Familienarbeitstammbäume

Einmal rauf und runter auf der Erlebniserinnerungsleiter. Acht Alben aus der Zeit von 1974 bis 2003 in einer sorgfältig aufgemachten Box und klanglich hervorragend: Kraftwerk – Katalog (2009)…

Auf irgendeine geheime Weise sollen alle Menschen miteinander verwandt sein. Diesem Gedanken in letzter Konsequenz zu folgen fällt mir nach wie vor recht schwer. Mit manchen Menschen fühle ich mich so garnicht verwandt.
Morgen jährt sich der zwangsläufige Ärmelumzug von der nimmersatt datengefrässigen Tante Guurgel herüber zu Onkel Wortpresse. Der Ortswechsel erbrachte eine enorme Intensivierung menschlicher Begegnungen. Einige sind aus der virtuellen Welt hinaus ins wirkliche Leben möglich geworden. Darüber freue ich mich sehr.
Von Anfang an war mir das reale Kennenlernen von Menschen eine treibende Kraft beim Bloggen. Von den erweiternden Möglichkeiten blieb mein Bloggerverhalten nicht unberührt. Anfangs liess ich mich von Onkel Wortpresse zum Besuch vieler Blogs verführen. Manche davon verfolgte ich spontan. Freute mich anfangs auch über die vielen Verfolger meines Blogs. Manche davon wäre ich inzwischen gerne los, weil ich mich mit deren Blogs und ihren Anliegen so garnicht verwandt fühle. Das geht aus leicht erfindlichen Gründen jedoch leider nicht. Ich habe mich damit abgefunden und inzwischen hat sich meine Bloggerei auf ein für mich erträgliches Mass reduziert.

Das bedeutet neben anderem auch, dass weniger Beiträge erscheinen. Sorgen brauchen die treuen Besucher meines Blogs deshalb nicht zu haben. Ich fühle mich geehrt und bedanke mich für entsprechende persönliche Nachfragen. Mit diesen Menschen verspüre ich eine, wenn auch (noch) entfernte, so doch herzliche Verwandtschaft.

Ganz andere Verwandtschaften entdeckte ich bei Pete Frame. Dem Mann kommt das Verdienst zu, Stammbäume akribisch recherchiert und publiziert zu haben. Mich hat das seinerzeit manche Deutsche Mark in den Plattenläden gekostet. Ich lernte durch die Aufzeichnungen von Pete Frame höchst verlockende Kreuz&Querverbindungen zwischen Musikanten und Bands kennen, die mich neugierig gemacht haben.
Zusammengefasst und auf ebenso amüsante wie informative Weise lässt sich das in dem grossformatigen Werk „Rock Family Trees“ nachlesen. Wer mit wem von wann bis wann in welcher Band gespielt hat wird ebenso beantwortet, wie die dabei entstandenen Werke. Wer wechselte von welcher Band zu welcher anderen; welche Bands waren bloss kurzlebige Projekte. Und so weiter und so fort. Gegen Ende des Jahrtausends hat die BBC eine Dokumentationsreihe produziert, die auf den Stammbäumen von Pete Frame basiert. Einige Folgen hält Onkel Juhtjuhp bereit.
Mir liegt die aktualisierte Ausgabe der Stammbäume von 1994 vor. (Pete Frame – The complete Rock Family Trees. Edition Olms, Zürich, 1994)
Inzwischen sind zwei neuere Erweiterungen und Aktualisierungen erschienen. Da werden dann zusätzlich Bands aus den 1990er und 2000er Jahren präsentiert. Ich denke, die sind für jüngere Musikbegeisterte interessant, beziehungsweise für Hörer, die sich auch über jüngere Bands informieren möchten.

Allen Besuchern, Lesern und Guggern wünsche ich einen gedeihlich familiären Sonntag.

(Foto anklicken und genauer gugge)

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46 Gedanken zu „Familienarbeitstammbäume

  1. Froh bin ich, dass Sie weiter bloggen.
    Qualität ist mehr denn Quantität.
    Einige mir sehr werte Bloggerfreunde, wie Herr Toettchen und Herr Salva, hinterlassen schon zu große Lücken.
    Nochimmerkeinenregentropfenerhaschende Grüße, Ihre Arabella

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  2. Herr Ärmel, Sie wollen Leser wieder los werden??? 🙂
    Die wollen doch nur lesen, die tun Ihnen doch bestimmt nichts 🙂
    Wenn Sie das nächste Mal vor „meinem“ Bücherschrank sitzen, klingeln Sie doch kurz durch – ich komm‘ mit einem Äppler zur Bank 🙂

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  3. Vieles unterschreibe ich, was das Bloggen betrifft. Ich muss auch etwas nachlassen, zum einen aus solchen Gründen, zum zweiten wegen dem schwäbischen Fußball der mir Tränen in die Sugen treibt und nicht zuletzt, da ich meine Astronomie etwas auf Vordermann bringe.
    Danke für den Buchtitel, kannte ich nicht und sollte neben Diederichsen’s 2000 Platten noch Platz finden.
    Schönen Kraft-, äh Sonntag!

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    • Das Buch gibt es in den verschiedenen Auflagen bei booklooker.de gebraucht. Wobei ich letzthin bei einem seltenen Titel, den ich vorstellte, hinterher feststellte, dass die wenigen Gebrauchtangite bei booklooker weg waren – vielleicht wars ja auch ein Zufall.
      Falls Sie mit dem Verein in der Kesselstadt bibbern sollten, kann ich Sie gut verstehen. Die Bembelstädter Diva beunruhigt mich derzeit auch wieder.
      Ihnen sonntagabendlichnachtatortige Grüsse aus dem bluesigen Bembelland (John Mayall – Blues from Laurel Canyon / 1968)

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  4. Wir haben doch alle Freiheiten, lieber Herr Ärmel, unser Blogverhalten selbst zu steuern und wenn Bloggen und Kommentieren zum MUSS ausartet, dann wäre das schlimm. Die Leser, die sich an Ihren Artikeln erfreuen, kommen sowieso immer wieder nachschauen, ob es ärmelige Neuigkeiten gibt.
    Es gibt nur auch als treue Leserin nicht immer etwas zum sachlichen Inhalt zu sagen, so erging es mir zum Thema der Bücherschränke und jetzt wieder bei den Stammbäumen, nichtsdestotrotz lese ich die Artikel und auch die Kommentare dazu, denn zu lernen gibt es stets etwas.
    Ich bin gern bei Ihnen zu Gast als Leserin und erhoffe mir deswegen kein Stirnrunzeln Ihrerseits -:)))

    Ihnen einen schönen Abend, ich tatorte heute nicht, das Leipziger Ermittlerpaar liegt mir nicht.
    mit nettem Gruß vom leider trockenen Dach, keine drei Tropfen sind heute gefallen und es müßte dringend regnen
    Karin

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    • Frau Karin, Sie hier? Ich vermisste Sie schon in letzter Zeit. Andererseits dachte ich Sie mir überaus aktiv und beschäftigt.
      Wie schön,. Ihren Gruss zu lesen.
      Sonntagabendlichnachtatortige Grüsse aus dem bluesigen Bembelland

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  5. Rock Family Trees- das wäre das Letzte, um das ich mich kümmern tät` – doch jedem das Seine!
    Begeben Sie sich ruhig zu den Fingerknotseppeln, es warten wahre Abenteuer – es schwant mir halbkonkret!
    Dem bluesigen Eindruck entschwinden, mit Drive entschwirrende Grüße von der sanftwilden Gans 🙂

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  6. Oh wie krass, haben sich doch tatsächlich Menschen gefunden die solche Stammbäume verfassen. In einem Anflug von Wahnsinn habe ich mich in frühen Jugendjahren auch einmal damit befasst, aber bei der siebten oder achten Erweiterung durch mit Tesafilm akribisch angeklebte Din A4 Seiten aufgegeben. Ich hätte ein Buch daraus machen sollen, hab aber schon beim ersten Stammbaum irgendwann aufgegeben. John Mayall war für einen Anfänger wohl keine so gute Idee.

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  7. Ich will DIr Deine Freude an WordPress ja nicht vermiesen, aber weils grad aktuell in meiner Blogroll auftaucht (Vorteil gugel) :
    http://blog.fefe.de/?ts=abc06d36

    Es gibt einige Vorteile von WP. Es gibt einige Vorteile bei Blogger (u.a. 1600er Kantengröße bei Fotos und die besagte aktuelle Blogrolle, die ebenfalls mit WordPressseiten wunderbar funktioniert).
    Und keine Werbeeinblendungen, was mich allerdings zugegeben eh nicht die Bohne interessiert dank Adblocker, dass es hier Werbung gibt hab ich nur durch die Kommentare erfahren.

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    • Danke für den Hinweis. jeder muss zwar für sich die Entscheidung für einen Bloganbieter treffen, aber es gibt zwischen Guurgel und Wortpresse kein generelles besser oder schlechter. Allenfalls hat jeder seine individuellen Nachteile, die man als Benutzer in Kauf nehmen muss…
      Jetzt Koffer packen und abfahren 😉

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  8. Ein Blogeintrag über die Philosophie des Bloggens (zumindest ein halber), lieber Schreibfreund, tut immer mal wieder gut…
    nicht nur die Balance im RL ist nicht so ganz einfach zu finden, sondern auch jene im VL, du hast vollkommen recht!
    Liebe Morgengrüße an dich von mir

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      • Freundliche Grüße, die ich gerne aus dem ebenso verregneten Ländle erwidere 🙂
        Seit 2007 blogge ich mehr oder weniger intensiv — es war nicht leicht für mich, das „richtige“ Maß zu finden, aber nach einigen Jahren gelang es mir…und dann wechselte ich von blog.de nach WP, und bin immer noch sehr zufrieden damit!
        Einige „philosophische“ Texte über das Bloggen an sich und die sogenannten Blogfreunde bzw. Follower habe ich da unterwegs geschrieben und auch eingestellt; sie haben zumeist für sehr viel Zündstoff gesorgt, denn bekanntermaßen steckt ja hinter jedem Blogger ein Mensch, und der haben Gefühle, hier wie dort, also im RL wie im VL…
        sehr schwer war es dabei auch solche Blogfreunde durch Tod zu verlieren, das ist fast wie im wirklichen Leben…
        aber noch schwieriger war es oft, Blogger/innen wieder loszuwerden, die einem zum Teil übel zusetzten,
        bis hin zur Verleumdung hinterrücks, hinterfotzigem Übelreden usw., aber die unschönen Seiten gibt es ja überall,
        bei allem…
        liebe Morgengrüße zum Tag der Arbeit vom Lu; hab einen schönen 1. Mai!

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  9. Ist es wirklich schon wieder fast eine halbe Woche her, dass die Thomalla sagte, „mach mir ein Kind“ oder so? Hilfe, wie die Zeit läuft. Aber – auch wenn der „Tatort“ sich leider zu keinem „muss“ mehr degeneriert, der „letzte Leipziger Tatort“ – den zu schauen, ist zumindest eine Pflichtsolidaritätsbekundung 🙂

    „bloggen“ – warum, weshalb, wieso?

    Ich liebe dieses Thema. Es hat so viele Facetten, die sich jedes mal aus einem anderen Licht betrachten lassen. Am meisten – für den Schreibenden selbst.

    Alles hat seine Zeit. Das ist zu schön, um es dran zu geben.

    Auf das nächste, und viele weitere Jahre, werter Herr Ärmel.
    LeChaim.

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    • Lieber Menachem, ich danke Ihnen sehr für Ihren Kommentar, der die Reflexion zum Thema so schön umschreibt.
      Morgenfriedlichfreundliche aus dem schnürlverregneten Pfaffenwinkel

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        • Ich danke Ihnen für den freundlichen Hinweis. Franken steht in der Tat auch auf meiner Liste. Etwas weiter unten, zugegeben.
          Und ich werde diese Liste fein säuberlich der Reihe nach abreisen.
          Dann werde ich mich selbst davon überzeugen, dass in Franken selbst das Wetter schöner ist als anderswo 😉
          Abendschöne Grüsse aus dem sonnenuntergangsrotglühenden Bembelland

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          • Franken, in der Tat, ist ein Paradeis für Gemüter mit Hang zur Kontaktreduktion.

            Ein Exempel aus der Praxis:
            Sonntagmittag. Ein Paar vor einem Wirtshaus. Der Mann geht hinein, kommt zurück und sagt zu seiner Frau:
            „Do is voll, an jedm Disch sidzd ahner!“

            Also, wenn Sie gerne einen Abend in der Kneipe verbringen, ohne in einen Wortwechsel zu geraten…

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  10. (Günter Stössel – Af Nämberch nei (1992) steht hier irgendwoi im Ärmelarchiv)
    Der merkwürdige Dialekt wurde mir 1976 bewusst, als ich den Vorraum des Kinos sah. Dort stand ein Telefon. Derf i do emol delefoniern? Wenns ka Ferngspräch iss. S´iss awer e Ferngspräch. (Ich bitte, mir die wahrscheinlich inkorrekte phonetische Lautschreibung nachzusehen.) Der Film hiess Im Lauf der Zeit von Wim Wenders.

    Ich kenne Herbert Hisel und finde Ihre Beschreibung der Szene in der Wirtschaft für nachvollziehbar.
    Abendschöne Grüsse aus dem magischen Bembelland

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