Sonntag abends – vorläufig noch

Im Park in der Nähe ist ein Breakdance Wettbewerb und der bestimmt die Musik in der Dunkelkammer – vorläufig jedenfalls…

Vorläufig ist auch noch das Ergebnis der Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. Aber am Horizont leuchtet Freude auf.
Die Deutsche Botschaft auf dem Schwarzen Berg hatte die deutschen Staastangehörigen im Land zu einer kleinen Wahlparty geladen. Eine noble Geste. Ein landestypisches Buffet stand ebenfalls bereit. Ich freue mich darauf, einige Bekannte zu sehen.
Die ersten Hochrechnungen zeigen an, dass die Partei der gierigen Zahnärzte, meinungsneutralen Rechtsanwälte und pensionsberechtigten Oberstudien- und sonstigen Räten zukünftig nicht mehr als gespaltene Zunge an der politischen Waage sein wird. Dem Kandidaten der Herausfordererpartei war seine sichtliche Erleichterung anzusehen, nun nicht regieren zu müssen und endlich wieder mit seinen Vorträgen bei Banken und in der Industrie seine Scheffel ungehindert füllen zu können. Den Grünen scheints fast gelungen, den Platz der FDP einzunehmen. Fast nur, denn da müssen doch noch eine Menge Wähler wach gewesen zu sein. Die gaben der Truppe von Trittin und Co. einen Denkzettel. Obs was nutzt in der Politik mit ihrer ausgewiesen kurzen Halbwertdenkzeit? Und das Wahlvolk ists zufrieden.
Die Ex-FDJ-Propagandistin und Kohls Vorzeigezonenmädchen im Hosenanzug hats geschafft. Geschafft mit der Hilfe der Mehrzahl der deutschen Wähler. Denn sie verkörpert den deutschen Geist wie keine. Nichts machen, nichts wirklich bewegen, von Gemeinsamkeit reden und damit den eigenen (Macht-)Vorteil meinen und dazu noch viele viele Untertanen haben. Merkwürdig sind sie schon die Deutschen. Jedenfalls im Vergleich zu anderen Nationalitäten, mit denen ich in meinem Leben intensiveren Kontakt haben durfte. Entweder mächtig durch den Schäferhund an der Seite und die Peitsche in der Hand oder eben mit Leib und Seele Untertan sein. Bis in die Alltagssprache hinein hat sich diese Haltung eingegraben. Letzthin auf der Kerb traf ich einen früheren Freund, der mir stolz von seinem Sohn erzählte. Der macht sich gut, sagte er, er hat jetzt schon drei Leute unter sich. Menschen unter sich haben. Wie weit mag es im Ernstfall von da bis zu den Untermenschen sein.
Naja, was sage ich. Auch Herr Ärmel ist in der Literatur bekannt durch seine Berufe als Fotograf und Untertan. Und ich will es mir ja auch merken. Zu wem ich aufschaue, der schaut auf mich herab.

Mein Film für heute Abend: Schwarzfahrer (1983). Regie: Manfred Stelzer mit Iris Berben, Rolf Zacher. Eine schwarze Komödie aus dem Jahr, in dem ein bekannter Pfälzer Saumagengeniesser den geistig-moralischen Stillstand für die Bundesrepublik Deutschland einläutete.



Allen Besuchern eine gute Woche.

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6 Gedanken zu „Sonntag abends – vorläufig noch

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