Die Höflichkeit der Störche

Ums gleich vorwegzunehmen und kund zu tun: nach diesem Beitrag wirds Sorchenfotografien erst wieder von flugversuchenden Jungstörchen geben. Nach fast drei Wochen bewundere ich einmal mehr die Tierfotografen. Welche Geduld da nötig ist für eine brauchbare Aufnahme und dennoch hängt fast alles von Zufällen ab…

Gestern wartete ich in der Abendsonne fast zwei Stunden auf die Rückkehr der Futterbesorgers. Nichts wars, es wurde frischer und das Licht nahm ab. Heute kam ich gegen 20:00 Uhr ans Nest und der Alte flog just ein. Das Geklapper – ists Höflichkeit oder Freude? – wollte ich den Besuchern, Lesern und Guggern doch gerne noch präsentieren.
Ebenso das Wohlbenehmen der Heranwachsenden im Nest. Stellen sich rückwärts an den Nestrand, beugen sich weit nach vorn und geben sichtbar Druck auf den rückwärtigen Körperteil, es sind also keine Nestbeschmutzer.

Vielleicht werden aus diesem Grund keine Störche ins FiFa-Präsidium gewählt. Laut André Heller haben in Österreich Lipizzaner bei gutem Benehmen nämlich durchaus gute Aussichten zum Bürgermeister gewählt zu werden (A.H. – Bei lebendigem Leib, 1975).

Ich wills nochmal deutlich sagen: Hochachtung vor den Tierfotografen. Ich werde demnächst einen Meister vorstellen, der spektakuläre Fotografien im Portfolio hat.
Ich bin für die dokumentarische Fotografie zuständig, aus diesem Grund akzeptiere ich bei diesen Tieraufnahmen auch gewisse technische Einschränkungen.

Gewisse dokumentarische Stärken hat auch die abendliche Musik im Ärmelasühl: Checkpoint Charlie – Checkpoint Charlie (a.k.a. Die Durchsichtige) (1979).

                                           (Foto anklicken – gross gugge. In Firefox wirds mit F11 noch grösser)

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29 Gedanken zu „Die Höflichkeit der Störche

  1. Erster ! *g*
    Die Vermutung in Bezug auf die FIFA ist naheliegend und hat mich aufs Köstlichste amüsiert.
    Bettlägerige und immer noch kichernde Grüße aus der Heimlichen Hauptstadt…

    P.S.: Gute Reise morgen (und sei pünktlich – 12 Uhr !)

    😉

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        • Der hört grad Zappa, die Hot Rats ists, glaube ich zu hören. Außerdem macht er einen recht beschäftigten Eindruck, da will man nicht stören.
          Zudem liege ich schon darnieder. Heute mal etwas zeitiger ins Bett, da wir morgen das Frühstück von 16 Uhr auf 12 Uhr vorverlegen müssen, wg. Kahn beladen mit Viktualien und freudespendenden Getränken in reichlicher Menge. ;-))

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  2. Ich bin heute zu einem wichtigen Geburtstagsfest eingeladen – da musswill ich hin.
    Und am Samstag vor Morgengrauen werde ich am Bahnhof Lummerland eine Opfergabe darbringen für pünktlichen Zugverkehr ind die Heimliche Hauptstadt *g*
    (Wo sind die Zeiten von Lukas und seiner Emma – die beiden haben den Zeitplan alleweil eingehalten)

    PS: Sorgt schon mal für Störche dort oben . . . ~~~ ich bin schon janz jeck danach…)

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  3. Oh Grundgütiger, Checkpoint Charlie und die Idylle um den Kalif Storch, wie passt das zusammen?
    Ich seh den Monsieur Ärmel vor meinem geistigen Auge mit einer Vieltaschenjacke wie einst Horst Sielmann im Verhau sitzen und auf das Bild warten. Geht noch hin. Aber der Soundtrack. Wie mag das zusammengehen?
    Bis ich darauf kam: Tiere. Das Hausschwein.
    Das nannten die damals Franz-Josef und danach hatten sie ein Problem, nicht mit dem Storch, aber mit dem Strauss.
    Das zweite Bild ist ja so genial, da kommt man aus dem Gucken gar nicht mehr raus!

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  4. Checkpoint Charlie. Kommt mir vor wie aus einem anderen Leben. Da fallen mir die „Schmetterlinge“ ein, die hatten zeitgleich eine mindestens Doppel-LP über die französische Revolution gemacht, die ich ganz gegen meine Gewohnheit angeschaft habe. „Und so wurde auf der Stelle la petite Mademoiselle zum Symbol der Revolution…“ windet sich nach Jahrzehnten wieder durch mein Ohr.
    Es fühlt sich seltsam unpassend an, wenn die Vergangenheit der Zukunft voraus ist.

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  5. Dolles Geklapper. Leider bin ich dieses Jahr erst wieder im September in Portugal, dann hat sich das mit der Klapperei erledigt und momentan schaffe ich es nicht auf Storchenpirsch zu gehen. Dabei gibt es selbst im Hamburger Stadtgebiet eine ganze Menge Nester.

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  6. Lieber Herr Ärmel,
    wie Sie wissen, habe ich es mit der Photographie nicht so; und mit Tieren eigentlich auch nicht. So habe ich früher auch die Sielmanndokus nur dann angeschaut, wenn die Dreikanaligkeit mir praktisch keine andere Wahl ließ. Aber Ihre Storchenbilder flößen mir wirklich Respekt ein. Da ich davon ausgehen muss, dass die Herrschaften nicht Ihnen zuliebe „posen“, müssen die Bilder echtes Können und viel, viel Zeit voraussetzen.
    Kurz gesagt, ich würde Sie auch gerne mit etwas erfreuen. Vielleicht damit:

    Ihre Lese- und Schauerin

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  7. Jetzt auch mal von meiner Seite ein herzliches Dankeschön für diese Strochen-Triologie (oder wie viele Folgen es auch immer waren). Ihren Repsekt vor Tierfotografen teile ich shr und so eine Serie ist für mich ein ganz wunderbares Beispiel für die aus meiner Sicht so dringend notwendige „Entschleunigung“. Wenn ich lese, dass Sie da 2 Stunden ausgeharrt sind … dann hat das auch was mit jener herrlichen Muße zu tun, die uns heute doch oft fehlt bzw. abgeht.

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