Ins Wasser gehen

Für meine Ohren ist das Werk von Georg Friedrich Händel der Inbegriff barocker Musik. Diesmal jedoch nicht die Wassermusik. Ode for the Birthday of Queen Anne (HWV 74 / 1713)…

Der Morgen beginnt schräg. Draussen leuchtet das schönste Spätsommerwetter. Im Vorübergehn sehe ich die Wasserdichthose. Noch immer verpackt und unbenutzt. Demnächst wird die winterlich mediterrane Regenzeit beginnen. Dann werde ich keine Aufnahmen für meine Wasserserie mehr machen können. Und im Wasser schon garnicht. Der sanfte Unmut darüber verfliegt augenblicklich, als ich spontan das Geraffel zusammenpacke, die Wasserdichthose vom Schrank hole und schon zehn Minuten später bin ich Richtung Norden unterwegs.
Mein Ziel ist der Mrtvice Kanjon, den ich bereits im Mai entlang wanderte. Heute will ich nicht stundenlang marschieren, dafür bin ich zu sehr bepackt. Dieses Mal fahre ich den schmalen Weg. Er zieht sich über etliche Kilometer hin, an manchen Stellen ist er nach Hangabrutschen gerade noch passierbar.
Am Ziel angekommen, ziehe ich das unhandliche Kleidungsstück an und steige hinunter zur Mrtvica. Am Ufer angekommen probiere ich sofort die Wasserdichtigkeit der Hose aus. Funktioniert prima. Beim vorsichtigen Gehen im Wasser habe ich jedoch ständig das Gefühl eines gewissen Auftriebs.
Ich suche mir eine geeignete Stelle für die ersten Versuche von Aufnahmen direkt im Wasser. Überdies will ich mögliche Unterschiede sehen zu den unzähligen Aufnahmen, die von den Ufern der Gewässer aus aufgenommen werden.
Hier nun die ersten Probeaufnahmen. Nach diesen – für mich – durchaus gelungenen ersten Versuchen freue ich mich schon jetzt auf das nächste Frühjahr.
Allen Besuchern, Lesern und Guggern wünsche ich ein leuchtend früherherbstliches Wochenende.

(Foto anklicken macht nicht nass)

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42 Gedanken zu „Ins Wasser gehen

  1. Hehe die Hose ist ein muss für Deinen nächsten Besuch im Regenwald 😉
    Schöne Aufnahmen, da bekommt man direkt Lust auch ins Wasser zu steigen. Das letzte Bild ist mein Favorit.
    Ich hoffe das Stativ ist rostfrei….

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  2. Beim Element Feuer ungleich schwieriger, man bräuchte Feuerwehrsachen.
    Woher kommt das wilde Grüngrauwasser?
    In Fließgeschwindigkeit, Wirbeligkeit, Strudeligkeit mit Moossteininseln ein Abbild von Leben!
    Gruß aus den vereinigten Landen

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    • Im Feuer würde die Kamera sofort ihren Geist aufgeben (wie im Wasser mit etwas Pech auch…)
      Die graugrüne Farbe bei Gebirgsgewässern entsteht durch die im Wasser gelösten Mineralien. Graugrün lässt meines Wissens auf kalkiges Gestein schliessen…

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  3. *begeistertes Quietschen* Die Wasserbilder sind sehr schön ! Ich bin ja ein Wasserfreak und somit auch ein Wasserbilderfreak. Die Perspektive so fast in Augenhöhe ist schon großartig ! Und der Weg ……. da merkt man halt den Profi: direkt auf den Gipfel zu, aber eine Spur unmittig, super !

    Na und das lila Hoserl mit Raubtier 😀

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  4. „Oh, sind die schön!“ – das habe ich gerade gedacht und geflüstert, als ich Deine Fotos angesehen habe. Und weil Du es sicher nicht hören konntest bis zu Dir Zuhause, dachte ich, ich schreibe es einfach mal auf. 🙂 Die sind wirklich „wow“.

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    • Die Flüsterung muss in der Tat eher ein sanftes Wispern gewesen sein – umso besser, dass du es mir nochmal geschrieben hast – ganz schönen Dank dafür!
      Freitagnachmittäglichdurchwachsensonnigwarme Grüsse vom Schwarzen Berg

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  5. Lieber Herr Ärmel, dies ist für mich ihr allerschönsten Beitrag.
    Angefangen bei der Musik von Händel, die Lebensfreude pur darstellt.
    Und dann auch noch ein Ausflug zum Wasser, meinem liebsten Element.
    Dem Ganzen setzen Sie auch noch ein Wassertröpfchenkrönchen mit einem der schönsten Bilder vom Wasser, die ich bisher sah, auf.
    Obwohl ich keinen Meißner Wein trank, fühle ich mich trunken von so viel Schönheit.
    Sie sind großartig, Ihre Arabella

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  6. Bin ich beruhigt, um wie viel anders es ist, wenn Sie ins Wasser gehen, als es in früheren Zeiten – beispielsweise – verzweifelte Mägde taten. Ihre Bilder muss ich mir an einem mehr als handflächengroßen Bildschirm nochmals eingehender anschauen. Darauf freue ich mich. Herbstsonnige Grüße, schon wieder aus einem Zug!

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    • Ungewiedertauft die katholische Stadt im Regenland heil verlassen – wie gut! Und, wie ich hoffe, inzwischen freudig den Zug wieder verlassen habend.

      Mit melancholischen Töchtern, erztraurigen Zofen und verzeifelten Mägden teile ich meine Nöte nicht. Und ins Wasser würden sie mich auch nicht treiben (eher ein Lebenswasser in mich hinein).

      Schauen Sie sich die Fotografien in aller Ruhe an; gross und bei Benutzung des Firefox zusätzlich noch F11 drücken.

      Spätnachmittäglichdämmerruhige Wochenendgrüsse vom Schwarzen Berg

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  7. Eine wunderbare Bilderserie, faszinierende Wasserspiele.
    Gegen den Auftrieb hilft es, die Wasserdichthose mit Wasser zu füllen…. (wärmt sich auf)…. 😉
    Grüße aus dem Lustigmodus!

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    • Ein weiser Ratschlag. Da hätte ich mir die Kosten für die Wasserdichthose sparen können. Mir wurde auch in der Hose kalt bei einer Wassertemperatur von ca. 10° Celsius. 😉
      Spätnachmittäglichdämmerruhige Wochenendgrüsse vom Schwarzen Berg

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  8. Schicke Serie, mir persönlich gefällt die 7 am besten, so knapp über der Oberfläche mit den glitzernden Tropfen. Oder doch die 9? Da rauscht es so schön zu Tale. Dolle Perspektiven auf jeden Fall. Von dem Gestrudele sollte man aber trotz Wasserdichthose gebührenden Abstand halten, das dürfte ganz schön an den Füßen zerren.
    Wie ist denn der Übergang zwischen Hose und Stiefeln gestaltet? Ist das ein Teil oder kann man die irgendwie wasserdicht verschweißen?

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    • Der Stand im Wasser ist erstaunlich stabil – solange man nicht läuft 😉
      Hose und Stiefel sind verschweisst. Eine Revision der Wasserdichthose nach dem Ab- und anschliessenden Aufstieg verlief sehr positiv. Der enge Pfad war anstregend und von vielen Ästen teilweise mit Dornen gesäumt. Auch das Herumrutschen auf den Steinen am und im Fluss haben keine Spuren hinterlassen.
      Viel mehr Sorgen hatte ich um das Geraffel ^^

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      • Kann ich verstehen, aus dieser Sorge heraus würde ich wohl auch auf solche Experimente verzichten. Mir graut ja schon vor Ausflügen mit Ruderbooten, Kajaks und ähnlich unsicheren Transportmitteln, dabei würde das gerade hier ganz neue Perspektiven eröffnen.

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        • Bei Kleinkatarakten, die tiefer als 1,20m und direkt an der Hawaiiwelle sind ,nehme ich natürlich Abstand.
          Aber so in der normalen Strömung isses wahrscheinlich harmloser als in jedem kibbeligen Bötchen selbst auf ruhigem Wasser.
          Da lass man lieber die Finger von….
          Aber ungewöhnliche Perspektiven wollen ausprobiert sein *g*

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  9. Einmalig gelungener Post in Wort und Bild, absolut SAGENHAFTE Wassermusikfotos!!!
    MEINE liebsten sind Nummer fünf und sechs sowie Nummer acht und neun, alle vier sind einhundert Prozent professionell 🙂
    Herzliche Grüße vom Lu

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