Wer sich den Hals verziert

Heute die grandiose Kubrick´sche Verfilmung des Barry Lyndon gesehen. Und weil mir die Sarabande im Ohr festsitzt jetzt anschliessend Händelhändelhändel – und zwar laut!!!…

Am heutigen Sonntag soll das Wetter stabil sommerwarm sein. Eine Einladung der Siebensonnenschwestern zu einem Strandtag. Nochmals im Badegewand ab und in die Sanftflachfluten der Adria.
Ob nach diesem doch sehr durchwachsenen Sommer im Oktober noch so viele Strandgänge möglich sein werden, wer weiss es sicher. Das bedeutet auch, dass dann die Ordnung im Kleiderkabinett wieder jahreszeitlich geändert werden wird.
Vorbei die paradiesisch halbnackte Lockerzeit mit kurzen Hosen und dünnflatternden ärmellosen Hemdchen.
Weit fallende bequeme Hosen, Hemden mit Manchetten und Kragenstäbchen und festes Schuhwerk statt der sommerlichen Schlapperlatschen. Halsgebinde, seien es Krawatten, Fliegen oder Halstücher. Hut und Mantel versteht sich. Ich freue mich drauf.
Da fällt mir ein, dass ich den Besuchern, Lesern und Guggern mit entsprechendem Stil und ästhetischen Feingespür auf ein sehr brauchbares Werk aus der Ärmelschen Handbibliothek gerne hinweisen möchte. Es steht in der Handbibliothek, weil ich es zum allgeflissentlichen Nachschlagen benötige. Die präsentierten 188 verschlungenen Möglichkeiten verbleiben unmöglich dauerhaft in meinen Oberstübchen.
Wer also morgen nicht an den Strand fahren wird, besorgt sich in der nächsten Woche das sehr nützliche und ansprechend produzierte Buch und übt damit Knoten, Schlingen und Binden. Versteht sich, dass alle vorgeführten Möglichkeiten detailliert zum selbstknoten, binden, schlingen und falten nachvollziehbar abgebildet sind. Auch die kurzen Texte und die Fotografien zu jeder einzelnen Halszierde sind eine interessante Bereicherung, sich einmal gedanklich mit der stilvollen bürgerlichen Kleiderkammer zu beschäftigen.
(Foto anklicken gross gugge).

Mosconi, Davide; Villarosa, Riccardo: Fliegen und Krawatten. Die verbindliche Kunst des Knotens. 188 verschlungene Möglichkeiten. Du Mont Buchverlag, Köln. 191 S., 1985.
Das Buch scheint mehrere Auflagen erfahren zu haben, selbst die Billignachdrucker hatten es in ihren Programmen. Bei booklooker sind derzeit etliche preiswerte Exemplare im Angebot.

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63 Gedanken zu „Wer sich den Hals verziert

  1. Wundere mich heute noch, ohne Krawatte das Leben recht erfolgreich gelebt haben zu dürfen, egal ob im Beruf oder außerhalb … 🙂

    Ansonsten sieht das wie ein wirklich interessantes Büchlein aus. Mal sehen, vielleicht ist es ja auch etwas zum Verschenken.

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      • Ja, ist denn schon Herbst auf dem Schwarzen Berge? Ich frage ja nur, wegen Bild Numero Zwo…

        Lieber Herr Ärmel, auch ich pflege nie unbetucht aus dem Hause zu gehen. Allerdings besitze ich mehrerley Fibeln, mit denen ich die verschiedenstlichen Verschlingungen fixieren kann. Der Einblick in die Kunst der Krawattenbinderey ist allerdings famos. Danke dafür.
        Ich wünsche vergnügliches Strandgetue, Sie denken doch an die Flitschery, ja?!
        Feinlächelnd auch einen edlen Stein betrachtend, Ihre Frau Knobloch, mit zugeneigtem Gruße.

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        • Von wegen Flitscherey – – keine Flippspritzflitschsteine mehr am Strand. Die Urlauber haben sie höchstenszweimalflippspritzflitschend in den adriatischen Wellen versenkt. Diese Elenden ~~~~
          Flippspritzflitsch ach nee, Sommersonntagabendlichschöne Grüsse vom Schwarzen Berg sendet gen Lippischnordwest, Ihr Herr Ärmel

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  2. Die Zeit der Kurzbehosung und Nacktoberarmfleischbeschauung wechselt und es gibt Schals, Tücher, Mäntel, Mützen, Käppis und Hüte. Blusen aus Seide und Röcke zu Stiefeln und eleganten Strümpfen.
    Dazu Farbenrausch der Blätter und Licht in der Farbe reifer Aprikosen.
    Ich liebe den Herbst.
    Nur Krawatten trug ich einzig als junge Frau.
    Herrlich freie Grüße, Ihre Arabella

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  3. Herr Ärmel, Herr Ärmel -:))) die Fantasie geht schon wieder mit Ihnen durch…tstststs…..einen schönen guten Morgen wünsche ich Ihnen….

    zu einer weißen Hemdbluse eine schöne Krawatte oder eine Fliege, dazu ein Smokingjackett, das trage ich heute noch, sieht pfiffig aus und zieht Blicke auf sich….trotz des Alters -:)))

    Gut gekleidete Männer sind in jedem Alter immer eine Augenweide, nur steht halt nicht jedem jedes, man(n) muß seinen Stil finden, wobei es die schlanken Exemplare leichter haben als die Rundlichen, ein dicker Bierbauch ist halt nicht zu kaschieren, weil oft noch von einem Doppelkinn begleitet.
    Am Schrecklichsten für mich sind Männer in Funktionskleidung, angefangen bei den Fußballern und purer Horror Radlerkleidung…aber alles ist auch Geschmacksache.

    Das habe ich mal einem nichts gewordenen Schwiegersohn zu Weihnachten geschenkt, damals ist mir Ihr Buch leider nicht über den Weg gelaufen:
    Die 85 Methoden, eine Krawatte zu binden von Thomas Fink, Yong Mao und Thorsten Schmidt

    und unter wiki Krawattenknoten wird man(n) auch fündig……

    mitkrawattehatfreiweilschöneswettergrüßenvomdach

    Karin

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    • Sehr verehrte Frau Karin, erlauben Sie mir gütigst eine kleine Richtigstellung: mit mir geht keine Phantasie duch. Eher andersrum wird eine Krawatte, äähh wird ein Schuh draus: ich gehe mit meinen Phantasien durch(s) Leben 😉
      Nachfrühstückzufriedenindiesonneblinzelnde Grüsse vom Schwarzen Berg

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      • um das alles in die richtigen Denkbahnen zu lenken: der Knabe war damals 22 Jahre und die Tochter 15 als er sich rettungslos verliebte, für sie war das alles viel zu früh; beide sind inzwischen glücklich anderweitig verbandelt, haben ab und an aber immer noch Kontakt.
        Seine beruflichen Erfolge spielten damals also gar keine Rolle, er war ja noch mitten im Studium und daß sich die Tochter in dem Alter noch nicht binden wollte und die ihr entgegen gebrachten Gefühle nicht so wie gewünscht erwidern konnte, auch das ist verständlich.
        Die Wege des Lebens…..

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        • „um das alles in die richtigen Denkbahnen zu lenken…“ Liebe Frau Karin, ich enthalte mich unmässigen Alkoholkonsums ebenso wie unnötiger Denkübungen 😉
          Dennoch herzlichen Dank für die liebeerklärende Geschichte…
          Sommersonntagabendlichschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

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  4. Bin ich froh, dass der beste Ehemann von allen keinen Krawattenjob hat.
    Es hängen eine Handvoll zwar im Schrank, aber die dürfen nur zu besonderen oder besonders traurigen Anlässen ans Licht.
    Sie wurden liebevoll vorgebunden. Keine Ahnung, wie es sein wird, wenn kein Schlipsvorbinder mehr unter uns weilt.

    Ich persönlich hatte in jungen Jahren auch mal eine ganz kurze Krawattenphase. War damals (in den 80ern ?) hoch modisch, auch für Mädels.

    Ansonsten kann ich mir Halstücher und Schals in diverser Form heute kaum noch aus meinem leben wegdenken.
    Im Flugzeug, im Auto, am Strand, in klimatisierten Räumen und auf zugigen Bahnsteigen – sie sind einfach total nützlich.

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    • Halstücher sind ein unbedingtes Muss in der Ausstattung eines Mannes – Kuhbub hin oder her.
      Halstücher sind so dermassen praktisch und als Notfallhelfer kaum hoch genug zu schätzen…
      Nachdemfrühstückzufriedenindiesonneblinzelnde Grüsse vom Schwarzen Berg

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  5. Die halbnackte Lockerzeit ist mir auch paradiesisch, für den Halsstrick fehlt mir vermutlich das erforderliche ästhetische Feingefühl. Von Ihrem Buch könnte ich also noch viel lernen. Auch den Barry Lyndon sollte ich mir mal anschauen, auf irgendeiner Liste steht er bereits. Ihnen noch schönste Strandtage!

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    • Nee, Herr Zeilentiger, ich empfehle gerne Halstücher. (Nehmen Sie dazu bitte meinen Kommentar zu der geschätzten Frau Tonari über dem Ihren zur Kenntnis)
      Das Buch biete ästhetische Genüsse, wer allerdings auf textile Halsbefestigungen lieber verzichtet, sollte sein Geld besser anderweitig investieren.
      Das Sie den Barry Lyndon noch nicht gesehen haben – das lese ich jetzt garnicht 😉
      Nachdemfrühstückzufriedenindiesonneblinzelnde Grüsse vom Schwarzen Berg

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      • Danke, dass Sie über meine cineastische Lücke großmütig hinwegsehen. Da gäbe es noch mehr. Kulturelle Lücken, meine ich. Auch in punkto Halstuch. 😉
        Auch nach dem Frühstückskaffee noch immer recht zombieske, aber wohlwollende Grüße aus dem Kesselgrund

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  6. Windsor und sonst nix. Bewunderung für die Menschen, die mehrere Knoten binden können. Mir reicht der eine und erinnert mich an die leidige Zeitverschwendung bei Y-Tours, als ich einer der wenigen war, der überhaupt einen Knoten konnte und der halben Kompanie zum Gelöbnis die Krawatte binden durfte. Danach war ich recht schnell.

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  7. Mir, der Hierleserin ohne jedes Feingespür und mit chaotischem Ästhetikempfinden einer überreifen Landpomeranze, mir zieht sich beim Lesen und Anleitungsbildleinguggen mehr und mehr der Hals zu. Noch nicht mal weit offene Rollkragendinger gehen bei mir.
    Nicht ungern sehe ich aber so frühere Wissenschaftsministerfliegen an Herrenhälsen.
    Gruß vom Volkerstädtchenrande

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    • Mist, ich habe keine Wissenschaftsministerfliege im Fundus – – dafür bin ich aufgeschlossen falschflussseitigen Landpommeranzen gegenüber. (Ich habe gestern schon wieder unwillentlich an Sie gedacht. Sie nehmen mittlerweile so eine Art Kalenderfunktion bei mir ein. Es war doch wieder der erste Samstag im Monat…Die seinerzeitige Nichtgrussmissachtung, Sie verstehen…)

      Sommersonntagabendlichschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

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  8. Ebenso sind alle Frenzy-Auszubildenden angehalten sich bis zu Beginn des Semesters besagtes Buch zu beschaffen. Wir wollen nicht wieder Zeit verlieren und zeitnah mit dem Praxisteil beginnen.
    Vielen Dank.
    Der Dekan

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  9. Vielen Dank für die Einblicke. Fliegen stehe ich ja sehr skeptisch gegenüber. Tücher mag ich sehr und ganz besonders gerne Männer mit Hut.
    Das hat was, am liebsten noch mit duftender Zigarre. Hach. Sonnige Grüsse aus der Großstadt. Ihre Frau Coupar

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  10. Also, ich gestehe freiwillig, dass ich mit Krawatten als Teil der „bürgerlichen Kleiderkammer“ viele Jahrzehnte auf dem Kriegsfuß stand … Seit geraumer Zeit allerdings gebietetet es mir wohl mein Job, mit einem solchen Teil in die Arbeit zu gehen … Es wird ein freudiger Moment sein, wenn dann der verdiente Ruhestand einhergeht mit dem Verzicht auf dieses Gedöns …

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  11. Fliegen mag ich nicht, wegen der Remineszenzen an einen unserer ganz fürchterlichen Politik der nahen Vergangenheit. Krawatten schon. Meine Lieblingskrawatte ist – ich gestehe es hier – mit halbabstrakten Miezekatzen geschmückt *schäm* Aber immerhin kann ich sie selbst binden 😀

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    • Ein überaus charmantes Geständnis finde ich. Ich lege mal eins bei: ich habe noch einen Schlips, so schmal, dass der Begriff Krawatte garnicht passt. AusTrevira oder Dralon, erfrischendes mintgrün aus den frühen 1960er Jahren mitner telefonierenden Micky Maus unten drauf… 😉
      Sommermittäglichsonnigwarme Grüsse vom Schwarzen Berg

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