Rechtzeitig rechts abbiegen

Nach einem anderthalben Sonnentag klingts gegen übermässige Gefühlswallungen ruhig in der Dunkelkammer: Peder Af Ugglas – Beyond (2007)…

Ebenfalls gut für eine gediegene Erholung ist der folgende Hinweis. Wer sich von Triest aus in den Karst begibt, eventuell auch die Grenze nach Slowenien überschreitet, sollte auf kleine Büschel am Strassenrand gut achtgeben. Dort angebunden und mit einem wegweisenden Schild versehen führen sie den Reisenden zu einer nahegelegenen osmizza (slow. osmice). Bei uns vielleicht am ehesten als Strausswirtschaft bekannt.

                      (Foto anklicken und ausruhen)

Ungefähr zwei Kilometer über kleine Holpersträsschen rechts und links kurven und von kleinen Weinbergen gesäumt erreicht man einen Bauernhof. Dort gehts ebenso einfach wie unkompliziert zu. Schlichte Tische, die Bestellung wird in der Maschinenhalle aufgegeben und auch dort abgeholt. Wasser und Brot sind umsonst. Kein Schnickschnack. Ausgeschenkt werden die regional angebauten schweren roten Weine Terrano und Refosco sowie der weisse Malvasia. Die Weine schmecken für Wagenlenker eindeutig viel zu lecker. Dazu den würzigen Käse und ein hartgekochtes Ei und man verlängert die Pause gerne für eine zweite Karaffe Wein. Wer es mag bekommt auch feinen luftgetrockneten rohen Schinken oder eine kräftige Salami. Es liegen jedoch noch weitere Tagesetappen auf dem Reiseplan. Das Schloss von Duino liegt nicht weit entfernt und auf dem Weg dorthin passiert man das kleine Städtchen, dass einem anderen Getränk zu seinem Namen verhalf: Prosecco. Davon später, Rainer Maria Rilke weilt eh längst nicht mehr auf dem Schloss.

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32 Gedanken zu „Rechtzeitig rechts abbiegen

  1. Mit Wein habe ich dort unten immer so meine Probleme gehabt, der muss sich in der Luft mit irgend etwas verbinden was für unglaubliche Aromen sorgt (und anschließend für ´nen dicken Kopp) aber wenn man das in Flaschen abgefüllt mit nach Hause nimmt verliert der jedes Mal unglaublich. In Kućište gibt/gab es einen Weinbauern, der hatte einen unglaublichen Schwarzwein (rot konnte man dazu nicht mehr sagen) an dem wir uns dusselig gesoffen haben, aber die beiden mitgenommenen Flaschen wurden hier oben irgendwann entsorgt. Der war so unglaublich trocken, dass man nach dem ersten Schluck gedacht hat man wäre zwei Wochen durch eine Wüste geirrt.

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      • Wir haben wider besseres Wissen mal zwei Kisten Primitivo aus Apulien mitgebracht. Der ging weg wie das Wasser zum Zähneputzen, also ratzfatz. Das war die einzige gute Erfahrung.
        Aber ansonsten lassen wir das. Das schmeckt nie wie vor Ort. Es fehlt die Stimmung, das Ambiente und die Atmosphäre. Und die Karstweine sind wirklich speziell. Prosecco hingegen schmeckt überall und fast immer. Ne Pulle Aperol habe ich mitgebracht wegen des Mangels hier am Schwarzen Berg, der wird mit Schampus versetzt und kommt auch hier ab 25° Aussentemperatur hervorragend.
        Wolltest du eigentlich nicht mal hier vorbeikommen? Es soll jetzt gute Flüge auch von dir aus hierher geben…

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  2. Ende Mai ist nochmal Türkei mit den Kindern angesagt, die Lütte fand das so toll, da muss Opa halt nochma bluten für *g*, meiner Schwester hab ich ne Woche Besuch in Franken versprochen, weil ich gemerkt hab das Bamberg und Rothenburg o.d.T. in der Nähe sind und im September flieg ich nach Portugal, nochmal ´ne gute Freundin besuchen bevor sie nach Deutschland zieht. Was Urlaub angeht ist das Jahr dicht gepackt.

    Nächstes Jahr steht dann Norwegen auf dem Plan – und wenn Du dann immer noch da unten bist und man einigermaßen gut da hin kommt – Montenegro. Den Pappenheimer würde ich sowohl nach Norwegen als auch nach Montenegro mitbringen, falls er sich traut. Aber der kauft lieber Zeiss Objektive um Plettenberger Bäume zu knipsen *fg*

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    • Das liest sich in der Tat nach einem dichten Terminplan… Hier wirds wohl noch zwei, drei Jahre weitergehen. Aus Erfahrung rate ich dir allerdings, diese Reise nicht allzuweit in die Zukunft zu schieben. Wäre schade wenn ich dir hier nichts zeigen könnte.
      Und der Herr Pappenheimer, ach ja, die Regenwaldbewohner sind schon ein eigenartiges Völkchen und dabei doch überaus liebenswert……..

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  3. Bin mir noch unsicher, ob Triest in diesem Jahr an meinem Wegesrand liegen könnte – aber unbedingt nehme ich aus diesem Beitrag mit, egal wo ich dieses Jahr langkomme, besser und genauer auf den Wegesrand zu achten. Kleine Schätze könnten dort zu finden sein 🙂

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    • Mein Vorschlag dazu: Lege deine Route so an, dass Triest nicht nur am Wegesrand sondern mitten auf deiner Strecke liegt.
      Die kleinen Wegweiser findet man allerdings nicht auf der Autobahn, dafür müsstest du auf Strassen zweiter oder dritter Ordnung ausweichen.
      Das abgebildete Zeichen befindet sich an der SP6

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  4. Wie zufrieden die schlichtesten Dinge doch machen können. Sie verstehen es wirklich, Neugierde und Reiselust zu wecken, Herr Ärmel. Und eigene Erinnerungen herauszukitzeln. Diese Dorfgastwirtschaft in Ribeiro Frio, oh, nie aß ich einen besseren Espetada. Und zack, rappelts im Fernwehzentrum, da zwischen Bauch und Herz. Grmpfende Grüße, dennoch herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

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    • Als kleinen Grmpfdämpfer lade ich Sie zu einem kurzen Abstecher ins viel näher gelegene Duino an – wie wärs damit, liebe Frau Knobloch.
      Dies schon vorab verbunden mit den besten Grüssen von, Ihrem Signore Aermel

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      • Ach, wie liebenswürdig. Allerdings geht es mir diesjährig wie dem Herrn Zaphod, das bißchen Urlaub, was man sich gönnt, ist schon fest getackert. Mitte Mai der Knoblochsippenurlaub im schönen Harz, Pfingsten rockt uns Herr Lindenberg am schönen Rhein, sommers folgen diverse Musikkefestivitäten, unter anderem der Herr Jung im bonfortionösen Dresden undsoweiterundsofort…
        Aber über Ihr Grmpfdämpferpralinchen freue ich mich kringelig. Herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

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  5. Pingback: Flanieren ist allemal bekömmlicher als schreien | Fotografie und Text

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