Strassenkino – Landschaftskino

Alte Sahne, die nicht schlecht wird: Cream – Wheels of Fire (1967)…
 
Auf einer ihrer Lieferfahrten entdeckt Frau Waas die alte Strasse raus aus der Hauptstadt und hin zu einem nördlich gelegenen Kreisstädtchen. Mittlerweile benutzt der moderne Mensch in seinem Automobil die breitere und vor allem kürzere und damit schnellere Strasse. Schnelle Verbindung nach Serbien und hoch ins Gebirge. Wanderungen, Wintersport – modernes Leben.
An den Rändern des alten Strassebelags beisst sich die Natur ihren Anteil wieder zurück. Wer in den halbverlassenen Flecken wohnt muss gute Gründe haben. Kaum Begrenzungen am Wegrand, auch an steilen Abhängen nicht. Zehn Kilometer hinter der schnelllebigen Stadt drehen die Eindrücke die Zeit zurück. An einer Abzweigung links abbiegen und weiter nach oben bis dahin, wo in einem Weiler die Strasse bei den drei Häusern endet. Auf einem Hügel die fast schon unwirkliche Stille geniessen. Einzig die Glocke Kuh irgendwo. Unten neben einem Haus hackt eine Frau das Holz für den Ofen. Gegen Abend wird es merklich kühl. Rundblicke. Kaum zu glauben, dass in den weiten Wäldern noch immer Wölfe umherstreifen.
Es wird jetzt schon früher finster. Auf dem Rückweg holen uns die Holzlaster zurück in die Gegenwart. Hier wird in den Staatswäldern das Holz geschlagen auch ohne Erlaubnis. Der Winter steht hier oben schon vor der Tür. Der Blick über die flacher werdenden Hügel runter zur Hauptstadt ist überwältigend.
Schönen Dank Frau Waas für die Entdeckung der alten Strasse.
 
      (Foto anklicken und gross gugge)

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

12 Gedanken zu „Strassenkino – Landschaftskino

  1. Als ich vor vierzig Jahren dort war, fanden wir in den Bergen eine verfallene Kapelle mit offenen Särgen. Grün bemooste Knochen. Eine uralte Frau sagte mir mit Kaffeesatz mein Leben voraus. Ohne Worte, ohne Zähne. Es passte.
    Diese Welt – noch immer so anders. Eindrücke sonnentief. Hier. Danke!

    Gefällt mir

  2. Ja, wunderschön. Und so ganz gegensätzlich zum letzten Blog. Gegensätze. Gegensätze. Die Welt scheint in Ordnung zu sein. So lange niemand an dieser Ordnung rüttelt. Bild 5 und 8 sind wunderschön. Könnte ich sofort losfahren und genießen.

    Gefällt mir

  3. Da scheint sich im Hinterland noch nicht sehr viel verändert zu haben in all den Jahren. So ähnlich ist mir das auch schon passiert im letzten Jahr. Der gebeugte Alte ist dir nicht zufällig begegnet und hat dir einen rakija angeboten? 😉

    Gefällt mir

  4. Du weisst Bescheid über die alten Zeiten in Lummerland 😉
    Der Kaufladen von Frau Waas. Die anderen Bewohner tauchen hier auch gelegentlich im Blog auf. Und natürlich Herr Ärmel, von Beruf Untertan und Fotograf, je nach Buch oder Puppenkiste.
    Dir einen schönen Abend

    Gefällt mir

  5. 5 und 8 gefallen mir auch außerordentlich gut. Und die 1. Wie kriegst Du solche Wolkenformationen hin? Graufilter?
    In Norwegen habe ich auch gerne mal die Nebenstraßen erkundet, man findet da ganz erstaunliche Ecken und Motive. Und vor allem, wenig Menschen und wenig Verkehr, da läuft die Zeit automatisch langsamer.

    Gefällt mir

  6. Die Wolke auf Foto 1 ist so, da ist nix vorher oder nachher gemacht. Aufnahme freihand aus der (stehenden) Buggelwutz raus. Frau Waas hat jedesmal ohne zu murren angehalten, bis der Standort imho genau richtig war. Das hatte allerdings einige Zeit gedauert.

    Gefällt mir

Kommentare, Gedanken + Hinweise bitte hier abgeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s