Viel mit Links: A Hum an Doc ument

Der Anstoss erfolgte durch Mrs. Knobloch. Den Einwurf des ganzen Albums besorgte der fürbesorglichte Nachbar: London Grammar – If you wait (2013)…
 
Nur wenige Tage noch werde ich an den verhängten Regalen entlangstreifen: man kann alte Bücher langweilig oder interessant finden. Man kann sie zum Vergnügen lesen oder sich aus beruflichen Gründen damit auseinandersetzen. Man kann sie unter wackelnde Schränke (oder Tische) legen, im Regal in der hinteren Reihe stehen lassen und hin und wieder landen sie sogar beim Altpapier. Man kann jedoch ganz andere Wege beschreiten.
Tom Phillips (*1937) ein bekannter englischer Maler, hat den alten englischen Roman „A human Document“ von William Hurrell Mallock (1849-1923), den „er zufällig fand“ genommen und ein neues Kunstwerk daraus gestaltet. Malend, zeichnend und collagierend hat er aus dem längst vergessenen alten Text durch das Freilassen bestimmter Buchstaben, Wort- oder Satzteile eine neue eigenständige Geschichte erzeugt. Da er an diesem Projekt bereits seit einigen Jahrzehnten arbeitet, sind inzwischen verschiedene Ausgaben erschienen und dieses Werk geniesst einen gewissen Kultstatus. Die Bücher werden ausschliesslich im Format des Taschebuchs publiziert.
Im Rahmen des Buchprojektes entstand als Nebenprojekt Oper „IRMA„, die von Brian Eno 1978 produziert worden ist.
 
     (Die Fotos dienen einzig der Veranschaulichung und erheben keine ästhetischen Ansprüche!)

 

 

 

 
Tom Phillips: A Humument. A treated victorian novel. Thames and Hudson, Second revised Edition, 368 Pages, London 1997.
Diese zweite, überarbeitete Ausgabe unterscheidet sich in etwa einhundert Illustrationen gegenüber der ersten Ausgabe von 1980. Wer mehr als die hier abgebildeten Illustrationen sehen und die neue Geschichte lesen möchte, wird hier fündig. Seit 2010 gibt es, wen wunderts?, Humument-Apps. Hier bleibt der Link ausgespart, wers braucht der suchet der findet…

 

 
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14 Gedanken zu „Viel mit Links: A Hum an Doc ument

  1. Ach, werter Herr Ärmel, gibt es denn etwas, was Ihr superiöser Herr Nachbar nicht besorgen könnte?! Kann man sich den mal ausleihen? Kost und Logis frei.
    Und ein wunderbares Buchprojekt, was Sie da präsentieren. Einzig Ihre Bemerkung zu Buch und Wackelschrank oder -tisch verdient sanften Tadel. Tsss. Phillipsisch angetane Grüße hin in's Zweistromland, Ihre Käthe.

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  2. Nun, werte Frau Knobloch, ich wills gestehen und es ist keine Indiskretion, dass mein Nachbar durchaus eigensinnartigen Anwandlungen sich hingibt. Kost&Logis möchten ihn kaum lockenanziehen. Bei mir hingegen darf er sich jederzeit gewiss sein, auf vorhandene Ärmelarchive nach Herzenslustbegehr zugreifen zu dürfen zu ungewöhnlichen Zeiten auch.
    Was den Ihrer geschätzten Meinung nach verdienten Tadel betrifft, so erübrigt es sich meines Erachtens und anmassend fände ich es überdies, Ihnen hinweisraterteilend mitteilen zu wollen, mit welch ungeahnter Phantasie manche Zeitgenossen Bücher zweckentfremdend in ihre alltäglichen Verrichtungen einzubauen imstande sind.
    Aus dem grausonnvormittäglichdahinfliessenden Zweistromland grüssend, Ihr Herr Ärmel

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  3. Verehrtester Feinärmel, ich möchte Ihnen den Famosnachbarn ja keineswegs ausspannen, nur mal so ausleihen zwecks Gutmusikkeschnellaustausch. Ein paar Tage vielleicht so ab und zu. Ich bin mir dessen bewußt, daß auch Sie, Herr Ärmel, mit Sicherheit ein patenter, neidenswerter Nachbar sind. Und ich Ihnen nie das Wasser riche, was Belesenheit betrifft.
    Was die Mißphantasie mancher Zeitgenossen betrefflich Buchgut angeht, da fängt das Mieder an zu beben und die innere Furie schnaubt hörbar. Trotzdem zugetan grüssend verbleibe ich, die Ihrige.

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  4. Nun, ich habe den Herrn Nachbarn kontaktiert und er empfahl folgendes (das ist der Nachbar, der nun anhebt zu sprechen): Ei saach dem Frolleinsche doch, dasse derr en elektrische Brief schreiwe soll mit ihre Winsch, dann kennd merrerer doch im Umschlag was zerickschigge – kannse dann schunn schreiwe… /// an dieser Stelle seiner Gedankenvokalentwicklung unterbrach ich den Nachbarredner sanft. Nun ist es an Ihnen Mrs. Knobloch, oder tut es noch Not, Sie auf Ihr Wortpresserkonto hinzuweisen, da würden Sie eine Anschrift finden. Herzlich, Herr Ärmel

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  5. Bitte grüßdankefeinen Sie dem Herrn Nachbarn. Mir geht es allerdings gar nicht um konkrete Wünsche, sondern mehr um Austauscherei. Kennseden, janein, hatderdavorhergespielt, isdasdasneueprojektvonder, undsoweiter. Schön bei einem Gläschen Wein, lecker gehungerstillt und dann Musikkeschwofelei. Mich dünkt, es wäre besser, wir gehen das anders an. Ich lade mich bei den Famosnachbarn ein, wenn der Herr Ärmel mal wieder im Zwostromlande weilt. Gar nicht bescheidene Wolljagrüße, die Ihrige.

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  6. So denn, wenn Ihre Hemmschwelle so niedrig ist – dann will ich gerne die Verbindung makeln, woll. Meine Offerte war als grundlegendes Angebot gedacht, ohne Völlerei&Trank. Spontan, schnell, jederzeit verfügbar uswusf… Ihr Vorschlag sagt mir natürlich noch mehr zu (warum schreibe ich das, Sie dachten sichs eh schon)
    Ich bin dann mal beim Nachbarnnachfragen wegen: Lead us not in Temptation, Sie ahnten es…
    spätsonnnachmittägliche Grüsse aus dem Bembelland

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  7. Herr Ärmel! Jetzt hat Sie der Bittermandelblick wohl völlig verwuschelt? Sie machen mir eine Spontanschnelljederzeitverfügbarofferte?! Sie sehen mich einigermaßen entsetzt! Und werfen mir gleichzeitig Hemmschwellenniedrigkeit vor? Ich vermute, Sie sind inzwischen einmal zu oft in den Glasgownahenkanal gefallen. Ichmußschonsehrummäßigungbittende Grüße, verbleibe ich dennoch als die Ihre, in der Hoffnung, es war nur der tildaische Bittermandelblick.

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  8. Wenn der Herr Ärmel mal das empfohlene Nachbarschaftsaustauschundempfehlprogramm installieren täte wär das alles halb so schwör 😉

    Schickes Buch übrigens, soll es angeblich auch als gebundene Ausgabe geben, für einen selbstverständlich horrenden Preis.

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