Eine andere Riviera

Seit Erscheinen der Platte 1971 wird die Tonqualität kritisiert. Jetzt erschien a) das komplette Konzert und b) endlich in toller klanglicher Qualität: Humble Pie – Performance / Rockin´ the Fillmore (1971/2013)…
 
Die Fahrt von der Hauptstadt an die albanische Riviera zieht sich. Man braucht Zeit. Obwohl streckenweise sehr gut ausgebaute Strassen das Fahren erträglich machen. Ohne die Zwischenstopps braucht man für die knapp 200 Kilometer lange Strecke gute sieben Stunden. Dafür entschädigen unterwegs immer wieder grossartige Ausblicke und Veduten besonders nach der Überquerung des Llogarapasses. Hier liegt die Trennlinie zwischen dem adriatischen und dem ionischen Meer. Von Vlorë bis Sarandë kurz vor der griechischen Grenze dehnt sich die 120 Kilometer lange albanische Riviera. Von allen so bezeichneten Rivieras, die mir bekannt sind, gefällt mir diese spontan am besten. Der Wechsel von langen Sandstränden und versteckten Buchten, die dichte Maccia im Hinterland und vor allem die unbeschreibliche Bläue des Meeres.
Wir wählen ein Hotel in Sarandë. Die Stadt und das Umland zieht Touristen vor allem aus FYROM (Mazedonien) und dem Kosovo an. Aber auch die Griechen kommen gerne, denn ein Urlaub ist hier wesentlich günstiger zu verbringen als im eigenen Land. Aber auch hier jedoch glänzt nicht nur das Gold der Sonne. Kaum vier Kilometer entfernt ist die Insel Korfu im Dunst zu erahnen. Nachts flimmern die Lichter unter dem weiten Sternenhimmel herüber. Immer wieder versuchten Menschen aus Albanien diese rettende Insel zu erreichen. Buchten und Strände waren von Bunkern aus jedoch flächendeckend überwacht. Das erinnert an die Dassower Bucht von der aus man bei gutem Wetter nach dem damals unerreichbaren Lübeck schauen konnte.
Ein entspannender Tag an einem der inzwischen menschenleeren Strände könnte all diese Schrecklichkeiten vergessen machen. Die improvisierten Strandkneipen sind verwaist, aber die Bunker sind noch überall sichtbar. Trotzdem überwiegt die Freude. Bizarre Steinformationen und lauschige kleinste Buchten regen zu Erkundungsgängen an. Hier wird der Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden des Landes erlebbar, denn der Tourismus spornt die Menschen an zu Initiative und mehr Offenheit.
Noch haben sich alte Traditionen trotz des zunehmenden Fremdenverkehrs erhalten. Am späten Nachmittag treibt der Hirte seine Ziegenherde über den Strand dem Stall entgegen.
 
      (Foto anklicken und gross gugge)

 

 

 

 

 

 

 

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10 Gedanken zu „Eine andere Riviera

  1. Wow. Beeindruckende Landschaft, tolle Fotos, besonders die ersten beiden. Ist das schon Korfu auf dem dritten Foto?
    Der Sandstrand erscheint mir allerdings etwas grobkörnig, immerhin kein montenegriner Kiesel *fg*.

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  2. Die Linie am Horizont mit der dünnen Lichterreihe ist Korfu, wie gesagt, keine fünf Kilometer über Wasser. Am Strand findet man Sand in allen Gradationen, von feinst bis kieselig. Das übliche montenegrinische Grobzeug fehlt hier in Lukova.

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  3. Diese Kapellchen – orthodox oder katholisch – findet man von der kroatischen Nordküste an nach Süden überall und immer wieder.
    Plastikmüll? Klar doch, aber weniger als beim nördlichen Nachbarn. Hier wird nach meinen Beobachtungen mehr (zweckentfremdet) wiederverwendet. Ist weniger Geld im Umlauf, besinnt man sich darauf, was man (wirklich!) noch brauchen kann.
    Die Tiere reagieren prompt auf den Namen Ziege 🙂
    Es waren die ersten Ziegen, die ich sah, die Meerwasser getrunken haben.

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