Mittwochs an der Krise vorbei

Musik: Hier knacken und knistern alte 78er Platten. Ein Riesenarchiv ist online zum stöbern und hören.
Lektüre: Beiträge in verschiedenen Blogs und die dazugehörigen Kommentare.
Essen & Trinken: Seit Wochen keine Süssigkeiten.
Arbeit: Die Handwerker im Haus – no comment.
Film: In der Mediathek des MDR (mdr.de) gibts jedes Menge schöne Filme und interessante Dokus aus späten DDR Produktionen.

Ich werde gefragt, warum ich derzeit fast täglich einen Beitrag in meinem Blog veröffentliche.
„Du hast doch selbst gesagt wegen Deiner Reduktion und so. Schreibst dann kaum noch und jetzt gehts da ab wie die Luzi.“
„Ich richte mich nach Notwendigkeiten. Und die erfordern es, jetzt ein Gegengewicht zu setzen gegen die mediale Verdummungs- und Angstverbreitungsmaschinerie.“
Menschen sollte man Mut machen und Chancen und Wege aufzeigen. Jeder sollte nach seinen Möglichkeiten seinen individuellen Lebensweg finden und gehen.
Zu viele Interessen wollen uns zu einer hirnlosen Herde zusammentreiben. Nicht denken, sondern konsumieren. Verunsichern und Angst machen, das fördert den Konsum. So in etwa ist ihre dumme Dauerdevise.

Die regionale Mainzer Allgemeine Zeitung titelt heute Morgen: „Sterberate wird steigen – Derzeit überleben 0,8 Prozent der nachweislich Infizierten Covid-19 nicht.“
Wie mag es in dem Hirn des verantwortlichen Menschen zugehen, der so etwas schreibt anstatt, „Sterberate fast konstant – Derzeit überleben 99,2 Prozent der nachweislich Infizierten Covid-19.“

Der Schreibknecht hat sich rechts und links eine ordentliche Maulschelle redlich verdient. Ich lese noch zwei, drei weitere Titel und keinesfalls die Berichte – da fällt einem frühmorgens schon der Mageninhalt aus dem Gesicht. Das Panikblatt erscheint im mit anderen Blättern ähnlichen dumpfen Inhalts im VRM. Ich vermute, das bedeutet Völlig runtergekommene Miesmedien. Ich gebe dem Nachbarn seinen Papiermüll mit einem Kopfschütteln zurück.

Ich habe gut geschlafen heute Nacht. An Träume kann ich micht erinnern. Allenfalls nebulöse Fetzen und unscharfe Bilder  sind hängengeblieben. Ausdrücke und Namen schwirren im Gedächtnis.
Oder haben Sie mal was von Fridays for Future gehört? Arbeitslosenzahlen – was will mir das sagen? Eine Landschaft, vielleicht ein Sumpf und darin eine Menge Menschen, davor so eine Art Zaun mit einem Bettuch dran; darauf Buchstaben gemalt: Mirantn oder so. Irgendein Mensch, wahrscheinlich eine junge Frau nannte sich Greta. Die hielt ein Mikrophon in der Hand. Das wollte ihr eine Art Strohpuppe entreissen. Es gelang schliesslich und der Strohkopf schrie ganz hysterisch Brexitbrexitbrexit. Was immer das bedeuten mag. Ein anderes Wort war sowas von sonderbar, das habe ich behalten und gleich nach dem Aufwachen notiert: Bundeswehrberaterskandale. Anderes mehr ist in Waberschwaden entschwunden.

Nicht, dass Sie jetzt denken. Ich weiss auch nicht, woher solche Sachen kommen. Oder haben Sie schon mal solche Bilder gesehen oder solche Worte gehört?
Untersuchen lasse ich mich natürlich nicht. Ich fühle mich ganz wohl in Gesellschaft der 99.8 Prozent meiner hiesigen Mitmenschen.

Ich wünschen Ihnen einen erfreulichen Tag und dass Sie die Kraft haben dem Irrsinn zu widerstehen. Auch Sie zählen wahrscheinlich zu den 99.2 Prozent. Wir wissen nichts. Die meisten von uns sind keine Mediziner. Und keine strippenziehenden Politiker. Und keine miesen Geschäftemacher, die diese Situation für ihre Raffgier ausnutzen. Bleiben Sie Mensch. Es gibt viele von uns.

 

14 Gedanken zu „Mittwochs an der Krise vorbei

  1. Sehr geehrter Herr Ärmel,
    Musik, ja, sogar eine krachende 78er, Carmen mit Leo Slezak und Hermi Kittel, letzter Akt, höre ich nun, während ich dies schreibe und verleibe die Gute im Hintergrund gleichzeitig dem digitalsten meiner Medien ein, nämlich einer SDD-Festplatte, welche den Namen ja nun wirklich verdient als reiner Feststoffkörper, wo sich nix mehr im Kreis dreht außer Strom – angeblich … nicht daß Sie etwa dächten, ich besäße keine 78er selbst, da lägen Sie nämlich falsch – Auf einem Persischen Markt of His Master’s Voice nenne ich nämlich mein eigen – Immerhin … ;-! (ich finde sie allerdings momentan nicht :-()

    Falls ich Sie auf einen mittwöchigen Substraktionsfehler hinwiese wäre dies zwar nicht falsch, jedoch gleichermaßen unwichtig – denn es geht doch um die uns verarschende Journaille und damit liegen Sie unbestreitbar goldrichtig, wie auch ihr Pendant in Ösien, Herr noemix -> https://noemix.wordpress.com/ dies für seine Pflicht hält, aufzuzeigen, ganz allgemein. Die Gnade, in einem gewissen Alter nicht verblödet und/oder korrupt geworden zu sein, ist recht dünn gesät, wie mir scheinen mag.

    Also träumen Sie bitte auch fürderhin vor Sie hin, was sonst könnte man noch tun, außer Bücher zu lesen ? Denn um zu Segeln ist es noch ein wenig kalt.

    Ich wünsche Ihnen einen Schönen Tag – nach sternklarer Nacht und 5 Kältegraden am Morgen erfreut uns hier momentan die Sonne.

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    • Oh, das ist schön, dass Sie noch 78er Scheiben Ihr eigen nennen können.

      Ich danke Ihnen für den Hinweis auf die noemix Seite, die ich mir baldigst genauer anschauen werde. Ein erster Klick hat mich neugierig gemacht.

      Ich wünsche Ihnen eine erquickliche Nacht und sende Grüsse in den Süden,
      Herr Ärmel

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        • Aber gerne – durch den famosen Beitrag des Thomas Rink hat er sich im Nachhinein als beinahe richtig herausgestellt und ich hoffe meinerseits, daß Sie auch nicht nachtragend sein werden, weil ich mich in diesem Punkt nicht gebührlich dankbar für den Link zu den 78ern geäußert habe – das Angebot ebendort ist wahrlich ‚tremendiös‘ – selbst wenn es dieses Wort im Deutschen bisher nicht gab … ;-!

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  2. Die 0,8% Todesopfer beziehen sich auf die Grundgesamtheit der positiv getesteten Personen, nicht der der tatsächlich infizierten Personen. Hier gibt es ein großes Dunkelfeld. Um das aufzuklären, müßte eine verdachtsunabhängige Testung nach Art eines Mikrozensus vorgenommen werden, d.h. an einer repräsentativen Stichprobe aus der Bevölkerung, unabhängig von Kontakten, Symptomen etc.. So wie ich gestern gelesen habe, macht man das derzeit in Island. Nach den dortigen Erkenntnissen haben 50% der Infizierten keinerlei Symptome, wären also hier komplett durchs Raster gefallen. Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse kommen die Isländer auf eine Letalität von ca. 0,1%, was übrigens auch im Rahmen der von japanischen Behörden publizierten Ergebnisse ist.

    Die entsetzliche Lage in Italien und Spanien kann man damit erklären, daß dort wahrscheinlich mehrere Millionen Menschen infiziert sind. In Deutschland ist die Lage, damit verglichen, einigermaßen entspannt. In meiner Heimatstadt Essen sind übrigens 10% der insgesamt Getesten positiv befundet; der Anstieg der Fallzahlen hier ist seit ein paar Tagen zurückgegangen, in der Woche davor war er linear. Ich interpretiere es so, daß ein Kranker durchschnittlich einen Gesunden ansteckt. Für die Zeit davor war es, wenn ich mich recht entsinne, 1:2,4. Es geht also in die richtige Richtung – wird das Verhältnis < 1, wird diie Epidemie zusammenbrechen.

    Ich würde davor warnen, diese Krankheit zu unterschätzen; übertriebene Angst oder Panik ist aber ebenfalls fehl am Platze – sich festsetzende Angst ist für sich gesehen eine Krankheit, mit der nicht zu spaßen ist!

    Viele Grüße,
    Thomas Rink

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  3. Zeitung schreibt: Alles ganz schlimm, 0.8% überleben Corona nicht, Menschen kriegen Angst, gehen nicht auf die Straße, halten sich an die Empfehlungen.
    Zeitung schreibt: Alles halb so wild, 92.2% haben mit Corona überhaupt keine Probleme, Menschen denken hurra das ist ja kaum jemand, lass uns rausgehen, grillen, Party machen

    Irgendwo sollte es einen Mittelweg geben. Meiner sieht folgendermaßen aus: Ich lese keine Kackblätter und hole mir die Informationen von Experten aka Drosten, Kekulé, RKI.. und das am besten aus dem so oft geschmähten ÖRR den man ja sonst niemals braucht weil Netflixamazondisney ist ja so viel geiler…

    Ergebnis: Ich bin vorsichtig aber nicht panisch, trotz Zugehörigkeit zur Risikogruppe.

    Digitalen und damit 100% virenfreien Gruß aus Hamburg 😉

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    • Genau: der Mittelweg (also nicht der von Rotherbaum nach Harvestehude 🙂 ), der Mittelweg machts.
      Ich glaube auch daran, dass der Mittelweg die beste Route bietet.

      Und Drosten, Kekulé und das RKI können da schon gute Wegweiser abgeben. ÖRR bedeutet hier bei uns DLF und da geht es im Vergleich zu anderen Ausstrahlern relativ ruhig zu.

      Trotz Risikogruppenangehörigkeit sende ich herzliche Grüsse + Bleib gesund!

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