Dienstags abseits der Krise

Musik: Im Wechsel spielen auf: The Police und Madrugada….
Lektüre: Die Formulare für die schnelle Finanzhilfe gegen Liquiditätsengpässe. Lob wo Lob angebracht ist: Klasse gemacht hier in Hessen.
Essen: Hausgemachte Tomatensauce mit frischem Oregano aus dem Garten, Nudeln, das ganze mit Mozarella verschmelzen lassen. Und dazu wieder ein Stralsunder Bier: Störtebecker Übersee-Pils. Prima, dass die Brauerei Kisten ins Haus schickt.
Arbeit:  Controlling und Supervision sozusagen – die Handwerker sind im Haus.
Film: Die Hochzeitskuh. CH/D 1998. In der Mediathek artfilm.ch. Mit schönem Dank an Herrn Hotfox für den Hinweis auf die artfilm.ch Seite. Wer Musik liebt, dem wird auch seine eigene Seite Freude bereiten.

Der hessische Finanzminister wurde hier in der Nähe an der ICE-Bahnstrecke tot aufgefunden. Die Bürde des Amtes in diesen Zeiten. So redete der hessische Ministerpräsident. Ein Nachfolger muss schnell gefunden werden. Kein Wunder, in dieser finanziell schwierigen Situation. Da werden manche mit den Hufen scharren. Politikerleben halt.
Falls der tote Finanzminister sich tatsächlich vor einen Zug geworfen haben sollte, vermisse ich einen mitfühlenden Hinweis auf den Lokomotivführer, der nun für den Rest seines Lebens mit diesem Schock leben muss. Ich finde es ekelhaft, dass Selbstmörder nicht einmal angesichts ihres von eigener Hand initiierten Todes daran denken, welchen Anblick sie den Findern bieten werden.
Ich werde mit zunehmendem Alter dünnhäutiger.

Themenwechsel.

Merkwürdige Verwüstungen im Garten. Der kleine Borretschbusch war heute morgen zerranscht. Zuvor zog sich eine schmale Trampelschneise durch den feinen Teppich der Campanulas. Schon im vorigen Jahr traf es die frisch gepflanzten Skimmien. Wenn man im Internet recherchiert mutet es fast unglaublich an, welche Ursachen für derartige Zerstörungen zu finden sind.
Endlich schliessen wir uns der nachvollziehbaren Meinung an, es könnte sich um einen Marder handeln. Ich suche nach Marderfallen. Die Modellvielfalt ist überwältigend. Aber wie fängt  man den „Dieb der Nacht“ (so eine Werbung)? Marder sind bekanntlich intelligent. Ausser Fressködern werden Lockstoffe empfohlen. Der flüssige Lockstoff „Marder Brunz“ enthält unter anderem echten Marderurin. Wollen wir das? Und unsere Schnecken? Die Gartenkomplizin winkt lächelnd ab. „Wir legen einige in Diesel getränkte Lappen aus. Das hilft bekanntlich auch.“

„Das ist ein Naturgarten. Du bist ein Teil davon. Also musst du auch teilen.“

Dagegen ist nichts zu sagen. Wir Menschen greifen dauernd in die Natur ein und bringen die natürlichen Rhythmen durcheinander. Der Lebensprozess der Natur besteht jedoch nicht in Gleichgewichten, sondern in dauernder Veränderung. Die dient der vielfältigen Optimierung. Ihre Gesetze sind Wachstum und Vergänglichkeit. Aber was ist das Wissen der Menschen? Es steht ausserhalb der Natur und hängt mittlerweile dem Irrglauben an ein stetiges Wachstum an. Dem wird die Natur geopfert. Und wir Menschen als Teil der Natur opfern uns mehr oder weniger, früher oder später mit.

Ich werde heute doch keine Flasche Diesel kaufen. Mal sehen, wie der Garten morgen früh aussehen wird. Diesel könnte die Schnecken erschrecken. Es sind nur wenige, die nicht vom Igel verspeist worden sind.

Die meisten von uns wissen doch auch nicht Bescheid in Sachen Corona. Die meisten geben fremde Informationen aus den Medien weiter, an die sie gerne glauben wollen. Mit Wissen hat das nichts zu tun. Und die Dummschwätzer sind auf dem Vormarsch.
Gerade heute hörte ich, dass die ganze Krise eigentlich für das nächste Jahr geplant gewesen sei. Bedauerlicherweise jedoch sei dem beteiligten Labor ein Fehler unterlaufen, sodass die Plage schon jetzt über uns gekommen sei. Die Person, die dies glaubt, ist mir seit Jahren als absolut bodenständig bekannt.

 

Ich wünsche allen Besuchern und Lesern einen klaren Kopf. Machen Sie was konstruktives aus Ihren Freiheiten. Fragen stellen hilft mehr als Informationen zu verbreiten, die niemandem dienen.

 

 

 

13 Gedanken zu „Dienstags abseits der Krise

  1. Apropos Marder: da habe ich im Jahre 2006 dem Mann meiner besten Freundin mal dieses Gedicht zu seinen Marderproblemen gewidmet:

    Ein Marder nagt so Stück um Stück
    vom neuen Kabel, doch zum Glück
    hat er genug noch drangelassen,
    so dass das Hänschen ganz gelassen
    zur Werkstatt ist dann hingerollt,
    hat dort gesagt, macht was ihr wollt,
    nur gebt mir Ratschläge für das Vieh,
    die riefen sofort, da hilft nur Pipi,
    damit der Marder denkt sodann,
    Ohweh hier gibt’s ja schon ’nen Mann.
    Hänschen steht jetzt in Marderabwehrhaltung
    vor dem Auto in Richtung Schaltung,
    markiert den Motorraum auf Marder komm raus,
    hält dringend nach diesem Ausschau aus,
    damit der, wenn er noch drinnen, nicht etwa dreist,
    ihm die edelsten Teile abbeißt.

    Vielleicht hilft’s auch im Garten -:)))

    Sonnengruß vom Dach, Karin – immer noch virenresistent

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  2. https://karu02.wordpress.com/2016/06/07/marder-am-morgen/
    https://karu02.wordpress.com/2017/12/05/tatort-bach/
    Entweder Sie geben den Elstern entsprechende Anweisungen oder Sie leihen sich meine Nutria aus, die können 5 Minuten unter Wasser bleiben, was der Marder nicht kann. Das Ergebnis habe ich dokumentiert.
    Normalerweise trampelt er nicht so rücksichtslos herum, ist eher bemüht, keine Spuren zu hinterlassen. Ich sehe immer nur an seinem Kot, dass er da war und an der Aufregung des Katers. Den mag der Marder auch nicht.

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  3. Der ex-Torhüter von Hannover 96 Robert Enke, der sich auch vor einen Zug geschmissen hatte, wird immer noch verehrt! Der Zugführer, der den Herrn Enke fing, wurde total vergessen und muß seitdem mit diesen Horror-Bildern leben. Was sagt es über denjenigen aus, wenn der beschlossen hat zu sterben und andere einfach mal mitnehmen will?

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  4. Es sind zwei pro Tag auf Deutschlands Schienen.
    Ab und an einmal liest man auch von den Lokführern (ohne c und bitte nicht Zugführer – der Zugführer pfeift, der Lokführer fährt!), die das Elend kommen sehen und nicht verhindern können, weil so ein Zug aus 120km/h einen Bremsweg von einem halben Kilometer hat. Aber nur selten liest man das. Manche Lokführer haben schon mehrfach Menschen im Gleis gehabt und steigen trotzdem jeden Tag wieder auf die Lok. Andere werden die Bilder ihr ganzes Leben nicht los und sind dann berufsunfähig.
    Dazu kommen noch die anderen. Polizisten, Feuerwehrleute, Bestatter. Die werden davon auch traumatisiert. Ganz deutlich gesagt (nur weiterlesen, wer einen starken Magen hat):
    wer Tabletten nimmt, sieht hinterher oft halbwegs friedlich aus. Wer schnelle Gifte nimmt, nicht mehr – aber ist noch ganz. Wer den Strick nimmt, ist unschön, aber ganz. Ziemlich fies ist Selbstmord mit der Schußwaffe, ich hatte die zweifelhafte Freude, eine Beerdigung durchzuführen, da ist kein Abschied am offenen Sarg mehr möglich. Aber der Zusammenprall mit einer Lok zerlegt den menschlichen Körper in furchtbar viele Einzelteile, die auch allesamt eingesammelt werden müssen, bevor der Zug und auch die Strecke wieder in Betrieb genommen werden können. Deshalb dauert das immer so lange, wenn wegen „Mensch im Gleis“ die Strecke gesperrt ist. Und trotz allen Suchens ist es auch schon vorgekommen, daß ein Zug in den Bahnhof eingelaufen ist und irgendwo hing noch ein menschlicher Körperteil.

    Trotzdem möchte ich für mildernde Umstände eintreten. Eine Selbsttötung führt man nicht aus Jux und Dollerei durch. Dahinter steht unermeßliches Leiden, aus dem man keinen anderen Ausweg mehr sieht. Und wer sich vor den Zug stellt oder legt, muß derart leiden, daß er wirklich nicht im letzten Moment noch einen Rückzieher machen können will. Eine Waffe kann man immer noch weglegen, bei Medikamentenüberdosierung kann man die Rettung rufen – aber wenn die Lok auf einen zufährt, ist man sicher, den nächsten Tag nicht mehr zu erleben.
    Ich verurteile da niemanden, auch wenn es ihm nicht mehr wehtun kann, er ist ja tot. Ich möchte nur dazu dringend anregen, aufmerksam zu sein, wenn ein Zeitgenosse auf einmal anders wird. Verschlossener, trauriger. Arbeitsamer. Vielleicht auch genau das Gegenteil – wie die Clowns, die bekanntlich lachen, um nicht zu weinen. Aufmerksam zu sein, und auch mal nachzufragen: es ist seelisches Leiden, das in die Selbsttötung treibt, und je früher es erkannt und behandelt wird, um so eher kann man dem Menschen wieder Freude am Leben schenken.

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    • Herr Wolfram, ich danke Ihnen für Ihren ebenso aufschlussreichen wie anregenden Kommentar.
      Ich kann nicht ermessen, wie jemandem zumute ist, der meint, Hand an sich legen zu müssen. Ich will auch nicht urteilen. Mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass die betroffenen Lokführer kaum gewürdigt werden im Gegensatz zu den Selbstmördern. Die Lokführer, die schlicht keine Chance haben (Bremsweg!) das auf sie zukommende Unglück zu verhindern.

      Und Ihre letzten Sätze, aufmerksam zu sein und stetig aufmerksamer zu werden falls Menschen im näheren Umkreis sich in ihrem Wesen verändern, diese klugen Sätze unterschreibe ich.

      Ich wünsche Ihnen ein erfreuliches Wochenende und bleiben Sie gesund.

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      • Guten Abend, Herr Ärmel!
        Bitte, ich bin kein Herr, einfach Wolfram. Mir war auch deutlich, daß Sie selbst das Urteil nicht aussprechen, wohl aber war es in den Kommentaren zu lesen.
        Und ja, ich bin voll und ganz Ihrer Meinung, von den Lokführern wird in der Regel nicht gesprochen. Da liest man höchstens in der Fachpresse oder ganz ausnahmsweise mal in einer Spiegel-Reportage ein paar Zeilen.

        Der Lokführer, der heute in Südbaden ums Leben kam, weil eine Brücke nicht mehr brückte, sondern seine Strecke blockierte, konnte übrigens auch nicht rechtzeitig bremsen. Auch ihm und seiner Familie gilt mein Mitgefühl.

        Ihnen ebenfalls ein gutes Wochenende, bleiben Sie gesund – und wenn ich mal wieder in der Gegend bin, vielleicht darf ich mich melden.

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