Alle Jahre wieder : zu guter Letzt

Die letzten gesungenen Texte von Leonard Cohen : Thanks for the Dance (2019)….

Alle Jahre wieder. Wie in den Jahren zuvor. Der Jahresendbeitrag.
Meinen letztjährigen Text beschloss ich mit einem Zitat von Arthur Schopenhauer. Auch in dem nun vergehenden Jahr hat sich dieses Bonmot oft genug bestätigt.

Wohin man auch schaut, es scheint „die Barbarei kommt wieder, trotz Eisenbahnen, elektrischen Drähten und Luftballons.“ Viele Menschen ahnen, dass einschneidende Veränderungen in vielen Lebensbereichen unumgänglich sind und sein werden.  Aber „ein Haupthindernis der Fortschritte des Menschengeschlechts ist, daß die Leute nicht auf die hören, welche am gescheitesten, sondern auf die, welche am lautesten reden.“ Dabei gibt es kreative Ansätze zuhauf. Aber „ein neuer Gedanke wird zuerst verlacht, dann bekämpft, bis er nach längerer Zeit als selbstverständlich gilt.“
Der beste Sand im Getriebe unseres raffsüchtigen und lebensverachtenden Wirtschaftssystems ist die persönliche Reduktion. Da kann jeder Mensch das seine beitragen. Doch „wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“

Zudem befördert unsere Gesellschaftsordnung den ständigen Wettbewerb der Menschen gegeneinander. Der Brennstoff dafür sind Missgunst und Neid. „Der Neid der Menschen zeigt an, wie unglücklich sie selbst fühlen; ihre beständige Aufmerksamkeit auf fremdes Tun und Lassen, wie sie sich langweilen.“ Gedankenlos konsumieren schafft kein Lebensglück.
„Auch wird man einsehen, daß Dummköpfen und Narren gegenüber es nur einen Weg gibt, seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, daß man mit ihnen nicht redet.“ In diesem Sinne gilt auch, dass „vergeben und vergessen heißt, kostbare Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen.“

„Die größte aller Torheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für was es auch sei.“ „Gesundheit ist gewiß nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ Und lachen ist noch immer die beste Medizin. „Je mehr der Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen. Menschen, deren Lachen stets affektiert ist und gezwungen, sind intellektuell und moralisch von leichtem Gehalte.“
„Wenn man auch noch so alt wird, so fühlt man doch im Innern sich ganz und gar als denselben, der man war, als man jung, ja, als man ein Kind war: dieses, was unverändert, stets ganz dasselbe bleibt und nicht mitaltert, ist eben der Kern unseres Wesens, der nicht in der Zeit liegt und eben deshalb unzerstörbar ist.“

Trotz der vielen Hiobsbotschaften, die tagtäglich auf uns einprasseln, ist es ein Trost für den Geist und die Seele zu erkennen, „jeder Tag ist ein neues Leben, jedes Aufwachen und Aufstehen eine kleine Geburt, jeder frische Morgen ist eine kleine Jugend und jedes Zubettgehen und Einschlafen ein kleiner Tod.“ Man ist nicht bloss seines Glückes Schmied, sondern „jeder ist der heimliche Theaterdirektor seiner Träume.“

In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern, Lesern und Guggern, ganz gleich ob Ossi, Südi, Nordi oder Wessi ein lichtes 2020er Jahr mit erhellenden Einsichten und erfreulichen Aussichten.

Ich habe mir erlaubt, klare Gedanken und Erkenntnisse Arthur Schopenhauers mit meinen eigenen Worten zu verweben. Mit den Anführungszeichen habe ich diese verwendeten Textstellen gekennzeichnet.

36 Gedanken zu „Alle Jahre wieder : zu guter Letzt

  1. apropros „Und lachen ist noch immer die beste Medizin / mit erhellenden Einsichten und erfreulichen Aussichten“:
    Bevor wir uns krank ärgern, lachen wir uns doch lieber kaputt!
    In diesem Sinne allen Besuchern dieser erhellenden Seite, und insbesondere natürlich dem Urheber Herrn Ärmel, fröhliche Festivitäten und daß wir uns im nächsten Jahr die Bäuche vor Lachen haltend, wieder sehen!

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    • Lieber Herr von Rosen, ich danke Ihnen für Ihre guten Wünsche.
      Was das kommende Jahr betrifft, bin ich doch zuversichtlich. Vieles haben wir doch in unserer Hand. Und was da von aussen kommen wird, da nutzen wir unsere kreativen Möglichkeiten.

      Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit,
      Herr Ärmel

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  2. Applaus Applaus Applaus.
    Es gibt nichts weiter zu sagen.
    Außer vielleicht Danke für die viele Arbeit und ich habe gelernt: der Schopenhauer, der kann was, der gibt sogar was her – offensichtlich 😉
    Grüße auch an die werte Fähre und Alles Gute an den Ärmelkanal aus Wien !

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  3. Lieber Herr Ärmel, voll der ärmeligen schopenhauerischen Lebensmaximen wünsche ich Ihnen schon jetzt eine wundervolle Restadventszeit, ein genüßliches Weihnachtsfest, einen gutes Hineinkommen in das Jahr 2021 und freue mich auf’s Wiederlesen im nächsten Jahr.
    Mir würde etwas fehlen, wenn der Rohrspatz von der Mainspitze nicht mehr zwitschern, gicken,gixen,gigitzen, zwircken,girren,tschirpen,tschilpen,schirpen,schilpen,schimpfen,schelten,zetern,schilken,zirpen,schwatzen,schwirren, deddern* würde -:))), Karin

    * Sperlingsprache entnommen dem Bändchen Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er, Handwörterbuch der Vogellaute von Peter Krauss

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    • Liebe Frau Karin, herzlichen Dank für Ihren feinen Kommentar. Ja, die Zeiten sind prima derzeit, besonders mit Blck auf einige freie Tage und dem Zusammensein mit herznahen Menschen.

      Ich wünsche Ihnen gute Zeiten auch über das kommende Jahr hinaus 😉

      Schöne mainspitzige Grüsse,
      Herr Ärmel

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    • Lieber Herr Rink, schönen Dank für Ihre guten Wünsche. Ihr Kommentar lässt mich hoffen. Nicht alle Menschen haben dieses Jahr bereits abgehakt 😉

      Gesundheit – das ist der Joker jeder Lebensfreude. Die wünsche ich auch Ihnen. Und natürlich feine Motive.

      Schöne Grüsse,
      Herr Ärmel

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  4. Ha! Das Bild kenne ich, mal so und mal so rum, Sie sind ein Spielkind, Herr Ärmel, ein wenig? Ich schon. Erst die Tage bin ich über ein Zitat gestolpert, man sei der „Durchschnitt der 5 Menschen um einen herum“. Ja, das kennen wieder alle, nur ich nicht. Aber dann hab ich mal reschrschiehrt: Jim Rohn: Die 5-Personen-Regel ist der Ursprung. Die Frage sei nun gestellt, ist man auch der Durchschnitt der 5 Probleme um einen herum? Also Flüchtlinge, Diesel, Autobahnmaut, AKK, Schäferhund? Keine Ahnung. Aber hier wie da kann man daran arbeiten und Stück für Stück abstoßen, was nicht zu einem passt.
    Man könnte da noch weiter diskutieren, oder einfach Schoppi lesen.
    Naja. Ich will sie nicht zutexten, und wünsche einen guten Ausklang und dann einen guten Einklang, auch mit Ihnen selbst.
    Frohe Tage wünsche ich.

    (Radiohead – Hail to the Thief / 2003)

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    • Ein typischer Genauguggerkommentar 🙂

      Ihre Gedanken bezüglich der Fünfzahl nehme ich gerne auf. Sie wirken geradezu inspirierend. Mir fiel spontan der Fünfstern ein. Die Fünf als kosmische Zahl. Ihre Bedeutung in der Heileurhythmie. Und dann noch . . . Insofern haben Sie keine Zutextung zu befürchten.

      Ich wünsche Ihnen erfreuliche Zeiten in jeder Hinsicht,
      Herr Ärmel

      (Grand Funk Railroad – Bosnia / 1997)

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      • Danke Danke! Diese Fünfergeschichte hat mich echt beschäftigt. Würden sich alle Menschen danach richten, wäre eine Selektion der Fall, dass am Ende jede und jeder alleine wäre. Also sollte man sich im Praxisfall vielleicht nur den schwächsten Part ansehen und den ggf. aussortieren und passend ersetzen. Man kann das auch auf die Vewandtschaft anwenden, das wird dann spannend. Oder auf Blogs. Nur noch 5 Blogs? Oder auf Kameras, alle ab der 6. Kamera werden aussortiert. Na gut, nicht so schwierig….
        Die erfreulichen Zeiten dürfen noch die Runde zu Ihnen machen.
        Mit Freuden gelesen und Grüße gen Bembellandien.
        (Triosence . Turning Points . 2013)

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        • Ich bin notorisch kein Zahlenmystiker. Aber Platon mit seinem Monochord und die Sphärenharmonie Johannes Keplers. Mich beeindruckt, dass die Erde in G durchs All rotiert.

          Ich wünsche Ihnen harmonische Zeiten und sende herzliche Grüsse,
          Herr Ärmel

          (Daughter – Not to disappear / 2016)

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  5. Nun muss ich ja als EX Dortmunder und bekennender BVB Fan in der Diaspora auch meinen Senf, äh Meinung dazu geben : Sie sehr geehrter Herr Ärmel sind ja Dank der Aufklärung diverser netter Menschen hier im Blog nun auch im erlauchten Borussia Kreis…ach Mist, Wochenende verdorben , diese Gurkentruppe von Doppelmillionären…da hilft auch noch so viel Lachen nichts…dann kriegt man das Heulen …ja, wenn mein Namensvetter noch da wäre, oder wenigstens noch sein Schüler und Nachfolger…da sind die Aussichten fürs neue Jahr nun eher bescheiden und ihr Tipp mit dem Tagträumen …nun steht sogar ein Dosenklub an der Spitze…ne, da reicht der beste Traum nicht mehr, muss mir wohl ein neues Hobby suchen….aber davon mal abgesehen, Life musst go on…und wir mit ihm…da kann ein wenig Erhellung nicht schaden und darüberhinaus auch beste Gesundheit und ein wenig Glück bei den eigenen Unternehmungen…das möchte ich Ihnen auch fürs kommende Jahr wünschen , mit herzlichem Gruss aus HH von Jürgen

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    • Ich „… im erlauchten Borussiakreis…“?
      Lieber Herr Sehmann, Sie wollen mich doch hoffentlich nur foppen…
      Mir steht eine gewisse „launische Diva“ näher 🙂

      Mit Ihren abermals herzlichen Wünschen muss es ja was werden. Wobei das endende 2019er Jahr wahrscheinlich mein bisher glücklichstes Lebensjahr ist. Da geht keins drüber.
      Insofern habe ich eine Menge zu verteilen. Ich wünsche Ihnen prima Aufträge, bei denen Sie frei wählen können. Das rechnen Sie bitte meinen anderen Wünschen für Sie zu.

      Herzliche Sonntagsgrüsse aus dem südlichen Hessen,
      Herr Ärmel

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  6. Dem Herrn Fährenkapitän einen guten Übergang und morgen früh dann diese köstliche Sizilienorangenmarmelade irgendwo drauf gestreichelt…hmm, so soll`s werden.
    Eine kleine Reihe von Blogartikeln mit Musikbeilage ist eventuell schon in Planung?
    Grüße, drei Stunden vorm Getöse

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