Gedichtgraffiti zum Bartwickelmaschinenstreik

Wohlgesetzte Sätze, die sich zu eindrücklichen Bildern verdichten in einer überaus amüsanten Vorlesung: Mond, Nebel & Regen erste Qualität – Arno Schmidt in Bargfeld (2013)…

Herbstgedichte? Hör´ mir auf mit den Ewiggleichen von RilkeChamissoHesseFontane. Tief im Keller rattert die Bartwickelmaschine. ~|~|~|~|||||||| .
In diesem Jahr schmückt mir jenes feinskizzierte Silbenwortsatzteilgemälde die seelenherbstlichen Befindlichkeiten:

Beobachtet,
wie auch Ihr
beobachtet werdet!
:
Regen
nagt.
Das
klappernde
Geräusch;
alle Büsche
fächeln sich
mit
nässenden
Gebärden.   (Arno Schmidt)

Zu den Fotos: Die Graffities stammen aus einer Unterführung an der Strecke der 1858 erbauten Hessischen Ludwigsbahn, der sogenannten Rheon-Main Bahn von Darmstadt nach Mainz. nach dem Bau der Eisenbahnbrücke über den Rhein (1863) wurde die Gleisstrecke bis nach Bingen verlängert.
Foto anklicken und gross gugge!

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47 Gedanken zu „Gedichtgraffiti zum Bartwickelmaschinenstreik

  1. Die Graffiti finde ich sehr gelungen, dazu fällt mir Keimzeit mit ihrem Song „Kling-Klang“ ein.

    Das Gedicht lässt einen Herbst ahnen, der in diesem Jahr noch vorhanden scheint.
    Gespannt warte ich auf Entwicklungen in Richtung Schnee.
    Den 29.November kann ich mir wettermäßig gut merken, es ist der Geburtstag des Gärtnergatte, vor 2 Jahren lag bei uns an diesem Tag so viel Schnee…wir müssten lange auf die Gäste warten, alle steckten fest.
    Ob dieses Jahr wohl Grillwetter ist?

    Rumrosinenzitronatduftende, sehr zufriedene Grüße aus dem Freistaat, Ihre Arabella

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  2. arno schmidt. von ihm las ich kürzlich erst im „arno schmidt lesebuch“, – eine sammlung an texten unterschiedlicher zeiten. aber gedichte waren nicht dabei. ich werde mich auf die suche machen. liebe grüße ins weekend von der beobachterin

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  3. Och Herr Ärmel, beinahe vergrämen Sie mich Rilkehessefontanedame. Doch Sie können hier hausen, wie Ihnen dünklich ist. Sprachen Sie nicht auch mal Gutes über die mehr romantischen Lyrikleute?
    Herrn Arno weigere ich mich zu lesen, ist mir zu gewollt knarzig. War er nie in einer Anstalt?
    Herbstlaubhupfdidupfgrüße von der Sauerampferfrau

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    • Achwas Frau Wildgans, nicht gleich das Mimösendämchen raushängen lassen.
      Ich habe doch nicht gegen Rilkechamissohessefontane – ganz im Gegentum.
      Allein, ich mag diese fünf, sechs ewig wiederkehrenden Herbstgedichte nicht mehr.
      Es ist wie mit manchen Liedern: man mag&kann sie nicht mehr hören.

      Dass Sie als Dame Arno Schmidt nicht sonderlich mögen ist verständlich. Mir ist
      unverständlich, wie Frau Susanne Fischer, die Sekretärin der Arno Schmidt Stiftung
      diesen täglichen Umgang mit Arno Schmidt überhaupz aushalten kann.
      Arno Schmidts Anstalt war sein Holzbuddes in der Heide.

      Nachmittäglichsupergutdraufäpplererwartende Grüsse aus dem einzigartigen Bembelland

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    • Gefallen ist jedem seine Sache. Mir gefallen sie auch nicht, ich habe ihrer Originalität und der
      Kunstfertigkeit des Dosenzauberers wegen aufgenommen.
      Damit ist Ihre Teilfehlinteressenfrage auch schon halb beantwortet. Da ich nicht der Dosenmann
      gewesen bin, bliebe auch mir nur der Weg der Spekulation offen 😉

      Nachmittäglichsupergutdraufäpplererwartende Grüsse aus dem einzigartigen Bembelland

      Gefällt 1 Person

  4. nein und aber nein, ich mag sie nicht diese Graffitischmierereien…..sie beleidigen meinen Schönheitssinn in ihrer Aufdringlich- und Häßlichkeit, überall: ob an den Bahndammwänden, den Zäunen um entstehende Bauwerke , an Wohnhäusern ist man ihnen ausgesetzt, sie wirken immer gewalttätig auf mich, sie sind es ja auch, denn die Häuslebesitzer hier z.B. in Kesselstadt werden nie gefragt, ob ihnen die Schmierereien recht sind. In Berlin die beschmierte Restmauer ist für mich ein Gräuel. Aber alles ist subjektiv: was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall -:)))
    Dagegen ist das Gedicht vom Arno reine Labsal für mich….auch wenn er kein Lyriker ist.

    mit obderfotosaugenzukneifenden Grüßen

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    • Verehrte Frau Karin, über weite Strecken kann ich Ihnen bestimmt zustimmen. Leute, die immer und überall ihren Namen hinsprühen müssen, haben wahrscheinlich eine Zwnagsstörung hinsichtlich ihrer Selbstvergewisserung.
      Ebenso sind für mich Leute daneben, die frisch renovierte historisch wertvolle Gebäude besprühen. Oder Zugfenster, sodass ich nicht ungefiltert ins Freie sehen kann.

      Es gibt jedoch auch Künstler und sicherlich ist Banksy nicht der einzige. Menschen, die Kunst im öffentlichen Raum produzieren. Kunst, die eine erkennbare Aussage ist zu gesellschaftlich relevanten Themen. Und die obendrein handwerklich auf hohem Niveau ist.
      Da möchte ich schon gerne differenzieren.

      Über die Motive lässt sich natürlich jederzeit trefflich streiten. Was war das für ein Aufruhr, als Roy Lichtenstein eine Comiczeichung zum Portrait deklarierte. Alles lange her, Schnee von gestern, da redet heute niemand mehr davon.

      Abendlichsupergutdraufäpplergeniessende Grüsse aus dem einzigartigen Bembelland

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      • Gegen jegliche „Kunst“ in genehmigten öffentlichen Räumen s.u. ist nichts einzuwenden, ob sie einem gefällt sei dann dahingestellt, was mich stört sind diese Schmierereien an Privathäusern, Unterführungen, an Bahndämmen, Zäunen, das hat nichts mit Kunst zu tun sondern ist einfach eine Beschmutzung (auch wenn sie gekonnt im handwerklichen Sinn ist) und gehört m.E. bestraft.
        Wenn ich mich gewissen Zumutungen an Kunst nicht aussetzen möchte, meide ich diese Künstler oder das Museum, das betrifft ja nicht nur moderne Kunst, aber durch diese Unterführung laufen wahrscheinlich täglich viele Leute und werden drangsaliert durch diese Bilder der
        Gewalttätigkeit. Der Zaun an der rückwärtigen Mainseite der EZB, der auch ähnlich besprüht wurde wie diese Unterführung da oben, weicht bald oder ist schon gewichen einem Blick ins Grüne, es war ein vorübergehender Zustand, den man notgedrungen hinnehmen mußte und konnte.
        https://dosenkunst.wordpress.com/2014/06/23/graffiti-wochenende-an-der-ezb-in-frankfurt-28-bilder/

        Auf der Fahrt mit der S-Bahn von Hanau nach Wiesbaden ändert sich nie etwas am Blick auf das wirkliche Geschmiere, es wird eher schlimmer.
        Zum Glück gibt es die unterschiedlichsten Meinungen zur Kunst an sich und es ist müßig, sich deswegen eventuell zu streiten, ich wollte nur noch mal mein hartes Urteil erklären. -:))) Ich schaue mir heute den Mr. Turner an, es ist Kinowetter und auch er war zu seiner Zeit ein Revolutionär…..

        einen beschaulichen Sonntag wünscht dem verehrten Herrn Ärmel

        die Karin

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        • Machen Sie sich keine Sorgen, ich habe Ihre Argumentation verstanden und Ihnen, liebe Frau Karin, bereits weitgehend zugestimmt.
          Was unleserliche Schriftzüge und wirre Schmierereien betrifft sind wir auf einer Linie.
          Nachsaunaundpumpelsattsiestaschwere Grüsse aus dem prächtigen Bembelland

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    • Das ist richtig und ich mag die Abwechslung – hin&wieder jedenfalls.
      Diese Zeilen von Arno Schmidt sind wahrscheinlich sehr unbekannt.
      Abendlichsupergutdraufäpplergeniessende Grüsse aus dem einzigartigen Bembelland

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  5. Schöne Serie, schöne Worte.
    Ich mag bei den Graffiti-Werken insbesondere die, die ein wenig auf die gebaute Realität eingehen, gerade das erste mit dem Handlauf. Einfach klasse. Und natürlich das grüne Monster mit der Sprühdose, das hat was.
    Regentropfenzuhörenden Gruß aus hier!

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    • Und Sie, lieber Zeilentiger hat man also auch schon in Kenntnis gesetzt… (Da kann ich ja alle Biskui..äähh Cookies wieder zulassen, von wegen Privatsphäre…)
      Und Sie besuchen die goldene Stadt am grossen Strom auch gelegentlich? Dann machen Sie doch mal Meldung demnächst, wenn Ihr Rappe Sie in diese Richtung trägt…
      Nachsaunaundpumpelsattsiestaschwere Grüsse aus dem prächtigen Bembelland.

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      • Unbedingt gebe ich Ihnen Bescheid, wenn es mich dorthin verschlägt. Sollte das vor Ihrer Abreise zum Schwarzen Berg sich nicht sowieso ergeben haben, geben Sie mir (mit Hinweis auf Abreise) bitte unbedingt die Chance, Sie noch anzutreffen.
        Gestern war es aber zuerst in die Stadt Lebkuchen (da haben wir sie ja schon wieder) gegangen und nach vielen klangvollen Stunden nächtens, um nicht zu sagen frühestmorgens zurück in den Kessel. Damit Sie sich nun nicht allein in Ihrer Privatsphäre aufgestört fühlen.

        Entsprechendmatschige Sonntagsgrüße mit Blogblocknotizen in einer Espressobar

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        • Um eine entsprechende Bescheidgebung bitte ich hiermit inständig.
          Die Stadt der Lebkuchen würde ich auch gerne einmal besuchen, schon alleine um der Motive wegen – Hach…
          Ich hoffe und wünsche, sowohl eine geringe Anzahl Ihrer kommunikativen Vernetzungen als auch kesselmässig ungelegenes Wetter waren Ihrer wochenendlichen Konvaleszens förderlich…
          Heuteabendwegenäpplermangelbiertrinkende Grüsse aus dem bezaubernden Bembelland

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