Pfaffenwinkliges Barockbierbayern

Beim Entwickeln der Fotografien: Kraudn Sepp – G´red und G´sungen. Onkel Juhtjuhp bietet einige Hörproben, einfach Kraudn Sepp eintippen…

Die Bayern haben „gegen Gott“ verloren. So jedenfalls eine der Schlagzeilen heute Morgen zu dem Rasenballereignis gegen einen Verein aus Barcelona am gestrigen Abend.
Im richtigen Leben steht Gott natürlich auf der Seite des Bayernlandes. Und um es gleich vorweg zu sagen. Auch wenn ich mit meiner Bayernkritik gerne kokettiere, ich mag Bayern. Stellenweise sehr sogar. Und feine Menschen gibt es dort neben Bergen, Biergärten und Barock.
Einen besonders feinen Menschen durfte ich endlich persönlich kennenlernen. Bisher kannte ich ihn lediglich vom Bloggen. Eine persönliche Begegnung ist jedoch eine ganz andere Sache und liegt mir stets am Herzen. Herr Riffmaster, ich bedanke mich für den herzlichen Handschlag zum Willkomm. Und die beim Abschied getroffene Verabredung, in einem zünftigen Biergarten mit Brezel und einer Halben unsere Gespräche fortzusetzen, werden wir schon bald umsetzen.

Im Pfaffenwinkel beherrscht das Barock den Kirchenschmuck. Ein gelegentlich irritierender Gegensatz zu einer romanischen Basilika. Mich lenkt die prunkende Ausstattung einer Kirche im barocken Stil eher ab. Und dennoch schätze ich das Barock als geistige Strömung. Barock, das war die Darstellung des prallen, überbordenden Lebens als grandiose Gegenbewegung zu den daseinsfeindlichen Lebensentwürfen der lutherischen Religionsauffassung. Ein jeder hat das Recht auf seine Lebensfreude.

Ich hatte schon lange den Wunsch und die Idee, ein Mal wenigstens frühmorgens an einem der bayerischen Seen zu fotografieren. Stellte mir das Licht bei Sonnenaufgang vor und hatte dabei Bilder von William Turner im Sinn. Trotz des apriligen Wechselwetters hatte ich an einem Morgen Glück. Ich nahm ungeachtet der frostigen Kälte im Morgengrauen das Geraffel mit ans Ufer des Ammersees. Die vor Kälte klammen Finger waren zeitweise vergessen angesichts der Lichtverhältnisse.

Ich schaue mir seit einigen Abenden alle alten Frankfurter Tatorte vor 1990 an. Immens aufschlussreich zu sehen, wie sich sowohl die Stadt als auch die Mentalitäten verändert haben. Vom Mainufer aus gabs fast noch keine Skyline. Vor allem aber gab es noch keine political correctness und gesprochen wurde noch, wie es aus dem tiefsten Herzen heraufgeschossen kam. Undenkbar heute auf unseren Wegen zurück ins kleinliche Biedermeier. Political Correctness – was sich so menschlich und tolerant anhört hat sich für mich längst in sein Gegenteil verkehrt.

(Hier einige Fotografien – anklicken vergrössert die Impressionen)

 

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69 Gedanken zu „Pfaffenwinkliges Barockbierbayern

  1. Guten Morgen, na es ist schon fast Mittag, lieber Herr Ärmel,

    selig habe ich geschlafen, nachdem die Bayern verloren haben, dieser Club und die meisten seiner Protagonisten verkörpern für mich all die deutschen Eigenschaften, die uns schon einmal sehr zum Nachteil gereichten: Selbstherrlichkeit, Protz und Siegermentalität ..ich bin ja schon still -:))) Ansonsten ist das Bayernland schon sehr speziell , liebenswürdig, grantelig , landschaftlich ein Traum und sie haben die Weißwurst mit süßem Senf mmmhhhh und wunderschöne Trachten und Gamsbärte und Hirschlederhosen.

    Die romanische Kirche gefällt mir besser als die barocke Pracht und die beiden letzten Fotos…ein Traum, die kalten Finger haben sich gelohnt…. für uns -:)))

    Kaltfingrige Hände grüßen Sie vom Dach…ob das schon der Eisheiligenwind ist, der da so kalt bläst?

    Karin

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    • Zu was klammstarrkalte Finger nicht alles gut sein können – wer hätte das gedacht; ich werds mir jedenfalls merken zu eigenem Troste bei nächsten Male 😉
      Mittäglichsonnige Grüsse aus dem klarsichtigen Bembelland

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    • Wahrscheinlich unbewusst und aus Selbstschutz schon beim Lesen Ihres geschätzten Kommentars gleich wieder vergessen: Mit verschiedenem, angeblich Essbarem kann man mich verjagen, fast ebenso schnell wie mit Hirn und unausgewaschenem Rindergedärm geht das mit jenen vom blassen Tode erschrockenen, aromalosen weissen Würsten und klebrigsüssem Senf – igittigitt….

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      • Hirn und Rindergedärm und Nieren bäääähhhhh, aber Weißwurst ist nicht aromalos, da haben sie die Falschen probiert!!!! Bei dem Metzger meines Vertrauens in Maintal sind sie eine Köstlichkeit…..vielleicht springt mir mal ein Bayer virtuell in die Seite?
        aber die Geschmäcker sind zum Glück verschieden….so wie ich den Handkäs nur mit Butter und Graubrot mag und die Musik igitt finde -:))

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        • Jetz´ horscheSe emol her, Fraa Karin, en Handkäs´ ohne Mussigg geht jo gaanedd, gell.
          Sie stamme nedd vunn hier, odder? En Handkäs´ mit Mussigg iss nämlisch die erst´ fest´ Nahrung, die wo e hessisch Bobbelsche gefidderd krieht. Tststs, die Zugereisde awwer aach…….

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          • Sie haben richtig getippt, lieber Herr Ärmel, ich bin eine Oigeplackte und komme daher, wo diese Sorte Käse Harzer Roller heißt -:))), den gibt es aber auch zweibeinig singend,
            und meine erste hessische Vokabel, die ich lernte, war: Du hast‘ wohl en Dubbe unnerm Pony! Die Sitten waren rauh in einer Klasse mit 32 Jungs und 7 Mädchen -:)))

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            • De Dubbe unnerm Ponny (bitte mit 2 n, wir sind im Bembelland) kenne ich auch noch. Und viele andere nebenbei.
              Statt Harzer Roller gabs bei uns die so bezeichneten Korddelharzer.
              Das waren quadratkubische, kordelumwickelte Knallkörper zum damals für uns Kleinstadtbuben unerhörte 1,oo DM pro Stück.
              Andererseits hielt diesen lustigen Krachern kein Briefkasten stand.
              Und mancher Lehrer musste so büssen dafür, dass er seine feige Übermacht an uns unschuldigen Knaben ausliess in seinem Machtbereich. 😉

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  2. Wo kommen denn die kalten Finger her;-)?
    Wundervolle Fotografien, werter Herr Ärmel, und bei Herr Riffmeister bin ich sehr gern zu Gast.

    Apfelblütenduftverströmende Grüße aus dem anderen Freistaat, Ihre Arabella

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  3. Ach, da warst du ja ganz in meiner Nähe! 🙂
    Ich bin dem Barock in der Architektur eher abgeneigt, in der Musik – vor allem in der von J. S. Bach – finde ich ihn hinwiederum wunderschön. Weißwürste mit süßem Senf mag ich sehr und auch im Biergarten in der Sonne sitzen und natürlich die herrliche oberbayerische Landschaft. Aber mit Fußball hab ich nix am Hut und grantig bin ich auch nur höchst selten.

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  4. Richtig gute Weißwürste sind lecker und schmecken keineswegs nach Nichts, dazu ein guter Senf vom Händlmaier, mjam – fehlt nur noch etwas barockes Bier dazu. Dem Herrn Turner hätte ich aber ein etwas größeres Bild spendiert, 700*500 ist arg klein (und das Ostufer ist imho irgendwie auch turnerischer als die verschluckten Segelboote).
    Die schmucke Barockkirche hingegen ist ganz mein Fall, vielleicht sollte ich so ein Gebäude mal wieder betreten…

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    • Kein Wort mehr über diese faden fahlen wurstähnlichen Gegenstände. Ich stehe auf koscher Wurst, also Rindswurst, erfunden im Frankfurter Ostend.
      Barockes Bier? Na, du scherzt wohl. Bayerisches Bier ist wässrig und süsslich – zugegeben, trinkbar bis die Blase platzt. Das helles Andechser Weizen hat mir jedoch sehr gut gemundet. Mein Handicap war mein Kraftfahrzeug.

      Gut, dass du das Format erwähnst. Das scheint eine unerkannte Institution etwas zu verkleinern. Bei mir ist das Bild immer noch 1054 x 757 gross. So habe ich das eingestellt.
      Da würde mich schon interessieren, wieso das bei dir so klein nur angezeigt wird.

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        • Ach ja, bayrisches Bier kenne ich vom Annafest in Forchheim und das war extrem lecker, weder süß noch wässrig. Im Pfaffenwinkel stimmt wohl die Versorgung nicht *g* (ok, Forchheim ist Franken, aber offiziell…)

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          • Um so weiter nach Norden, desto herber das Bier.
            Das finde ich gut – mal ganz generell gesprochen.
            Insofern muss bayerisches Bier nicht schlecht sein, kann aber für die Geschmackssensoren der Geniesser, die herberes Bier vorziehen, als süsslich aufgefasst werden.
            Der wasserklare Vorteil von bayrischem Bier: man kann viel mehr davon trinken vor dem Verlust der Besinnung *ggg*

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  5. Sind das gelungene Bilder! Sie müssen über eine Art absoluter Perspektive verfügen. Suchen Sie die oder sticht sie Ihnen sofort ins Auge?
    Und die Seebilder – ein Traum! Die Natur als Künstlerin, dokumentiert von einem Künstler.

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    • Wie soll ich das verstehen mit der absoluten Perspektive?
      Durch meinen Sehfehler habe ich zwar einen 180° Blickwinkel, aber das Sehen der Welt habe ich durch das Fotografieren erlernt.
      Ihr Kompliment schmeichelt mir sehr, aber lang ist die Kunst und kurz das Leben. Manchmal wünschte ich mir, ein Künstler zu sein.
      Mitternächtliche Grüsse aus dem leisen Bembelland

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        • Wie funktioniert das durch Nachdenken?
          Man braucht doch einfach geradeaus zu schauen und dabei den Raum rechts und links von sich wahrzunehmen.
          Dabei bemerkt man, wie gross der eigene Blickwinkel in etwa ist…

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          • Wissen Sie, manchmal bin ich ein bisschen langsam…
            Ich habe geradeaus geschaut, ich habe versucht, den Raum links und rechts wahrzunehmen und bin auf 180Grad gekommen (im Normalzustand, nach einer Meditation, zum Beispiel, scheint er mir weiter). Aber wenn 180 normal sind, wo ist dann die Krankheit? Nachdenken. Dann habe ich gegoorgelt. Die Goorgel kommt mehr oder weniger auch auf 18o Grad. Also, wo ist die Krankheit? Nachdenken. Dann habe ich meinen Sohn gefragt, der hat gelacht, und geantwortet, dass er auch von 180 ausgeht. Nachdenken. Dann die Erkenntnis: Wenn Sie 180 haben und das für krank halten und ich auch 180 habe, dann habe ich halt auch einen Sehfehler.
            Für mich ist das reine Logik im reinen Denken. Was ich beim reinen Denken vergessen habe zu bedenken ist, dass in so manchem Ärmel ein Scherzkeks steckt.

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            • Mir lag nichts ferner als zu scherzen. Mir sagte der Augenarzt schon vor Jahren, dass meine 180° Sehwinkel auf einen Hornhautkrümmungsfehler zurückzuführen sind.
              Kaum ein Mensch schafft es beim Normalzustand der Augen beim Geradeausschauen, gleichzeitig nach recht und links bis die Grenze seines Winkels zu gelangen.
              Um den wirklichen Winkel unabhängig zu testen, sollte eine Person hinter einem stehen und die ausgebreiteten Arme langsam nach vorne bewegen. Die Testperson meldet dann, wann sie die Hände des Assistenten sieht.

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  6. St. Michael, Außenansicht. Das Bild ist geometrisch dominiert von den Symmetrieachsen der Dachgeraden. Die Horizontalen der Kirchtürme bilden einen schwach akzentuierten Kontrast. Die Einbeziehung der Mauerziegel und des Wegrandes wiederholt die Dachsymmetrieachsen, der Fluchtpunkt bringt Bewegung ins Bild und als Gunst des Augenblickes verlängert der Spaziergänger die horizontale Linie der Türme. So etwas sieht der Photographierende, oder er sieht es nicht.
    Ich habe in meinem Leben noch keine zwanzig Fotos gemacht (die Hälfte geht auf das Konto freundlich bittender Japaner und ihrer chinesischen Fortfahren), fotographieren hat mich einfach nie gelockt, vielleicht, weil ich schon den Versuch von Festhalten absurd finde oder auch, weil ich zur Technik kein freundschaftliches Verhältnis pflege. Amateuraufnahmen langweilen mich in der Regel, sorry, und mit Schnappschüssen süßer Kätzchen auf dem Handy kann man mich quälen.
    Trotzdem sehe ich sofort, wenn einer beim Photographieren etwas gedacht hat, oder einfach diesen Blick hat, z.B. für die optimale Perspektive.
    Bei der Innenansicht lässt mich, dank der Perspektive, die Apsiskalotte sofort an eine Mandorla denken, dass sie liegt, erhöht den Reiz. Wobei das mittlere Foto sich eigentlich erst durch das linke erschließt. Also auch beim Reinstellen mitgedacht. Das ist vielleicht alles noch „Handwerk“.
    In den Seeansichten jedoch lebt etwas, wovon ich glaube, dass man es nicht „machen“ kann, sondern nur einladen. Und da beginnt nach meinem Dafürhalten die Kunst.

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    • Das Bild der Einladung gefällt mir sehr gut.

      Ich kenne in der Tat viele Menschen mit einer Kamera, die sehr viel aufnehmen, auch schöne Fotografien dabei erzeugen. Eine gewisse Unverbindlichkeit gegenüber dem Motiv ist dabei jedoch häufig zu beobachten.
      Nicht schreiben will ich von denen, die einfach nur mitnehmen mit der Kamera. Vielleicht meinen Sie damit die Schnappschützen. (Die dokumentarisch eingefangenen Fotografien zähle ich nicht dazu.) Aus diesem Grund vermeide ich Worte wie schiessen oder Shooting. Ich erlege nicht nicht, ich will sichtbar machen, was lebt.

      Dass Sie genau hinschauen und sofort im besten Sinn dabei sehen, lese ich aus Ihrer Beschreibung von St. Michael. Wie viele Betrachter mögen die Mandorla wahrgenommen haben? Es ist ein Stück Handwerk und natürlich die entsprechende Geduld mit dem Licht. Für die sonnenbeschienene linke Hand der Figur am Kreuz beispielsweise.
      Und auch das Glück des Augenblicks soll nicht verschwiegen sein.

      Das Licht und das Glück des Augenblicks findet sich auch im letzten Seebild. Die ersten Sonnenstrahlen durchdringen den Morgendunst und werden auf einigen Mastspitzen hellglänzend reflektiert. Die winzigen Glanzlichter machen die eigentliche Wirkung des Fotos aus. Für mich jedenfalls. Der Rest ist Perspektive und Komposition.
      Das alles funktioniert noch immer wie bereits in den frühen Tagen der Fotografie. Dazu braucht man kein Photoshopper zu werden.
      Ein Foto derart zusammengebastelt – der aufmerksame Betrachter würde es rasch bemerken.

      Dass Sie nicht fotografieren, kann ich trotz Ihrer Gegenargumente (Festhalten / Technik) nicht nachvollziehen.
      Könnten Sie die Gedanken des Festhaltens loslassen und einmal das ursprünglich gemeinte Schreiben mit Licht ausprobieren – auf die Ergebnisse könnte man nur gespannt sein. Ich wäre es auf alle Fälle.

      Spätnachmittägliche Grüsse aus dem hellleuchtenden Bembelland

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      • Lieber Herr Ärmel, „schreiben mit Licht“, das ist mir in all den vielen Jahren der Wortbetrachtung noch nie aufgefallen! Danke.
        Mein Lieblingsbild ist übrigens 1. Reihe, 2. von li. In seiner Verdichtung der Pracht ist es „Baroque as Baroque can be“, also selbst schon Barock.

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        • Eine Fotografie im Querformat. Barock erscheint mir im Gegensatz zur in die Höhe aufstrebenden Gotik etwa, als eine Angelegenheit der Breite. Und in diesem Format scheinen die prächtigen Seitenaltäre eine enorme Breite zu erzeugen mit dem Altar im Zentrum.
          Dieser Altar ist übrigens ziemlich tief und sieht aus wie eine Bühne. Wie Bühnenbilder kann man darin verschiedene gemalte Szenen auf und nieder ziehen und sie so passend zu bestimmten kirchlichen Begebenheiten präsentieren.
          Und die alte, kleine Frau in ihrer Andacht, das Körnchen Salz in diesem erhabenen Ambiente durfte nicht fehlen. Was ist der Mensch? – Barock!
          Tiefnachtschwarze Grüsse aus dem stillen Bembelland

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  7. Tolle Bilder!

    Bayern als Landschaft finde ich auch super, mit der Mentalität der Eingeborenen dort vor Ort komme ich nach jahrelanger eigener Erfahrung allerdings nicht so gut zurecht…

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Ländle!

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    • Ich bedanke mich für das Kompliment.
      Und was die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen den Bayern und den Schwaben betrifft, das hat sich schon bis ins Bembelland herumgesprochen 😉
      Dennoch habe ich überwiegend gute Erfahrungen gemacht.
      Mittäglichvorsommerliche Grüsse aus dem fröhlichen Bembelland

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      • Ein gelungener Spruch, der vllt. sogar auf die meisten Bayern und Schwaben zutrifft, doch nicht auf mich, da ich kein Schwabe bin, sondern lediglich in der Kesselstadt arbeite und nahe dem Württemberg wohne, also insbesondere nicht in Schwaben…

        soweit ich mich hier in der Gegend auskenne, ist es sogar so, dass die Hälfte vom Schwabenländle zu Oberbayern gehört 🙂

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  8. Applaus für den Correctness-Satz. Bis zu ihrer Erfindung galt der zentrale Vorwurf: Die ewig gestrigen(=Reaktionäre, Konservative, Nazis….) neigen zur groben Vereinfachung und verführen somit zu Pseudowahrheiten. Die früher mal Progressiven der 80er sind nun aber auch in die Jahre gekommen und genauso, wie die SED in den 80ern reaktionären starren Kommunismus als Denkmuster gebar, sind nun viele der früheren Westmarxisten in die Jahre ge- und auf dem ehernen Vereinfachungstrip an-gekommen: Lügenpresse bleibt eine Goebbelserfingung (völlig unbekümmert von der tatsächlichen Faktenlage); außerdem lügt unsere freie Presse nicht! Basta! Ein paar unterschlagene Ukrainefakten gefällig? Iwooo! Das kann schon mal vorkommen – immerhin stimmen die Fussballergebnisse und Tatort-Sendezeiten!…
    Habe da gerade einschneidende Erlebnisse auf einer Tagung hinter mir. Überwiegend Westkollegen. Aber trotzdem das permanente DDR-Deja vu: Alles ist gut! Und was noch nicht ist, wird demnächst gut! Der ökologische Sozialdemokratismus siegt! Er ist gesetzmäßig auf dem Vormarsch! (Mit Lichtgestalten wie Gabriel und Steinmeier, mit TTIP, Leiharbeit und Lohndrückerei a la Südostasien?)
    Nu mach mal halblang, du Pessimist. Willste hier der Troll im Workshop werden?

    Nö. Selig sind die Blinden, denn sie werden Gottes Kinder heißen.

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    • Theologe sind Sie schon mal nicht.
      Ich weiß nicht, ob es Blindheit ist, ich glaube, es ist Angst. Ich glaube, viele Menschen stecken inzwischen viel Energie darein, sich vorzumachen, dass es nicht so ist, wie sie längst wissen, dass es ist.
      Aber, was immer es sein mag, das ge- und erzwungene Positiv-drauf-sein ist kaum auszuhalten. Und das Schlimmste ist, mit zunehmender Lebenszeit erkennen zu müssen, dass tatsächlich das eintrifft, wovor man immer gewarnt hat.
      (Übrigens bin ich schon auf Entzug…)

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      • Ich bin unsicher, ob viele Menschen viel Energie ins Selbstwasvormachen stecken.
        Schliesslich arbeiten ganze Industrien einer stetig wachsenden Ablenkungsbranche dafür, den erblindenden Konsumenten all die Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die der Realitätsflucht dienen.
        Fernsehkanäle zur Infantilisierung des Denkens gehören ebenso dazu wie Vergnügungssportarten, die den menschlichen Körper ebenso schädigen wie die Umwelt.
        Beschleunigung, Lärmzuwachs und Reizüberflutung zur Ernidrigung wenn nicht Ausschaltung der gesunden Wahrnehmung, zur Lähmung des Denkens.
        Das Wachstumsziel heisst Kritiklosigkeit den sich ins Unmenschliche verändernden Zuständen gegenüber.
        Tiefnachtschwarze Grüsse aus dem stillen Bembelland

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  9. Na, dann kommt jetzt mal ein Eingeborener von diesem komischen Völkchen der Bayuwaren zu Wort.

    Erstmal lieben Dank werter Herr Ärmel für die netten Zeilen bezüglich unserer ersten persönlichen Begegnung. Und ja, der herzliche Händedruck kam (wie es dieses Wörtchen ja schon verrät) von Herzen. Und ja, es war mir wirklich mehr als eine Freude, endlich mal face to face zu plaudern. Ich denke, wenn so zwei „boring old farts“ wie wir (mit z.T. schon sehr erstaunlichen Berührungspunkten hinsichtlich unserer jeweiligen Biographie) sich treffen, da gibt es so einiges zu bereden und auszutauschen.

    Und ja … auf eine zünftige Biergarten-Session freue ich mich auch schon und die von mir verbummelten Präsente sind auch wieder aufgetaucht *ggg*.

    Noch ein paar schmunzelnde Gedanken zu dem Bayernlande mit all seinen absonderlichen Bräuchen. Ich bevorzuge den bayerischen Leberkäs´, mit einer Weiss-Wurst muss man nicht unbedingt kommen. Und die Schweinshaxn ist natürlich der Hit schlechthin … mit Knödel und viel Kümmel in der Soße …

    Ich kann gut verstehen, dass wir Bayern so ein ganz spezielles Image im restlichen Deutschland haben … die katholische Kirche und die CSU haben da ja in den letzten Jahren sehr erfolgreich gewirkt.

    Und deshalb verweise ich immer so gerne auf das „andere Bayern“, das es seit jeher auch gab … aufmüpfige Personen, die sich von der Obrigkeit nicht alles gefallen lassen wollten … und exemplarisch verweise ich mal auf nur wenige Namen: Biermösl Blosn, Gerhard Polt, Siegfried Zimmerschied … und dass die auch zu Bayern gehören, macht mich wahrlich froh.

    Und die Sichtung alter Tatorte ist wahrlich ein lohnendes Unterfangen … das faszinierende an all diesen Tatort-Krimis ist für mich immer wieder, dass sie so ne Art Seismograph über die Themen unseres Landes sind … man mag es kaum glaube. Der erste Tatort wurde1970 oder 1971 (mit diesem Trimmel) ausgestrahlt.

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    • Leberkäs´ oh prima, da bin ich auch dabei. Und die Haxn habe ich mir verkniffen diesmal, aber…
      Genau, jenes Bayern jenseits der CSU fasziniert mich. Was habe ich nicht alles kennengelernt durch Pop Sunday oder den Zündfunk auf Bayern 2. Nicht zu vergessen die Sendung „Sport, Spiel, Spannung“, die wir im kindlichen Kinder als einzige Kindersendung am Nachmittag sehen durften. Später den Bastian und das Köngl. Bayr. Amtsgericht. Und noch später den Monaco Franze und Kir Royal. Und Fassbinder, Karl Valentin und Franz Xaver Kroetz.
      Bayern ist schon viel mehr als Seppelhosen, Bierkrüge, Enzian und Schuhplattler…

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  10. Ich bin immer wieder erstaunt, wie farbig er doch ist, „der große Gott von Altenstadt“! Wenn man im Mittelgang nach vorne geht, sehen seine Augen immer in die Ferne, aber dann gibt es diesen gewissen Punkt, da wenn du stehst und raufschaust, dann schaut er dich an, in die Augen und direkt ins Herz…liebe Grüsse

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