Durchschnittlicher Donnerstag

Statt Rosen für die Schwiegermama (Hazy Osterwald Sextett) erklingen zum Frühstück: 41 Original Hits of the Soundtrack of American Graffity (1973)…

Ich glaube notorisch nicht an Zufälle. Als ich für den gestrigen Blogbeitrag das Ärmelmusikalarchiv nach Rosen scannte, fanden sich überraschend viele Titel. Unter anderem auch von den Jacob Sisters. Die aus Schmannewitz mit den vier weissen Pudeln. Von den sehr blonden Schwestern steht hier die merkwürdige Kollaboration „Quartett im Bett“ mit Insterburg & Co..
Auf diese Damen hatte ich als Ärmelkind immer ein Ohr, weil die unverkennbar sächsisch sprachen bei ihren Auftritten in Fersehschauen. Befragt von Peter Frankenfeld, Lou (wunnebar) van Burg oder Hans-Joachim Kulenkampff warteten wir Kinder auf ihre Antworten. Sächsisch war meine erste Fremdsprache durch eine benachbarte Familie, von deren Buben einer mein Kinderfreund gewesen ist. Ihre Kostümierung, die Piepstimmen, die Pudelhunde; für uns Kinder waren die Jacob Sisters jedesmal ungeheuer lustig.
Dass die vier Frauen seit Jahrzehnten fast in Frankfurt lebten war mir unbekannt. Gestern starb Sister Johanna im Alter von 76 Jahren. Nun sinds nur noch zwei Schwestern.

In den vergangenen Tagen hörte ich wieder vermehrt Musik aus der ehemaligen Deutschen Republik. Ich frage mich noch immer, warum mir diese Musiken so wenig geben. Das heisst, die Musik durchweg schon. Viele Musikanten waren um Klassen besser als ihre westdeutschen Kollegen. Es sind meist die Texte, die mir quer kommen.
Vielleicht fehlt mir die entsprechende Sozialisation, um all die versteckten Andeutungen zu erkennen. Möglich auch, dass ich Texte entweder als direkte Sprache kennengelernt habe oder dass diese Silbenwortsatzgebilde lediglich Kollagen für bewussteinserweiternde Transportmittel gewesen sind. Der letzte Gedanke zu dieser Frage ist noch nicht gedacht.

In einem meiner Notizbücher gefunden: Wer anderen ständig in die Grube fällt, sollte sich selbst eine graben.

                                                                   Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Bloggern einen gelingenden Novembertag.

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48 Gedanken zu „Durchschnittlicher Donnerstag

  1. Und haben Sie sich schon selbst eine Grube gegraben? Oder ist das gar nicht nötig? Über den Zufall lässt sich prima unterschiedlicher Meinung sein. Vor 20 Jahren hätte ich den Zufall strikt abgelehnt, inzwischen halte ich es mehr mit Paul Auster.
    Auch Ihnen gut Holz für den Tag!

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  2. Wir haben immerhin ähnlichen Kindheits-TV-Erinnerungen … würde noch Rudi hinzufügen 🙂

    Aber dass Sie die Prominenz im Bembelland nicht kennen – Herr Ärmel, wirklich? 🙂
    Wir müssen uns mal unterhalten 🙂

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  3. Zum Thema Grubenfallen fällt mir ein: Matthäus 15:14 Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube…… Oder das G´schichtl in dem jemand immer wieder am selben Ort in die gleiche Grube fällt und trotzdem nicht bereit ist, eine andere Straße zu nehmen. So sind wir Menschen halt ….. 🙂

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  4. Bezüglich der Musik aus der „sogenannten“ DDR muss ich sagen, dass ich derzeit sehr häufig mit City’s „Am Fenster“ von der CD im Autoradio unterwegs bin. Gelungener Text, erfrischend modern klingende Melodie und musikalisch-handwerklich gut gemachte Darbietung.

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    • Engerling steht hier in Begleitung von Mitch Ryder. Aber das ist neuerer Wein. Die ursprünglichen Engerling oder auch die Sterncombo Meissen kannte ich vor der sogenannten Wiedervereinigung überhaupt nicht.
      Da wurde uns auch von bevorzugten Radiomoderatoren kaum etwas angeboten. Die Musik aus dem Osten spielte, wenn überhaupt, bestenfalls eine Nebenrolle.
      Die Ausnahmen, so vermute ich, waren Menschen, die ein spezielles Interesse an der dortigen Musikszene hatten.

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  5. Ich lege Ihnen Pankow an das Ärmelherz, besonders das als Rockspektakel benamste „Paule Panke“ und „Aufruhr in den Augen“. Hier ein Link, der die Geschichte von „Langeweile“ beleuchtet:
    tube.com/watch?v=sFNfPnNVcEU

    Auch NO 55 spiegelten gut unser damaliges Sein. Silly ja soundso. Und meines Erachtens sind die Unterschiede der Rebellenmusike gar nicht so verschieden, es wird gegen das jeweilige herrschende System angesungen. Gegen das, was engt und zwängt.

    Jetzt interessierte mich noch, was für Silbenwortsatzgebilde als Kollagen für bewussteinserweiternde Transportmittel Ihnen erschienen? Auch da könnte Pankow durchaus herhalten. Das Lied von der Seensucht oder die fliegende Gabi… wir hamm uns weggeschmissen und doch Tiefsinn erkannt.

    Eine letzte Bemerkung noch zu Ihrem Rosenbild: Haaaaaaach!
    Herzlichst, die Ihre wie stets herzvoll zugeneigt, gerade ullallaend.

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    • Das ist nun wieder einer Ihrer ganz bonfortionösfamosen Kommentare, meine hochwertgeschätzte Frau Knobloch.
      Die Namen der Banden und Kapellen flugs notiert werde ich den anstehenden (gefürchteten) insärmelhausverbannten Ekelkaltzeiten mir anhören, was Sie mir da anempfohlen haben.
      Jetzt aber rasch das Zettelchen mit den Namen beim Nachbarn abgeben um zu erfahren, ob und was er davon in seinen Musikallabyrinthen berherbergt. Ich danke Ihnen mit einer geziemenden Verboygung, Ihr (stets zugeneigter) Herr Ärmel (der aus dem Bembelland)

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      • Mein lieber Herr Ärmel, söllten Missverstehensfeinststeilfältchen nasenwurzelig auftauchen, fragen Sie ruhig nach meiner Hörensweise. Vielleicht gibt ja auch der wissende Herr Bludgeon seinen Bautzener Schmagofatz dazu.
        Überraschendblauhimmelige Grüße aus dem entspannt tagwerkendem Lipperlandien, immer die Ihre, zugeneigt mit Rückenkrach.

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  6. Hirschlendenmedaillons. Das rezept für die Sosse wollen Sie garnicht wissen.
    Der Calvados hinterher tat wegen der genussvollen Völlerei not. Ach so, an den Maronen hats nicht gelegen.
    Die Vinaigrette aus Apfelessig, Schüsschen apulischem Rotwein und einem Hauch von Bitterorangenmarmelade hätte Ihnen, meine hochwertgeschätzte Frau Knobloch durchaus munden können.
    Kranke, die gesund werden wollen müssen fein speisen und sich dabei um ihr leibliches Wohl wohl sorgen ~~~ Hach ~~~
    (was es die Tage vorher gab, interessiert Sie eher nicht, denke ich mir /// Feinstdreherchenfeinstdreherchen##)
    Zugeneigt und gutgesättigt überaus vergnügt grüsse ich Sie, wie stets Ihr Herr Ärmel (Bembell. gepr. Saunameister)

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    • Bloß gut habe ich in meine Pausenstulle gebissen, bevor ich hier las, mein liebster Kochärmel! Was hätte ich die jetzt scheel angeschaut und lustlos gemümmelt! Und was mache ich jetzt hier mit meinem tropfenden Zähnchen? Hachachhach~~~~~~~~
      Weiterhin die gediegenste Kräftezurückerhaltung Ihnen und bitte warnen Sie mich vor neuerlicher Gaumenverkitzelung, an dieser Stelle bin ich besonders empfindlich.
      Herzlichst zugetan, die Ihre, nach den Plumpskisselchen schielend nun.

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      • Birnen, Bananen, Äpfel sowieso, Sahnesösschen, Lachs, Nüdelchen, leichter sehr trockener Riesling, Schweinelendchen, verschiedene Vinaigretten, Bratkartöffelchen, frische Salate, schwerer süditalienischer Rotwein, krustiges Bauernbrot, frisch gepresster Saft, sautierte Karotten, Eier im kräutergebutterten Glas, Hirschlendenmedaillons hatten wir schon, Meerettich, – na, Sie können sich doch denken, was man für liebe Gäste so vorhält zu deren kulinarischem Wohlbefinden.
        Bembelländische Grüsse, sendet zugeneigt wie sets, Ihr Herr Ärmel

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