Von wegen das gibts heute nicht mehr

Ein vorzüglicher Hinweis von Herrn Autopict. Und obendrein eine Dreimenschkapelle, die mag ich in den unterschiedlichsten musikalischen Richtungen oft sehr gerne. Hier in jazzigem Spiel: Tingvall Trio – Beat (2014)…

So ein typisch heisser Schwarzbergsommer wirds nicht mehr werden in diesem Jahr. Die Maximaltemperatur wird laut dem Wetterwahrsager am Tag nicht über 37° steigen. Man merkt es auch daran, dass die Hauptstadt nicht menschenleergefegt ist tagsüber.
Der Alte gegenüber sitzt auf einer Bank. Er hat in der Grünanlage vor dem Wohnblock ein kleines Stück mit Flatterband umzäunt. Rasen ist ausgesät, der bereits prächtig treibt. Drumherum stehen Kirschlorbeeren.  Gegen Abend schliesst er den Schlauch zum Wässern in einem der kleinen Läden an.
Die vielen Bänke überall in den Anlagen und an den Strassen werden reichlich genutzt. Bei einbrechender Dunkelheit lassen sich Liebespaare zum vertraulichen Plausch darauf nieder. Die Wohnungen sind durchweg klein und die Vorstellungen vieler Eltern sind hier längst noch nicht überholt.
Die jungen Frauen ziehen nach der Hochzeit zur Familie des Ehemannes. Aus diesem Grund gibt es elterliche Zusagen zu Beziehungen erst, wenn die Familienverbindungen geklärt sind. Haben wir mit der zukünftigen Familie eine „alte Geschichte“, gar eine Rechnung offen. Wird uns diese Familie in der Zukunft Vorteile bringen aufgrund ihrer Beziehungen. Und überhaupt sind da wichtige Faktoren zu berücksichtigen wie Religion oder nationale Herkunft. Serben vielleicht, Kroaten eher nicht. Das hängt natürlich auch mit den persönlichen Familiengeschichten zusammen.
Die junge Frau erzählt, dass ihre Familie nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Grundstudium kein anschliessendes Masterstudium bezahlen wird. Wieso in eine fremde Familie investieren, die Tochter ist doch dann weg und andere kassieren die Rendite ihrer Ausbildung. Immobilien werden in aller Regel an männliche Nachkommen vererbt.
Der Lehrer in der Tanzschule ist Mitte zwanzig. Unverheiratet. Bachelor mit gutem Ergebnis angeschlossen. Ein aufgeweckter junger Mann. Frau Waas erkennt das schnell erkannt und lässt ihm alle möglichen Hinweise auf europäische Studienförderprogramme zukommen. Er ist begeistert, was für europäische Studenten so alles möglich ist auch ohne die finanzielle Unterstützung der Eltern. Das Erasmus Programm zum Beispiel kennen selbst manche deutsche Eltern nicht. Die gute Frau Waas ermuntert den jungen Mann hin und wieder, beantwortet Fragen nach dies und jenem.
Nach einiger Zeit die Nachfrage nach dem Fortgang der Überlegungen. Der Mann kann nicht ins Ausland gehen. Der Vater baut ein Riesenhaus irgendwo auf dem Land. Und alle Kinder müssen mit ihren schmalen Einkünften zum Neubau beitragen. Wird ja auch mal ihr Haus sein.
Also keine internationalen Erfahrungen, kein Tanzstudium und eine weitoffene Zukunft sondern weiterhin für ein paar Euro linksfüssigen Leuten Walzer und Salsa beibringen. Die Welt schön klein halten. Zwei Flugstunden von Mitteleuropa entfernt am Beginn des 21. Jahrhunderts.
Zwei Fälle nur, die hier allerdings repräsentativ für die Mehrheit der Bevölkerung sind. Kein Wunder, dass mutige junge Menschen irgendwann ihr Bündel packen. Wenige sind es jedoch, die sich der Familienbande entledigen können. So werden viele Bänke auch weiterhin regen Besuch haben.
(Foto anklicken und gross gugge – die rotgefärbten Wörter sind Links und wollen gerne angeklickt werden)

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34 Gedanken zu „Von wegen das gibts heute nicht mehr

  1. Entscheidend ist doch wohl die kulturelle Selbstbestimmung vor Ort, denke ich. Und daß man dem Gotte des Indidualismus zu huldigen habe – nun, diese Konsequenzen bzw. Rechnung erfährt das erste Europa geradezu schmerzlich und zu recht. Ersteinmal ist Familie alles; das hat schon alles seine richtige Ordnung so. Alles weitere ergibt sich dann. Hängt ja schließlich auch von der jeweiligen Aufgeschlossenheit ab.

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    • Hinsichtlich der Familie stimme ich Ihnen grundsätzlich zu. „Alles weitere ergibt sich dann…“ und somit auch die geschilderten bedrückenden Probleme.
      Natürlich gibt es den jeweiligen kulturellen Habitus. Der ist meiner Meinung nach auch prinzipiell zu respektieren und zu akzeptieren. Wenn man sich jedoch tiefere Einblicke verschafft und den jeweiligen Habitus verstehen lernt, dann zeigen sich schon die verschiedenen Facetten. Und in einer Welt der kurzen Informationswege lebt keine Kultur mehr ohne Wissen von den anderen Kulturen. Und genau dort beginnen die teilweise unlösbaren Schwierigkeiten für die betroffenen Menschen. Und auf verschiedenen Ebenen, teilweise sich gegenseitig verstärkend. Hier z.B. übernehmen Familien bei uns bekannte sozialstaatliche Funktionen einerseits. Andererseits jedoch schränken sie Menschen gnadenlos ein. Wenn diese Menschen nun ihre Familien und damit ihr Land verlassen, schlägt das auch wieder auf das Land zurück in vielfältiger Weise.
      Und was nutzt die offenste Aufgeschlossenheit, wenn ein schlichtes Verbot sie verriegelt und Menschen ihren CLan- oder Familienbanden fesselt…
      Ich rede damit dem nicht weniger gnadenlosen Individualismus keinesfalls das Wort. Meine Vorstellung besteht darin, dass Menschen die Systeme in denen sie leben, ihren eigenen Veränderungen entsprechend verhandeln und anpassen müssen. Der auf die Spitze getriebene Individualismus ist ebenso schädlich wie feudale Familienstrukturen.
      Mittäglichhochsommerheisse Grüsse vom Schwarzen Berg

      .

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      • Viele Ihrer Gedanken halte ich für sehr nachdenkenswert. Selbstverständlich ist immer alles ein Miteinanderagieren und steht in ständiger Wechselbeziehung.

        Betrachten wir die Geschichte, so befinden wir uns selbst, gerade auch als Betrachter, ja immer am Ende einer mehr oder wenig unendlich langen Entwicklungskette. Soll heißen, Mechanismen haben sich entwickelt, weil sie sich als lebensfähig und überlebensfähig erwiesen haben (Subjektivierung) innerhalb einer Gesellschaft. D.h. es existiert nicht nur theoretisches Wissen darum, warum etwas so sein soll(te), sondern jahrtausendalte Erfahrung bezüglich der Vor- oder Nachteile eines bestimmten Verhaltens. Insofern weiß ich nicht genau, ob „feudale“ Familienstrukturen möglicherweise nicht doch ihre Berechtigung haben. Oder ob eine solche Bewertung nicht doch einfach nur eine nicht alles umfassen könnende Außenbeurteilung verkörpert.

        Was die angesprochenen Schwierigkeiten aufgrund neuer zugänglicher Informationen betrifft, nun ja, hier sind eben diejenigen Grundlagen gefragt bzw. deren gesellschaftliche Durchdringung, auf denen die existierenden Erklärungsmodelle beruhen. Existieren moralische und ethische Werte, die nicht verhandelbar sind, und hat die Gesellschaft es verstanden, diese an die jeweils nachkommenden Generationen weiterzugeben, so sollte es im Idealfall keine Problematik sein, daß die jeweils im Jetzt Lebenden in der Lage sind, von außen kommende „Verlockungen“ bzw. „Verheißungen“ herunterzubrechen und mögliche Langzeitwirkungen zu erkennen. Einschließlich notwendiger Entscheidungen.

        Sind die existierenden Erklärungsmodelle hingegen unzulänglich, wird es über jenen Teil der Nomenklatura hinaus, der sich aus jeder Gesellschaft heraus sowieso nach außen und in die Fremde orientiert, unweigerlich dazu kommen, daß es zu schwerwiegenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungen kommt und dann in einer Flucht des zu unterliegen scheinenden Teils endet, soweit möglich. Wobei hier natürlich noch andere Faktoren zum Tragen kommen, wie beispielsweise jene, die den materiellen Reichtum einer Gesellschaft, eines Landes, betreffen sowie die mögliche Abhängigkeit oder Unabhängigkeit gegenüber Ausbeutung durch Drittstaaten oder -Kulturen. Usw. usf.

        Ich schließe mich uneingeschränkt Ihrer Auffassung an, daß „Menschen die Systeme, in denen sie leben, ihren eigenen Veränderungen entsprechend verhandeln und anpassen müssen“. Gleichmacherei kann niemals das Ziel sein. Wie es so schön heißt: Ich habe die Menschen in Stämmen erschaffen, auf daß sie einander kennenlernen mögen.

        Wo also ist der Mittelweg zu finden?

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        • Kommentare sind schrecklich schön. Schrecklich, weil sie eben doch das menschliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht nicht zu ersetzen vermögen; schön hingegen sind sie, weil überhaupt, wenn auch nur ansatzweise, eine Form des Austausches zwischen Menschen ermöglicht wird, die sich anders vielleicht nie begegnet wären.
          Ich kann Ihre Argumentation gut nachvollziehen. Aus dem Lauf der Geschichte ist zu erkennen, dass diese Änderung und Anpassung über lange Zeitläufe der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, so will es scheinen, auch mehr oder weniger funktioniert hat.
          Für mich liegt der Knackpunkt weniger im Richtig oder Falsch einer feudalen Gesellschaftsstruktur, als in deren Niedergang. Oder genauer in deren scheinbaren Niedergang im 18. Jahrhundert. Stichworte: Aufklärung, Französische Revolution und der Aufstieg des Bürgertums.
          Meiner Meinung nach wäre es die vornehme Aufgabe des Bürgertums gewesen, die Ideale der Französischen Revolution zu realisieren. Diese Ideale waren Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Freiheit im Geistesleben, Gleichtheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Im Zuge der aufkommenden Industrialisierung spaltete sich jedoch das Bürgertum. Die Besitzenden, das nachmalige Grossbürgertum, das die Macht zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse gehabt hätte, war allerdings mehr daran interessiert, den degenerierten Adel und dessen Lebensweise nachzuahmen.
          Das dadruch abgespaltene Kleinbürgertum wurde in die Rolle der vormals unfreien Bauern gezwungen. Zur Festigung seiner Vormachtstellung, zur Unterdrückung des entstehenden urbanen Proletariats, zur Maximierung des eigenen Profits wurden die Ideale der Französischen Revolution pervertiert.
          Es entsatnd die Freiheit im Wirtschaftsleben (im 20. Jhdt. „Freie Marktwirtschaft“), Die Brüderlichkeit im Rechtsleben (neue Formen der Korruption -> eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus) und die Gleichheit im Geistesleben (hypertrophierter Individualismus). Beispiele aus den letzten zweihundert Jahren lassen sich mannigfaltig herleiten und aufzeigen. Die Familien wurden zerrissen durch eine gewaltige Binnenmigration (Wanderarbeiter), die Natur wurde und wird hemmungslos ausgebeutet und zerstört, der (europäische) Kolonialismus findet nach wie vor statt, wenn auch in subtilerer Form (Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit).

          Wo meiner Meinung nach der Mittelweg zu finden ist? Ich sags als Kleinbürger mal ganz deutlich: in der Abschaffung der sogenannten „bürgerlichen Werte“ mitsamt ihren falschen Götzen, allem voran der verhängnisvolle Wachstumsgötze, der ersetzt werden muss durch das den Wert der Menschlichkeit. Sodann die umgehende Wiederherstellung der Ideale der Französischen Revolution in ihren richtigen Zuordnungen. Abschaffung der wirtschaftlichen Geldspekulation. Aktiengesellschaften hatten in vergangenen Zeiten ihre Richtigkeit zur Finanzierung von grossen Unternehmungen, heute dürfen sie nur sozialen Unternehmungen dienen. Aber sagen sie das mal den Kleinbürgern mit ihren Sparbüchern und Lebensversicherungen. Wobei, dafür sorgen Banken und Versicherungen ja gerade, indem sie den Kleinanlegern keine Zinsen mehr zahlen. Und so weiter und sofort. Derlei wird in Zukunft ohnehin geschehen, denn keine Gesellschaftsform währte ewig. Der Niedergang des Bürgertums ist meine Hoffnung. Darin bin ich mit dem Gang der Welt versöhnt.
          Ich würde diese spannenden Themen jetzt lieber mit Ihnen im Dialog besprechen. Deshalb genug an dieser Stelle. Einen Eindruck meines Denkens werden Sie bekommen haben.

          Haben Sie bis hierher gelesen? Dann wünsche ich Ihnen einen gediegen geruhsamen Abend, Ihr Herr Ärmel

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          • Herr Ärmel, meinen aufrichtigen Dank für die einführenden Worte Ihrer Entgegnung, denen ich aus vollstem Herzen zustimme. Begegnen wir uns also ersteinmal weiter hier in der Weite des Internets. 🙂

            Bitte erlauben Sie mir eine zeitverschobene Antwort auf Ihren ausführlichen Kommentar zu einem späteren Zeitpunkt.

            Danke und herzliche Grüße.

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          • Nun ja, was die Legende der Französischen Revolution betrifft, darf nicht vergessen werden, woher der Wille des Volkes zur Revolution überhaupt stammt. Schließlich hatten der Siebenjährige Krieg von 1756-63 und die Beteiligung am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Frankreich effektiv in den Bankrott geführt. Und genau diese Diskussionen, wie Frankreich denn nun aus diesem finanziellen Morast zu befreien wäre, waren es dann, die zu den ersten wirklichen Brüchen innerhalb des politischen Establishments führten. Einerseits forderten die Bürgerlichen, daß Louis XVI und seine landbesitzenden Courtiers radikale Schritte unternähmen, um Not und Elend im Lande zu lindern. Andererseits war der König unglücklicherweise zu realitätsfremd, dazu schlecht beraten und generell zu einflußlos, um die Situation meistern zu können. Folglich wandelten sich die Rufe nach Reform hin zur offenen Revolte – und heuer ist das Land eine Republik (was wiederum weniger mit den Vorgängen um 1878 zu tun hat).

            Was war übriggeblieben? Abgesehen von der Einführung eines blümeranten Revolutionskalenders und einem, man könnte fast sagen, therapeutischen Blutvergießen hat die Revolution den Armen, für die sie doch gemeint war, so gut wie keinerlei Vorteile verschafft. Ja, die oberste Schicht der privilegierten Aristokratie war hinweggefegt worden; doch wurde diese nun von Bürokraten ersetzt, die genausoviel Macht und Gewalt ausübten wie die frühere Aristokratie. Anfang 1796, sechs Jahre nach Ausbruch der Revolution, befand sich die Wirtschaft noch immer im Kollaps, und die Armen starben vor Hungersnot und Kälte dahin wie die Fliegen. Unterdessen häufte die Nouveau-Riche-Bourgeoisie mit Schwarzmarktgeschäften ungeheure Vermögen an, deren Bestand sie sich mit Bestechung korrupter Beamter sicherten. 1797 dann schaffte man mit der Einführung der Pressezensur die Redefreiheit ab. 1802 wurde die Sklaverei wieder legalisiert und allen Aristokraten, die zuvor nach England geflüchtet waren, Amnestie gewährt. Kurze Zeit später hatte Frankreich dann einen Militärdiktator, der sich selbst Kaiser nannte, eine neue „kaiserliche Aristokratie“ einführte und eine Großnichte Marie-Antoinettes ehelichte. Und um allem die Krone aufzusetzen, zog 25 Jahre nach der Revolution, 1814 nämlich, König Louis XVIII, Enkel von Louis XV, unter den Hochrufen „Vive le roi!“ in Paris ein. Frankreich war mehr oder weniger genau wieder dort, wo es einstmals gestartet war. Wenn man das nicht einen langanhaltenden Wechsel nennen kann …

            Zum Thema Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hatte ich mich bereits an anderer Stelle ausgelassen, und zwar hier: „Gedanken zur Unbegrifflichkeit. – Heute: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/03/04/gedanken-zur-unbegrifflichkeit-4-heute-freiheit-gleichheit-bruderlichkeit/. Die sogenannten Ideale dieser Revolution haben m.E. niemals existiert und sind letztendlich nicht mehr als eine schöne Gutenachtgeschichte für die Schulbank. Dort kann man so etwas ja noch erzählen, denn woher sollten die jungen Wißbegierigen es auch anders wissen? Bleibt festzuhalten, daß somit fürderhin auch nichts pervertiert werden konnte, denn wo nichts ist, kann eben auch nichts sein.

            Ihren Vorschlägen zum Mittelweg kann ich viel abgewinnen. Hinzuzufügen wären meinerseits zumindest noch das Grundübel des Zinses abzuschaffen (interessanterweise ist in allen großen Religionen das Zinsnehmen verboten) sowie die Abschaffung eines weiteren Grundübels, daß nämlich Politiker über die Geldverteilung im Staate bestimmen dürfen. Fiele dieses Privileg, fielen gleichermaßen zumindest monetäre Korruption und ebenso der dazugehörige Lobbyismus. Das wär‘ dann schon mal was …

            Ich sehe gerade, das ist jetzt schon wieder so ein langer Text geworden. Aber das kommt eben davon, wenn man sich von Herrn Ärmel inspirieren läßt … 😀

            Ich grüße herzlichst in den Morgen!

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          • Ihrem ersten Absatz, Herr Ärmel, möchte ich mich rückhaltslos anschliessen. Blogs – sind einfach tolle und interessante Fädenspinner. Dabei habe ich den Eindruck, dass es auch hierbei wie im realen Leben ist: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

            Und was die immer reichhaltigeren Kommentargespräche betrifft so war der Wechsel zu wordpress doch gar keine so schlechte Wahl, 🙂

            Schönes Wochenende wünsche ich ihnen.

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            • Irgendwie ist mir der Kommentar verrutscht. Es war meine Absicht zu antworten auf:

              „Kommentare sind schrecklich schön. Schrecklich, weil sie eben doch das menschliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht nicht zu ersetzen vermögen; schön hingegen sind sie, weil überhaupt, wenn auch nur ansatzweise, eine Form des Austausches zwischen Menschen ermöglicht wird, die sich anders vielleicht nie begegnet wären.“

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  2. Ich musste lange am Äquator leben, um die Vorzüge meines Herkunftslandes kennen und schätzen zu lernen, das von der eingeborenen Bevölkerung meist nur bemeckert und benörgelt wird…
    Mittäglichhochsommerheisse Grüsse vom Schwarzen Berg

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  3. Klingt für mich Kesselstädter wundervoll normal und geregelt, vor allem in Bezug auf Europas Machtelite gesehen…
    Ein seeeehr interessanter Artikel von Radio Schwarzer Berg, herzlichen Dank, und schön, dass es angenehm kühl unter 37 Grad wohl weiterhin bleibt *g*

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    • Och, für mich als Kulturwissenschaftler (europäische Geschichte) ist durchaus aus interessant in einer spätfeudalen Umgebung zu leben. Das macht Geschichte (und natürlich unsere eigene) (be)greifbar
      Nachmittäglichdrückendschwüle Grüsse vom Schwarzen Berg

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  4. Die Traditionen beizubehalten und sich dennoch zu öffnen, ist dieses Problem denn wirklich nicht zu lösen?
    Im übrigen finde ich es richtig, dass die Familien zuerst und vor dem Staat bei der Versorgung ihrer Mitglieder einspringen. Ich bin hoffnungslos altmodisch.

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  5. Hmm, die Frage, die bei mir auftaucht ist ja, warum muss es diese familiären oder auch kulturellen Verbote geben? Wozu sind sie gut? Vor was schützen sie? Wie gross muss doch die Loyalität sein … Ich habe Ihren Beitrag mit einem gewissen Gefühl der Tragik gelesen.
    “ Meine Vorstellung besteht darin, dass Menschen die Systeme in denen sie leben, ihren eigenen Veränderungen entsprechend verhandeln und anpassen müssen.“ Da stimme ich Ihnen vollen Herzens zu. Viele Grüsse. Ihre Frau Coupar

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    • „…warum muss es diese familiären oder auch kulturellen Verbote geben? Wozu sind sie gut? Vor was schützen sie? Wie gross muss doch die Loyalität sein…“
      Es gab Zeiten, da sicherten jene „Verbote“, nennen wir sie lieber Vorschriften das schlichte Überleben im sozialen Verband. Die Loyalität einerseits ist so gross wie der Druck andererseits. Es gibt im ganzen and nur sehr wenige Jugendliche im Gefängnis. Klingt gut, nicht wahr. Wenn z.B. ein Jugendlicher beim Klauen erwischt, regelt das Finder auf seine Art. Beschwert sich der Jugendliche zuhause über die körperliche Züchtigung, gibts nochmals von den Eltern, da die Familienehre beschmutzt worden ist. Wird dabei versehentlich jemand getötet, gehen die Probleme los. Weil rechtsstaatliches in diesen Gesellschaftsformen, in denen Familienbande (konkret) übder den staatlichen Organisationen (abstrakt) stehen, glaubt man natürlich nicht an Gerichte oder gar einen fairen Prozess. Diese Staaten sind aber mittlerweile „rechtsstaaten“, im weitesten Sinne jedenfalls. Aber wenn ich Sie kenne, als Delinquentin, die mir mein Auto angefahren hat und ich brauche ihre Familie für ein Geschäft, dann werden wir wie auch immer einigen in einem Streitfall…… Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage wenigstens im Ansatz…
      Spätnachmittäglichungrige Grüsse vom Schwarzen Berg

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      • Lieber Herr Ärmel, ja das beantwortet mir meine spontan gestellte Frage. Vielen Dank dafür. Ich habe übrigens gar kein Auto … 🙂
        Nebenbei: Ich habe Ihren Kommentar bei Frau Arabella gelesen und bin da ganz bei Ihnen. Genau diese Gedanken hatte ich auch. Vielen Dank auch dafür, fürs Teilen. Liebe frühabendliche Grüsse. Ihre Frau Coupar

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  6. Oh, ich lese mich. Schön sieht das aus. 😉
    Ansonsten ein sehr interessanter Artikel und auch die Kommentare laden ein, die eigene Existenz und die Werte, die man vielleicht weitergibt, zu reflektieren.
    Das mal nur in Kürze.
    Frühmorgendliche Grüße.

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  7. Manche Veränderungen brauchen eben Zeit. Und ist das nicht gut so? Weil, wenn sie von den Menschen, die es betrifft, selber angestrebt und umgesetzt werden, sind sie auch nachhaltiger, verwurzelter.
    Ich bin immer etwas unschlüssig, wenn ich auf solche altmodischen Strukturen treffe. Hin- und Hergerissen zwischen Ablehnung und Neid. Der Individualismus, wie er heute in Deutschland gelebt wird, hatr ja durchaus auch seine NAchteile, weil er mir oft als Arroganz und Egoismus begegnet. Abhängigkeit von familiären Banden durfte ich in jungen Jahren dagegen selbst beobachten, bei Freunden und beim Ex-Gatten, und verabscheuen. Wo also ist der Mittelweg zwischen Individualismus, persönlicher Freiheit und dem Leben in der Gemeinschaft, das auch ein paar Rücksichten von uns verlangt?

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    • Selbstverständlich brauchen Veränderungen Zeit.
      „Wo also ist der Mittelweg zwischen Individualismus, persönlicher Freiheit und dem Leben in der Gemeinschaft, das auch ein paar Rücksichten von uns verlangt?“ – Diese Frage könnte man wohl auch die Suche nach dem Stein der Weisen nennen.
      Mein Credo dazu lautet: „think globally, act regionally“, d.h. die Welt im Blick haben in meinem Tun und Lassen und in meinem unmittelbaren Lebensumfeld so zu handeln, dass alle Beteiligten (hoffentlich) gut miteinander auskommen können…

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  8. Hhm…, Inch, dein Kommentar trifft mich gerade in einer aktuellen Situation und ich versuche zu ordnen.

    Die Mitte ist wohl für jeden woanders, weil auch die Extreme rechts und links davon, für jeden woanders liegen. Die Bandbreite ist eben unterschiedlich. Wo ich z.b. aktuell meine absolute Grenze für einen Preisnachlaß sehe, befindet sich mein Gegenüber viellicht gerade in seiner Mitte. Wenn ich das so für mich akzeptiere, kann ich auch wesentlich besser damit umgehen. Es geht also in dieser Preiskontroverse nicht darum, mich „armes, kleines Würstchen“ weiter im Preis zu drücken, sondern einfach um unterschiedliche Wertkorridore.

    Ich habe für mich den Eindruck das es die Dinge vereinfacht, wenn ich in meiner rein emotionalen Erregung wieder ein gutes Stück „Versachlichung“ einfliessen lasse. Herz und Verstand. Ein gutes Team. Die wirkliche Mitte werden wohl auch diese beiden niemals finden. Vielleicht ist es einfach so.

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  9. Von wegen das gibt´s heute nicht mehr (in Deutschland) – schon mal was vom Hektarball gehört? 😀
    Natürlich ist das hier nicht mehr repräsentativ, noch nicht einmal mehr für die Landbevölkerung, aber so lange her ist das bei uns noch nicht, dass Ehen arrangiert wurden oder den Töchten eine höhere Schulbildung verwehrt wurde.

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  10. Meine bösen Neurotransmitter konferieren grad heftig, deshalb war es mir leider verwehrt, hier was zu sagen.
    Gute Reise mit ihrem Weekender voller Geraffel!
    Gruß aus dem momentan Heillosen

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