Ich habe noch einen Koffer

Nächtlich lange Archivsichtungen können ausarten bei all den Los Rockeros, Los York´s, Los Mirlos, Los 007, Los Locos, Los Apson, Los Pumas, Los Locos del Ritmo, Los Rocking Boys, Los Peyotes und wie sie alle hiessen von Venezuela, Bolivien, Kolumbien, Peru bis runter nach Chile, die Latinobeatbands der 1960er Jahre. Jetzt muss es krachen zum Köfferchenpacken. An den Stahlsaiten zerren spanische Gitarreros: Michelle – Rock’n´Roll Babilonia (2007)…

Heute morgen in den Medien litt der aufgehängte Schauspieler angeblich an Parkinson. Was werden sie uns noch alles servieren? Dass der Schauspieler Günter Junghans gestorben ist, bedeutet einen Verlust sicher nicht nur für mich.
Die Reaktionen auf meinen gestrigen Post beeindrucken mich. Sowohl die direkten Kommentare als auch die per Elektrobriefknecht privat zugestellten Anmerkungen. Das ermutigt mich zu weiteren Wagnissen.
Demnächst, weil, jetzt gehts erstmal wieder ans Kleinköfferchenpacken. Und diesmal muss auch ausreichend Geraffel mitgenommen werden.
Sarajevo, die wunderbare Stadt mit der einzigartigen Atmosphäre lädt zum Internationalen Filmfestival ein.
Einen Bericht und Fotografien vom Festival werden demnächst auf diesem Blog zu sehen sein. Vorab noch einige Fotos vom vergangenen Jahr. Die Vergangenheit ist lebendig in Sarajevo. Nicht bloss wegen dem verrückten Thronfolgermörder vor 100 Jahren. Die Spuren der feigen serbischen Heckenschützen sind noch allgegenwärtig. Die andere Seite dieser Stadt, die weltoffen liberale, die künstlerische und wunderschöne werde ich in der nächsten Woche hier präsentieren.

Jetzt wünsche ich allen Besuchern, Lesern und Guggern ein schillerndschönes Wochenende.
(Foto anklicken und genau gugge – und nicht mehr vergessen!).

 

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34 Gedanken zu „Ich habe noch einen Koffer

    • Vor der grossen Umwendung 1989 hat der Mann ganz andere Rollen gespielt. Tatorte und dergleichen kamen erst danach…
      Yepp, mal sehen, was für ein Bericht dabei entstehen kann. Ich liebe diese Stadt seit ich sie das erste Mal betreten habe…
      Abendschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

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  1. Möge die Buggelwutz Sie wohlbehalten hin und wieder gen Schwarzberganien bringen, mein lieber Herr Ärmel. Und zwischendurch Pupillenpralinchen und Famaosbegegnungen seyen Ihnen soundso gewünscht. Herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

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    • Ach, Sie gute Frau Knobloch, die Buggelwutz ist halt eben doch ne italienische bella del giorno und hat ihre Macken hie&da. Ich werds ertragen. Famosbegegnungen – aah vielen Dank… das mit den Pupillen zwischendurch, das sind mit Flatterbändern abgeirgelte Wälder (Minengefahr!) und noch immer zerschossene Häuser, da kommen die daraus Vertriebenen nicht mehr zurück…
      Ein feines Wochenende nach Herzenslust wünscht Ihnen, Ihr Herr Ärmel

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  2. Tückisch sind diese Blogs, in denen man sich festliest, obwohl man doch etwas ganz anderes machen wollte. Eigentlich. So gesehen habe ich Glück, dass Sie heute den kleinen Koffer packen mussten und ich mich nun doch meinem Eigentlich widmen kann. Ich bin gespannt auf Ihre Eindrücke aus Sarajevo!

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    • „Eigentlich“ ist die Einleitung zu Einschränkungen oder Ausreden…
      Der Koffer wartet noch immer auf seine Bepackung, Sie können also ganz entspannt weiterhin hier herumflanierend lesen und gugge 😉
      Sarajevo und Ljubljana sind mir ganz besondere Städte und ich könnte mir gut vorstellen, dass auch Sie sich dort gerne aufhalten würden.

      Musikalischklingendabendschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

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      • Ihre Empfehlung macht mich neugierig. Ich war in beiden Orten noch nicht. Das sollte ich wohl einmal ändern. Manchmal denke ich, sowieso noch kaum etwas von dieser Welt gesehen zu haben. Allein die Liste großer oder wichtiger europäischer Städte, die ich nicht kenne, scheint mir schier endlos zu sein. Hm, klingt nach einem Imperativ zum Aufbruch. Ihnen einen schönen Restsonntag!

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        • Die Empfehlung ist definitiv. Ich habe viel erlebt, gesehen, gefühlt, gedacht, fotografiert und aufgeschrieben. Ich plane einige Berichte in meinem Blog. Kein Reiseführer, keine sogenannten „Insidertipps“ (die gebe ich sowieso nur im Gespräch weiter), sondern ledig Köder will ich auslegen. Köder für Menschen, die ihre Sinne noch beisammen haben und wirklich er-leben wollen. Und wahr-nehmen…
          Bis die Tage: Herr Ärmel

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  3. Beklemmende Fotos. Deine Reise ist wohl schon vorbei oder geht dem Ende zu. Ich hoffe, Du hattest eine schöne Zeit, viele schöne Begegnungen und nachdenkliche.
    Auf meiner Seele lasten jetzt die Fotos. So etwas ist viel eindrücklicher als Denkmale. So viele Tafeln, die Einschußlöcher, die Geschwister…. Danke fürs Zeigen. Viele Menschen vergessen zu gern, was dort in Ex-Jugoslawien vor nicht allzu langer Zeit los war. Ich lese zum Theme überignes grad ein Buch und komm nicht recht voran. Zu persönlich, zu grausam, vielleicht oder gerade, weil es aus der Sicht eines Kindes bzw Jugendlichen berichtet, dessen Welt um ihn herum zerbricht. Und der es nicht versteht

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    • Ist es etwa der Stanisic mit dem Soldat und dem Grammofon? Diese Lektüre war für mich auch schwere Kost trotz des ab und an auch aufblitzenden Humors, aber ich möchte sein neuestes Buch „Vor dem Fest“ mit dem er auch den Buchpreis gewonnen hat, empfehlen; dort macht er die Schwere leicht, wunderbar leicht. Wer die Gelegenheit hat, ihn in einer Lesung zu erleben, sollte sich das nicht entgehen lassen.
      Für mich war das neue Buch ein Trost, dass all die schrecklichen Erlebnisse ihn nicht zerbrochen haben.
      Die Wehmut, die auch aus ihm spricht, über alle das Verlorene, die Dörfer, in denen Generationen seiner Vorfahren gelebt haben, verschwinden, das will er wenigstens in Literatur verwandeln, dort bewahren…für uns und sich.

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      • ich war mal wieder sehr unhöflich und habe Sie, lieber Herr Ärmel, weder begrüßt noch meine Vorfreude auf den Bericht über das Internationale Filmfestival zum Ausdruck gebracht…es sei hier schleunigst nachgeholt und zusätzlich Dank möchte ich Ihnen für den woanders hinterlegten Hinweis mit dem Turnerfilm sagen, auf den freue ich mich ganz besonders…..
        mit reumütigem Gruß
        Karin

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      • Ja, genau, das ist er. Schwer verdauliche Kost. Das Buch „Vor dem Fest“ kenne ich, wurde hier auf der letzten Buchmesse vorgestellt. Und „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ im Jahr oder zwei davor. Stand noch auf meine Wunschliste und nun gabs das als Geburtstagsgeschenk. Aber wie gesagt, schwere Kost

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    • Mitten auf der Reise, da ich zum 20. Sarajevon Filmfestival hier bin – eine wundervolle Stadt.
      Die Vergangenheit lebt hier überall. Aber auch das unbesiegbare, der Lebenswille, die Lebensfreude, die Weltoffenheit und die Kreativität.
      Berichte und Fotos werden folgen – zu beiden Aspekten…

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    • lets all hope so! Andererseits, wenn ich mir die internationalen und internen Abkommen ansehe: die Rüstungsproduzenten reiben sich die Hände und warten ab und ihre Aktionäre wirds freuen. Menschenverachtende Drecksäcke haben sieben Leben scheints….

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      • Ja, da sind mittlerweile dermaßen viele Räder in Gang gesetzt, daß man allein durch die schiere Masse davon überwältigt zu werden scheint.

        Ich denke auch, daß langfristig die einzige Möglichkeit darin besteht, das Bewußtsein der Menschen zu verändern. Das ist der einzig vielversprechende bzw. verbleibende Ansatzpunkt.

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