Und immer wieder Frankfurt

Inspirierende Musik in der Dunkelkammer. Dort begleiten die Klänge die Entwicklung der Frankfurter Fotos:
Yes – Tales of topographic Oceans (1973)…

Manchmal lasse ich mich schon provozieren. Ein Freund weist mich auf einen Blog hin, auf dem fotografische Aufnahmen aus Frankfurt gezeigt werden. Nichtssagend und langweilig weil hundertemale gesehen, das immergleiche. Auf einem zweistündigen Gang die Bockenheimer Landstrasse runter bis zur Zeil und wieder zurück zur Bpckenheimer Warte. Zuerst einige Aufnahmen vom Konsumtempel MyZeil, wo ich andere Sichtweisen ausprobiere.
Danach zeige ich einige Orte, an denen man normalerweise achtlos vorbeiläuft, die für mich persönlich jedoch besondere Stellen in Frankfurt sind. Das erste Parkhaus Deutschlands (mit Fensterscheiben!), in den 1950er Jahren bundesweit verlacht und verspottet, kommt heute keine deutsche Stadt mehr ohne aus. „Unser“ berühmter Mann der Stadt vor dem Hintergrund eines Turmbaus der Spekulanten. In der „Fressgass“, der trotz ihres Namens – Grosse Bockenheimer Strasse – nur 200 Meter langen Strasse, die kleine Metzgerei, die sich anlässlich der Landung eines Zeppelins in Frankfurt ihre drei Meter lange Zeppelinwurst patentieren liess. Gegenüber in der Kaiserhofstrasse 12 überlebte Valentin Senger das Inferno der braunen Nazihorde. Eine seiner Lesungen in einer Schule gibt es hier zu hören und zu sehen. Naja, den altehrwürdigen Club Voltaire in der Kleinen Hochstrasse gibts noch immer und mich erinnert er jedesmal an vergangene Zeiten.

Allen Besuchern und Guggern wünsche ich ein schönes Wochenende.

     (Foto aaklikke un gross gugge – not fishing for compliments just showing whats possible)



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18 Gedanken zu „Und immer wieder Frankfurt

  1. Sehr futuristisch dieses Frankfurt (leider ist das dritte Foto irgendwie verschwunden, mag aber auch am rudimentären Firmeninternet liegen). 1 und 6 gefallen mir ausgesprochen gut, man kann also aus Stahl und Glas auch interessante Gebilde bauen. In die Fressgass müsste ich auch mal, da gibt es bestimmt grie Soss und andere äußerst exotische Spezialitäten :D.
    Diese Zeppelinwurst, ist die nur rekordverdächtig groß oder schmeckt die auch noch?

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  2. Ich finde meine Aufnahmen interessanter als die ganze Konstruktion. Das war auch meine Absicht. Wenn du in Rante Guurgels Bildern wühlst, wirst du sehen, was und wie alle (an)schauen und dann eben auch fotografieren.
    Die Fressgass ist garnicht mehr so das Thema, die haben sich mittlerweile wegen der Spekulantenlaufkundschaft auf so eine Art FastFoodStrich eingependelt, sieht allerdings noch immer leggärr aus.
    Tja, die Zeppelinwurst – ich muss gestehen schon seit Jahren keine mehr gekostet zu haben. Das war im Prinzip eine superleckergute Leberwurst

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  3. Von Konsum ist auf den Bildern des Tempels zum Glück nichts zu sehen. Stattdessen eher das Gefühl in seinem architektonischen Gedärm unterwegs zu sein. Kontemplation, wo man sie nicht für möglich halten würde. Das gefällt mir. Selbstredend.

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  4. Nun was sagst du zu den Fotos im Vergleich zu den in einem anderen Blog gemeinsam gesehenen Aufnahmen. Kein Komplimentefischen, sondern von der Sache, vom fotografischen oder meinetwegen vom künstlerischen Aspekt her. Werde Er konkret, Maitre!

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  5. Es freut mich, dass du dir die Fotos angeschaut hast und dass sie dir zusagen. Das ist eines meiner fotografischen Anliegen: Objekte, die fast kennt so zu zeigen, dass man erstmal Luft holt und hinschaut statt gleich loszurufen: kenn´ ich… und wegschauend zum nächsten Bild weiterklickt

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  6. In der Dunkelkammer Musik zu hören, ist auf alle Fälle inspirierend und lenkt die Kreativität und die Strenge der Arbeit noch einmal in eine ganz andere Richtung: das gilt auch für die „helle Kammer“ am Computer, die bei mir (und wie Sie schrieben auch bei Ihnen), den Namen „Lightroom“ trägt.

    Sehr gut zeigen Ihre Photographien die Vielfalt Frankfurts: daß sich der Geist der (Post-)Moderne und die fünfziger Jahre mit dem alten Inszenierten (Stichwort Goethe) durchdringen. Insbesondere die Vernetzunge, die Gitterstrukturierungen fangen dies in Kombination mit den anderen Bildern dieser Serie gut ein. Frankfurt: das ist auf alle Fälle eine Stadt zum Photographieren, und in der sich die Gegensätze auf anregende Weise beißen. Vom disneylandhaften Römer bis hin zu den wunderbaren Hochhäusern, die von Institutionen bezogen sind, denen es um die Akkumulation von Wert geht. Daß Frankfurt ebenso die Stadt der Kritischen Theorie ist, gehört sicherlich auch dazu. Leider liebt Berlin nicht in Katzensprungnähe zu Frankfurt, denn sonst käme ich hierher sicherlich öfter, um zu photographieren.

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  7. Nun ja, ein längeres Wochenende (mit entsprechender Vorplanung) ist doch sicherlich möglich für eine fotografische Exkursion. Andererseits ist schon klar, dass man sich auch „einsehen“ sollte – Lichtverhältnisse der Aufnahmeorte etc.
    Im Prinzip kann man sich aber auch ganz gut an den im Internet publizierten Fotos orientieren. Vor Ort sucht man sich dann eine andere Perspektive aus und schon werden die eigenen Fotos „interessanter“.

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