Endlich Lesen oder zukünftig auch nicht mehr

Besondere Tage besondere Musik: Van der Graaf Generator – H to He, who am the only one (1970)…

Besinnliche Zeiten bieten die Gelegenheit, mit offenen Sinnen sinnvollen Beschäftigungen nachzugehen. Man kann zum Beispiel Romane oder Gedichte nicht nur lesen, sondern möglicherweise auch über den Umgang mit Literatur nachsinnen. Dazu zwei sinnreiche und hoffentlich bei dem einen Besucher oder der anderen Besucherin der Dunkelkammer sinnstiftende Handreichungen.
Pierre Bayard lehrt Literatur an einer Universität in Paris. Er scheint die seltene Gabe zu besitzen, Wissenschaft und Alltag in kongenialer Weise zu verbinden und diese seine Überlegungen in gut lesbarer Form zu präsentieren.
Die Lektüre der beiden folgenden Titel hatten und haben für mich denkwürdige Folgen.

In „Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat“ (Kunstmann, München 2007) unterscheidet Bayard vier Buch-Typen: unbekannte Bücher; Bücher, die man quergelesen hat; Bücher, die man nur vom Hörensagen kennt und solche, deren Inhalt man schon wieder vergessen hat.
Über alle Typen lässt sich prächtig parlieren. Wie man das macht, zeigt Bayard an einer Fülle literarischer Beispiele. Dass es sich dabei um keine Anleitung für Schwätzer oder Möchtegernbeeindrucker handelt versteht sich. Bernhard Pivot, der französische Literaturpapst: „Das Buch schlechthin! Wunderbar, man muss in diesem Leben nur noch Bayard lesen. Sein Buch ersetzt alle anderen, alte, neue, zukünftige!“

Wem dieser Titel verdächtig erscheinen sollte und wer sich eher zu Kriminalromanen hingezogen fühlt, dem mag „Freispruch für den Hund von Baskerville – Hier irrte Sherlock Holmes“ (Kunstmann, München 2008) zur Erbauung dienen. Normalerweise vertraut der Leser dem Autor. Wer aber garantiert uns Lesern, dass die Autoren uns am Ende den wirklichen Mörder oder die tatsächlich verantwortliche Vergifterin präsentieren. Immerhin können gerade den Autoren von Krimis folgenschwere Fehler bei der Verfolgung der Täter unterlaufen. „Selbst Meisterdetektive können irren, ohne dass es der Autor bemerkt. Wie man als Leser den wahren Mördern in literarischen Texten auf die Schliche kommt, zeigt dieses ebenso witzige wie kluge Buch.“


Allen Besuchern und Lesern wünsche ich gediegen feierliche Tage nach Herzenswunsch.




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12 Gedanken zu „Endlich Lesen oder zukünftig auch nicht mehr

  1. Ist es was für Literaturgauner- und Ganoven?
    Auf jeden Fall will ich die auch haben.
    Sehr bibliophil fotografiert.
    Meine zwei Bücherkissen würden glatt dazu passen!
    Nicht festlesen, doch ganz nach Gusto im fremden Heimatgefilde, nicht wahr.

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  2. Tool, jetzt werde ich nicht mehr erkannt bzw einer falschen Idendität beschuldigt. Dabei wollte ich m ich nur für die Buchtipps bedanken. Und ich kündige an, da ich noch so viel nachzulesen habe, dass ich das tun werde, ohne meinen Senf dazuzugeben. Und jetzt probier ich, ob ich als Blogger erkannt werde. Nein. Auch nicht

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