach einem gediegenen Frühstück beim Maitre unauffindbar. So machen wir uns zu zweit auf zu einer Erkundung der Umgebung. Merkwürdiger Regenwald. Diese Mixtur aus Technik und Natur ist beeindruckend. Am frühen Nachmittag meldet sich der Pappenheimer via Handfessel. Ein letzter gemeinsamer Imbiss bei schönstem Wetter im Regenwald. Nach dem gestrigen Tagesanfang waren die beiden Freunde meine idealen Therapeuten. Ganz herzlichen Dank auch diesmal – wir werden uns wiedersehen. Und wenns denn irgendwann im Odenwald sein sollte.
  
     (Einige Fotos, die Wesen und Eigenarten des Regenwaldes und seiner Bewohner zeigen, werden durch anklicken noch grösser)

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9 Gedanken zu „Dreieinigkeit im Regenwald

  1. Lieber Menachem, das sind Menschen, die wie ich, irgendwann aus der virtuellen (Blog-)Welt heraus ins richtige Leben getreten sind weil sie den Wunsch hatten, sich gegenseitig persönlich kennenzulernen. So hat sich neben dem Internet(z) ein echtes, lebendiges Netz entwickelt. Das liest sich möglicherweise sehr positiv hier in meinem Blog, da ich von Begegnungen mit Vollpfosten und Spacken kaum berichte. Denn das gibt es auch: Menschen, die im richtigen Leben so ziemlich das Gegenteil dessen sind, was sie in ihren Blogs präsentieren.
    Die anderen, oft sehr beeindruckenden Begegnungen im Alltag entstehen aus Interesse an anderen Menschen und deren Schicksalen und Lebenswegen. Einfach miteinander sprechen – nichts geheimnisvolles an sich.
    Vielen Dank für deine guten Wünsche.
    Schöne Grüße aus der grau verregneten Bembeltown

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  2. Ich bin ja gebürtig aus dem Regenwald (aus der Kreisstadt)…

    Auf dem ersten Bild ist aber nicht die Buggelwutz, sondern ein Elefantenrollschuh zu sehen, oder?

    Der Fotograf auf Bild 6 ist mit vollem Einsatz dabei. Und das, obwohl das Wasser kalt sein muß, da kann man selbst im Hochsommer sein Bier kühlen.

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  3. Wir hatten Schul-Grillfest am Lenneufer, direkt unter der Eisenbahnbrücke, da war, Ende August, die Lenne saukalt.
    Ich muß mal alte Negative aufrollen, denn ich bin mal einer 41er nachgedüst, mit dem Auto. In Plettenberg zuerst aufgenommen, dann bei Werdohl noch mal, und in Altena schließlich an der Steinernen Brücke.
    Heiße Sache, das. Aber mit dem Wartburg-tourist der Öl-41 hinterherfahren, das hat immer noch Stil! Fraach mich nich, welches Gefährt mehr Qualm ausgestoßen hat; schwärzer war der von der Lok.

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