Silbenwortsatzlos

Kraftvolle Ohrenerleuchtung vom Kalvarienberg: Bézéd´h – Les Illuminés (2007)…

Ein Mann ersteigert Teile des Eigentums eines anderen Menschen. Bei einer Ramschauktion. Sichtet die Artefakte und setzt sich damit auseinander, staunt, wundert sich.Macht sich auf die Suche nach der Frau, die ihm unauffindbar bleibt trotz aller neuen technischen Möglichkeiten. Ist fasziniert, von dem, was er gefunden hat. Sucht und kauft von anderen Erwerbern bei jener Versteigerung hinzu. Beginnt anzusammeln. Das Geheimnis wird grösser. Zieht ihn in seinen Bann. Als er die Person identifiziert, anhand der Gegenstände ihren Aufenthaltsort ausfindig macht, stösst er auf die Nachricht ihres Todes. Eine kleine Zeitverschiebung bloss, das endgültige Zu spät!

Wie gehen wir um mit den Fragen, die nicht mehr beantwortet werden, wie gehen wir um mit dem Willen eines Verstorbenen. Stirbt der Wille mit dem Körper? Es scheint, dass häufig der Respekt vor einem Menschen mit seinem Ableben zu Grabe getragen wird.
                                                 (Foto anklicken um die nicht gegebene Antwort besser zu verstehen)
Mathildenöhe Darmstadt, (c) 2009

 

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35 Gedanken zu „Silbenwortsatzlos

    • Ich vermute diese Verabschiedung unter anderem in den schlechten Erziehungsübungen bei kleinen Kindern schon. Kinder stehen von kleinauf nicht an dem ihnen zugemessenen sozialen Platz. Wie soll sich ein Haken sich krümmen können, wenn weder Hänschen noch Hansettchen das je gelernt haben.
      Abendschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

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  1. Unsagbar traurig ist der Verlust von Werten.Wie soll eine Gesellschaft,die Alter und Tod verdrängt mit der Größe von beiden achtungsvoll umgehen können.Haben Sie einen guten Abend verehrter Herr Ärmel.Freundliche Grüße an Sie.Ihre Arabella

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    • Eine tiefe Frage, die gleichwohl einer schlichten Antwort widerstrebt, geehrte Frau Arabella.
      Den Zauberwortnagel hat wohl die weise Frau Knobloch wieder mit einem wohlgesetzten Hammerschlag ins Denkholz getrieben: vielschichtig.
      Endlichwochenendöiche Grüsse vom Schwarzen Berg

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      • Tja,Herr Guinness hat es auf den Punkt gebracht.Es ist der tiefe Respekt den Frau Knobloch allem und jedem entgegenbringt,der sie für uns so wertvoll macht.
        Der Artikel den ich im Stern über die Dame Vivian las,war nicht umfassend genug um den Ihren zu erklären.So sehr sind Sie,verzeihen Sie wenn ich getroffen sage.

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        • Der Herr Guinness hat meistens Recht mit dem, was er sagt.
          Die Dame maier beschäftigt mich. Ziemlich würde ich sagen. Vom photographischen und auch vom menschlichen Standpunkt. Getroffen bin ich weniger, da bin ich wahrscheinlich zu lange unterwegs…
          Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Nachtruhe, Ihr Herr Ärmel

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        • Gut, nicht nur dem Kommentarknecht zu vertrauen, sondern eigenbloggig die Einträge zu verfolgen. Fast wären mir Ihre und Ihre Wohlworte entgangen, mein lieber Herr Ärmel und liebe Frau Arabella. Zartrosawangenbehuscht danke ich Ihnen beiden und muß doch mein Veto einlegen. Ich? Weise? Herr Ärmel, mich deucht, meine Bauernschläue täuscht Sie. Weise, nein, so sehe ich mich nicht. Vielleicht später, irgendwann. Aber da ist mein Plan eigentlich ein anderer…
          Vielliebe Grüße an Sie beide, mit Schönstwochenendwünschen, Ihre Frau Knobloch.

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  2. Eigentlich viel zu vielschichtig, dieser silbenwortsatzlose Fragetext. Ich simplifiziere mal, weil er mich gerade mitten in meine Gedanken trifft:
    Er begegnet ihrem Gewesenen. Weiß es nicht. Nutzt seine Möglichkeiten, sie zu finden. Findet sie zu spät. Und mit dieser Einsicht bekundet er seinen Respekt. Trauert, wie ihm angemessen. Was in seinem Besitz verbleibt, ist nicht sie, doch er könnte ein guter Verwalter ihres Geheimnisses sein. Könnte…

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    • Wie der Frau Arabella bereits mitgeteilt, hochwertgeschätzte Frau Knobloch, ist Ihr Kommentar wieder ein rechter Abendknüller. Und das schlussendliche „Könnte…“ eine wahre Erkenntnisbombe.
      Mit einer geziehmenden Verboygung sende ich die besten Grüsse gen Lippischnordwest : wie stets, Ihr Herr Ärmel

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      • Dabei behagt mir dieses „Könnte…“ irgendwie gar nicht beim erneuten Lesen. Es schwingt so etwas fanatischgefährliches darin mit. Bitte beziehen Sie dieses nicht auf sich, mein lieber Herr Ärmel. Sie erscheinen mir weitsichtigklug genug, derley Tümmeley nicht zu erliegen. Ich werfe gerade Eigenerlebtes gedanklich zu sehr in den Ring. Ich betrachte Sie als einen sehr verläßlichen Verwahrer.
        Ich danke Ihnen für Ihre Wohlworte und Gutwünsche und antworte mit einem ungemein herzlichen Gruß gen Schwarzberganien, Ihre Frau Knobloch, zugetan.

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  3. Guten Abend Herr Ärmel. in Ihrem Text müßte es wohl wie folgt lauten: “ WIE gehen wir um mit den Fragen… es grüßt sehr herzlich aus einer, vor meiner Türe, nach Jasmin dufteneden Nacht – Frau Blume

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    • Frau Blume – welch superbe Überraschung ist Ihnen geglückt. Ein herzliches Willkommen in der Dunkelkammer.
      Ich stehe in Ihrer Schuld. Wie konnte mir ein täppischer Fehler unterlaufen. Untröstlich wäre ich, hätten Sie mich nicht darauf aufmerksam gemacht, dafür meinen feinschönen Dank.
      Endlichwochenendliche Grüsse vom Schwarzen Berg

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    • Schwierig, mir im Moment zu folgen, da ich ziemlich weit entfernt bin *ggg*
      Nach Ansicht zweier Flime über Vivian Maier, und sie steht mir knietief in meinen Gedanken, erhebt sich mir die Frage, ob ich überhaupt noch Strassenfotografien machen soll?
      Und das Leben dieser Frau beeindruckt mich zunehmend und wirft mir Fragen über Fragen vor die Füsse. (das wird sicher aber sicher wieder legen…)

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  4. „wenn man sich in eine fremde Biografie vertieft…“ – schon mal „Nachtzug nach Lissabon“ gelesen/als Film gesehen? Das seltsamste Buch, das ich je gut fand, obwohl es eigentlich gar nicht so gut ist… paradox, ich weiß … das isses ja gerade.

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        • Der Nachtzug nach Lissabon – an diesem Buch lese ich seit einem halben Jahr. Einerseits ist das Buch faszinierend, trotzdem vermag es mich nicht zu fesseln, so dass ich immer wieder anderen Büchern den Vorzug gebe.

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          • Das entspricht ungefähr meinem damaligen Lesegefühl: Einerseits soll es Lesern in der Midlife crisis Mut machen, durchaus den breitgelatschten Pfad zu verlassen, denn siehe: Es geht doch noch so viel —- Alter hin oder her — und in Diktaturen war eh alles sooooo viel schlimmer als zu Hause; andererseits passiert eine unrealistische Wendung nach der anderen, die einen beim Lesen nur den Kopf schütteln lässt, aber bevor man das „Werk“ in die Ecke pfeffert, erinnerts passagenweise doch an das Traktat vom Steppenwolf (versetzt in neuere Zeiten), und dann liest man grinsend weiter… und wenn man es durch hat, schüttelt man es ab: Leseeindruck? Keiner! Dachte ich erst. Inzwischen weiß ich, dass der Leseeindruck fester sitzt als bei so manchem Buch, das ich deutlich besser fand. Und das ist für mich das eigentliche Rätsel.

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          • Mein Plan – vor dem Lesen des Buches – sah ja so aus: zuerst Buch lesen, dann Film schauen (umgekehrt ist ja meistens eine schlechte Idee). Mal schauen, vielleicht schaffe ich es irgendwann mal mit dem Fertiglesen – und schaue den Film an. Ehrlich gesagt: gereizt hat mich am Buch ja vorallem, da eine der Schlüsselszene bei der Kirchenfeldbrücke stattfindet – und ebenjene Brücke überquere ich täglich mehrfach.

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          • Vielleicht hilft eine weitere Meinung: In das Buch bin ich förmlich hineingefallen. Fand mich in allen Ebenen zurecht und ergab mich etlichen Ahamomenten. Lernte dazu, fand spannende Geschichtsschreiberey. Die Sprache war mir gewogen. Den Film wagte ich hingegen noch nicht zu sehen. Zwar bin ich Herrn Irons durchaus zugetan, doch als Mundus Gregorius? Neinneinnein. Da habe ich eine ganz andere Vorstellung. Herr August hat jedoch durchaus nicht nur ein Gespür für Fräuleinsmillasverfilmung, also söllte ich vielleicht doch…Dilemma!
            Lieber Herr Ärmel, schön Sie beendigtausflügend wiederzulesen, mit Feinstgrüßen gen Schwarzen Berg, Ihre Frau Knobloch, zugetan.

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