Salzig die Kehle wenn die Welle an Land läuft

Es gab Bands damals, die hatten eigens einen Texter für ihre Lieder. Deren Texte waren für uns Schüler arge Herausforderungen. Wir nahmen damals wörtlich, was wir uns anders garnicht denken konnten. Eine dieser Bands war Procol Harum. Die lyrische Poesie von Keith Reid fasziniert mich. Das Lied gab der ganzen Langspielplatte ihren Titel: Procol Harum – A Salty Dog (1969)…

„Ey, machst mir noch einen?“
„Aber klar. Zum Wohl.“

Von Zeit zu Zeit lese ich gerne die alten vertonten Gedichte. Übertrage auch manche gerne. Es geht eher um die Stimmung dabei, die Atmosphäre, die vom Text durch die Musik ausströmt. Weniger um den angeblichen tieferen Sinn. Was uns der Dichter damit sagen will? Kopfgesteuerte Interpretationen zerpflügen das Gefühl. Eine schöne Geschichte hat Udo Lindenberg vor Jahrzehnten bereits aus diesem Lied gemacht.

„Das Gleiche nochmal?“
„Yepp. Aber mach´ mirnen Doppelten.“

„Alle Mann an Deck – wir laufen auf Grund!“
Ich höre den Käpt´n schrei´n
„Durchsucht das Schiff, löst den Koch ab:
Lasst keinen am Leben.“
Durch alle Meerengen, rund um Kap Hoorn:
Wie weit können Matrosen fahren?
Vertrackte Strömung, qualvoller Kurs,
Lebend kommt keiner davon.

Wir segelten in Gegenden, die niemand vor uns sah, dahin,
Wo Schiffe heimkommen zum Sterben
Keine vornehme Piek, auch keine steile Klippe
kam dem Auge unsres Käpt´ns gleich
Nach sieben Tagen Seekrankheit liefen wir einen Hafen an
So weiss der Sand und die See so blau –
Kein guter Ort zum sterben

Wir haben Kanonen abgefeuert, Masten abgefackelt und
Pullten vom Schiff zum Strand
Der Käpt´n flennte, wir Seeleute weinten:
Unsere Tränen waren Freudentränen
Das ist viele Monde her und noch mehr Juninächte
Seit wir an Land festmachten
Ein salty Dog, des Seemanns Logbuch,
Euer Zeuge meine eigene Hand….

„Einen nehme ich noch. Der rollt so schön wie eine sanfte Welle die Dünung runter.“
„Gerne. Du weisst ja, was ich für deinen nehme: 4cl Wodka, 8cl Grapefruchtsaft und zerstossenes Eis ganz wie es in deine Strömung passt….“
„Leg doch nochmal den Tonarm in die Rille
„Na denn…“

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern einen guten Wind in den Segeln.

 

 

 

38 Gedanken zu „Salzig die Kehle wenn die Welle an Land läuft

  1. Das Bild hat einen Zauber, dem ich mich nicht entziehen kann, wehmütig, tröstlich, es weckt den Wunsch, sich zu diesem Mann zu setzen, um seiner Lebensgeschichte zu lauschen.
    Abendliche Grüsse vom Dach, Karin

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  2. Der Teufel kam aus Kansas und brachte nur eine Pulle Bourbon. Das ist bitter, denn Grapefruitsaft und Eis hätte ich…

    Now playing: Procol Harum – A Salty Dog / Broken Barricades. Aber nicht dem Pappenheimer verraten 😀

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  3. Waaahnsinnslied, Waaahnsinnsbild, Waaaahnsinnstext am Rande!!!!
    Herzlichen Dank … hab keine Zeit mehr, hier noch mehr zu schreiben, werd jetzt die Segel hissen und mich vom gerade ins Tal schwappenden Nebelmeer ein wenig tragen und schaukeln lassen, neuen Geschichten an weiten Stränden entgegen…oder so…
    Liebe Grüße, lieber Herr Ärmel!

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    • Guten Morgen, liebe Frau Graugans. Ich hoffe, die Wogen des nordalpinen Wolkenmeeres haben Sie leuchtenden Wahnsinnsgeschichten entgegengetragen. Schönen Dank für Ihren Kommentar und ebensolche Grüsse aus dem nächtlichen Norden,
      Herr Ärmel

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  4. „Nee, laß mal stecken, Feuer habe ich selber. Hier unterm Hemd bleiben die Hölzchen trocken. Aber ’ne Kippe nehm‘ ich. Danke, Mann. Aaaahh, guter Tabak. Trocken. Scheunenduft. Ich war ja mal auf so‘ ner Plantage. Was? Wie die Stadt hieß? Ich wüßte gerne das Land! Zuviele Häfen, zuviele Unendlichkeiten dazwischen. Frauen auch, klar. Und sogar ab und an einer der Männer. Nix für mich, das habe ich begriffen. Also das mit den dazwischenden Männern, nicht die endlose Heimatlosigkeit. Lach nicht! Gehts dir denn besser? Wennde hier den Klugscheisser geben willst, dann zieh‘ Leine. Aber lass mir noch ’ne Kippe da. Besser noch ’nen Drink dazu. Was? Nee, der Kneiper hier hat seine Schotten dichtgemacht. Trockendeck. Da vorne is ’ne Tanke. Kriegste schon früh ’ne Buddel Rum. Oder Weißen. Klaren. Der Russe hat da ja ein Händchen für. Ich könnte dir Geschichten erzählen von Wodkanächten mit Kaviar… Was? Die Schuhe? Welche Schuhe?… Ach, meine! Ja, die Geschichte ist irre. Irre lang und irre im eigentlichen Sinne. Willst’se wirklich hörn? Dann setz dich mal auf die unterste Stufe und hol vorher den Weißen. Und vielleicht ist die Welt inzwischen so verrückt, dass es da noch ’ne Grapefruit gibt… Aye, aye, ich warte hier…“

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    • Lieber Herr Ärmel. zeihen Sie mich bitte nicht der Unhöflichkeit ob der fehlenden Grußformeln, ich reiche sie nur allzu gerne und stantepede nach. Aber Ihr Bild und dazu dieses Lied, ich bin kwasi hingerissen~~~

      Mit allerlieblichsten Nachtgrüßen verbleibe ich als die Ihre, auch hinreissend angemessen zugeneigt. Und bekalmend soundso.

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      • Ihre allerlieblichsten Nachtgrüsse haben mir offensichtlich eine ganz besonders angenehme Nacht bereitet. Dafür danke ich Ihnen allerherzfeinst.
        Wohin Sie, meine höchstwertgeschätzte Frau Knobloch, mit Ihrer Zeihungsbefürchtung zielen, das entzieht sich meiner Kenntnis. Mir ist kein Fall bekannt noch erinnerlich, indem Sie die gebotene Höflichkeit und oder den erfreulichen Herzenstakt hätten vermissen lassen.

        Dass Ihnen sowohl das Lied als auch das Bild zusagen, veranlasst mich zu einem kleinkühnen Luftsprung.
        Aus dem magischen Bembelland sende ich Ihnen per Eilzeppelin rasch drei, vier Sonnenstrahlen vom neuerlich ergrauenden Himmel, Ihr Herr Ärmel (Ihnen auch in den kühnsten Sprüngen fest zugeneigt)

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        • Ihnen angenehme Nächte zu bereiten, ach und hach, mein hochliebster Herr Ärmel, mir bebt das Mieder bei derley Vorstellung~~~ Fast möchte mir der Herzenstakt kobolzen. Weiterlesend sehe ich Sie kühnluftspringend, herrjemitmineh, da muß ich doch gleich ein klares Wässerchen~~~ so zur Beruhigung, Sie verstehen~~~

          Ihnen auch aufgeregt anregend zugeneigte Grüße aus dem dämmerigen Lipperlandien mit Erlengeraschel und Koniferengründuft, Ihre Frau Knobloch, miederoberknopföffnend nun…

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          • …??? – ? miederoberknopföffnend miederoberknopföffnend miederoberknopföffnend – – ?? da soll mich doch ein doppeltechter Nordhäuser vor jeglicher Verplumspung bewahren…
            miederoberknopföffnend pfff – – wann sagten Sie, meine Höchstwertgeschätzte findet die nächste Miederoberknopföffnungsvorstellung statt? Ufff – das waren gleich zwei doppeltechte Nordhä – wie das denn jetzt???
            Selbst wenoderwasauchimmer kritischhinfragend bin ich Ihnen stets zugeneigt, (Ihr Herr Ärmel) /// irgendwie stimmt doch da die Reihenfolge nicht ~~~~ Constanze!!!!

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            • Oh, Pardöngsche, aber Constanzen ist gerade miederbiedrig schwer beschäftigt. Sie können ja gar nicht ahnen, mein hochwerter Herr Ärmel, wie schwierig busenbebige Opulenz sich stoff-, faden- und knopftechnisch bändigen läßt! Da ist die stimmige Reihenfolge noch viel wichtiger als ohnehin~~~

              Schwerathmende Grüße nun gen Bembelanien, die Ihre, auch zugeknöpft stets zugeneigt. Und zwar wie Hulle!

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              • Hullhullehulle – Sie haben gut parlieren, meine hochliebe Frau Knobloch…
                Und ich sitze hier auf dem Trockenen, da beisst die Maus weder Faden, noch Knöpfe ab. Jawoll!
                Dennoch oder gerade deshalb sende ich Ihnen abendlichfeine Grüsse, Ihr Herr Ärmel (auch kellertauchend stets zugeneigt – und zwar sowasvonaberauch)

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                • Vielleicht könnten Sie mir ja mal behülflich sein, so miederbiedertechnisch, mein hochlieber Herr Ärmel. Knöpfen und Fädeln geht am besten im trockenen, Obgleich eine gewisse Füchte an den richtigen Stellen~~~~~~~~~

                  Ich sende Ihnen samstagsfleißmeiseige Grüße aus dem kerzenbeschienen Floratelier und verbleibe als Ihre Lieblingsparlitöse zugeneigt wie stets.

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                  • Meine höchstwertgeschätzte Frau Knobloch, ich reiche Ihnen miederbiedertechnisch gerne meine Hände. Handreichend sozusagen. Mit dem Schnappfinger muss ich allerdings gut aufpassen. Alleine wegen möglicher Sprünge, die dann unter Umständen sogar Spitzeneruptionen auslösen könnten.
                    Der Sinn Ihrer Füchte vebleibt mir derzeit noch im Dunkeln. Füchte, Früchte, Flüchte, Fpüchte, Fmüchte… Nö, ich knacks nicht, Ihr Herr Ärmel (auch knacksendknicksend zugeneigt. Sowieso!)

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                    • Ich fpüchte, ich verfmüchte Ihren Ausfüchtungen kaum noch zu entflüchten, mein lieber Herr Ärmel. Früchte hingegen fürchte ich nicht und auch keine mit Handreichung verbundenen Schnappfinger! Ich nehme den ganzen Ärmel!!! Äh, Arm, den ganzen Ärm….. Pardöngsche.. Arm!

                      Spitzentanzliebende Grüße, Ihre Frau Knobloch, auch leicht verwirrt knicksknacksend zugeneigt. Bis zu den Spitzen nämlich!

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                    • Tihse velmardeledeite Rapstatur. Haben Sie mir, myne hachstwertgekanckste Fru Knabluch, etwan ein Würuhs zugesendet?
                      Dieses fragt gunz ernsthoft, Ihr Hä? Ärmel (auch viral sondergleichen zugeneieieigt…)

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                    • Meine Wührüsse verursachen tatsächlich manchmal Pupillenverranschungen der bonfortionösesten Art, mein lieber Herr Ärmel. Und pumperiges Herzrabatzen. Und taumeligen Fingertango. Und purzelbaumige Querverathmung. Und, und, und…

                      Unvergeigte Grüße aus dem stillgrauen Lipperlandien, stets die Ihre, auch im Totalzerranschungszustand herzkopfbauchharmonisch zugeneigt.

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    • Aye-ho, Ihr beiden Klippenstieber. Dass ich Euch hier treffe, ich fass´ es nicht.
      Na, hat der Bums schon dichtgemacht oder habt Ihr ihm die Back leergesoffen? Käpt´n pass bloss auf mit den kalten Treppenstufen. Kanns´ Dich nicht mehr anhieven? Halt´ Dich mal lieber an der Reling fest, dass Du nicht in die Gasse kenterst. Hast ja nichmal nen Knaggen unterm Hintern bei dem Wetter.
      Und Du, Steuermann? Hab´ letztens noch gehört, Dir wärne Königsspeiche zwischen die Füsse gekommen.
      Was kalfatert Ihr da? Klar, iss ziemlich häsig heute, das geht mir durch bis auf die Knochen.
      Also, wie iss jetzt? Da vorne könnten wir an der Tanke festmachen für nen gemeinsamen Schluck. Wollen schliesslich die vorbeiflanierenden Galionsfiguren nicht über die Maassen erschrecken – – –

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      • „Du tüdeliger Adelborst! Ahoi! Da beißt mich doch das Bilgenschwein! Bistes wirklich oder irgendein Muddpilot im Buscherump?! Du alter Kuli, dwarser Flottenforz! Das muß begossen werden! Das mit der Tanke müssen wir erst ausklamüsern, die mögen da betüterte Maaten nicht besonders. Da müssen wir schon nach ’ner rechten Spelunke auslugen. Beim Klabautermann, lass uns tingeltangeln…“

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        • Wie kommst Du mir, Steuermann, mich einen Kadetten zu schimpfen. Dir hats wohl die Bullaugen beschlagen. Pass nur auf, dass Du nicht durch die Daggen läufst. Meinst, weilse Dich den Großen genannt haben, könnste mich… ach geh´ … mach hier nich den Klookschieter, lass uns lieber ablegen. Guckma, der Alte giept gleich wieder…
          Also los, zur Tanke. Hak´ Du mal den Käpt´n ein, ich heb´ ihn von hier aus.
          Oh Mann, für den Alten brauchste ja ne Winsch. Der sieht garnicht so mächtig aus.
          Ach, seis drum. Jetzt fehlt bloss noch unser alter Flurplattenindianer….

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          • „Jau, dann man töööörn tou! Müssen ja nicht bis zum Fuselfelsen schippern. Und nix für ungut, ich palaver manchmal banning dummes Zeug, Kommander. Nu aber den Achtersteven hoch und den Käpt’n gelotst. Und dann mal macklich zum nächsten Tresen manövriert, Schlickrutscher sind wir ja beide nich…“

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            • Yo, zu viele weisse und rote Robben vor Helgoland. Manno, braucht man ja nen Anschlicker für den Alten.
              Sach mal, ich wusste garnicht dass Pudding-Rudolf auch in unserem Geschäft zugange ist?!
              Nö, Schlickrutscher nu nich gerade…

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              • Pudding-Rudolf? Hat der sich nicht zum Dwarsmiecher umoperieren lassen? Na, egal. Ich schnapp mir mein Zampelbüdel und leg mir den Skatschmann an, man kann ja nie wissen beim Alten… Dann lass uns mal die Seebeine slippen, beste Zeit für ’ne Smoketime….

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