So oder so sind die Menschen

Musik erklingt derzeit aus der Vergangenheit in die Gegenwart: das ganze Werk von Premiata Forneria Marconi (PFM) …

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“
„Oh!“ sagte Herr K. und erbleichte. (Brecht, Bertold: Geschichten von Herrn Keuner. Suhrkamp, 1971)

Ein Mensch, der die Wege von Herrn Ä. lange nicht mitgegangen ist, sagt in einem ernsthaften Gespräch: „Du hast Dich garnicht weiterentwickelt.“ Herr Ä. schwieg und beobachtete wie sich Stacheln der Verteidigung und des Widerspruchs in ihm aufzustellen begannen. (Eine Stadt ausserhalb Lummerlands, 2016)

Mit Du eingeleitete Aussagen wirken eben wie Angriffe und die Verteidigung ist eine natürlich Reaktion. Viel weiter kann man allerdings kommen, wenn man dann zurückhält und sich fragt, warum einen eine Aussage oder eine Feststellung über einen selbst überhaupt stört. Dort ist der Quell der Erkenntnis verborgen.

Wir sind alle im Fluss des Lebens. Wir lernen den aufrechten Gang, die meisten jedenfalls. Wobei die teilweise massiven Rückenprobleme vieler Menschen schon auffällig sind. Wir lernen sprechen, entwickeln ein Zeitgefühl, um überhaupt denken zu können. Und dort beginnen die Probleme und Schwierigkeiten.

In der Mediathek bei arte ist derzeit eine dreiteilige Dokumentation zu sehen, die mich sehr beeindruckt hat.
Die Suche nach dem Selbst. Drei Mal eine knappe halbe Stunde. Informativ, optisch und akustisch ansprechend. Sehr praxisorientiert, kein überflüssiges theoretisches Gerede. Ärmelprädikat: Unbedingt sehenswert.
Wer zu spät kommt, den bestraft normalerweise das Leben. In diesem Fall habe ich die drei Folgen konserviert und stelle sie auf entsprechende Nachfrage gerne zur Verfügung.

Ob nun einer schwer beladen daherkommt, dass man sich Sorgen um sein sicheres Fortkommen macht, er wird sein Ziel erreichen
Oder ein anderer sich scheinbar schwerelos dahin gleitend fortbewegt – nicht einmal er selbst kennt seine zukünftige Ladung.

Manche beweisen sich ihre Leistungsfähigkeit und zeigens den anderen nur zu gerne – warum auch immer

Und dann diejenigen, die Krawall und Getöse mit Lebensfreude verwechseln

Vielleicht kommen am Ende die am weitesten, die bedacht und aus eigener Kraft unterwegs sind

Wer jedoch nur am Ufer sitzen und zuschauen will, ist nicht im Fluss des Lebens.

(Die Fotos kann man anklicken zum gross gugge. Aber einzeln – keine Galerie dieses Mal)

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54 Gedanken zu „So oder so sind die Menschen

  1. Schönen guten Abend Herr Ärmel, das sind allesamt wichtige Erkenntnisse. Am Ende des Absatzes mit den Schwierigkeiten würde ich noch ergänzen, dass die Schwierigkeiten einhergehen können mit dem zu lange verweilenden Blick zurück, der einen dann in einen Stolperrhythmus bringen kann. (Alte schwäbische Weisheit)
    An der einen oder anderen Stelle Ihres Artikels (Veränderung) würde meine Biographie sogar relativ ausufernde Züge annehmen (also 4 von 8 Seiten, DIN A 6). Aber das ist ein anderes Thema. Ich bin eben auch ein Kind meiner Vergangenheit. Nein, kein Zombie.
    Ich danke noch für den ARTE-Tipp. Sofern es keine Wiederholung eines 20:15 Uhr – Films des öffentlich Entrechteten ist, bin ich dabei. Ansonsten Vollboykott (außer Tatort), den dafür ist mir meine Lebenszeit mittlerweile zu schade. Und der Tatort ist auch kein Krimi, sondern ein Heimatfilm.
    Aufrechte Grüße aus dem wilden Zielerreichungsgebiet.
    (Im Süden, versteht sich).
    (Monochrome – Éclat)

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    • inen guten Tag, Herr Autopict. Ihrer willkommenen Ergänzung füge ich (so ganz allgemein fragend) hinzu, ob das Verweilen und das Amufersitzen in etwa den gleichen Effekt haben könnten.
      Ach, und was die biografischen Ausuferungen betrifft, da verstehe ich nur zu gut, von welchem Wellenreiten Sie da sprechen könnten. Meinen Sie etwa, bei mir sähe das anders aus?
      Wir sind alle Kinder unserer Zeiten.

      Für deutsche Expats irgendwo auf der Welt ist der Tatort inzwischen zum wichtigen Informationsmittel geworden, das aufzeigt, was gerade mehr oder weniger zeitgleich abgeht und sich verändert in Deutschland. Deswegen gibts ja auch die Sommerpause des Tatorts. Weil da sehr viele Expats zum praktischen Erfahren des Gesehenen auf Heimaturlaub weilen.

      (Udo Lindenberg – Ball Pompös / 1973)

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  2. Schöne Fotos! Das mit dem Krach und Getöse liegt am Testosteron. Meistens. Gerade im friedlichen Friedrichstadt erlebt. Mit irgendwas muss Mann die Mädels ja beeindrucken und wenn man nix besser kann als schnell Boot fahren.. 😉

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    • Es ist in der Tat irre. Die Krawallos werden fast ausschliesslich von Männern bewegt. Und an der Stelle, an der man am Ufer sitzt und sein Geripptes liebevoll in der Hand hält (siehe Foto), gerade dort müssen diese Krachmaten zwei, drei Runden extra vorm Publikum drehen…

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    • Lieber Herr Ärmel,

      Flusswahrheiten und Menschenschiffe mit und ohne Frachten…und
      Bert…eins meiner liebsten von ihm…er bringt mich immer noch zum Lachen mit dem erbleichenden Herrn K und damit, was gut gemeinte Komplimente doch mitunter anrichten können, wenn sie auf Zeitgenossen treffen, die sie gar als Vorwurf verstehen …lost in translation – auch hier.
      Vor einer Weile begegnete mir mein alter Klassenlehrer. Dem sagte ich, er habe sich gar nicht verändert und oh weh…ich habe keine Sekunde an Brecht dabei gedacht, ich schwöre…denn sonst hätte ich bestimmt vorsichtshalber den Satz umgestellt und gesagt: Sie sehen noch genauso aus wie früher. Doch mein alter Klassen- und Mathe-Lehrer ist zum Glück nicht Herr K. Im Gegenteil…er freute sich und wurde rot. Das wurde er immer schon, wenn er verlegen war, er hat sich tatsächlich darin kein bisschen verändert. Und als ich ihm erzählte, dass meine Tochter die gleiche unselige Matheschwäche wie ich hat, sozusagen über alle guten Mathegene des Vaters und sämtlicher Großeltern und Ahnen hinweg dennoch eins zu eins vererbt von mir, sagte er: ‚manche Dinge ändern sich eben nie‘. Doch, freute ich mich, denn im Gegensatz zu früher gibt es für diese unselige Schwäche mit den Zahlen seit wenigen Jahren eine Therapie und dahin schick ich sie…
      Ich bleib leider zahlendumm, sei’s drum, dafür kann ich fehlerfrei texten, dichten und schreiben, huldige in Worten den mystischen Zahlen und lass Kalkulatorisches besser bleiben…

      Liebe Morgengrüße von der Fee ✨

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      • Liebe Karfunkelfee, ich danke Ihnen für Ihre Erinnerung an Ihre Wiederbegegnung mit dem alten Lehrer.
        Ach übrigens: „…wenn nicht mehr Zahlen und Figuren, sind die Schlüssel aller Kreaturen…“ obwohl ich bei den Romantikern immer vorsichtig bin.
        Nachmittagsgrüsse,
        Herr Ärmel

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      • Pst…Feengeheimnis…
        Wenn man ihn ‚Eugen‘ nennt, mag er das noch viel weniger. Und am grauslichsten findet er die vollständige Kombination aller dreier Namen. Eugen Berthold Friedrich. Ich meine, stellt ihn Euch mal als winziges Baby vor. Erschlagen vom Namen. Ach, Eugen, ich meine, Bert mit T….die kleine Eitelkeit, sie sei ihm doch verziehen. Er hat so viel Kluges geschrieben…

        Ein Brecht-Fan…✨

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        • P.S. Das ist jetzt eine Spekulation, doch…’Berthold‘, das ist ein holder Bert. Der als Kind schmächtig war und zum Kränkeln neigte. Wie nichts anderes wünschte er sich ernst genommen zu werden. Wollte er dabei hold sein? Ich könnte mir vorstellen, dass aus diesem Grund vielleicht auch aus einem Berthold ein Bertolt wurde. So könnte ich es gut verstehen. Eine Überlegung, weil mich der Mensch Brecht immer wieder fasziniert…

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  3. Bin mir nicht sicher, ob mit „Du“ eingeleitete Angriffe wirklich so viel stärker wirken. Ein bös distanziertes „Sie“ kann manchmal tiefer das metaphorische Messer reinrammen als ein eher freundlich gesinntes „Du“. Aber wurscht – die Faszination liegt ohnehin wie gesagt ja darin, dass wir uns so fulminant leicht angegriffen fühlen. Woher kommt das? Haben wir alle ein derart verkrüppeltes Selbstwertgefühl, dass wir jede, auch neutral gemachte Aussage als Kritik verstehen? Sehr schön dann dieses: Innehalten – „dort ist der Quell der Erkenntnis verborgen“.
    Jedenfalls sage ich meinen Dank für den schönen Text.

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    • Herzlich willkommen, Herr Simonsegur, und vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Der hat mich tatsächlich nochmals zum Denken angeregt.
      Ich glaube danach auch, dass man mehrere Faktoren in Betracht ziehen sollte. Allein zwischen du und Sie zu unterscheiden, das greift zu kurz. Da stimme ich Ihnen zu. Man muss wohl auch die Beziehungsebene der beiden Gesprächspartner in Betracht ziehen.
      Alles sehr interessant, dem weiter nachzuspüren.

      Nachmittägliche Grüsse aus dem Bembelland,
      Herr Ärmel

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  4. Der Fluss des Lebens, der am Anfang noch ein Rinnsal ist, zu einem Bach wächst und dann dem grossen Finale entgegenfliesst, mal holpert er über unterirdische Steine, mal mäandert er ruhig in seinem natürlichem Bett, dann fällt er tief, fängt sich wieder auf und weiter gehts, immer Richtung Meer- und so ist es mit uns nicht anders. Holpern, strömen, fallen, auffangen, fliessen …
    Rückenprobleme- darüber sinnierte ich auch schon so manches Mal und über die Sprache und den aufrechten Gang. gestern aber durfte ich wieder einmal erleben, wie es sein kann, wenn zwei Menschen wirklich sprechen gelernt haben und zuhören, da lösen sich Konflikte und das war der Jubel des gestrigen Tages.
    herzliche Grüsse
    Ulli

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    • Ein gelingendes Gespräch, also kein Gebabbel oder faktischer Informationsaustausch, das ist reines Glück.
      Sie sagens trefflich: das macht den Jubel des Tages. So ein Gespräch wünsche ich Ihnen recht bald wieder.
      Herzliche Grüsse,
      Herr Ärmel

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  5. Lieber Herr Ärmel, die Aussage „Du hast Dich gar nicht weiter entwickelt“ ist schon recht provokant und durchbohrend angelegt. Nicht nur das Du darin. Es ist, als beziehe sich dieses Urteil, denn das ist es, auf den ganzen Menschen. Ich kann Deine … wie soll ich es nennen? Verhaltenheit? gut verstehen. Hast Du für Dich etwas aus diesem Satz und den Überlegungen darüber etwas ziehen können?
    Das Wichtigste ist letztlich, was man selbst über sich denkt, ich kenne es aber auch, dass Aussagen bestimmter Menschen einen durchaus treffen oder verunsichern können, was daran liegt, dass diese Menschen mir nahe sind und etwas bedeuten. Manchmal ist solch ein Hinweis durchaus hilfreich, manchmal aber auch daneben, im Sinne einer „Fehlinterpretation“ würde man das wohl in der Schule nennen. 🙂
    Ich wünsche frohes Weiterschippern und bedanke mich für den anregenden Beitrag, auch für den Filmtipp auf arte. Sollte ich da nicht mehr hinklicken und ansehen können, melde ich mich noch mal hier zurück.
    Liebe Grüße und einen schönen Tag für Dich!

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    • Aber selbstverständlich, liebe Wolkenbeobachterin, habe ich etwas gewonnen bei der Aussage. Ein Körnchen Wahrheit steckt ja in jeder Aussage. Dieses finde ich, weil ich mir angewöhnt habe, nicht gleich zurückzuschiessen.
      Die lieben Grüsse erwidere ich nur zu gerne und wünsche dir auch einen gelingenden Tag,
      Herr Ärmel

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  6. Schön die vielen ausgewählten Vergleichsmetapher auf dem Wasser. Das freut jeden Kormoran – obwohl er über und unter Wasser zu hause ist – Zum trocknen der Flügel und für einen Plausch trifft man sich am Ufer mit Kollegen.

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  7. Für mich stellt sich noch die Frage, mit welchem „Recht“ wir eine solche Aussage über unser Gegenüber machen. Wir denken vielleicht, dass wir uns an genau die „richtige“ Stelle im Leben bewegt haben, der/die Andere müsste es genau gleich tun.
    Jede/r hat doch seinen eigenen Lebensfuss und schippert darauf, wie Ihre Bild/Texte wunderbar aufzeigen, ganz unterschiedlich herum. Und auch dort am Ufer sehe ich unterschiedliche Altersstufen… Manch einer überquert den Fluss vielleicht lieber nur über Brücken. Einmal wieder ein sehr zum Mit- und Weiterdenken anregender Eintrag, bester Herr Ärmel. Mögen die Stacheln wieder weich werden, im Bewusstsein, dass niemand exakt für einen anderen Menschen empfinden kann, was seine Entwicklung betrifft und es eher dumm ist zu versuchen, es besser zu wissen. 🙂

    Sonnige Grüße,
    Silbia

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    • Recht? Alles was Recht ist, mir helfen am langen Ende solche Aussagen schon seit Jahren. Es hat eben gedauert, bis ich das kapiert habe. Vorher habe ich zurückgeschossen oder war sogar eingeschnappt. Gewonnen habe ich dabei nichts, aber manches Mal viel verloren.
      Insofern können die Wahrnehmungen anderer Menschen schon hilfreich sein, sofern daraus ein Gespräch entstehen kann. Das Gegenüber ist immer auch ein Spiegel unserer Selbst und wo wäre ich heute ohne viele hilfreiche Gegenübers gehabt zu haben?
      Nachmittägliche Grüsse aus dem Bembelland,
      Herr Ärmel

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      • Das ist natürlich auch gut so, Herr Ärmel.
        Leider habe ich gestern aus einem völlig andern Blickwinkel gelesen und Ihre Aussage überlesen. Spannend für mich, wie sich alles verändert, aus der anderen Perspektive. Ja, und weiter bringt das dann ebenso nicht. Hätte ich vielleicht gemerkt, wenn ich die Kommentare gelesen hätte, mag ich aber vor meinem eigenen Kommenieren nicht tun.
        Haben Sie weiterhin, nicht nur den Spiegel im Spielgel bei Arvo Pärt 😉

        Beste Grüße aus der Sonne,
        Silbia

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  8. Guten Tag verehrter Herr Ärmel,

    warum mir Ihr Blog abhanden gekommen ist, verstehe ich nicht und habe es nach der Feststellung umgehend geändert.

    Flüße wie Sie diese wiedergeben können, spiegeln wahrlich Seelenlagen. Und wenn es wahr ist, dass alles Leben aus dem Wasser kommt, dann ist es nur logisch, dass der Mensch am Wasser Ruhe finden kann, oder Leben, oder beides.

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    • Na ja, das sind drei thematische Schwerpunkte. Ich begreife die Serie als Anregung, sich mit der praktischen Philosophie zu beschäftigen. Da ich bereits über einige Kenntnisse verfüge, kann ich sagen, manche Aussagen hätte man vertiefen können und dafür weniger Spezialisten vorstellen. Wofür braucht man einen Surfer um den Flow (alles im Fluss) zu visualisieren?

      Die praktische Philosophie hat man immer mehr vernachlässigt im vergangenen Jahrhundert zum Vorteil der theoretischen Philosophie. Zu Unrecht wie ich meine.
      Was bringt mir einer wie z.B. der Sloterdijk, der allenfalls noch als Showman in einer Labershow im TV durchgeht. Sein dreibändiges Sphärenwerk habe ich nach der ersten Hälfte des Bandes weggelegt. Gelaber noch schlimmer als bei Luhmann.

      Mein Fazit zur Doku: im Ganzen gut gemachte und interessante Doku, man sollte allerdings die anvisierte Zielgruppe im Blick behalten. Ansonsten kommts halt drauf an, was jeder für sich erwartet.

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  9. Deiner Kritik kann ich nur zustimmen. Hatte mich schon gewundert, dass Du die Reihe so herzlich empfohlen hattest. Werde mir bei Gelegenheit aber trotzdem auch die Folgen 2 und 3 ansehen. Vielleicht kommen ja noch ein paar nette Bilder *grins*. Danke für Deine ausführliche Anwort auf meine kurze Kritik.

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    • Ich habe die Dokus empfohlen, weil ich sie als Anregung empfand.
      Auf weitere schöne Bilderchen kannst du dich freuen. Das einzige, was ich wirklich überflüssig fand war, dass die Aquarelle zur Vorstellung einer beteiligten Person jedes Mal wieder von neuem gezeigt worden ist.

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  10. Lieber Herr Ärmel,

    in einer Galerie wären diese Ihre trefflichen Wortbilder wahrlich untergegangen. Danke für diese andere Blicklenkung, die genau dem momentanen Beobachtungsgefühl entspricht. Am liebsten möchte man zwischen den biertrinkenden Guggern hindurch sausend eine mächtige Arschbombe (Pardöngsche!) in den Fluß knallen, weil man ja gerne Teil davon ist. Naja, vielleicht beflügelt mich ja gerade die Mukke, Menschenskinder! Herr Ärmel! Die Novemberlivegeschichte, 2010 von Rom, das ist gelebte Gegenwart!

    Gerade echt gerockte Grüße aus Lipperlandien, ich werde gleich noch den Wasserstand der Salze prüfen, Ihre Frau Knobloch, auch nackenschwenkend zugeneigt und natürlich stets die Ihre. Grazieeee…

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    • 2010 in Rom? Und da sind wir uns nicht begegnet bei diesem Konzert? Und Bobbesbomben im November?
      Meine liebe Frau Knobloch, … Hach … apropos beim sechsten und siebten Stück steigen die Gänsepickels….
      Ihr Herr Ärmel (auch von Rom aus kein Winkelgrad weniger zugeneigt, versteht sich)

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      • Ach, mein Verärmeltster, wir begegneten uns ja im gestrigen 2010. Hinter mir stand ein Herr mit Kappe, der sich querbefeinstlächelte ob meines Gehopses. Ich habs genau gesehen, wie bei Herrn Andersons Auftritt seine Schönhaut sich armwärts wellte…

        Bobbesbomben sind jahreszeitenunabhängig, es braucht halt eben nur Lust an Mutanfällen.

        Überhauptundsowieso zugeneigte Grüße, Ihre Käth… äh, Frau Knobloch, huchhachend.

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        • Und ich habe keine Anstalten gemacht, mit Ihnen ein wenig herumzuhopsen. Ob ichs wirklich gewesen bin… Aber Roma, ja doch – – aaaahh Sie waren das also. Und gaben sich mir nicht erkennen? Ich sollte über ein feinstrügendes Strafzettelchen nachdenken. Bis dahin verbleibe ich als Ihr Herr Ärmel, (auch denkend zweifelsfrei zugeneigt)

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  11. Was bin ich verschrocke, als ich im Oberstufenlesebuch die Geschichten vom Herrn K. las – und gleich noch diese. Wobei das entscheidende Wort für mich „erbleichte“ ist. Zuerst saß ich wie die Liesl vorm Ochsen, doch dann errötete ich vor Verstehensglück. Und nahm mir vor, dass niemals jemand so etwas zu mir sagen sollte. Die Leute haben Wort gehalten. Bemerkenswert.
    Besten Dank auch für die heimatlich anmutenden schönen Binnenschiffsbilder!
    Gruß von den nicht weit entfernten Gefilden

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    • Genau das scheint mir der Knackpunkt der Geschichte zu sein: das Wort erbleichte. Immerhin palavern Exegeten noch immer über gerade diese kleine Geschichte. Ich schlage vor, wir nehmen sie, wie wir sie verstehen.
      Beste Grüsse von der Fähre (von der ebenfalls Binnenschiffsbilder fotografierbar sind)

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  12. Und ich bin auch über den Satz“„Du hast Dich garnicht weiterentwickelt.““ gestolpert. Kurz vor meinem Griechenland-Urlaub habe ich mich mit zwei ehemaligen Klassenkameraden getroffen, die ich kenne, seit ich 14 bin … und dahabe ich mir das auch gedacht. Das bezieht sich aber mehr auf die Art zu reden, auf die Gestikulation — das war schon verblüffend. Ich muss die beiden mal fragen, ob sie das bei mir auch so erlebt haben.

    Die inneren Häutungen des Lebens sind da was anderes: vielleicht spürt man die nicht sofort …aber naürlich ist keiner „stehengeblieben“, dazu hatte das Leben für jeden wohl viel zu viel Überraschungen parat. Über diese Häutungen, zumal wenn sie mit Narben versehen sind … darüber zu reden (Stichwort: „broken dreams“) ist ja auch nicht so ganz leicht, oder ?

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    • Nein, in der Tat bleibt kein Mensch stehen, jeder verändert sich in der Zeit. In zwar in seinem inneren und äusseren Wesen. Das Äussere, was leichter wahrzunehmen ist, entgeht niemanden, der genauer hinsieht oder -hört.
      Ein anderes sind die inneren Veränderungen. Da ist schon ein genaueres Kennen des entsprechenden Menschen nötig. Und er muss sich dazu auch äussern, denn die sieht man nicht.

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