Traumfliegende Bibliotheksreduktion

Musik? Lesen ist eine nicht minder feine Zeitnutzung. Muche Moder Kille Fiste!
Hier stünde doch sonst immer Musik, sagst Du?
– ? – – : ! – : Zullen Tagel Lumpenfarren Sprehnen Kunze Schleipen Flarre Tufen. Wenn Du das laut liest, in einem Tempo, dass Du die Worte schmecken kannst : klingt es dann nicht auch wie Musik in Deinen Ohren?  – – : Seggen Simsen Mocke Schwiedeln Plumpen Mummeln Brusen Dingel Tacken  – – –
Ist da vielleicht keine Musik drin? : Flannen Limmen Wunnen Wutten Bucken Strallen Klissen…

Lesen ist schrecklich !
A.: Seine Bibliothek umfaßte später sechzehntausend Bände : mehr als einmal drohten ihn die Regalreihen aus seiner Wohnung zu verdrängen. Einmal, in einem merkwürdigen Anfall, verkaufte er sie kurzerhand. . .
B.(hineinfragend): Wer war es doch, der  – sehr richtig – den Ausspruch tat : „Wer die Hölle schon auf Erden kennen lernen will, der verkaufe seine Bibliothek“?
A.: Der eben hundertjährig gefeierte Humboldt. Aber wir wollen es nicht so tragisch machen : natürlich fing er sogleich, noch schneller, erneut zu sammeln an. Und besaß binnen Kurzem wiederum elftausend Bände. . .

Lesen ist schrecklich !
Dennoch konnte das Verhalten von Anton kaum der Auslöser gewesen sein. Nach vielen Jahren bin ich Anton eher beiläufig wieder begegnet. Genauer, Anton L. Den Familiennamen habe ich nie erfahren. Auch damals, vor etwa fünfundzwanzig Jahren nicht, als wir mehr Kontakt hatten. Aber was heisst schon Kontakt? Herr L. wohnte in der Stadt in häufigen wechselnden Zimmern zur Untermiete. Ob der Grund für die häufigen Zimmerwechsel seine Kleidung war oder die spiessbürgerliche Langeweile, die ihn umgab – ich habe es nie erfahren.

Bei Herrn L. war es ein heller Blitz, der ihn in der Nacht aus dem Schlaf riss. Ich hingegen glitt auf einem Teppich aus Satin und Efeugeflecht  aus meinem ruhigen Schlaf hinüber in eine mondichte Traumlandschaft. Zwischen Wacholderbäumen standen eicherne Raufen, in denen Bücher kreuz und quer lagen. Schon wollte ich, Jungfrau, die mich regiert, damit beginnen, diese Bücher zu sichten und zu ordnen. Ich dachte mich ganz allein in der mich umgebenden Ödnis, als meine Aufmerksamkeit von seltsamen Lichterscheinungen angezogen wurde. Da fiel mir wieder ein, dass Anton L. doch derjenige war, der als letzter und einziger Mensch die Erde bewohnte. Indem ich dieser Erinnerung folgte, funkelten die Lichter stärker und blendeten mich. Einen Mensch in einem Kleid aus schwarzen Spiegeln konnte ich in all dem Glitzern und Flimmern gerade eben so erkennen, der eben mit den Füssen den sandigen Boden berührte. Die Landung war lediglich eine kurze Filmaufnahme.  „Ich muss Sie sehen, sonst fliessen meine Augen aus“, rief ich.
„Bleiben Sie ruhig, Sie kennen mich doch längst.“ Indem ich Deine Stimme erkannte, sah ich auch das kluggeflochtene Diadem von Tuberosen, das Deinen feinen Kopf umflorte. Aus deren betörendem Duft erblühten die beiden Bruchstücke einer Scheibe, die sich nun wundersam zusammenfügten.
„Glaubst Du, dass man durch eine Litfasssäule hindurch in die Unterwelt gelangen kann?“ Ich mag es, wenn Du Schnütchen ziehst. Und mit ein wenig Lippenrot wirst Du unwiderstehlich.
„Keinesfalls. Aber das sage ich Dir : der helle Blitz, der Herrn L. mittnachts weckte, war kein Blitz, sondern das Gebell der beiden Hunde aus der Nachbarschaft. Und ausserdem geschiehts ihm ganz Recht, dass nur noch ein Leguan an seiner Seite lebt.“
„Klar, er ist eine Zumutung für seine Umgebung. Andererseits ist eine Zumutung eine Handreichung für andere Menschen, um Mut zu zeigen. Wusstest Du übrigens, dass der Leguan Sonja heisst. Herr Hommer hat ihn so getauft. Aber hat ja auch dreimal am Tag Kakteen gepflanzt.“
„Wolltest Du Bücher in die Raufe einlegen oder suchst Du bestimmte Titel?“
„Ach, nur mal einen Blick auf das Angebot werfen. Aber andernorts würde ich gerne einige abgeben.“
„Dann komm´ doch mit in die Stadt, ich kenne da eine Riesenbaustelle mit einem Bücherregal.“
„Einverstanden. Zumindest werden dort nicht die Wölfe und Bären frei herumlaufen. Der Anton hat doch…“
„…Du scheinst da etwas zu verwechseln. Wahrnehmung ist Falschnehmung.“
„Ach, der Franz Brentano lässt grüssen. Übrigens ist der Husserl durch diesen Satz zu seiner Phänomenologie inspiriert worden.“
„Du willst mich wohl foppen, mit Deinen verwegenen Anspielungen? Heh, ich bin hier in dieser ehemaligen Herberge.“
„Ja ja foppen, von wegen. Ich sehe doch mit meinen eigenen Augen, dass Du in dem Schaufenster dort drüben auf einem Zahnarztstuhl sitzt.“
„Wenn Du meinst – – . Was ist jetzt mit den Büchern?“
——————–
„Du kannst wieder aus dem Schaufenster kommen. Ich bin soweit bereit für einen feinen kleinen Rundflug über die Stadt. Vielleicht sehen wir Anton auf der Suche nach dem Buch. Die goldene Kugel ist der ideale Startplatz.“
„- – ? – – – – – ?“
„Ein ungelesenes Buch sträubt sich mitunter gegen das Gelesenwerden. Man muß den Widerstand brechen (es gibt auch andere, sozusagen feile und geile Bücher, die den Leser ansaugen; ob das die besseren sind, ist noch die Frage), man muß eine Bresche schlagen, das Vertrauen der ersten Seiten gewinnen…“
„Mensch, hast Du gesehen? Da unten isser. Nein, weiter drüben. Der hat die Scheibe von dem Hutgeschäft eingeschlagen. Jetzt probiert er den Deerstalker an. Unglaublich.“
„Jetzt braucht er nur nochne Handtasche für den Hommer´schen Leguan. Oh, schau mal das Café dort. Hast Du Lust?“
„Sieht ziemlich altmodisch aus.“
„Auch altmodisch ist modisch. Da kriegst Du bestimmt einen Tschai Latte.“
„Und Du für Dich einen S
ideritis Clandestina?“
„Allemal.“
Lesen ist schrecklich !

Allen Besuchern und Guggern wünsche ich ein erfreuliches Wochenende. Und den Lesern? Natürlich auch und eine famose Lektüre dazu. Vielleicht ein interessanter Fund aus einem öffentlichen Bücherschrank. Auf jeden Fall keine Zeit verschwenden für Autoren und Titel, die schon bald wieder vergessen sein werden. Das Leben ist zu kurz für die Eintagsfliegen! Oder erinnern Sie sich noch an die Preisträger irgendwelcher Literaturolympiaden vor drei Jahren? Na also!

(Photographien, aufgenommen während des Reisetraums des Traumreisenden. Anklicken vergrössert. Allemal !)

 

 

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Zu guter Letzt die literarischen Hin-/Nachweise:
1. die wunderschön wohlklingenden und bildhaften Pflanzenbezeichnungen gehen zurück auf das originelle System von Loren Oken. Nachzulesen in:
Lorenz Oken : Allgemeine Naturkunde für alle Stände. Dritten Bandes erste Abtheilung oder Botanik zweiten Bandes erste Abtheilung. Hoffmann´sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. 1841.

2. Das dialogische Zitat über den Bücherverschlinger Ludwig Tieck stammt aus:
Arno Schmidt : >Funfzehn< Vom Wunderkind der Sinnlosigkeit. Ein Radioessay über Ludwig Tieck, 1959. Überhaupt sind Arno Schmidts Radioessays über Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts ungemein lehrreich und unterhaltsam obendrein. In den 1950er Jahren sicherte er sich damit seinen Lebensunterhalt. Alle Radioessays sind auf CDs erhältlich.
Arno Schmidt : Nachrichten von Büchern und Menschen. Folge 1 (12CDs) und Folge 2 (9CDs).

3. Falls Sie sich fragen sollten, was es denn nun mit Herrn Anton L. und den (nicht kenntlich gemachten) eingestreuten Zitaten in meinem Text auf sich hat, so können Sie ihm begegnen bei:
Herbert Rosendorfer : Großes Solo für Anton. Diogenes, Zürich. 1976. Seitdem immer wieder in verschiedenen Ausgaben verlegt. Eine unbedingte Lesenempfehlung, weil ebenso kauzig wie kurzweilig.

4. Und schlussendlich nur so als Anregung: statt Franz (nicht Clemens!) Brentano und Edmund Husserl empfehle ich für zwischendurch die Gedanken(werke) von Johann Georg Hamann. Einige Zitate zum Genussdenken tuns anfänglich auch. Zum Beispiel dies: „Der Ekel ist das Merkmal eines verdorbenen Magens oder verwöhnter Einbildungskraft.“

 

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45 Gedanken zu „Traumfliegende Bibliotheksreduktion

  1. Leguan S. mag keinen Lippenstift. Nur wenn er in die Häufigpflanzkakteen biss, bekam er dort einen Riss.
    Rotes Blut troff entzückend, und vor dem Einschlafen lese ich im geilen Buch weiter.
    Ihr Text bleibt frisch und wird im Morgentauvorfrühlingslicht noch einmal gelesen. Mag sich erst dann wahrlich erschließen.
    Gruß von der Buchpfadfinderin de luxe

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  2. Ihre Traumbilder scheinen mir als munteres Fresko, mein lieber Herr Ärmel. Besser kann man wohl nicht die Aufmerksamkeit aus ihrem manchmal recht trägen Schlummer erwecken und dieser kleine schale Anflug von Scham ob der eigenen Unzulänglichkeit in Sachen Belesenheit schwindet schnell wie die so zarte Morgenröte am Februarhimmel.
    Lesen ist schrecklich! Ja, schrecklich schön und bildend. Man kann ja doch nicht alle möglichen Geschichten selbst erleben, aber man kann in sprechenden Bildern verharren und darin den eigenen Geist erfrischen wie in einem munteren Bergwasser, welches talabwärts sich ergießt und zigfach Leben weckt.

    Danke für diesen Ihren geistigen Frühsport und natürlich die herzlichsten Grüße in den schon hellen Morgen, Ihre Frau Knobloch, auch traumbildnerisch tanzend von Herzen zugeneigt. Tuberosentagträumend nun~~~~ … (~~~)!!!!!

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    • Fresko – – ? („al fresco“) ? – ! : gewiss, meine liebe Fernfreundin, die Luft war frisch an jenem schattiggrau=windigen Tag.
      Möchte Ihnen doch recht viel dieser frischen Luft die Flausanflüge (von wegen vermeintlicher Leseunzulänglichen) Ihr allerfeinstes Denklabor ausblasen. Und Ihren Grünleuchteblick richten auf papierne Meere. Gerne möchte ich sie mit Ihnen, meine höchstwertgeschätzte Frau Knobloch bei jedweder Wetterlage befahren.
      Ihr Herr Ärmel, wie und wo auch immer (in diesen Schmieden der Sprache) stets zugeneigt

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      • Lieber Leseunzulänglichkeiten, als Lebeunzulänglichkeiten, mein herzlieber Herr Ärmel. Sie sind ja nur flüchtig, diese Gschämigkeiten. Schließlich ist es ein Vergnügen, sich immer weiter zu bilden und die Denkapparatur geschmeidig zu halten. Im Zusammenspiel mit ausreichend frischer Luft eine bemerkenswert förderliche Angelegenheit. Zu diesem Behufe mache ich mich alsbald auf, um meine Horizonte zu weiten~~~~~~~~

        Ihnen wünsche ich ein urst angenehmes Wochenende und verbleibe bis auf weiteres zugeneigt wie stets, Ihre stiefelgespornte und vorfreurotwangige Frau Knobloch.

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        • Ihre formidable Rede zeugt von tiefer Lebensklugheit, meine höchstwertgeschätzte Frau Knobloch. Da fällt mir spontan ein : ? – – – ! : ähh mit Ihnen im Zusammenspiel mit frischer Luft geschmeidig Denkapp – – Denkapp? – : app? /// Quatsch: : Denkapparatur? Rostet die nicht im Regen? Fragezeichen neben Fragezeichen. Ich werd´ noch ganz meschugge von Ihren Reden, meine ferne Liebfreundin.. aarrgghh meine liebe Fernfreundin. Wenn Sie hier mal vorbeikämen is Sachen Horizontweitung. FRau Knobloch, ich wär´sofort dabei.
          Ihr Herr Ärmel, logischkonsequent die versemmelten Einzelteile meiner Denkappretur nun wieder zusammendengelnd und eine Zimtschnecke zur Rechten achtsechszentel anstarrend… (und zugeneigt sowieso)

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          • Gegen den anfliegenden Rost trage ich Hüte, so ist die Denkapparatur auch spritzwassergeschützt, mein hochlieber Herr Ärmel. Und natürlich wird bei Trockenheit angemessen durchlüftet: Hut ab, Schwarzmähne durchgewuselt und geschüttelt, gerne rhythmysch, wenns denn geht…
            Ich könnte Ihnen da mal was zeigen~~~~~~~~~~~~

            Ich hinterlege Ihnen unmeschuggige Grüße und verbleibe auch unverzimtschneckt zugeneigt als Ihre fernliebste Gernste, oder so.
            Rotstiefelchentrippelig, Ihre Frau Knobloch, denkverdappt.

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            • Wie? Sie auch Hut – – ?? – – : !!! : wir müssen uns unbedingt livehaftig begegnen, meine ferne Freundin…
              Sie wissen doch, dass auch ich . . und Mantel (zweireihig!), Aktentasche, Regenschirm und so….
              Graulederschuhgrüsse aus dem bitterkalten Bembelland sendet Ihnen, Ihr Herr Ärmel (und zugeneigt sowieso und sowasvon)

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              • Zweireihig? Zweireihig? Zweireihig? Mich deucht, Sie sind auch ein Doppeltliebhaber, mein geschätzter Verärmelter! Zwo Starkarme, um fest zu halten, zwo Grünaugenpaare für famose Pupillenküsse, zwo Mantelknopfreihen, um sich verknüppern zu können…
                Ach und hach, mit Ihnen sähe ich auch gerne mal doppelt, mein lieber Herr Ärmel!

                Verknüpperungstraumwandelgrüße aus dem klapperkalten Lipperlandien, Ihre Frau Knobloch, auch klapperkaltknüpperungskonform zugeneigt.

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                • Mit mir doppelt zu sehen, meine Höchstwertgeschätzte? Nordhäuser Doppelkorn, Calvados aus der Gascogne, karibischer Rum, spanischer Sherry, bosnischer Slibovic oder polnischer Vodka – – – wann und wo immer es Ihnen beliebt.
                  Nennen Sie mir Ort und Zeit !
                  Ihr Herr Ärmel (Ihnen jedenfalls temperaturunabhängig jederzeit zugeneigt !)

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                  • Korn erst spätabends, Calvados vielleicht nachmittäglich, Rum ohjemitmineh (lieber würde ich mit Ihnen rumkugeln), Sherrry (uik, da rollt breits ein r mit mir durch…) Schliwowiewitz ischt schwer auschzuschprechen und so behalte ich mir nur den Wodka vor als Wahl zu gegebenem Ort und trefflicher Zeit. Aber Sie bringen doch sowieso Ihren zweireihighicks geknüpperten Mantel mit?! Hicks!

                    Bei Zuneigungsgrüßen nun mit obligat ausgesprochenen Obachtzeichen verbleibe ich hicksend als die Ihre. ( Auch zworeihigsäuselndachsiewissenschonhicksend…=== ~~~……………..

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                    • Your kicks with knicks makes me hicks without tricks, my dear Mr. Singingclub!

                      Und Obacht! Ich bin geneigt, Ihr Rüberkommangebot anzunehmen, mein hochlieber Herr Ärmel. Da könnte ich Ihnen mal zeigen, was ein richtiges Mädchen ist! Mitohne Mähähä~~~

                      Vergnügte Abendgrüße durch die Kaltklirrnacht, Ihre Frau Knobloch, auch hickskicksend zugeneigt.

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                    • Obfünf, Ob..??? – – ! : Obsieben obacht…
                      Hiermit haben Sie sich verpflichtet umgehend, wenn nicht sofort, im Bembelland entweder eilzeppelinig oder wie auch immer (meinetwegen auch auf Siebenmeilenziegenfüssen) im Ärmelhaus zu erscheinen. {einmal musses ja endlich mal sein}.
                      Es reicht eigentlich auch, den Klingelknopf handgerecht zu bedienen.
                      Morgen ist hier nämlich auch ein Schützenfest; allerdings etwas anderer Art als im Ziegen..-?- ääh Lipperland.
                      Ihre Waffe, meine höchstwertgeschätzte Lippermazone wird ein Schmucker Doppelbock Kaliber 8,0 sein. Oder zwei ober drei obvier obfünf ob.. ? – – ! : obsieben, obacht!
                      Ihr Herr Ärmel, (Ihrer Reiseroute selbstredend weitesmöglich entgegengeneigt)

                      Gefällt 1 Person

    • Surreal???
      Was habe ich mit meinem neuesten Beitrag bloss angerichtet?
      Eine Wort-Collage und surreal obendrein?
      Nichts als Fragezeichen im Kommentar und auf der Stirn ~~~~~
      Zum Glück gefällt Ihnen wenigstens der Blick durch die im pfälzischen Erbfolgekrieg zuschandengekommene Wand . . .

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        • Oh jegerl – ich darin keineswegs eine Beleidigung herausgelesen. Ich dachte lediglich, Sie seien nach der Lektüre dieses meines Beitrages eventuell verstört vor dem Bildschirm (heute sagt man wohl screen, nicht wahr!?) gesessen.
          Aber nun lese ich : alles ist gut
          😉

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    • „Das Lesen war schrecklich…“ Wie aber kann man dabei begeistert sein? [¿was war schrecklich?]
      Ich werde noch viel lernen müssen, um die Vielfältigkeit der Empfindungen zu verstehen ~~~~ Das mit der Photobegeisterung passt auch dahin: sie wurden im Vorübergehen (das arabische al-tun-tun klingt da eigentlich viel trefflicher) ohne weiteres Geraffel lediglich so als Eindruck aufgenommen . . .
      Ich danke Ihnen feinst für Ihren Kommentar und wünsche Ihnen einen erfreulichen Abend,
      Herr Ärmel

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  3. Oha, der Monsieur Ärmel. wie er leibt und lebt.

    Ich schwanke noch, zwischen einer mir völlig kryptisch vorkommenden literarischen Frischzellendusche oder einem Schmunzeln. Und ich habe der Mühe gewaltet, oh Grundgütiger.
    Es gab sicher Zeiten, da wäre ich quittengelb geworden. Oh liabs Herrgöttle von Biberach, was türmt sich da auf 🙂

    Mittlerweile neidlos.

    Chapeau und hoch die Tassen für Wort- und Bildmalerei !

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    • Ich würde in Fragen dieser Entscheidung ebenso unumwunden wie eindeutig zum Schmunzeln raten 😉

      Aus Biberach stammt der Herr Wieland. Wie viele unserer sobezeichneten grossen Geister wurde auch er mitnichten in der BRD sondern in der DDR begraben… 😉

      Alles Gute in den Süden

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  4. Mir gefällt ja am allerbesten das Bild mit dem grantigen Löwenkopf, dessen Maul das Wasser herausspeit, das sinnigerweise in einem Gully landet, aber vorher noch ein Stückerl Holzrinne passieren darf … würd mich sehr interessieren, was auf dem Stein geschrieben steht und was für kleiner Kopf da noch ist, etwas oberhalb, nochmal ein Löwe?
    Vor den Texten mußte ich meine überforderten Synapsen in Sicherheit bringen, sie drohten zu verschmoren … aber weißt Du was, lieber Herr Ärmel, das Schönste ist ja sowieso, wenn man in schlafloser Nacht die trüben Gedanken einfach so weggelesen kriegt, mit einer warmen Stimme, die leise von einem Uralten in seinem Königreich erzählt … oder so … wünsche weiterhin frohes Wohlergehen!
    Liebe Grüße vom weißkalten Nordrand im Süden, soweit alles klar oder

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    • Oh, Frau Graugans, Sie hier – welche Freude.
      Auf dem kleinen Messingschildchen steht: „Gestiftet von Fritz dem Wassergott 2015.“ Das Wasser fliesst übrigens durch eine Rinne aus Sandstein. Der vermeintlich kleine Kopf rechts oberhalb der Löwenkopfskulptur ist eine dahinsiechende Hortensienblüte.
      Sich etwas vorlesen lassen, ist prima. Und zum Trübegdankenvertreiben ohnehin.
      Schöne Morgengrüsse aus dem blauhimmlischen Bembelland,
      Herr Ärmel

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  5. Da hatte ich diesen Beitrag tatsächlich irgendwie übergangen… obwohl nicht im Spam… und auch Arno Schmidt wiederum dabei. Aber ich muss zugeben: Lesen war schrecklich. Aber dann „Ein ungelesenes Buch sträubt sich mitunter gegen das Gelesenwerden“. Genial. Nochmal in Ruhe von vorn.
    Der Herr Fish ruft mir ins Ohr:
    „Now I leave you, the past does have it’s say
    You’re all but forgotten a mote in my heart
    Decisions have been made, decisions have been made
    I’ve conquered my fears, the flaming shroud

    Thus ends the web“
    Einer der frühen Songs, nochmal von vorn.
    Überhaupt Musik und Lesen gegenüber stellen zu Beginn. Geht das nicht gleichzeitig? Lesen und Musik?
    Eher entweder oder? Oder nicht. Aber dann bleibt das eine auf der Strecke, oder das andere.

    „Der Tag hat 24 Stunden‘ flüstert es in mein Ohr. „nur 24 Stunden. Entscheide dich.“
    Dann ging ich laufen um nachzudenken. Unterwegs lief mal wieder die Disintegration.
    Laufen und Musik geht also, ich könnte noch ein Buch mitnehmen?

    Ich muss mich ans Ende dieses Kommentars kämpfen, vielleicht mal ein Buch in die Hand nehmen. Soll ich die Musik ausmachen? Aaaarghhhh …. nur 24 Stunden…. und Ende März eine Stunde weniger. Ich muss aufholen, ich muss schneller schreiben, wer eine Stunde weglassen kann, kann auch alle e’s wglassn. Das ght dann in wnig schnllr. Ach komm, di a’s falln uch hintnruntr, nicht whr? Wr brucht übrhpt Konsonntn? ch ncht. Smt wnsch ch hnn nn schnn bnd.
    Bch: Rdhd Cmplt

    Gt Ncht.

    * * *
    Hilferuf: die 5 Geschwister a, e , i , o, u suchen eine Heimat.

    Gefällt 2 Personen

    • Auf Vokale kann man rein lesetechnisch zwar verzichten, ich sträube mich jedoch dagegen.
      Warum?
      Vokale drücken das Innenleben aus, Konsonanten hingegen das Verhältnis zur Aussenwelt. Vor die Entscheidung gestellt, würde ich eher auf die Konsonanten verzichten wollen.

      Im Sinne der Reduktion beschränke ich mich auf ein Medium. Die nehme ich dann so intensiv wahr, wie es mir nur möglich ist. Also ENTWEDER laufen ODER Musik hören ODER Lesen . . .

      Lindenberg schweigt nun

      Gefällt 1 Person

      • Mit den Vokalen gebe ich Ihnen recht, allerdings funktionierte das Modell besser mit den weggelassenen Vokalen, man kann noch komplette Wörter erkennen, im Zusammenhang mit dem Satz. Wenn auch der Vergleich etwas hinkt.
        Die Beschränkung auf ein Medium ist so eine Sache, in der Regel ja, allerdings mag ich gerade beim Laufen/Joggen die begleitende Musik, nicht immer aber oft. Es ist wie Tanzen, Bewegung zum Takt, auf die Nase die fallenden Regentropfen oder die brennende Sonne, mit den Augen die Farben der Jahreszeiten, die Wahrnehmung der Veränderung, ein Sinnesrausch ohne Drogen sozusagen.
        (Marillion / Live At The Hammersmith Odeon 18/4/83 / ‚… the drug song, he knows you know…‘ )

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        • Klar geht das eigentlich vorwärtslesend ausschliesslich mit Vokalen.
          Ihre angelegentliche Medienmischung ist mir als Reduktionist naturgegeben eher suspekt.
          Wobei – – – fallende Regentropfen bei Sonnenschein haben einen gewisssen Charme. (I know, you know)

          (Abwarten : am 23.2. wird das neue Album von John Mayall erscheinen. Ich hoffe, es wird nicht sein letztes sein. Der Mann geht ja nun auch schon seinem 85. Geburtstag entgegen)

          Gefällt 2 Personen

  6. Immer wieder schaue ich hier, ob der sagenhaft guten Literatur- und -so-Angaben!
    Worte zur Lebenskunst vernasche ich permanent – hier sind sie zu finden oder es wird auf solche hingewiesen.
    Gruß von einer, die beinahe schon zum Verb der schelmischen Philosophie geworden ist

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