Form und Inhalt

Saitenartisten der ganz besonderen Art: Rodrigo y Gabriela – Live in Japan (2008)…
 
In der Nacht vom 25. zum 26. August 1992 wurde die Nationalbibliothek In Sarajevo von bosnischen Serben mit Brandgranaten beschossen. Den Feuerwehr wurden Löscharbeiten verboten. In dieser Nacht brannte das Gebäude fast vollständig aus. Die Bestände der Bibliothek umfassten Schriften und Bücher aus vielen Jahrhunderten und galten als einzigartig. Durch das Feuer wurden diese Sammlungen unwiderbringlich zerstört. Die Zerstörung der Bibliothek entsprang dem unbedingten und zerstörerischen Willen, das kulturelle Erbe und die Identität eines Volkes zu vernichten. Inzwischen ist das Gebäude wieder aufgebaut und restauriert. Die Form ist inhaltsleer wiederhergestellt. Und der nationalistische Wahnsinn dort wie anderswo geht ungehindert weiter.
 
    (zum Vergrössern Foto anklicken)
    (c) Kemal Hadžić 1992


    (c) Herr Ärmel 2013
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8 Gedanken zu „Form und Inhalt

  1. Gestern las ich sinngemäß von einem, der nicht den Krieg beschrieb sondern eine verbrannte Kindersocke auf der Straße. Was ich sagen will: All das spottet jeglicher Beschreibung. Der Versuch ist es dennoch wert.

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  2. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass W.G. Sebald einen Skandal auslöste mit seinen Zürcher Vorlesungen zum Thema Luftkrieg und Literatur. Merkwürdig, dass der Luftkrieg in der deutschen Literatur der 1950 kaum thematisiert worden ist. Abgesehen vielleicht von Friedrich Reck in seinem Kriegstagebuch, das ich (dir) hiermit empfehle

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  3. Bücherverbrennungen waren schon immer Scheisse.
    Und werden auch immer Scheisse sein.
    Sorry für das (ausgeschriebene) Fäkalvokabular, aber mir fällt grad kein besseres Adjektiv ein.

    btw… der Tod ist ein Meister aus Deutschland ! 😉

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  4. Früher Dichter oder Denker,
    heute nur noch Dschungelcamper.

    Was mich bei dem ganzen Wahnsinn trotzdem ruhig schlafen lässt ist der Glaube, dass in einer (für die Geschichte dieses Planeten) relativ kurzen Zeitspanne ohnehin niemand mehr da ist, der aus diesen Büchern irgendeinen Nutzen ziehen wird. Der Homo Sapiens neigt dazu, seinen Wert für diese Welt gnadenlos zu überschätzen.

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