Das Ende aller Tage – dieses Jahres jedenfalls

Stille im Ärmelhaus…

Ich freue mich auf das kommende, neue Jahr. Nicht weil es mich reissen würde schnell älter zu werden. Im Gegenteil, ich freue mich drauf, weiterhin in Würde zu altern. Ich werde auch zukünftig nicht dem Wahn der Dauerjugend verfallen. Ich werde nicht als Sylvesterrakete verkleidet an Seniorenhochleistungssportübungen teilnehmen. (Einladungen dazu liegen vor, ich bin schliesslich über vierzig).  Ich werde auch nicht im Winter im offenen Cabrio durch die Stadt gondeln und an der Fussgängerampel aus dem Augenwinkel seitwärts schielen, ob mir dreissigjährige Frauen bewunderndhungrige Blicke zuwerfen. Ich werde weiterhin die männlichen Wettbewerbsmessen des Mehrwenigerlängerkürzerundbesserals meiden. Und ich will mir von niemandem unwidersprochen sagen lassen, was ich unbedingt haben oder machen müssen muss.

Ich freue mich darauf, dass meine Fragen immer näher ans Zentrum, ins Wesentliche treffen, statt sich in den Labyrinthen der Nebensächlichkeiten zu verirren. Wer hat das grösste Interesse an den Flüchtlingsmigrationen nach Europa? Welches Land verkauft aufgrund welcher Rechtslage bereits jetzt die Schürfrechte in Syrien? Wer hat die Taliban oder den sogenannten islamischen Staat durch sein Handeln geschaffen und wer zahlt am Ende die Zeche dafür? Wem nutzt die seit dem Ukrainekonflikt auffällig tendenziöse Berichterstattung in den europäischen Medien und welchen Vorteil haben diese Medien davon? Es bleiben auffallend wenige entscheidende Fragen, deren Antworten unser aller Leben zunehmend bestimmer werden.

Es gelang mir immer besser, die Balance zu halten zwischen dem Wissen aus Geschichte und Kulturwissenschaft einerseits und der geopolitischen Zukunft andererseits. So bleibe ich gegenwärtig und wenn es ganz gut läuft, manchmal sogar geistesgegenwärtig. Bewusst geworden ist mir in diesem Jahr, dass ich immer öfter im richtigen Moment die richtige Frage stellen kann und mir häufiger treffende Antworten einfallen. Das befeuert meine Lebensfreude auch im kommenden Jahr.

Verdächtig werden mir die vielfältigen Parolen der sogenannten Gutmenschen bleiben. Ich würde mit ihnen lieber über die dunklen Seiten ihrer Antriebe sprechen, um dadurch auch meine Schattenseiten besser erkennen und verwandeln zu können.
Und ich wünsche mir, dass man mir nicht an jeder Kasse und auch sonstwo ständig und überall floskelhaft einen schönen Tag wünscht (das erinnert mich so unangenehm an die 1980er Jahre als die grosse Mehrheit bei jeder sich bietenden Gelegenheit von allem und jedem betroffen gemacht worden ist).

Ich freue mich sehr auf das vor mir liegende Lebensjahr. Auf inspirierende Begegnungen, konstruktive Gespräche, gemeinsame Unternehmungen, spannende Abenteuer, interessante Beiträge in der Bloggerwelt und natürlich auf das Kennenlernen von Menschen. Das Meine will ich nach Kräften gerne dazu beitragen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern, Lesern und Guggern, dass auch sie viele Gründe haben und finden werden, sich im 2016er zu freuen. Freude und Menschlichkeit seien die Wegweiser, bei allem was auf uns zukommen wird.

Und jetzt soll die Musik laut erschallen: Ludwig van Beethoven – 9. Sinfonie a-Dur op.125

Wer noch genauer hinschauen mag, klickt auf die Fotografie

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36 Gedanken zu „Das Ende aller Tage – dieses Jahres jedenfalls

  1. Verehrter Herr mit dem Vottografischem Auge und den mir feinen Gedanken.
    Ihre obigen Worte sind mehr als Floskeln und gar unterschreiben würde ich sie.
    In diesem Sinne.
    Erfreut gelesen und bedacht.
    lz.

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  2. Ach, Herr Ärmel… Was ein beeindruckendes Foto gepaart mit gewohnt trefflichen Worten.
    Ich hoffe, dass wir einen gemeinsamen Vorsatz haben …
    Der Äppler wartet 😉
    Alle guten Wünsche aus der nebligen Metropole 🙂

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    • Ihre Hoffnung, liebe Frau Lila teile ich gerne mit Ihnen. (Dorscht hawwe merr doch immer, gell)
      Für Ihr Kompliment danke ich Ihnen natürlich auch gleich noch mit.
      Erstjahresmorgendlichschöne Grüsse aus langsamerwachenden Bembelland

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    • Ooohh, Frau Sera, Ihre freundlichen Grüsse erfreuen mich über die Maßen. Sie hier zu begrüssen am Neujahrsmorgen, das ist mir eine Ehre.
      Gerade vor wenigen Tagen habe ich Sie auf dem Dachboden gesucht…
      Erstjahresmorgendlichschöne Grüsse aus langsamerwachenden Bembelland
      Herr Ärmel

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  3. Da kann ich vieles unterschreiben. Im Laufe der Jahre kristallisiert sich manches Interesse heraus, womit man nicht gerechnet hätte. Da ich noch nicht im Seniorenalter bin, aber über 40, darf ich noch an sportlichen Silvesterbetätigungen teilnehmen, zumindest grundsätzlich. Und im Winter mach ich das Dach auch zu 😉
    Auf dass Ihre Wünsche in Erfüllung gehen, oder zumindest adäquate Alternativen!
    🙂

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    • Lieber Herr Autopict, darf ich hnen meinen Füllfederhalter reichen?
      Auch Ihnen wünsche ich herzlichst, dass Ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Mir wünsche ich von Ihnen bald wieder Ihre schönen Fotografien zu sehen.
      Erstjahresmorgendlichschöne Grüsse aus langsamerwachenden Bembelland

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  4. Grüß Gott, Herr Ärmel, diesen Gruß werd ich beibehalten auch im Neuen Jahr, auch wenn ich weniger denn je weiß, wer Er ist, aber ich mag Ihn weiterhin in Ihnen und in jedem Menschen, der mir begegnet, grüssen. Haben Sie meinen Herzensdank für Ihren Text, mehr ist dem nicht hinzuzufügen und ich glaube an die Freude, mehr denn je! Für Sie im Neuen Jahr das Allerbeste! Ihre alte Graugans

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    • Ich grüsse ihn mit Ihnen, liebe Frau Graugans. Ich danke Ihnen für Ihren feinen Kommentar und wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Freude nie verlieren und auch sonst und überhaupt das Allerbeste.
      Erstjahresmorgendlichschöne Grüsse aus langsamerwachenden Bembelland, Ihr Herr Ärmel

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    • Liebe Frau Kling, ich danke Ihnen für Ihren lieben Gruss. Auch ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihren Wegen und dass Ihnen Ihre Silbenwortsatzartistik erhalten bleibe.
      Erstjahresmorgendlichschöne Grüsse aus langsamerwachenden Bembelland,
      Herr Ärmel

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  5. Es ist ein Sack guter Wünsche und gutem Gefühls. Mit Paukenschlag hinein in eine neue Symphonie, eine weitere vom Leben komponierte. Ein Jahr in Dur wünsche ich ihnen, eins mit dem Verve der Schönheit, die es vor allen anderen Dingen zu bewahren gilt. Eines mit leisen Zwischentönen und lauten Paukenschlägen freudiger Natur. Mittendrin, auch beobachtend ein Stück beiseite, des eigenen Spiegelbildes immer gewahr. Das klingt für mich für Sie nach einem wirklich frohem Neuen Jahr.
    Viele Grüße von der Karfunkelfee

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  6. Prall lebendig, voll hinein und gegenwärtig (vollbärtig?) – so soll es sein.
    Wo finde ich ehrliche Antworten auf Ihre gewagten Fragen, ach ne, anders: diese von mir als gewagt bezeichneten Fragen enthalten schon so manche profunde Antwort. Worüber keine Zeitung, kein Medium spricht – außer vielleicht ein paar Kabarettmenschen mit unordentlichen Frisuren.
    Auf ein gutes Silvesterglimmen am Horizont!

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  7. „Ich werde nicht als Sylvesterrakete verkleidet an Seniorenhochleistungssportübungen teilnehmen“ Das nenne ich einen klugen Vorsatz 🙂 Und ebenso klug finde ich den Wunsch nach Freude und Menschlichkeit. Auch die dunklen Seiten der Antriebe der „Gutmenschen“ finde ich überaus untersuchenswert (natürlich auch die eigenen, klar)
    Bevor ich vor lauter Zustimmung schmelze, wünsche ich Ihnen ein gut gelebtes Neues Jahr.
    PS: Den Herrn auf dem Foto kenne ich aber schon aus einer anderen Perspektive 🙂

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  8. Lieber Herr Ärmel,

    von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen alles erdenkbar Gute für dieses neue Jahr und für viele weitere, möge die Freude am Bloggen erhalten bleiben , uns zur Freude und zu mancher Erkenntnis.

    Zeitgleich zu Ihrem Beitrag las ich in Richard Fords neuem Roman Frank (er schildert sein Amerika nach dem Hurrikan Sally) und er ist ein unerbitterlicher Chronist der Dinge in seinem Land, denen er sehr skeptisch gegenüber steht.
    Im Roman steht auf Seite 22 “ Dr. Zippee, der in Karachi Medizin studiert hat und Assistenzarzt am Hopkins war, fliegt jeden Winter in seine alte Heimat…er beklagt sich bei mir, Amerika habe in seinem rachsüchtigen Eifer, die Welt zu kontrollieren, das Leben dort, wo er herkomme, vollkommen zerstört; zu Anfang seinen die Taliban doch die Guten gewesen, auf unserer Seite. Während jetzt, dank Amerika, die Straßen unsicher geworden seien. Dann sage ich zu ihm, für mich seien Pakistani und Inder dasselbe Volk, genauso wie Israelis und Araber und Nord- und Südiren. Sie benutzen die Religion nur als Entschuldigung, um sich gegenseitig zu zermalmen und niederzubrennen – weil sie sonst vor Langeweile sterben würden…….. “
    Langeweile würde ich das zwar nicht nennen, es sind handfeste wirtschaftliche Interessen und Machtgelüste….aber er trifft es….

    Ihnen einen ruhigen, gemütlichen Sonntag wünscht

    Karin vom Dach in Hanau

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    • Liebe Frau Karin, ich danke Ihnen für Ihre überaus guten und freundlichen Wünsche mit einer geziemenden Verboygung.
      Und Ihr Zitat ist trefflich – auch dafür meinen Dank.
      Mittäglichschöne Grüsse aus dem Wackerkaffeebembelland hinauf aufs Dach
      Herr Ärmel

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  9. Hallo Herr Ärmel,
    etwas verspätet …musste mit meiner Katze im Schrank Zuflucht suchen weil draussen irgendwer irgendwem den Krieg erklärt hatte ..und jetzt nach Prüfung der wieder eingekehrten Ruhe und also dem Verlassen des Geheimversteckes …also ach ja, möchte die ich und die Katze, äh, die Katze und ich Ihnen auch alles Gute und Erfreuliche und beste Gesundheit und überhaupt..also für dieses neue Jahr …2014 ? 15 ? 16 ? 17?, egal das dürfen Sie sich aussuchen…die Wünsche sind aber Jürgen …äh, ernst gemeint !
    In diesem Sinn alles Gute aus Hamburg von Jürgen 🙂

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    • Hallo Herr Jürgen, Ich danke Ihnen für ebenso guten wie ernstgemeinten Wünsche für das anstehende 2016er Jahr. Ein bisschen platt bin schon, dass sich ein Lichtbildmeister auf meine unbedeutende Seit verirrt. Da sieht man mal wieder, welche Tücken und Fallstricke das Internet bereithält.
      Da ich selbst gelegentlich in der schönen Hansestadt Hamburg bin, würde ich Ihnen ja gerne anbieten, beim nächsten 14Zargeskistenschleppen zur Hand zu gehen, aber da bin ich meist selbst mit meinem Geraffel unterwegs.;-)
      So bleibt mir nur, und auch das ist ernst gemeint, Ihnen allzeit gutes Licht, fette Ass..?nö Aufträge und allseits durchblickende Assistenten zu wünschen. Und das nicht bloss in diesem Jahr.
      In diesem Sinn alles Gute aus dem lichten Bembelland, Herr Ärmel

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