Spätherbst Samstag nachmittags

Stille in der Dunkelkammer…
 
 
Ein schöner später Herbstsonnentag. Der kleine Weiler hoch über dem dunstigen adriatischen Meer. Erkundungsgänge. Aufstieg zur prächtigen Aussicht in den südlichsten Fjord Europas, die Bucht von Kotor. Majestätische Stille ringsum. Frisch und kraftvoll liegt der würzige Duft wilder Minze in der Luft. Verlassene Häuser. Die Dächer vor Zeiten schon eingebrochen. Graue Mauerzinkenzeugen vergangener Dörflichkeit. Das leuchtende Rot der letzten Granatäpfel. Wunderliche Traumphantasien von Wiederaufbau und Ausgestaltung. Knarzende morsche Haustüren aufschieben. Frühstück auf der Terasse. Im Ställchen eine Dunkelkammer. Tomaten und Zwiebeln in dem kleinen Garten. Eine Sommerküche im Freien. Auf einem alten weissen Holzstuhl die abendliche Ruhe einatmen und den Blick schweifen lassen hinunter in die weite Bläue des Meeres. Jede Flasche Wein will hier hoch getragen werden auf den verwachsenden Ziegenpfaden. Die restaurierte Olivenölmühle ist verschlossen. Es wird rasch finster und die Luft feucht und kalt.
Ein letzter Kaffee an der Adriakante in Tivat. Der Herbst geht zu Ende.
 
      (Foto anklicken und mitgugge)

 

 

 

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21 Gedanken zu „Spätherbst Samstag nachmittags

  1. Huch, eben erst abgesendet und schon meldet sich eine Wildgans. Ober die wohl hier am SkadarSee überwintern mag?
    Eine schwierige Frage zu deren aufrichtiger Beantwortung einige Details in Betracht gezogen werden müssten. Prinzipiell ein prima Ort, nahe an Deutschland (Europa) andererseits auch weit genug weg davon 😉

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  2. Die Spiegelung auf Bild 2 ist tatsächlich hypnotisch, sehr faszinierend. Bild 4 lässt mich hoffen, dass mit „Aufstieg“ durchaus die motorisierte Variante gemeint war. Zumindest für die gröbsten Entfernungen *g*
    Frühstück auf der Terrasse könnte ich mir da auch gut vorstellen, aber nur als kurzzeitiger Besucher. Selbst für ein Wochenendhäuschen kommt mir das doch arg abgelegen vor.

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  3. Verdammte Hacke. Pardon. Das könnense doch nicht machen! In meinem Fernwehzentrum (gelegen zwischen Brustbein und Bauchnabel) rabatzt es gerade mächtig. Herrjeh, ich tät' Sie sofort heimsuchen wollen. Ich brächte auch einen schicken Vinho Verde mit.

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  4. Bild 4 – zu Fuss. Ziegenpfade eignen sich selbst für 4×4 nur ungenügend. Der Weiler ist gerade mal 3,4Km entfernt vom Meerestrande, da unten tanzt der Bär, der russische 24 Stunden am Tag – glücklicherweise nur während der Saison.

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  5. Zu spät Frau Knobloch. Hier wird zwar bis zu meiner Abreise am Wochenende weiterhin die Sonne scheinen (ich sehe jedenfalls keinen Wolkenfleck am endlos blauen Tuch), aber im Januar/Februar möchten Sie sicherlich nicht hier sein. Da regiert der Regenmann. Aber Anfang März in der Frühlingssonne unten am Strand~~~~

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  6. Orr, Sie sind garstig! Wie soll ich denn mit Märzensonne am Strande den Rabatz unter Kontrolle kriegen? Und überhaupt. Bis Bruder Märzen umme Ecke kommt, das ist ja noch 'ne Weile hin…
    Sie sollten Warnhinweise aufhängen: Obacht! Fernwehzentrumtriggerblog! Oder so ähnlich.

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  7. Trubatzrummel gibts nur maximalistisch von Junos Mitte bis zum Nabel Septembris. Der Rest ist stillruhendrelaxante Erhabenheit…
    Warnhinweise? Was oder wem würden Sie gegen Fernwehneugiersehnsüchte helfen~~~~

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  8. Zu spät. Ich habe mich schon verguggt. Und mein innerer Rabatz wird ganz kleinlaut ob der stillruhendrelaxanten Erhabenheit. Darf ich denn hier einen Moment meinem Hach erliegen? Oder störe ich bei Reisevorbereitungen? Ich will ja nicht im Wege rumhachen.

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  9. Aber ich bitte Sie: Hachen Sie nach Herzensbegehrlichkeitslust. Ich werde mich jetzt aufmachen zum Markt und sehen, was ich mitüberbringenschenken werde: geräucherte Rinderlende, frischesten Ziegenkäse, Nussknabbereien in Honig eingelegt, dicke wollnaturbelassenverstrickte Wintersocken – so in etwa sieht meine Liste aus. Etikettlose Flaschen hausgebrannthochdestilliertfruchtigen klarduschsichtigen Gewässers eingedenk~~~~~~~

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  10. Normalerweise ist von Mitte November bis Anfang März Grauhimmel und Regen angesagt. Selbst die hiesigen Eingeborenen können sich nicht erinnern, dass irgendwann die Sonne im Dezember noch zuverlässig täglich schien. Komm schnell, bis zum Wochenende bin ich noch da 😉

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