Glücklicher Tag in Bembelstadt

Meine Musik ist derzeit die Geräuschwelt der grossen Stadt…

In der Morgendämmerung unter dem graufleckigen Himmel der fieselige Regen. Die Stadt erwacht. Genauer muss man eigentlich sagen, die City erwacht. Diese Stadt schläft nie.
Erinnerungen an Bockenheim. Gestern nachmittags auf der Leipziger Strasse. Auf der Suche nach dem passenden Einsatz für einen Wasserhahn. Frankfurt ist Äppler. Das Wasser hier ist eine Katastrophe (wieso intoniert man Katas-trophe statt Kata-Strophe?). Die Leipziger vergass ich letzten Samstag der geschätzten Frau Inch zeigen.
Zuvor aber noch rasch zur Klagemauer. Dreimal den Schädel gegen den Automaten hauen und schon erscheinen im Schlitz unten die bunten Scheine.

Nebenan ist einer von etlichen Oxfamläden in der Stadt. Den Bockenheimer Laden mag ich sehr. Ein feines Halstuch lässt sich hier gelegentlich schon finden. Heute gibts zwei allerbeste Hosen für kleines Geld. Und der Kassierer weiss tatsächlich, in welchem Hinterhof man den gesuchten Einsatz käuflich erwerben könnte.
Glück gehabt. In einem richtigen Krauterbüro, wie ich sie von früher kenne, findet sich das ersehnte Ersatzteil. Beim Verlassen der Toreinfahrt nehme ich die beiden Jungs erst richtig wahr. Wir necken uns mit echt frankfurter Sprisch. Sprischklobber halt. Für originelle Ideen gebe ich gerne Geld. Bleibt hier die Frage, in welchen Becher. Passanten gehen vorbei und lachen. Ich fordere sie zum zahlen auf während des Fotografierens. Nur einer will nicht. Pech hat er gehabt.
Auf dem Weg zurück zum defekten Wasserhahn komme ich an einem anderen Zweitehandkleidergeschäft vorbei. Ewig geschlossen sieht er von aussen etwas deprimierend aus. Erwartungslos traue ich meinen Augen nicht. Da hängt die seit Jahren gesuchte Kutscherjacke. Hin und wieder suche ich bei iiibääh danach. Wegen der Marke jedesmal viel zu teuer für mein Budget. Die freundliche Verkäuferin möchte fünfundzwanzig Taler für fünf bis sieben Kilogramm schwerweiches, erstklassig verarbeitetes Leder.
Ein Glückstag. Der Wasserhahn funktioniert auch wieder.

(Provisorisch entwickelt. Foto anklicken und gross gugge)

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39 Gedanken zu „Glücklicher Tag in Bembelstadt

  1. Bei mir wären die Behälter wahrscheinlich nach Größe anders verteilt als bei den beiden jungen Männern; die Prioritäten und die Menge an Konsum ist halt bei Jedem verschieden….doch die Grundidee ist auf jeden Fall grandios

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    • Ich habe die Idee der jungen frech mir einverleibt. Ich bräuchte lediglich vier Gefässe. Aufgrund der famosen Grandiosität
      meiner Ausgestaltungsidee bitte ich von konkreteren Rückfragen Abstand zu nehmen
      Nachmittäglicherstäpplerdurstlöschende Grüsse aus der grossen Krönungsstadt

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  2. Wahrlich ein Glückstag, lieber Herr Ärmel. Kommt aber nicht von alleine. Kommt, wenn man offenen Auges und Sinnes durch die Gassen geht. Mich deucht, da kann man sich von Ihnen ein schönes Scheibchen abschnibbeln. Die neualte Jacke ist schlichtweg bonfortionös. Zu dem Preis! Ich freue mich mit Ihnen. Murmeligkringelige Grüße in die schönste aller Ärmelliebstädte, Ihre Frau Knobloch, herzlich zugetan.

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      • Ich habe echt überlegt, wie meine Schnorrbecher wohl aussähen. Was wären meine Bedürfnisse, für die ich Zaster bräuchte? Also, einen Schlafplatz habe ich. Folgte: Minztee, Bamberger Hörnchen, Reisekasse, Tiernahrung, Internetzugang. Ja, das passt. Nee, Kwatsch, ich bräuchte noch einen weiteren Becher, müßte ich in der Stadt schnorren: Blümnchen. Jetzt ist es rund. Lachende Grüße, Ihre Frau Knobloch, drei Herrärmelbecher ahnend.

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        • Wenn es Ihnen ein Herzensbedürfnis sein sollte, meine hochwertgeschätzte Madame Knobloch, so dürfen Sie Ihre kreativen Ideen dem Elektrobriefknecht anvertrauen und mir auf jenem Wege zusenden.
          Sollten Sie meiner Idee sehr nahe kommen, so biete ich Ihnen an, Sie fernmündlich von meiner neuesten Idee in Kenntnis zu setzen. Würde dieses Angebot sie hinfort reizen, es zu versuchen?
          Nachmittäglichsofaruhenderquickte Grüsse aus der Wunderschönstadt blauhimmlisch behütet… votre Monsieur Ärmél

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  3. Die Jungs auf Bild 5 sind Klasse. Da hätte ich auch reingeworfen und auch gegrübelt, welchen Becher ich wähle. Sieht übrigens auf dem Fot so aus, als täten die Leuts am meisten für den Puffbesuch spenden

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  4. 25 Öcken erscheint mir ein recht kleiner Preis für das Lederjäckchen. Schickes DIng, wenn sie Dir passt bräuchte ich allerdings zwei davon *g*
    Meine Spende hätte ich großzügig auf die ersten drei Becher verteilt, der Rest zählt meiner Meinung nach nicht zu den Grundbedürfnissen *hrhr*

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    • Über die ersten drei Becher haben wir uns auch unterhalten. Der vierte diente der spassigen Provokation und mit dem fünften hatten sie zwar nichts am Hut, gingen jedoch davon aus, dass Ältere damit was assoziieren könnten…
      Auf den grossen Bleichen ist ein Uli Knecht Laden, da kannst du mal checken, seine schweren Lederjoppen kosten 😉

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  5. Den Kopf gegen die Klagemauer, das ist gut. Interessant wäre noch die Prioritäten der Jungs, ob sie sich alles redlich teilen, oder die Becher verlosen. Und noch interessanter wäre der jeweilige Erlös…
    Bierchenschlürfenden Gruß aus dem früheren wilden Süden.

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    • Es geht hauptsächlich um die drei linken Becher. Nach redlichem Teilen sahen mir schon aus.
      Passanten haben im Vorübergehen kommentiert. Ich habe sie jedoch aufgefordert zu zahlen, was sie bis auf einen Vorbeigänger auch gemacht haben 😉
      Nachmitternächtlichrotweinbeflügelte Grüsse aus der schönen Stadt /a.M.

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  6. Wieso ist dieser Bockendingsstadtteil schöner, gefälliger als andere von Mainhattan?
    Ist dem sympathischen Herrn Ärmel bekannt, dass ich in einer Stadt H. in der Nähe dieser
    Mainbankenmetropole mein Abitur mal irgendwann in der Vergangenheit gemacht habe?
    Auf jeden Fall auch wieder sehr schöne Fotos… danke dafür!
    Herzliche Postregengrüße am Morgen
    vom Lu

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    • Aaah, diese Stadt ist mir als überaus hässlich erinnerlich – aber zugegeben: ich habe mich mit ihr nie herzintimer bekannt gemacht.
      Im Gegensatz zu meiner Stadt. Vielleicht sollten wir uns zu einer gemeinsamen Stadtbegehung treffen. Ich könnte Ihnen manches zeigen und darlegen. Und ich bin mir sicher, Sie würden Ihr negativ besetztes Urteil herzgerne revidieren. Auch ohne viel Äppler im Blut 😉
      Erwartungsfreudigevorfrühstücksgrüsse von hinterm Dom

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  7. Mein lieber Herr Ärmel, vielen, vielen Dank, für das Bild der zwei Punks.
    So entspannt und gut gelaunt habe ich lange keine mehr gesehen. Da wird mir warm ums alte Punker Herz.

    Ich wünsche Ihnen weiter viel Freude, viele Fünf und weiter ein so gutes Auge, für das Besondere!
    Frühabendlichinerinnerungenanbuntehaareundwildezeitenschwelgende Grüße
    vom Küchentisch,

    Silvia Meerbothe

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