Ohnehin geht die Sonne auf

Sehr beeindruckend war Iggy Pop – Free (2019) und die letzten gesungenen bzw. gesprochenen Worte von Leonard Cohen – Thanks for the Dance (2019)…

Es klingt fast wie ein Märchen. An drei Silvestern neu geboren. Als Jugendlicher wegen Übermüdung im Schnee eingeschlafen. Zum Glück rechtzeitig aufgefunden worden. Als Erwachsener zweimal ohne erkenntliche Gründe am Silvesterabend zusammengebrochen. Beim zweitenmal mit Herz- und Atemstillstand. Da sass glücklicherweise eine Ärztin neben mir.

Schaumweinen ziehe ich andere Getränke vor. Für Knall- und Krawallkörper verschwende ich kein Geld. Diner for one habe ich als junger Mann mehrmals gesehen. Das reicht für ein langes Menschenleben. Und gute Vorsätze für neue Jahr pflegen sich nach wenigen Tagen in Luft aufzulösen. Insofern…

Ich gehe gelassen auf Silvester zu. Die Beantwortung der letzten Weihnachtspost erledigen. Die Gelegenheit nutzen, um das „schönste Kaufhaus Deutschlands“ betreten zu dürfen. Längere Spaziergänge über Felder und durch Weinberge. In einem malerischen kleinen Städtchen die Führung durch ein Pfefferkuchenmuseum geniessen. Auf dem unauffälligen Friedhof stehen. Nachdenklich vor einem einzelnen Grab. Ein schlichtes Holzkreuz, darauf ein Helm der untergegangenen Wehrmacht. Auf dem Holzschild in der Kreuzesmitte die Aufschrift: Hier ruht ein 17 jähr. Kriegsmüder, in den letzten Tagen des Krieges erschossener Soldat.

Zweitausendneunzehn war in der Rückbesinnung mein glücklichstes Lebensjahr. Kein Tag verging ohne ein herzliches Lachen. Gesundheit ist, was ich dafür halte. Dankbarkeit trägt. Am frühen Abend ein kleines Essen. Wohltemperierte Musik dazu und intime Gespräche. Später ein Film aus dem Archiv. Um viertel vor zwölf Uhr den Weg bettwärts nehmen. Kein unerwünschter Lärm stört den frühen Schlaf.

Der Neujahrsmorgen begrüsst mit strahlend blauem Himmel. Ein lange Wanderung im Rheinhessischen auf den Spuren von Trulli. Wingerthäuschen, die teilweise mehrere hundert Jahre alt sind. Fotografieren in der klaren Luft. Eisiger Wind spielt um die Finger. Der Zugang zur Fleckenmauer ist verschlossen. Auf dem bemerkenswerten alten jüdischen Friedhof sind an manchen Gräbern die schwarzen geschliffenen Namensplatten durch stumpfe Gewalteinwirkung zersplittert.

Über die unterschiedlichen Nachrichten der dem Herz nahestehenden Menschen nachsinnen. Endlich wieder von Wilhelm gelesen. Elsa hüllt sich weiterhin in Schweigen. Freude einerseits schafft die nötige Gelassenheit andererseits.
Ich freue mich auf dieses erste Jahr des neuen Jahrzehnts. Es kann ein erfreuliches Jahr werden. Dennoch werde ich auf der Hut sein. Was würde ich mitnehmen auf der Flucht ostwärts vor der us-amerikanischen Aggression. Wenn schon an vielen Orten auf der Erde, warum dann nicht auch mal in Europa den Sheriff raushängen lassen.

Ich wünsche allen Besuchern, Lesern und Guggern einen winterlich beschaulichen Januar.

(Trulli zwischen Dalsheim und Kriegsfeld)

37 Gedanken zu „Ohnehin geht die Sonne auf

  1. Danke, Ihnen auch und danke für alles Lesenswerte in 2019. Darf ich fragen, was es mit diesem Rundhaus im Weinberg auf sich hat? Ich war schon in vielen Weinbergen, habe ein solches aber noch nie irgendwo entdeckt.

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  2. Boha, tolle Kathedrale! Was hat es mit dem leider leerstehenden „schönsten Kaufhaus Deutschlands“ auf sich? Es würde mich nicht wundern, daß es einige Irre gibt, die diese grandiose Jugendstil-Ikone mit einer Abrissbirne malträtieren wollen. Aber wenn sie schon die finstere DDR-Zeit überdauert hat, wird sie es au durch die heutige Finsternis schaffen… Herr Ärmel weiß sicher mehr!

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    • Ein fantastisches Gebäude. Ursprünglich von einer Co. gegründet, in den 1920ern von Karstadt übernommen, dann in der Deutschen Republik als Kaufhaus weitergeführt. Nach dem Aufkauf der DDR durch die BRD wiederum von Karstadt geführt. Trotz Gewinnen geschlossen. Danach waren einige Raffgriffel im Geschäft. Jetzt in den Händen (Raffgriffel?) eines millionenschweren Mediziners, der ein Edelkaufhaus daraus machen will (!?). Bauanträge seien gestellt. Denn die deutschen Vordnungen, verlagen barrierefreie Zugänge, Parkhäsuer. Und vielleicht eine Aussendämmung aus Styropor – mannomann
      Wenn Sie Grand Budapest Hotel gesehen, dann sollten Sie jetzt das Foyer dieses Hotels erkennen 😉

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  3. Auf diesem Wege, lieber Herr Ärmel, möchte ich Ihnen und Ihrer Liebsten ein glückliches, friedliches und gesundes neues Jahr wünschen.
    Mit Freude sehe ich, dass Sie im Rheinhessischen unterwegs waren. Auch ich war schon oft dort unterwegs, gerne mit der Kamera. Die Trulli waren natürlich ein Motiv, aber auch ein kleiner, versteckter jüdischer Friedhof.

    Freue mich auf eine „analoge“ Begegnung im Bembelland und grüße herzlichst noch aus dem nassen und kühlen Norden

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    • Liebe Frau Ribbe, kommenSe her, hier gibts köstlichen heissen Apfelwein, wohlgewürzt.

      Ich danke für Ihre Feingrüsse, welche ich ohne Zögern sogleich für Sie und Ihren Gatten retourniere.
      Eine Trullikarte, wie ich vernehme, befindet sich derzeit in der Herstellung 😉
      Kleine (versteckte) jüdische Friedhöfe gibt es einige in Rheinhessen.

      Auch wir freuen uns auf ein (baldiges?) Wiedersehen und senden herzliche Grüsse aus dem januarnebelgrauen Bembelland

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  4. Herz- und Atemstillstand, das ist ein Hammer. Wenn ich mir vorstelle, das wäre mir passiert – das rückblickend verarbeiten zu müssen, die Fragilität der eigenen Existenz so drastisch vor Augen geführt zu bekommen, da hätte ich schwer dran zu tun.

    Treffen kann es prinzipiell jeden, die Konsequenz ist wohl, nichts, was einem wichtig ist, aufzuschieben, „Carpe Diem“ eben.

    Ihnen ein frohes neues Jahr und beste Grüße aus dem Ruhrgebiet,
    Thomas Rink

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    • Iregendwas bleibt da zwar immer. Aber es ist wie den Zahnschmerzen. Erst wenns richtig weh tut, reagiert man vernünftig.
      Das memento mori wird einem bewusster und weckt einen öfter als einem vielleicht lieb ist.

      Auch Ihnen ein erfreuliches neues Jahr und eiserne Gesundheit (unser bestes Kapital!) aus dem südlichen Bembelland,
      Herr Ärmel

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  5. Sehr geehrter Herr Ärmel,
    da hat ja Silvester wahrlich eine ganz besondere Bedeutung für Sie ! Drücke fest die Daumen das nun Schluss mit Lebendsprüfungen dieser Art ist und wünsche Ihnen also zuerst beste Gesundheit für das neue Jahr 2020, alles weitere wird sich dann schon regeln lassen . Freue mich auf viele nachdenkliche Texte in Ihrem Blog, herzliche Grüsse vom stetig mitlesenden Fotografen aus Hamburg.

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    • Lieber Herr Sehmann, ich danke Ihnen für die guten Wünsche. Die haben wir uns gegenseitig ja schon einige Male ausgetauscht – das muss also was werden in diesem Jahr.

      Wir werden uns lesen auf unseren Blogs. Meine Beiträge werden Proben eines umfangreicheren Textes sein. Nachdenklich könnten die einen Leser oder eine Leserin schon machen.

      Aber jetzt: Machen Sie es gut und lassen Sie esich gut gehen.
      Herzliche Grüsse vom Ärmel aus dem Bembelland

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  6. Trulli musste ich erst mal gugeln und habe mich gefragt wie Du von Görlitz über Rheinhessen nach Apulien kommst und das in einem Satz *g* aber nachdem ich die Kommentare gelesen habe wurde es klarer.

    Dinner for one könnte ich immer noch gucken ohne abzuschalten, wenn ich überhaupt einschalten würde, bei dem Rest bin ich komplett bei Dir. Ich frage ich mich sowieso schon lange, wieso man einmal jährlich zigtausend besoffenen Idioten erlaubt mit Sprengstoff zu hantieren, aber bei ein paar Pyros im Stadion geht jedes Mal die Welt unter.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben jedenfalls ein frohes neues und noch sehr viele weitere glückliche Lebensjahre. Auf das uns der Himmel nicht auf den Kopf fallen und der Orange Utan nicht wiedergewählt werden möge.

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    • Als ich das Wort Trulli zum erstenmal in diesem Kontext hörte, fielen mir lediglich Birkel ein. 🙂 Deren Trulli liebte ich als Jugendlicher.
      In Apulien hat sich der Begriff natürlich erweitert.

      Auf dein schönes Beispiel bzw. auf die Frage nach Silvestersprengstoff und Pyros bin ich noch garnicht gekommen. Schönen Dank dafür.
      Und ebenso für die guten Wünsche.

      Der Himmel wird uns sicherlich nicht auf den Kopf fallen. Uns werden eher viele sonderbare Prozesse auf die Nerven fallen. In Mainz hat ein Einzelhändler alle Kassenbons, die Kunden nicht haben wollten vor seiner Theke fotografiert, um auf den anfallenden (Sonder-)Müll aufmerksam zu machen. Da wird uns noch manches ins Haus stehen.

      Auch wir wünschen Dir ein erfreuliches Leben in bemerkenswerten Zeiten. Lass dirs gut gehen.

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  7. Silvester bedeutet also für Sie eine Art Aufderweltbleiben, und siehe, es hat sich, allein schon wegen 2019, schwer gelohnt!
    Im Rheinhessischen wandern lohnt auch fast immer, und es müssen durchaus nicht die Hiwwelwege sein.
    Schöne Trübgraunieselsonstwaswettergrüße aus besagter Gegend

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    • Ach, was bedeuten schon die Silvesterübergänge… ich habe schliesslich meine Kindheit überlebt. Und manche mit einer ähnlichen Aufzucht haben anschliessend ihre Jugend nicht überlebt oder sind als Erwachsene aus der Bahn geraten.
      Insofern bin ich ganz zufrieden mit meinem Lebensweg.

      Stimmt, im Rheinhessischen gibt es viele schöne und lehrreiche Wege.

      Nachmittagsgruss von von der Aktensortierfähre

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  8. „Zweitausendneunzehn war in der Rückbesinnung mein glücklichstes Lebensjahr.“ Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass ich diesen Satz hier gelesen habe, aber er haftet an mir und ich freue mich zutiefst. Ihnen beiden ein wunderbares 2020!
    Herzliche Grüße aus der großen Stadt im Norden
    Christiane

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    • Wenn aus meiner Freude auch für Sie eine Freude wird, dann freut mich das wieder… Ist das nicht schön?
      Ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Kommentar und sende herzliche Grüsse und alles Beste für Sie im diesem Jahr,
      Herr Ärmel

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  9. Mein liebwerter, fern wie nah geschätzter Verärmeltster,

    dieses Kaufhaus, es weckt Flanierbegierde. An Ihrem Arm die sanft geschwungenen Treppen erklimmen, die Etagen erkunden und staunend den Kopf nackwärts zu biegen um diese zartpulsierenden Oberlichter gebührend zu pupillieren ~~~~ ach und hach! Seidene Tücher durch die Zarthände gleiten lassen, vielleicht eines erwählen… mitternachtsschimmernd, tageslichtstrahlend oder gar sonnenscheinflirrend?! Sie machen mich träumend, Verehrtester, doch muss es ein Tagtraum seyn, so deutlich sehe ich diese Szenerie ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Auch andere subkutane Leinwände füllen Sie mir bloß mit Ihren Worten. Das Grab eines jungen Burschen, anwellender Schmerz ficht mich an. Millionen Tränen jeden Tag werden wohl umsonst geweint. Wir wollen sie nicht mehren, wollen nicht den falschen Anteil haben am Kummer dieser Welt. Am eigenen Platze für Frieden sorgen, vor der Schwelle kehren, die jeden Tag unsere Füße trägt und natürlich das Herz nicht verschließen. Wahr-Nehmen. Gesplitterte Namensschilder zum Beispiel.

    Mein lieber Herr Ärmel, ich wünsche Ihnen von nun an jedes Jahr ein glücklichstes Ihrer Zeit. Möge immer ein Trullo Ihnen freundlich strahlend eine Notherberge anzeigen, mögen Sie weiter Märchenwunder erleben und möge das Leuchten der Sonne jeden Tag Ihr Herz brustinnig erwärmen. Und nicht zu vergessen: Gute Notentöne ohrwärts!

    Von Herzen grüßt Ihre Frau Knobloch,
    nicht nur freudiggelassen zugeneigt, sondern auch kringeligmurmelig.

    PS: Alle meine guten Wünsche auch an jene, die hier mitlesen. Abstand bedeutet nicht unbedingt weniger Nähe, ist manchmal jedoch unabdingbar.
    Alles Liebe für die Silbersilbenschmiedinnen und Wertvollwortwerker, die hier ihre Spuren hinterlegen. Es sind gut lesbare ~~~~~~~~~~~~

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    • Ground Control to Majoresse Knobloch –..–..– ~~~~~

      Meine höchstwertgeschätzte Nahwiefernfreundin, ich – – – äähh, Ihr Allerfeinstkommentar . . ähhmm . . ja doch ?? – – –

      „Nicht eng und beschränkt ist ihre Erscheinung, sondern ausgezeichnet und voller Abwechslung. Sie schweifen frei umher und lassen sich nicht gerne einpferchen..“ So jedenfalls sprach Seneca über Kometen . . .

      Wie bin ich jetzt ausgerechnet darauf gekommen, ohne etwas auszurechnen ? ?

      Ach Sie wundervolle Verwirrerin, Sie. Und doch will es einen Sinn ergeben. Streifen Sie doch hin und wieder und überhaupt selten genug meine Blogosphäre. Sind sichtbar mit nachhaltigem Schein und verglimmen in den Tiefen des Raumes wieder. Und seit geraumer Zeit, so scheint es mir, entfernen sich unsere Umeinanderlaufbahnen im Blogorbit. Zumindest empfange ich keine Sendezeichen mehr von Ihrer famosen Blogstation…

      Ground control to Majoresse Knobloch !

      Meine höchstwertgeschätzte Frau Knobloch, auch ich wünsche Ihnen von nun an jedes Jahr ein glücklichstes Ihrer Zeit.
      Und sollten Sie es dennoch einrichten wollen, dann lade ich Sie zu extraordinären Trullisuchexpeditionen ein. (Wenn das nun keine Verführung darstellt.
      Also reissen Sie Ihr instellares Raumkostüm von sich, lupfen Sie Ihren Astronautinnenhelm und gleiten umgehend hier vorbei. Alsdann ergreifen wir unsere Spazierstöcke und nix wie ab…

      Ich sende Ihnen wahrhaft herzinnigste Grüsse von der Bodenstation und verbleibe als,
      Ihr Her Ärmel (auch in Milchstrassen jedweder Art umwerfend zugeneigt)

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      • ~~~~~~~~~~ „…die Düsen gehen an, die Flügel fahren aus, durch das kleine Gitterfenster schießt sie in den Himmel raus. Und sie fliegt – hu, hu, sie fliegt, hu, hu – ja, sie fliegt, hu, hu. Und sie denkt an die Sekunden nach den Erdkundestunden – da hatte sie schon dieselbe Methode .Als Globus heimlich rollte und sie flog, wohin sie wollte – so klein ist Blankerode…“~~~~~~~~~~~~////////*********

        Mein groundcontroliger Freund, Sie lassen ja vielleicht Erinnerungsraketen steigen! Sehen mich als Kometenknoblerine im Orbit umhersausen und ich höre sofort Pankow tönen: „… also macht sie sich ran, zieht ihren Kosmosanzug an – der ist grün und raschelt so schön…“ Und mit dieser Musik steigen sofort Sehnsuchtsschwaden auf. Dieses Gefühl der Enge in längst vergangenen Zeiten, unbeantwortete Fragen und viel zu viel Hunger auf Leben neben Schule, Drill und Diktaten. Die Ahnung, dass es weitergeht, da hinter bestacheldrahteten Horizonten…

        Ach, mein liebwerter Fernnahfreund, ich schweife so gern. Ab und umher. Gerade jetzt schwiffte ich am liebsten unter azulnen Himmeln an Ihrem Starkarm durch ruhende Weinberge. Wir könnten fachsimpeln über Sonnenstände, ausbrechende Weiten und Weißabgleiche bei Trulliablichterey ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

        Ich sende Ihnen allerfeinste Galaxiengrüße und verbleibe herzklopfnah als Ihre Trabantenkäthe,
        auch raumanzugraschelnd und schwerelos schwebend immens zugeneigt, orbitanttös kwasi.

        >>> Textauszüge: Pankow- Die wundersame Geschichte von Gabi (1983) <<<

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        • Meine höchstwertgeschätzte Frau Knobloch, . . . Pankow??? (fast hätte ich Sie falsch angesprochen, so á la komm, Kätheken, komm). Zum Glück habs ich das ja rechtzeitig noch bemerkt.
          Wahrscheinlich wegen Ihrer verfoppenden Umleitung :“also macht sie sich ran, zieht ihren Kosmosanzug an“ – Ich hingegen lud Sie ein, Ihren feinstgewebten Raumauszug abzulegen zwecks freierer und ungezwungener Bewegung. Auf dem raumgreifenden Strampelzweirad beispielsweise zur Überquerung mehrerer Brücken; mindestens Stücker sieben auf einem Ritt.

          Jedoch zurück zur Sache.
          Wie wärs mit einem Ausflug in den hiesigen Landschaften. Hier gibts Feldwaldwiesen und Weinberge. Manche in der Tat verziehrt mit Trulli. Liebliche Dorfschaften mit heimeligen Kneipen. Oder darfs etwa auch leichtes Hügelgelände sein? Aber „bestacheldrahtete Horizonte“ gibts allenfalls rund um die Einrichtungen und Installationen der us-amerikanischen Besatzungstruppen und Welteroberungsscheriffs. Das soll nicht verschwiegen sein.

          Das Wochenende kommt mir entgegen, Feinpläne wollen und sollen verwirklicht werden.
          In diesem Sinne verabschiede ich mich von Ihnen, meine liebe Fernundnahfreundin, und sende Ihnen meine handgetippten allerfeinstherzlichen Grüsse, Ihr Herr Ärmel (ob im Raumschiff, auf dem Radl oder zu Fuss immerzu gleichermassen zugeneigt)

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          • Oh, mein liebwerter Verärmeltster,

            mich deucht bei Ihren wohlgesetzten Buchstaben raschelsamted mein Raumanzug ganz ohne händisches Zutun herunter. Meinen Helm habe ich Ihnen ohnehin schon längst vor den feinstbestiefelten Füßen abgelegt. Nun stehe ich bloß und blank da~~~~ und soll nun nackend radeln? Über sieben Brücken sogar? Uik, beziehungsweise: siebenfachuik!!!!!!!

            Trullibetrefflich hingegen bin ich ganz bei Ihnen. Nußbaumtrullo, Silberbergtrullo, Heckentrullo, Weidentrullo, Geistermühlentrullo, Plattformtrullo, Kuppeldachtrullo, Goldbergtrullo, Zypressentrullo…~~~~~~~~~~~~///////// wo kann ich Sie denn finden, mein Raumschiffradelfussfreund?

            Schalk-nackende Grüße mitten aus dem Wochenende und voller Erwartung kommender Feinstverplanung verbleibe ich als die Ihre Frau Knobloch, nach Diktat nicht verreist, sondern verbleibt. Und natürlich ungehemmt zugeneigt. (Kommkäthekenkommkoma inklusive…)

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  10. Tja, nach Silvester ist vor Silvester, um mal einen schlauen Spruch in die illustre Runde zu werfen. Ihre einleitenden Sätze haben mich zum eigenen Rückblick veranlasst, wie und wann man schon mal zwischen Sein und Nicht-Sein vorbeigeschrammelt ist. So etwas verändert den Blick, sicherlich auch mit Karenzzeit, bis die Wirkung startet.
    Das Kaufhaus, große Klasse. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stellt sich mir die Frage, wie wurde das seinerzeit beurteilt, ein Mahnmal für den Konsum. Werden unsere heutigen EinkaufsMalls in 100 Jahren auch bewundert? Ja, da kommen mir dann auch die alten Kirchen in den Sinn. Irgendwelche schwachen Schultern lagern eben immer im Untergrund, im Schlamm, im Wühlmaushorizont, damit nichts versinkt.
    Aber klar, ich wäre begeistert und wenn ich mal in diese Ecke komme, lass ich mir das nicht entgegen, wenn man noch reinkommt.
    Zur Sanierung/Umnutzung gehe ich heutzutage davon aus, dass denkmalgeschütze oder schützenswerte Bauten auch erhalten bleiben sollen, in Ihrer Grundsubstanz. Da hätte ich jetzt nicht so ein schlechtes Gefühl, denn wenn man nichts tut, wird es dem zufälligen Verfall überlassen und wie ein Ersatz aussieht, nun ja. Andererseits: vielleicht bloggt ein Herr Ärmel des 22. Jahrhunderts mal über ein Ersatzkaufhaus von 2020, das einen Besuch wert sein könnte 😉
    2019? Ein tolles Jahr, für mich auch, die Silvesterparty, schlicht großartig, befreit getanzt mit Freunden. Keine Silvesterroutine hier, mal so, mal so. Ob man ein Jahr als das glücklichste bezeichnen kann? Ich habe – für mich – darüber nachgedacht. Bislang ergebnislos. Aber ich denke, ich weiß, wie sie es meinen.
    Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen ein herzenstolles 2020, das nicht weniger glücklich wird. (Aber auch nicht mehr, denn sonst wäre 2019 ja nur noch auf dem 2. Platz und das käme einer Degradierung eines großartigen Jahres gleich 😉 )
    Und weiter geht’s!

    (Michael Kiwanuka – Kiwanuka / 2019)

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    • Vor hundert Jahren waren Kaufhäuser Tempel eines vielfältigen, häufig noch unbekannten Angebots.
      Grundsätzlich neige ich zu der Ansicht, dass Menschen das bauen, woran sie glauben. Vor Zeiten himmelgreifende Kathedralen, vor hundert Jahren kühne Eisenbanhstrecken und opulente Kaufhäuser. Na und heute Autostrassen und -bahnen.

      Was unsere Nachfahren dereits finden werden? Keine Ahnung. Von mir hoffentlich so wenig Müll wie mir möglich ist.
      Ansonsten stelle ich mir das so vor: https://www.youtube.com/watch?v=3Z2vU8M6CYI

      Ich dachte über Ihren Vergleich bzw. Ihre Wertung hinsichtlich des glücklichsten Jahres nach. Mein Ergebnis. Es kann doch ohne jeglichen Wettbewerb jedes Jahr ein glücklichstes Jahr sein, frei von Vergleichen; nur aus der eigenen Wahrnehmung. Oder sollte ich da etwa falsch liegen?

      Auch Ihnen wünsche ich an dieser Stelle ein feines 2020er Jahr.

      (David Jackson – Tonewall stands / 1992)

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  11. Lieber Herr Ärmel,
    obwohl ich Followerin bin, zeigt mir mein Reader NIE Ihre neuen Beiträge an und erst wenn ich ein Like von Ihnen bei mir entdecke, gehe ich auf die Suche, ob es etwas Neues von Ihnen gibt – so endlich auch heute geschehen.
    Sie so sanftärmelig, so glücksärmelig zu lesen, macht Freude und vor allem mein so sehr geliebtes knobloch-ärmeliges Geplänkel zu finden, Sonnenstrahlen in dieses Dauergeplätscher. Ich vermisse das sehr, respektiere aber die Abstinenz von Frau Käthe, zum Glück kann ich noch nach wie vor in ihrem Blog lesen, wenn ich Entzugserscheinungen habe.
    Möge das Jahr 2020 – ich liebe diese Zahlenkombination – Ihnen weiterhin mit Sonne im Herzen gewogen sein und falls Sie Ihr Weg einmal in meine Gefilde führt, sind Sie begleitungsuntergehaktärmelig willkommen.
    Meine sommerlichen Besuche im Rheingau sind gebucht und führen mich zum ersten Mal auf Ihre Rheinseite:
    https://www.rheingau-musik-festival.de/veranstaltung/lisa-batiashvili-friends/
    Für heute sendet Ihnen die herzlichsten Grüße mit allen guten Wünschen
    Karin vom Dach in Hanau

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    • Ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Kommentar.
      Was die Followerei betrifft ist WP ziemlich seltsam. Man muss offensichtlich von Zeit zu Zeit neu followen, wenn man keine neuen Nachrichten von einem Blog erhält. Ist mir mit zwei Blogs auch gerade wieder so ergangen.

      Was nun meinen Standort betrifft, darf ich Sie in aller Höflichkeit ein wenig korrigieren, liebe Frau Karin. Die Mainspitze befindet sich auf dem rechtsrheinischen, dem richtigen Ufer des grossen Rheinstroms. Wohingegen der deutsche Rotweinweinort Ingelheim sich auf der linksrheinischen, der rheinhessischen Seite des grossen Rheinstroms befindet.
      Angelegentlich einer Reise bzw. eines Besuchs in Ingelheim empfehle ich gerne die beiden letzten Alleinlagen Ingelheimer Pares und Ingelheimer Horn. Beides sind ganz vorzügliche samtrote Tropfen.

      Und zu der von mir höchstwertgeschätzten Frau Knobloch – was soll ich dazu nun sagen? Sie kennen meine diesbezüglichen Schreibermunterungen, allein ihr Blog ruht und sie schweigt.

      Ihre Einladung nehme ich natürlich mit einer geziemenden Verboygung entgegen und grüsse herzlich aus der Mainspitze, Ihr Herr Ärmel

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