In eine andere Welt?

Zuerst muss in der Dunkelkammer alles sortiert werden nach einer Woche Abwesenheit. Mails, Nachrichten und vor allem Fotos…
 
Skodra (Scutari) und Tirana habe ich bereits mehrmals Male besucht und dabei einige oberflächliche Eindrücke gewinnen können. Der Plan sieht vor, auf dieser Exkursion eine Erkundung des Südens vorzunehmen. So weit die Strassen dies zulassen. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass man das Land in nord-südlicher Richtung (und umgekehrt) relativ unkompliziert erfahren kann. Querverbindungen zwischen Städten und Dörfern hingegen sind kaum vorhanden oder bestenfalls über ewig weite Umwege zu erreichen. Die Infrastruktur nicht nur der Verkehrswege hat noch einen ernormen Ausbauspielraum.
Gleich nach der Grenze zu Albanien stimmten wir uns an der Stadteinfahrt nach Shkodra stimmungsmässig ein. Der Viehmarkt an der Strasse, alte Mercedes hinten hochgeschraubt. Ein Sprung in eine Vergangenheit. Um es vorwegzunehmen: nach einigen Tagen wandelt sich das folkloristisch empfindende Erleben der Bedrückung. Das wird natürlich gesteigert durch Gespräche mit Menschen vor Ort und der schieren Armut, die allerorten zu sehen ist. Das Land ist seit Jahrhunderten Spielball der Interessen fremder Mächte. Und als Gipfel die brutale Diktatur eines halben Jahrhunderts, die den Menschen wahrscheinlich den letzten Rest ihrer Würde genommen hat und die für den aufmerksamen Beobachter (Fotografen) an jeder Ecke wahrnehmbar wird. Schwerlich also eine Vergnügungsreise.
In den nächsten werden hier einige Eindrücke zu sehen sein.
 
      (Foto anklicken und genauer gugge)

 

 

 

 
Soviel fürs Erste als Einladung, ein in Europa mit dieser Geschichte einzigartiges Land ein wenig näher kennenzulernen.
Allen Besuchern wünsche ich ein schönes Wochenende.
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6 Gedanken zu „In eine andere Welt?

  1. Im Prinzip ist das Bewusstsein der meisten Menschen in Südosteuropa stammesgesellschaftlich organisiert. Das unterscheidet uns mit unserem nationalstaatlichen Bewusstein. Im Norden konnte selbst die kommunistische Diktatur den Kanun niemals richtig unter ihre Kontrolle bringen. Im Süden spielt der Kanun eine geringere Rolle. Im Kanun mit seinen hunderten Artikeln spielt die Blutrache nur eine bescheidene Rolle. Für Mitteleuropäer ist das aber ein ähnlich spektakulärer Begriff wie etwa „Menschfresser“ in anderen Weltgegenden. Blutrache gabs auch bei uns. Die letzte aktenkundlich festgehaltene auf dem Gebiet des heutigen Deutschland fand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts statt. Alles also weder weit weg noch sehr lange her.

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