Bessere Bodenhaftung durch Traumreduktion

Die profilitierste Selbstcoverband aller Zeiten, zumindest bis jetzt: The Rolling Stones – Stadtpark Festwiese, Hamburg, 9.9.2017. Zweieinhalb Stunden bekannte Lieder. Manche Titel sind seit vielen Jahren jetzt zum ersten Mal wieder von der Bühne herab zu hören. Interessantere Wiederaufbereitungen bietet für Fans des austromusikalischen Spektrums die folgende Trouvaille. Es gibt noch originelle Ideen, die obendrein gut hörbar sind: Depeche Ambros – Musik für die Massen (2014)…

Letzte Woche erwähnte ich nebenbei, dass ich mich derzeit von einigen Langzeitträumen verabschiede. Treibstoff dafür ist die (Selbst)Erkenntnis, welche Funktion manche Träume in meinem Leben hatten und teilweise noch immer haben.
Da sind einerseits die Reisen. Ob zu Fuss, mit dem Rad oder einem anderen Fahrzeug. Da beispielsweise der seit meiner Jugend währende Traum, mit einem Hako mit speziell umgebautem Hänger die BRD zu bereisen. Bei selbstkritischer Betrachtung waren viele dieser Reisepläne nichts weiter als Fluchtbewegungen. Mögliche Auswege aus schmerzlichen Lebensbedingungen. Wege ins Aus. Gelöst habe ich entsprechende Situationen jedoch allemal ohne weite Reisen.
Dem entsprechen andererseits die Sammeleien. Wenn ich daran denke, was ich schon alles gesammelt habe. Dabei bin ich gar kein typischer Sammler. Dazu fehlt mir das wichtigste Attribut: der Hortungstrieb. Alle meine Sammlungen habe ich früher oder später wieder aufgelöst. Verkauft oder verschenkt. Entweder, weil ich Geld brauchte oder weil ich im Kontext der Sammlung fand, etwas gelernt zu haben und die Sammlung damit ihren Zweck erfüllt hatte. Nur ganz wenige Sammeleien habe ich vertauscht gegen eine andere Sammlung. Aber auch die…

Materialstudien für zukünftige Reisen und das Sammeln haben einiges gemeinsam. Für meine Person sind es die Ablenkungen von den wirklichen Herausforderungen des Alltags. Probleme lassen sich damit ebenso beiseite schieben wie unliebsame Entscheidungen zeitweilig vermeiden. Die scheinbaren Freuden hingegen beschränken sich auf Fantasien und das Anhäufen von Gegenständen.
Mit dem Älterwerden stelle ich jedoch zunehmend fest, dass solche Handlungen nur kurzfristig Freude erzeugen. Zu bedenken wäre, ob sie überhaupt über einen reinen Spassfaktor hinausführen. Lebensträume in eine mehr oder minder ferne Zukunft zu verlegen ist riskant. Ein Arztbesuch, eine ungünstige Diagnose und diese Pläne werden wie Seifenblasen zerplatzen. Und der Gedanke daran, dass unsere Sammlungen dereinst mit Freuden angenommen werden, ist trügerisch. Die meisten unserer Kinder werden kaum ein Interesse daran haben, sich an unseren hinterlassenen Sammelsurien abzuarbeiten.
Was meines Erachtens zählt, ist eine grundsätzliche Lebensfreude, die dem Alltag mit seinen zahlreichen Facetten ein solides Fundament gibt. Damit meine ich besonders die unangenehmen Momente, die jedem Menschen tagtäglich begegnen. Und wer sich heute bloss in seinem eigenen bescheidenen Lebenskreis umschaut und umhört, der braucht viel Kraft und Lebensfreude. Zu viel Negatives liegt in der Luft. Umso wichtiger ist es, wach zu sein, um die wenigen
Momente mit all dem, was sie gerade jetzt an möglicher Lebensfreude bieten, zu ergreifen. Dazu gehört eine solide Bodenhaftung.

( Die Fotografien wurden in solchen Momenten aufgenommen)

 

 

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45 Gedanken zu „Bessere Bodenhaftung durch Traumreduktion

  1. Solide Bodenhaftung – jetzt möglich – Lebensfreude. Ach, lieber Herr, Sie können nicht wissen, was Sie damit allein bei mir, auf meiner Seelenfestplatte, schon angerichtet haben. Selbstverständlich im guten Sinne!
    Der Flieger auf dem letzten Foto hat eventuell nach Florida abgehoben. Was werden die Insassen staunen! Ach ne, die sind doch längst informiert, müssen aber dort für den Vertrieb von Tomatensamen sorgen, wer weiß.
    Nachtgruß von Frau W.

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    • Im guten Sinne für andere Menschen etwas anrichten – das gefällt mir. Und dass Sie mir das von sich so schreiben, ist ein kleines Stück Lebensfreude am sehr frühen Morgen. Ihre Gedanken fliegen mit den Insassen eines nach Westen abhebenden Fliegers?
      Frühmorgengruss von der Fähre, Herr Ä.

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  2. Lieber Herr Ärmel, gibt es Zufälle? Morgen in drei Wochen jährt sich unsere Tour zum zweiten Mal und nun darf ich der Erste sein, der ihnen als Seltenkommentierer auf diesen Beitrag hier schreiben darf,- zu einer Selbstreflektion in einer Tiefe, zu der ich bisher noch nicht den Mut hatte.

    Ich danke dir dafür, mein lieber Freund.
    Aus Leipzig, Menachem

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    • Nein, lieber Menachem, Zufälle gibt es nicht. Gerade in jüngster Zeit wurde dein Name mehrfach in verschiedenen Gesprächen erwähnt. Wo ist der Menachem, wie geht es ihm, was macht er jetzt wohl? Auf seinem Blog tut sich nichts und auch sonst kein Lebenszeichen.
      Wie schön, von Dir zu lesen. Unser gemeinsames Roadmovie bleibt unvergessen. Das Kennenlernen im Zusammensein, unsere Gespräche. Viel habe ich von Dir gelernt. Dafür ich Dir herzlich, mein lieber Freund.
      Aus dem Bembelland, Dein Herr Ärmel

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  3. Traumhafte Bilder. Und der Text nachdenkenswert. ich selbst rühre mich auch kaum noch weg von dem Stückchen Erde, auf dem ich mich angebaut habe. Heute Nacht schaute ich dem Tanz der Olivenwipfel im Wind zu, angestrahlt von einer Straßenlaterne. Stundenlang mag ich so schauen. Nächtliche Grüße

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    • Sie schreiben einen wundervollen Satz. Zeit zu haben, ja Zeit sich zu nehmen trotz des Bewusstseins der Vergänglichkeit der eigenen zugemessenen Zeit. Und dies für Vorgänge, die unserer aalglatten Erfolgswelt geradezu verlacht und als nutzlos angesehen werden.
      Frühmorgendliche Grüsse aus dem Bembelland,
      Herr Ärmel

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  4. Die von Ihnen anformulierte Lebensfreude, genau die geht uns heute doch allzuoft und leichtfertig ab. Beim Bäcker beklagen wir, nur aus fünfzig Brötchensorten auswählen zu können, statt uns über frisches Brot zu freuen. Unser Wasser kommt zu kalkig aus dem Hahn, anstatt daß wir dankbar den weiten Weg zur nächsten brackigen Wasserstelle auslassen können. Beim Metzger gibt es heute nicht meine Lieblingswurst und die Butter, achja, die ist auch schon wieder teurer geworden. Und das ist nur ein Abriss des täglichen Jammerns, bei Luxuswohlstandsthemen wirds noch irrsinniger. Ich nehme mich da bewußt nicht aus, auch mich drückt manchmal selbst der perfekt eingelaufene Schuh. Wichtig ist aber die Reflexion dieser Vorgänge und was sie in einem bewirken.

    Ich danke Ihnen für diesen weiteren Einblick in ein meines Erachtens gutes Reduktionsdenken und werfe ganze Dolden provencialischer Raschelhortensien vor lauter Freude in die Luft. Möge der Zeppelin davon etliche liebstehlen und Ihnen bringen.
    Das wünscht Ihnen Ihre Frau Knobloch, selbst in sachte drückendem Schuhwerk zugeneigt.

    PS: Manchmal ist die Erfüllung eines Traumes, den wir so gar nicht erinnerlicht hatten, die allergrößte Lebensfreude.

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    • Ihre Beispiele, meine liebe Frau Knobloch, sind die beschämenden Hinweise, auf ein fast schon kollektives Verhalten. Die Unzufriedenheit.
      Wir Menschen in der sogenannten Ersten Welt sind gut trainiert in Sachen Unzufriedenheit. Denn nur unzufriedene Menschen sind jederzeit konsumbereit. Und das ist doch letztendlich unser Lebenszweck, oder etwa nicht!?
      Raschelhortensien fetzen ausserordentlich und ich danke Ihnen herzlich für diese Morgengabe.
      Bedauerlich sind drückende Schuhe, selbst sie dabei sachte den Druck verstärken. Es gibt da diesen Kniff, den Soldaten anwende(te)n…

      Der wirklichkeit entsprechende Traumerfüllungen sind prima~~~~

      Ich grüsse Sie allerherzlichst und sende die allerbesten Wünsche für ein wohlgelingendes Tagewerk, Ihr Herr Ärmel (selbst am frühesten Morgen uneingeschränkt zugeneigt)

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      • Ich habe mir einfach mal die klitzekleine Mühe gemacht und den vermeintlich drückenden Schuh ausgezogen. Ein winziges Steinchen wollte kuscheln. Es hätte auch ein Rosenstielchen sein können, eine Winzmuschel oder einfach nur ein Falz in dem heute Morgen flugs überstriffenen Strumpf. Es liegt also oft nicht am Schuh, wenn wir denken, er drücke uns. Wir brauchen nur etwas oder jemanden, den wir als schuldig bewerten können. Und da können wir dann beruhigt drauf pinkeln ~~~ (Pardöngsche, aber das mußte nach dem Soldatenkniffhinweis einfach sein…)

        Ihnen sende ich unpinkelige und auch unpingelige Grüße in Ihr magisches Bembelland, Ihre Frau Knobloch, auch hortensienkränzchenwickelnd zugeneigt.

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        • Ach, meine liebe Frau Knobloch, Ihnen beim Hortensienkränzchenwickeln zuzuschauen. Ich stells mir gerade vor. Der liebliche Grünaugenblick auf den Hortensien ruhend. Die ebenso hurtigen wie feinziselierten Fachfrauenhände unterstützt von den energetisch kraftvollen Unterarmmuskeln winden und binden, flechten und . . . ??? pardauz _____________________________

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          • Oh, Sie blinzeln ja wieder. Wie bitte? Nein, Sie ruhen auf meinem Diwan auf vier Seidenkissen, in Schafsfellen gebettet unterm zart irisierenden Kristalllüster. Pardon? Ach, die Musik, das ist eine meiner Allzeitlieben, der lauschte ich öfter in durchwachten Nächten. Wie? Nein, diese Frage kann ich mundwinkelwohlgemuth beantwortlächeln: Meine Nächte haben sich befriedet. Darum können Sie getrost verweilen und sich an die Gestade des Bewußtseins träumen. Ich habe mein Augenmerk ruhig auf Sie gelegt.
            Hier, trinken Sie. Das ist ein gutes polnisches Wässerchen der klarsten Sorte und sodann treffen wir uns auf dem Anger des Schlafes Reich. Bis wir uns morgen wieder aneinander erwecken. Gute Nacht.

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            • Welche feinsachten Klänge umschmeicheln meine Ohren? Wo bin ich?
              Welche öligscharfe Flüssigkeit netzbrennt meine Kehle?
              ??? — ? — ! : Ooohh, Sie sind das meine liebe Frau Knobloch ~~~~ wie bin ich hierher gekommen… ???
              Mir wird schon wieder so schlummerig . . . .
              Sie werden mir bitte – – Frau Knoblo . . . ________ chrchr – –

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  5. Habe die Stones vor etwa 10 Jahren in Stuttgart gesehen, Depeche Mode in diesem Jahr, Ambros noch nie, Cave in 3 Wochen. Sympathy fdD ist mir noch im Ohr, dazu diese wunderbaren traumhaften Bilder, eine spannende Kombination.
    Materialstudien sind eine tolle Sache, ich denke noch an die Baumrindenfotos. Die Tage habe ich ein leeres Wespennest gefunden, ein kleines. Man muss es mal in die Hand nehmen und kann nicht anders als es bewundern. Die Leichtigkeit und die Perfektion sind klasse und in sich ist es extrem stabil, in Menschenhänden schnell zerbrechlich. So ist das eben.
    Dämmernde Grüße von hier.
    (Bright Eyes – I’m wide awake its morning)

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    • Was Sie über das anstehende Konzert mit Nick Cave schreiben werden, macht mich neugierig.
      Ebenso Ihre Fotografien des Wespennestes. Wenn man beginnt, sich auf solche Projektstudien einzulassen, eröffnen sich manchmal ganz ungeahnte Wirklichkeiten und Welten.

      „Ach, wen vermögen
      wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,
      und die findigen Tiere merken es schon,
      daß wir nicht sehr verläßlich zu Haus sind
      in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht
      irgend ein Baum an dem Abhang, daß wir ihn täglich
      wiedersähen; es bleibt uns die Straße von gestern
      und das verzogene Treusein einer Gewohnheit,
      der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht….“ (Rilke, Erste Duineser Elegie)

      So ist das eben.
      Morgendämmernde Grüsse aus dem Bembelland.

      (Robert Fripp – Exposure (1979))

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  6. Ich möchte da entschieden widersprechen.
    Für mich ist das Sammeln so die kleine Schwäche, das Versenken, Entspannung.
    Das billige ich mir einfach zu, breite den Mantel der christlichen Nächstenliebe darüber aus, Und dann wird mir das schon vergeben werden…..

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    • Dem Widerspruch kann ich gut zustimmen. Schliesslich schrieb ich lediglich von mir persönlich. Und ich masse mir nicht das Recht an, den Stab über das Tun anderer Menschen zu brechen. Weiss ich denn, oder kann ich gänzlich sicher sein, dass ich nicht vielleicht doch noch mit einem Bein in irgendeinem Glashaus stehe…

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    • endlich mal ein Sammelsünder wie ich -:))) gehöre ich doch auch zur Gruppe der immer neu und anders Sammelnden, obwohl das nichts mit Konsum zu tun hat , neuerdings sammele ich Vogelfedern, kein anderer kann mit meinen Sammlungen vielleicht etwas anfangen und das Wort Geldanlage ist ein absolutes Fremdwort für mich. Es ist einfach und schlicht Lebenselixier, Lebensfreude.
      Herr Ärmel spricht von sich und seiner Einsicht und wie er das wie immer gekonnt formuliert, das lese ich gern, nur nachvollziehen kann ich es für mich nicht.
      Jetzt fühle ich mich nicht mehr ganz so allein -:)) liebe Grüße an den auch unverbesserlichen Sammler.

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      • ~~~~ kann denn sammeln Sünde sein???
        Nie und nimmer 😉

        Und dass Sammeln nichts mit konsumieren zu tun hat, bestreite ich schon vom Wortsinn her: von lat. consumere – verbrauchen

        Recht haben Sie natürlich damit, dass ich von mir, meinen Erfahrungen und Wegen schreibe …

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      • Die Sammlergrüße zurück 🙂
        Vogelfedern sammeln ist bestimmt klasse! Darüber sollte ich auch mal nachdenken.
        Während allen diesem Gesammle, da ist mir irgendwann einmal mal eingefallen, dass ich eigentlich Ereignisse sammle. Wann denn so dieses oder jenes Objekt unter welchen Umständen auch immer in die Sammlung gekommen ist oder gekommen sein mag. Da ranken sich ganz dolle echte und halberfundene Geschichten voller Zufall und Aberwitz mit der Zeit drum herum.

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        • So ähnlich ist das auch bei mir: zu jedem Stück meiner Habseligkeiten (das Wort trifft es wunderbar) gibt es eine kleine Geschichte. Es geht ja gar nicht um Werte, es sind Dinge, die das Herz, die Seele berühren und die wirklich wertvollen habe ich mir meist „abgestottert “ ,weil ich,wenn ich sie ins Auge fasste,nie flüssige Mittel hatte.
          Zu den Federn eine Buchempfehlung: Thor Hanson Federn ein Wunderwerk der Natur, erschienen bei Matthes&Seitz ,faszinierend zu lesen .
          Mit sammelseligen Grüsse in den Sonntag, Karin

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  7. Ich finde immer, wenn Sie was sagen, dann haben Sie was zu sagen. Dann klingen gute Worte, bei denen ich denke, „Der Herr Ärmel ist ein Mensch, von dem können wir lernen.“
    Und ihre Bilder, die sprechen mich auch immer an, das möchte ich auch nochmal an der Stelle sagen.

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    • Mit dem Lernen bin ich vorsichtig. Also nicht damit, dass ich oder man nicht viel aufs Lernen geben sollte. Aber von mir lernen…??? Ich zeige an meinem Weg auf, was und wie ich denke, fühle und handle. Wenn das einen anderen Menschen motiviert in seinem Leben vielleicht etwas zum Besseren für sich zu ändern, dann umso besser. Das sorgt für guten Austausch und Gesprächsstoff.

      Dass Ihnen meine Fotografien gefallen, das gefällt mir natürlich auch 😉

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  8. „Bei selbstkritischer Betrachtung waren viele dieser Reisepläne nichts weiter als Fluchtbewegungen.“ Sie sagen es, Herr Ärmel, das kann ich ganz übertragen. Ich freue mich, dass Sie die Freude in Bodenhaftung so gut zu leben gelernt haben! Und Ihre Fotos sind wieder eine Wucht. Herzliche Grüße aus den Grünen Hügeln (fern der Blogosphärenlust)

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  9. Lieber Herr Ärmel,
    schon einige Zeit lese und schaue ich hier bei Ihnen vorbei und erfreue mich an Ihren wunderbaren Fotografien und nicht minder spannenden, anregenden, hinterfragenden Texten. Sie hinterlassen Spuren, sacken mitunter langsam, tauchen erneut auf, wollen wieder gelesen werden.
    Und: ganz wichtig inzwischen, Ihre Korrespondenz mit Frau Knobloch, ein wahrlich literarisches Vergnügen, ein inspirierender Hochgenuss, den ich gerne ins Atelier mitnehme. Wer weiß, welche Bilder daraus entstehen …
    In froher Erwartung kommender Beiträge grüßt Sie
    Frau Ribbe, derzeit aus der bembelländischen Nachbarschaft

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    • Herzlich Willkommen und schönen Dank für Ihren wohlwollenden Kommentar, liebe Frau Ribbe.
      Auf kommende Beiträge meinerseits mögen Sie sich bereits jetzt freuen.
      ABER: auch ich bin gespannt auf Ihre kommenden Arbeiten. Mal sehen, welche Werke aus dem Knobloch´schen entstehen werden.
      Mit herzlichen Grüssen, derzeit jedoch bembellandfern, Ihr Herr Ärmel

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    • Liebe Frau Ribbe,
      ich komme nicht umhin, Ihnen hier meinen doppelten Dank zu hinterlegen. Einerseits für die wohlen Worte, andererseits für die trefflichen Ribbe-Bilder, die daraus bereits jetzt innerlich entstehen. Ich sehe zartstarke Linien, verwoben und beschmeichelt von haltenden Formen, Geflechte, die schweben mögen und doch sicher verankert sind. Und ich sehe, nein, höre ein kraftvolles Lachen, welches diese zum Leben erweckt.

      Ihnen herzliche Grüße durch die Nacht, Ihre Käthe Knobloch.

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      • Liebe Frau Knobloch,
        auf das herzlichste möchte ich mich für ihren lieben Kommentar bedanken.
        Und schon wieder sind ihre Worte pure Inspiration. Dank der einfühlsamen Bildbeschreibung entstand vor meinem Inneren eine wunderbare Arbeit, welche hoffentlich alsbald auch real in die Welt findet. Zur nächsten Bilderschau werden Sie selbstverständlich geladen, damit wir uns gemeinsam daran erfreuen und herzlich darüber lachen können. Ich freue mich schon drauf.

        Es grüßt Sie aus dem frühherbstlich sommermilden Bembelland
        Ellen Ribbe

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        • Meine liebe Frau Ribbe,

          diese Aussicht freut mich ungemein und ich bleibe natürlich auf Ihren bonfortionösen Spuren. Fein sind die inspirierenden Spuren, die leise ihre Pfade ziehen.

          Bis dahin nochmals alles Gute,
          Ihre Frau Knobloch.

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  10. „Und der Gedanke daran, dass unsere Sammlungen dereinst mit Freuden angenommen werden, ist trügerisch. Die meisten unserer Kinder werden kaum ein Interesse daran haben, sich an unseren hinterlassenen Sammelsurien abzuarbeiten.“

    Lieber Herr Ärmel, deswegen sammele ich doch nicht, es wäre doch vermessen zu glauben, dass meine Nachkommen an denselben Dingen Freude haben wie ich. Entrümpeler wollen auch ihr Auskommen haben -:)))
    Was das Reisen anbelangt: mein Mann und ich sind nie aus einer Fluchtbewegung heraus verreist, wir waren neugierig auf das, was uns erwartete, Italien, das wir von der Spitze bis Verona erkundet haben, die Provence, Andalusien, das sind Eindrücke, die ich nie mehr missen wollte und ich habe die Eigenarten der Länder respektieren und lieben gelernt. Unser Budget war immer begrenzt und nach Bettenhochburgen am Strand hat uns nie der Sinn gestanden, aber auch wer so verreist, den verachte ich nicht.
    Wenn ich heute weniger verreise, dann nicht aus irgendeiner Einsicht heraus, nein, es fehlt mir einfach mein vertrauter Reisepartner.

    Aber so sind sie halt die unterschiedlichen Lebenseinstellungen und natürlich haben Sie recht, dass der Massenkonsum nicht gut tut, dass die Menschen dabei auch maßlos werden und sich nicht, wie Frau Knobloch schrieb, mehr freuen können, sondern nur noch kritisieren. Letztendlich muss jeder den für sich zufriedenstellenden Weg finden.

    Ihre Fotos wie stets eine Augenweide, ich mag die vernebelten, auf die ich mit klaren Augen blicke -:)))

    Mit der-Nebel-lichtet-sich-hier-gerade-etwas-sonnigen-Grüßen

    Karin

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    • Ich habe ebenfalls noch nie irgendetwas gesammelt im Hinblick auf die mir nachfolgenden Erben. Mit zunehmendem Alter wird sich die Frage der angesammelten Waren im Kontext der Nachlassregelungen jedoch unweigerlich stellen. Und will somit in Betracht gezogen werden. Das muss niemand tun; meine Altvorderen beispielsweise haben alles laufen lassen im Sinn von „nach mir die Sintflut“ – Das ist legitim.
      Ich habe mich für meine Person für ein anderes Procedere entschieden. Richtig oder falsch gibt es meiner Meinung nach dabei nicht.

      Falls Sie unter dem Begriff der Flucht die schnelle quasi erzwungene Bewegung weg von einem Ort der Bedrohung hin zu einem anderen gefahrlosen Ort meinen, dann verstehe ich, dass Sie sich allemals freiwillig auf Reisen begeben haben. Auch ich war glücklicherweise noch nie in einer Zwangslage, einen Ort fluchtartig verlassen zu müssen.
      Der Begriff Flucht wird jedoch auch noch in ganz anderen Sinnzusammenhängen verwendet. In meinem Leben waren „Reisefluchten“ darin begründet, dass ich unangenehmen Situationen zeitweise entgehen wollte. Komplizierte Lösungen hinausschieben oder schwierige Entscheidungen vermeiden, das waren die Auslöser. Selbst ein längerer Lebens- und Arbeitsaufenthalt in einem anderen Erdteil lässt sich darunter subsumieren.
      Das alles ist natürlich uabhängig davon, wie man reist oder in welcher Unterkunft man absteigt.

      Auch Ihr Kompliment für meine Fotografien freut mich – ich danke Ihnen schön dafür.
      Spätnachmittägliche Grüsse, herbstsonnig von weter nördlich,
      Herr Ärmel

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  11. So, also Wochen später sitzt hier die Blumentorte und macht kurzen Prozess: Der Blog wird ausgedruckt, gerahmt und an die Wand genagelt, weil er treffend, vortrefflich, treffsicher und zutreffend für mich ist. Jetzt.
    Was die Kommentarprosa mit Frau Knobloch angeht bitte ich hier jetzt (längst überfällig, daher dringlichst!) endlich um eine Einreichung bei einem Verlag sonstewie und um Druck als Buch.Alles. Ich will es zu Weihnachten. Haben und verschenken. Statt Fotokalender.
    Dann kann ich ja jetzt alles aus der Bude rausstellen und mich auf EIN neues Buch freuen. Vorab HERZLICHEN DANK!!

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    • Liebe Frau Wilhelmine (Sie nehmen meine Anrde sicherlich nicht als unziemlch auf), Ihr Kommentar ist ein Kompliment der Extraklasse. Dankedankedanke. Dafür.
      Nehmen Sie sich aus dem Angebotenen, was Ihre Horizonte weitet.
      Was nun Ihre zwote Anmerkung betrifft; die ja recht eigentlich eine formidable Forderung ist verbunden mit einer klar definierten Terminierung. Da muss ich zu meinem allergrössten Bedauern gestehen, dass ich nach meinem derzeitigen Wissensstand an die Möglichkeit einer Realisierung des von Ihnen genannten Projektes nicht glauben kann. Und dies, sowohl was die Zustimmung der von mir bekanntermassen höchstwertgeschätzten Frau Knobloch angeht und somit schon garnichts der von Ihnen wunschgemäss anvisierten Terminierung.
      Möge es ein Trost für Sie sein nach Ihrer langen Abwesenheit von diesem meinem Blog, doch noch ein Zeitchen hier zu verweilen zwischen Texten und Fotografien.

      Ihnen einen genüsslichen Aufenthalt und Kurzweil,
      Herr Ärmel

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      • Lieber Herr Ärmel, danke für Ihre wortreichen Erklärungen und Ihre so herzliche Einladung. (Keinesfalls bin ich pikiert wegen der „Frau Wilhelmine“, versteht sich doch von selbst.) Ich lege also die Hände in den blumig kittelbeschürzten Schoß und seufze leis`, kein Dialogbuch vom famosen Ärmel-Knobloch Duett unterm Gabentisch 2018. Schad. Ich freue mich also auf die Besuche hier und stöbere noch ein wenig im bisher Geschriebenen. Ihnen wünsche ich einen wundervollen Tag, jeden Tag. Herzlichst, Wilhelmine Blumentorte

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        • Liebe Frau Blumentorte, ich habe jetzt doch einmal – hinter den Linien sozusagen – nachgeschaut, was da so in etwa an Hinundherkommentaren mit der von mir höchstwertgeschätzten Frau Knobloch inzwischen zusmmengekommen ist.
          Sie würden mir die Summe nicht glauben.
          Neben den Kommentarsträngen zu den Beiträgen kommen nämlich noch die Kommentarwechsel unter einzelnen Fotografien hinzu. uuuffff ~~~~~

          Gestatten Sie mir noch eine Frage, die mich umtreibt. Hat die erwähnte Kittelschürze ein blumiges Muster oder wird der blumige Schoss von einer (wie auch immer gemusterten) Kittelschürze bedeckt?

          Ihnen wünsche ich jedenfalls eine wundervoll bezaubernde Herbsteszeit,
          Herr Ärmel

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          • Lieber Herr Ärmel, ich blinzele nervös, während ich hier lese. Was sagt man dazu? (Die dritte Person empfiehlt sich in solchen Momenten. Manchmal hat man Glück und die Würde bleibt gewahrt.) Im Zweifelsfalle immer Beides, so sagte schon meine Oma. Und die war eine kluge Frau.
            Herzliche Grüße
            Ihre Wilhelmine Blumentorte
            (aber viele Worte sind ja gut für ein saftiges Buch, sozusagen eine prima Voraussetzung. Bedenken Sie!)

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            • Von der Klugheit Ihrer Oma scheint sie einiges aus Sie übertragen zu haben.
              Was nun die zur Rede stehenden Kommentare mit der von mir höchstwertgeschätzten Frau Knobloch betrifft, so werde ich mich nun aufforderungsgemäss bedenken! Da sich jedoch auch andere Menschen bereits hinsichtlich einer Publikation äusserten, müssten dann diese Seitenkommentare ebenfalls Berücksichtigung finden, denn sie sind ja mit dem dann zu erstellenden Textkorpus zumindest verbunden…

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